SWR 3 übertreibt es!


So zu der Aktion in diesem Monat muss ich auch mal was sagen.

Ich bin mit SWF3 aufgewachsen und SWR3 habe ich bis ca. 2010 mehr oder weniger dauerhaft gehört.
Seit dem bin ich bei radio eins, Dlf Nova oder FM4 gelandet.
Ich verfolge aber temporär immer was die Baden-Badener machen(geht auch glaube nicht anders, wenn man mit einem Sender aufwächst).
Die 2020 Aktion Anfang des Jahres war genial. Die Gottschalk-Zöller Sendung finde ich bspw. sehr kurzweilig und höre sich meist auf Autofahren on demand. Und nachts gibt es, wenn ich mal höre, kein vergleichbares gutes Programm(vor allem Michael Reufsteck).
Ich ertappe mich aber in diesen Wochen immer wieder wie ich rüber switche von radio eins zu SWR3. Und es macht wirklich großen Spaß. Vor allem diese Woche mit Wirby & Zeus.
Ab Dezember bin ich wahrscheinlich wieder weg, aber dennoch zeigt es, dass SWR3 nicht ist, wie andere austauschbarer Pop-Wellen der ARD.
 

RadioHead

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Dieses Jahr habe ich so viel SWR3 gehört wie seit 22 Jahren nicht mehr.

Zu Beginn des Jahres die "Best of 2000-2020"-Woche und jetzt (außer in der ersten Woche) den "Radio-Sommer reloaded".

Journalistisch können sie es immer noch, manchmal kommt das alte Feeling auf, die Radio-Comix sind genauso schräg wie früher.
 

Maschi

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Tja, zu früh gefreut, Michael Reufsteck ist wohl immer noch krank, kommende Nacht springt Marcus Barsch nochmal ein und die Nacht auf Samstag wird wieder gepflegte Langweile...
 

Der Radiotor

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Eine Woche lang mit Begeisterung SWR3 gehört, in diesem Monat bestimmen ja die Hörer die Musik. Was mir auffällt:

1. Die gewünschten Songs sind meist älter als das aktuelle Format von SWR3, viele 60er bis 80er, hin und wieder auch mal ein 90er, also eher Zielgruppe SWR1.
2. Es werden sich viele Songs gewünscht, die mal radiokomtabibel waren, aber schlichtweg nicht mehr gespielt werden. Diese Woche gehörten zum Beispiel "Wenn ich wollte" von Selig, "Nemo" von Nightswish, "Under the milky way" von The Church, "No Surprises, please" von Radiohead, "Champaign Supernova" von Oasis oder "Green Eyes" von Coldplay zu den Wunschsongs.
3. Aktuelle Charthits, die sonst im Programm rauf und runter laufen, gehören kaum zu den Wunschtiteln, aber auch nicht die typischen Songs der Marke "best getestet", also sowas wie "Torn" von Natalie Imbruglia, "Hey Soul Sistsr" von Train, "Breathless" von The Corrs oder "Breakfast at Tiffanys" von Deep Blue Something.

Freilich gibt es auch viele Perlen, die nie auf den Playlists stehen oder standen, etwa "Currywurst" von Grönemeyer oder"Supper's ready" von Genesis.

Insgesamt wundervoll erfrischend, so schön überraschend kann Radio sein. Ich verlange ja gar nicht, dass es immer so ist, aber pro Stunde mal ein, zwei Songs abseits der Standard-Berater-Playlists würden mich schon erfreuen. Wobei SWR3 sich da allgemein noch ein wenig positiver von anderen abhebt, etwa im Vergleich zu hr3.
 
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rockon

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Und doch scheint man sich mit vielen Sendern in dem einig zu sein,
dass so gut wie keine jüngere Rockmusik gespielt wird.
Oder wünscht sich tatsächlich niemand die White Stripes, Raconteurs,
Pearl Jam, Black Crowes, Social Distortion, Wallflowers, Black Keys,
Dandy Warhols, Greta Van Fleet, Jayhawks, Blackberry Smoke ......?
 

patxx

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Viele Song, die in diesem Monat laufen, sind ja aus der Zeit von SWF3. Das freut nuns „Nostalgiker“ natürlich ein wenig.
Mal angenommen, würde es SWF3 heute noch so geben, wäre es eigentlich ein Programm wie es geboten wird von Radioeins, bestehend aus hochwertigem Journalismus der Themen Politik, Gesellschaft und Kultur, gespickt mit Comedy sowie eine Musikauswahl komplett abseits der aktuellen Chartplaylisten. Für mich ist Radioeins das neue und moderne SWF3 und ich finde es sogar noch deutlich besser. Die Hörer*innen im Raum Berlin hatten schon seit den 90er-Jahren das Vergnügen, das 3. Programm aus Baden Baden über UKW hören zu können. Da es sich derzeit normalerweise von anderen Mainstreamangeboten nicht mehr unterscheidet, gibt es zumindest die Möglichkeit vom RBB entschädigt zu werden.
 

Mäuseturm

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Was mich wundert, SWR3 wird immer nur mit SWF3 verglichen, dabei es es doch durch die Fusion von SWF3 und SDR3 entstanden. So erinnert mich die aktuelle Musikmischung eher an das "Radio für den wilden Süden", die meiner Meinung nach innovativer und mutiger waren als das immer so in den Himmel gehobene SWF3.
So vermisse ich z.B. SWF3 eigentlich gar nicht, SDR3 hingegen sehr.
 

Dickes Kind

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Von SDR3 ist so wie gut nichts zu SWR3 gewandert. Deshalb fängt man mit dem Vergleich erst gar nicht an. Da wurde ja - auch aufgrund der Standorte - mit SWR1 BW ein bisschen Ersatz geschaffen.

Heutiges SWF3 wäre wie radioeins?
Glaub ich nicht! So intellektuell wie sich die Potsdamer Radiomacher manchmal geben waren die Baden-Badener doch nie, auch nie gewollt.
Das funktioniert bei einer Servicewelle eines Flächensenders ohne wirkliche Metropole nicht.
 

Radiofreak01

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Was mich wundert, SWR3 wird immer nur mit SWF3 verglichen, dabei es es doch durch die Fusion von SWF3 und SDR3 entstanden. So erinnert mich die aktuelle Musikmischung eher an das "Radio für den wilden Süden"
Sehe ich eher wie @Dickes Kind :
Von SDR3 ist so wie gut nichts zu SWR3 gewandert. Deshalb fängt man mit dem Vergleich erst gar nicht an. Da wurde ja - auch aufgrund der Standorte - mit SWR1 BW ein bisschen Ersatz geschaffen.
 

patxx

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@Dickes Kind
Ich meine das in Bezug auf den hohen journalistischen Anteil im laufenden Musikprogramm. Da sehe ich große Parallelen. SWF3 hat seinerzeit von sich behauptet, Journalismus in Reinkultur zu liefern. Ich empfand das ebenso als „damals Mittzwanziger“. Eine solche Mischung gibt es so heute eigentlich nicht mehr, außer (immer)noch oder bei radioeins. Klar sind da Charakter und Klangfarbe schwer zu vergleichen, ist ja auch eine völlig andere Zeit.
Für mich ist radioeins ein guter Ersatz, weil ich gerne beim Radio zuhöre, nicht nur begleitend konsumiere. Die Infowellen langweiligen mich und für DLF Nova bin ich zu alt und zu wenig grün, ist aber auch gut gemacht.
Mir tun die verbliebenen Moderatoren wie z.B. Wirbitzky, Zeuss und Spläth ein wenig leid, die jetzt genau das tun müssen, was sie in ihrer Erfolgsgeschichte SWF3 verschmäht und belächelt hatten. Aber sie haben einen sicheren Job und eine gute Altersversorgung und vielleicht dann ja doch noch ein wenig Spaß an der Arbeit. Im Privatfunk ist das leider keine Selbstverständlichkeit mehr.
 
Okay, nun auch mal SWR3 übers Netz reingezogen. Genau eine solche Mischung müsste ein durch Gebühren finanziertes, öffentlich-rechtliches Popradio bieten. Playlist von eben:

Empty rooms - Gary Moore
Dirty dancer - Enrique Iglesias (with Usher featuring Lil Wayne)
Escape (The Pina Colada song) - Rupert Holmes
Hypersonic missiles - Sam Fender
Soits Leben - Seiler und Speer
So strung out - C-Block
Exile - Bon Iver
Happy birthday - Stevie Wonder
Schüttel deinen Speck - Peter Fox
Stars - Simply Red
Codo (.. düse im Sauseschritt) - DÖF
Bo-utiful - Danny Vera
Hold me now - Johnny Logan
Narcotic - Liquido
Half a minute - Matt Bianco
Army - Boy

Ich finde es nicht mal extrem und störend, es ist sehr angenehm und überraschend gleichzeitig. Ich tippe aber auch, von den unzähligen Musikwünschen wählt ein Musikredakteur die Musik aus und stellt die Stunde so zusammen, dass es passt. Ja, genau so müsste es immer sein - bei einem durch Gebühren finanziertem, öffentlich-rechtlichem Popradio. So ist es übrigens wahrhaftig bei fast allen durch Gebühren finanzierten, öffentlich-rechtlichen Popradios außerhalb Deutschlands. Nur hierzulande musste der öffentlich-rechtliche Hörfunk sich unbedingt in einen direkten Wettbewerb mit den Privaten begeben, da wurden Berater angeheuert, die zuvor bei großen Kommerzketten im Einsatz waren. Das übelste: Während die Privaten noch unter Aufsicht der Medienbehörden stehen und Vielfaltskriterien schaffen müssen, kann die ARD die Programme nach Belieben ausdünnen. Absolutes Unding!
 
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Maschi

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Ich tippe aber auch, von den unzähligen Musikwünschen wählt ein Musikredakteur die Musik aus und stellt die Stunde so zusammen, dass es passt.
Genau so ist es, ab und zu wird der Verantwortliche auch mal genannt oder ins Gespräch einbezogen.

Und es wird auch gerne mal betont, dass es kein verrückt spielen ist, manches ist freilich aber schon recht weit vom Format entfernt, so wie eben das Miss Marple theme oder mal Haindling oder auch Kasalla, aber es ist schon ein sehr abwechlunsgreicher, gelungener Mix.
 

JoWo

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Wie ich sehe, freut es einige hier, dass mehr ältere Titel gespielt werden. Die meisten hier schlussfolgern gerade, dass eben diese Titel sonst auch häufiger gespielt werden sollten. Ich finde, man kann hier aber auch einen eher pessimistischen Schluss ziehen: Jüngere Menschen interessieren sich nicht mehr fürs Radio und wünschen sich in diesen Wunschsendungen auch weniger.
Versteht mich nicht falsch, ich finde diese Wunsch-Aktion auch super, und finde auch das könnte häufiger im Radio passieren. Nur wenn man die Streaming Playlisten und die aktuelle Playlist von SWR 3 vergleicht, sehe ich Jüngere Menschen eher nicht beim Radio, oder zumindest nicht in dieser Wunschsendung bei SWR 3.
 
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Maschi

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Nicht nur die Musikzusammenstellung (die nächsten 5 Stunden übrigens nur 90er), auch die "Samstagsspiele" waren wieder sehr kurzweilige Radiounterhaltung, besser als die Konferenz der Geister-Samstagsspiele in der Bundesliga.
 

pfennigfuchser

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Früher gab es eben nicht dieses Formatradio. Hier in NRW hatte man ja nicht viel Auswahl. SWF 3 konnte ich damals nicht empfangen, dafür aber die NiedErlanger. Das damalige Hilversum 3 / Radio 3 hat ja immer eine breite Masse bedient. Von jung bis alt wurde der Sender gehört. Ähnlich war es denkerisch auch mit SWF 3. heutzutage versucht man alles in ein Format zu packen, ohne daran zu denken, dass man nicht nur eine bestimmte Musik in einem Jahrzehnt hört. Das wird aber von den Beratern (kennen die überhaupt richtiges Radio) nicht empfohlen, warum auch immer. ein solches breites Format funktioniert aber eigentlich gut (Radio 10 NL, jetzt die Aktion von SWR3). Gerade heute in Zeiten von spotify u.ä. muss man sich als Radiosender breit aufstellen und nicht die gleichen 500 Songs rauf und runterspielen. Beim. Erbleichte mit dem WDR ist hier der SWR 1 und 3 schon eine Bereicherung
 

Der Radiotor

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Heute keine Wunschaktion auf SWR3 und schon läuft die austauschbarste Playlist aus den best getesteten Charthits und abgenudeltem Zeug der 80er und 2000er. Langweilig, beraterkonform und eher ein Grund zum Abschalten. Aber die ganze Radioszene ist ja überzeugt davon, dass nur so Radio in Deutschland funktioniert. Gut, dass es morgen ab 8 dann wieder anders ist und ich hoffe mal, dass der Lockdown verlängert wird und damit die Wunschaktion bis Weihnachten.
 
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