Syltfunk kann auf UKW gehen


Die Frage stellt sich doch nach einem Bedarf. Sowohl auf Hörer- als auch auf Seiten der Werbetreibenden. Als Touri bin ich überwiegend unterwegs. Als Werbetreibender ist meine Hütte auf Sylt ohnehin meist voll. "Weg" kann der Touri eh nur über den Hindenburgdamm. Und die Einheimischen/Residents? Bleibt die Frage nach der Reichweite. Nationale Erlöse kann man aus o.g. Gründen abhaken (dazu kommt noch der Umstand, dass Touris und Residents kaum abgefragt werden). Also bleiben lokale Erlöse. Hierzu bedarf es nicht unbedingt, wie bei den meisten lokalen Sendern, keiner Reichweiten. Platt formuliert: Die Werbewirkung bemisst sich danach, ob die Hütte voll ist nach einer Kampagne oder nicht. Wenn nicht, dann wird es für die Zukunft eh schwierig. Aber wie o.g. bereits gesagt, stellt sich die Frage, ob Radiowerbung auf Sylt die richtige Gattung ist. Als Gastronom, Geschäft oder Eventveranstalter würde ich dort eher auf Außenwerbung, Flyer, Promoteams, Social Media und Onlinewerbung (u.a. Google) setzen. Aber gut. So bleibt, soll das Geschäft tragen, nur eine Variante: Liebhaberei von Syltern, die ein Abschreibungsobjekt benötigen. Oder ich verfüge als Senderbetreiber über ein Netzwerk, die mir die Geschichte aus welchen Gründen auch immer sponsern. Ist aber auch Liebhaberei. Nachhaltig und von Dauer sind beide Varianten nicht. Da brauche ich mich nicht wirklich noch über Formate unterhalten. Auch hier wieder: Nette Idee, nur fehlt leider ein tragfähiges Geschäftsmodell...
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber auch nur im Radio. Und das ist zu verschmerzen. :)
Falsch. Auch in der Realität. Die Leute die noch mit den Stones und Beatles aufgewachsen sind, sind schon längst im Rentenalter. Die Leute die noch mit Queen und Bon Jovi aufgewachsen sind, sind auch bereits im Alter 50+. In der Jugendkultur ist Rockmusik tot. Da kommt nichts mehr nach. Somit kann man sich ausrechnen, dass die Gattung der Rockmusikfans langsam, aber unausweichlich, ausstirbt. Die Stones mögen ausverkauft gewesen sein, aber auch nur weil man befürchtet, dass es die letzte Tour gewesen sein könnte. Auch dort kann man sich unschwer ausmalen, wielange es die noch machen und können. Bei den anderen Gruppen sieht es ähnlich aus. Die Toten Hosen mussten schon Konzerte aus gesundheitlichen Gründen absagen. Bon Jovi ist auch schon in einem eher gesetzteren Alter und bei den anderen Gruppen sieht es auch nicht besser aus, so sie denn überhaupt noch in der Originalbesetzung existieren.
Ich bleibe bei meiner Meinung, dass man mit einem solchen Rockformat auf Sylt keinen Stich machen kann. Vielleicht kann man überleben, weil man mit Radio 21 ja einen starken Partner im Hintergrund hat, aber es ist nicht davon auszugehen, dass demnächst auf Sylt in den meisten Radios Antenne Sylt laufen wird. Es sei denn, man überlegt sich das nochmal und bietet ein anderes, etwas entschärftes, Musikformat an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist das Geld und sind nicht die Programmkonzepte, gar die Playlist. Entweder ein Sender hat einen Werbemarkt oder nicht. Nur weil auf Sylt die Porschedichte hoch ist, schwimmt der Handel, die Hotellerie und Gastronomie noch lange nicht im Geld. Wer Lokalakquise kennt, weiß was ich meine.
 
Der Dottore hat wieder recht, wie meist. Deshalb stellte ich auch schon oft zur Disposition, ob sich ein kommerzieller Betrieb eines Lokalsenders außerhalb von Ballungsräumen überhaupt rechnet. Es ist m.E. nur eine Mischfinanzierung möglich, bzw. eine Finanzierung durch Werbung und Sponsoring (der Raum/Technik/Leitungskosten) bei großteils ehrenamtlichem Betrieb...und/oder es bedarf Zuschüsse öffentlicher Hand, der Kommunen usw...die niedersächsischen NKLs haben m.E. kein schlechtes Modell. Wieso man diesen jetzt noch kommerzielle Lokalradios gegenüberstellt, weiß ich nicht. Wie lange deren Halbwertszeit ist, dürfte fraglich sein.

Ob Du jetzt auf Sylt Rock dudelst, Schlager, Oldies oder Charts ist dann erst mal zweitrangig. Sicher, das Format sollte nicht zu eng sein...je kleiner die erreichbare Grundgesamtheit ist, desto mehr brauchst Du jeden verfügbaren Hörer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie gesagt je einfacher etwas ist, desto schwieriger ist die Umsetzung. Ich liebe ja Beispiele aus der Gastronomie. Bestes Beispiel ist die italienische Küche: Wenig Zutaten, dafür aber hohe Anforderung an Qualität, Frische und Geschmack. Eine Pastasauce aus holländischen Tomaten ist eben was anderes als wenn man sonnengereifte Tomaten aus Süditalien hat, die 1-2 Stunden nach dem Pflücken verarbeitet werden.

Im Endeffekt ist es so auch mit dem Radio, es kommt nicht auf den einzelnen Titel an. Es ist die Mischung und Moderation, sprich die Show. Deshalb ist dieses VG-Gedudel von Regiocast gemixt mit drittklassiger Comedy so unerträglich.

RSH unter Stümpert war ein stilbildender Sender. Jetzt immer noch, aber er steht für schlechten Geschmack. Ein Urlaubsradio auf Sylt? Ein breite Playlist, dazu Ambient, Lounge & Mixes. Das wird auch jedem dritten Laden + Einzelhandel auf der Insel gespielt. Stichwort: Rotes Cliff.

Aber, hätte, hätte - Fahrradkette... Statt ein folgerichtiges einfaches Konzept zu fahren, werden entweder persönliche Musikgeschmäcker gepflegt oder üble Formatradiokopien, die platter kaum sein könnten. Über eine vertikale Vermarktung und Angebotsbildung wird nicht einmal im Ansatz nachgedacht.

Sorry, wenn man dann in der Sackgasse landet oder gar gegen die Wand fährt, dann darf man sich nicht wundern. Radio 21 ist ein 2000er Medium und stehen geblieben.
 
Die Leute die noch mit den Stones und Beatles aufgewachsen sind, sind schon längst im Rentenalter.
Und so ein alter Knacker wie ich würde gerne Radio hören, wenn auch nicht auf Sylt. Für alle Unverbesserlichen ein paar aktuelle, sehr lebendige Rockbands:
White Fence, White Reaper, Rival Sons, Greta Van Fleet, Social Distortion,
Bob Mould, Allah Las, Best Coast, Middle Kids, The Jayhawks, The Shins,
Calpurnia, The Lovetones, The Charlatans, Veruca Salt, The Regrettes, The Chills,
Chris Robinson, Rich Robinson, The Barr Brothers, Matthew Sweet, Bachman,
Robyn Hitchcock, My Dynamite, Joe Walsh, Izzy Stradlin, Nada Surf, The Rifles,
Blackberry Smoke, Eli Young Band, American Aquarium, Shovels and Rope,...
 
@rockon

Das sei dir ja auch gegönnt. Ich habe ja gar nichts gegen ein gut gemachtes Rockradio. Im Gegenteil muss es auch geben und bringt Abwechslung in die Einheitssoße. Die Frage ist eben nur ob Rammstein, Green Day oder Metallica jetzt unbedingt zu einem "Lokalradio" passen, welchen nur einen sehr begrenzten Werbemarkt zur Verfügung hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Antenne Sylt startet am 1. Januar auf den UKW-Frequenzen von Syltfunk mit selbigem Strickmuster wie Radio 21 und Rockland Radio.
Da ich in Nordfriesland wohne, habe ich die Frequenz 100,3 hier auf dem Festland gleich mal unter die Luppe genommen. Es ist weiterhin SYLTFUNK zu hören! Das einzigste was neu ist bei dem Sender, ist das sie jetzt auch das dynamischen RDS verwenden, man zeigt jetzt wie NDR 2 und N-Joy die Titel an. Ab und an auch mal "wir senden Sylt!"
 
Wie ist Euer Höreindruck nach den ersten Wochen?

Meiner nicht gut; Was soll daran Regionalradio sein? Zumal ständig Fehler in der Automation passieren, z.B. lief heute Vormittag ein "leeres" Verkehrsbett. Danach im Wetter "In SüderlÖgum" und "auf Westerland" - beides Falsch, was natürlich jeder Nordfriese sofort merkt. Das passiert, wenn Regionalradio nicht regional produziert wird. Schön auch im Regionalsport "Bei uns in Braunschweig" - offenbar hat auch da eine Automation gestreikt und es wurde daher eine andere Region gesendet.

Von der Musik möchte ich nun nicht wieder anfangen aber ich denke, die war sogar bei Syltfunk "zielgruppengerechter" - was einiges heißen soll.
 
Oben