Täuschungen auch beim Deutschlandradio


#4
Bezeichnend ist dieser Satz aus dem Übermedien-Bericht:
Der Journalist hat mit atmosphärischen Elementen in seinen vermeintlichen Reportagen sogar den Eindruck erweckt, er sei persönlich vor Ort gewesen. War er aber nicht.
Das beschreibt ja nun mal eher die Regel als die Ausnahme. Wenn ich schon in einer Anmoderation höre "Unser Südostasien-Korrespondent", oder "Aus unserem Südamerika-Studio", dann weiß ich zuverlässig, dass die Korrespondenten höchstwahrscheinlich 1000 oder mehr Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt sitzen und zusammenbraten, was sie aus den dortigen Zeitungen und Rundfunkstationen abgreifen können. Ich halte es für eine ziemliche Heuchelei, wenn ein Sender jetzt wegen einer solchen Situation einen einzelnen Reporter hopsgehen lässt.
 
#6
Was ist so schwierig an einem Beitrag mit O-Tönen?

Entweder hat der Reporter die O-Töne selbst eingefangen und schnitzt anschließend seinen Betrag.
Oder er hat die O-Töne nicht selbst aufgenommen und serviert sie mit der Anmod "XY sagte dazu:".

Allein das gefakte Zwiegespräch ist verwerflich.

Frage: Warum muss offenbar mehr gefakt werden als nötig? Der Sender schmeißt den mogelnden Übeltäter bei Bekanntwerden des Fakes ohnehin raus. Oder erwartet der Sender zwingend authentische Vor-Ort-Reportagen vom Reporter, um, wenn sie nicht geliefert werden, selbigen herauszuschmeißen?
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Der einzige Fehler, den der arme Mensch begangen zu haben scheint, ist die unterlassene Absprache mit dem Funkhaus. Die Einfügung dramatisierender Elemente und die Übernahme von O-Tönen in Berichten und Reportagen ist doch heutzutage bei allen Sendern Usus; dass ARD-Korrespondenten in Singapur sitzen und aus der Ferne über Sumatra berichten, obwohl sich der eine oder andere aufgeweckte Internetnutzer in unseren Breiten ein besseres Bild über die Lage machen kann, ist auch nichts Neues. Wenn Sender heute in den Ruch von "Fake News" kommen sehen sie schnell mal rot.
 
#12
Andererseits ist dem Auslandskorrespondentenwesen aber auch immer vorgeworfen worden, zu sehr in der Zielgruppenperspektive zu verbleiben. Die Posten werden immer wieder alle paar Jahre neu besetzt, was verhindert, dass die Journalisten zu sehr in der Region verankert sind und dass die Perspektive der jeweiligen Bevölkerung in die Berichterstattung deutlicher einfließen kann. Der Korrespondent bleibt letztlich in seiner Region selbst ein Fremder, der bald wieder geht und sozusagen auf einer längeren Durchreise ist.
 
#13
...ist nix Böses, unter der Bedingung, dass sie's dazusagen. Und wenn der Korri zumindest in der weiteren Region verortet ist, wird er auch wichtige Offline-Kontakte pflegen, mit denen der Kontakt vom heimischen Funkhaus aus vielleicht schwierig bis unmöglich ist.
Wobei es auch alles andere als unüblich ist, dass Korrespondenten ihr klimatisiertes Studio verlassen und das Berichtsgebiet bereisen. Aufnahme von O-Tönen eingeschlossen, und MuPro-sei-dank sogar mit der Möglichkeit zur Live-Schalte. (Womit ich Dir @OnkelOtto ja nichts Neues erzähle).
Die Offline-Kontakte (Stringer genannt) sind fester Bestandteil der Arbeit vor Ort, bei turnusmäßig wechselnden Korrespondenten sind sie die die Konstante, und einzelne arbeiten teilweise länger als 10 Jahre mit einem Studio zusammen.
 
#14
wäre in jeder Hauptstadt der Welt ein Studio/Korrespondent von ARD oder Deutschlandradio, würde man sich über Gebührenverschwendung mokieren. Insofern ist das wirklich heuchlerisch, wenn man daraus einen Skandal stricken will.
Sicher nur die Spitze des Eisbergs beim ÖR Rundfunk und kein Kavaliersdelikt. Bitte beim DLF auch gleich den verantwortlichen Redakteur zur Rechenschaft ziehen. Es geht nicht nur darum aufzuklären, WER der Betrüger ist sondern auch in WELCHEN konkreten 'Qualitäts'Beiträgen er betrogen hat. Das wäre eine saubere Aufklärung. Ich bezweifle, dass der Wille dazu vorhanden ist. Letztendlich sorgen solche Vorkommnisse und deren unsaubere Aufarbeitung dafür, dass immer mehr Leute die Sinnhaftigkeit einer Rundfunkgebühr und eines öffentlichen Milliarden teuren Rundfunksystems bezweifeln. Des Weiteren gibt es arbeitsrechtliche bzw. zivilrechtliche und strafrechtliche Aspekte der Sache. Wird der DLF hier nicht aktiv zB einen Abrechnungsbetrug anzuzeigen, so sehe ich hier einen nicht gerade verantwortlichen Umgang mit meinen Rundfunkgebühren-Beiträgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#16
Sicher nur die Spitze des Eisbergs .
Quelle?
Du suchst doch eh nur einen Grund, mal wieder auf den ÖR einzudreschen... ;)
Abrechnungsbetrug? Weißt du denn, was abgerechnet wurde? Nein? Wieso dann Betrug? Werden original selber eingeholte O-Töne extra bezahlt?
Und dann noch das süffisante » 'Qualitäts'Beiträgen «. Die Beiträge haben doch nach wie vor ihre Qualität, es wurde lediglich die Herkunft der O-Töne verschleiert, die Fakten waren jedoch korrekt.
 
#18
Was soll diese Frage? Sie ist sogar infam, weil Sie mich mit einem Betrüger vergleichen.

Quelle?
Du suchst doch eh nur einen Grund, mal wieder auf den ÖR einzudreschen... ;)
Abrechnungsbetrug? Weißt du denn, was abgerechnet wurde? Nein? Wieso dann Betrug? Werden original selber eingeholte O-Töne extra bezahlt?
Und dann noch das süffisante » 'Qualitäts'Beiträgen «. Die Beiträge haben doch nach wie vor ihre Qualität, es wurde lediglich die Herkunft der O-Töne verschleiert, die Fakten waren jedoch korrekt.
Woher wissen Sie was ich suche. Ich finanziere den Laden als Gebührenzahler und darf wohl kritisch nachfragen.
 
#20
Allein das gefakte Zwiegespräch ist verwerflich.
Aber m.E. inzwischen völlig üblich, sowohl bei den Privaten als auch bei den örAs. Mittlerweile werden die "Gespräche" des Moderators mit dem Korrespondenten so gut geschnitten, daß der Normal-Hörer wohl von einer Live-Schalte ausgehen und den Fake gar nicht bemerken dürfte.

Handwerklich stelle ich mir das als Laie so vor: Der Korrespondent schickt die Fragen des Moderators als Text und seine Antworten als Audio. Moderator liest Frage 1, schneidet Antwort 1 dahinter, liest Frage 2 usw.
Frage an unsere Profis: Stimmt das so in etwa?
 
#21
In der Regel ließe sich abgeklammertes Fremdmaterial doch recht einfach anhand der Qualität erkennen.
Selbst wenn es nicht mit Klirr der übelsten Mediatheken- oder YouTube-Sorte daherkommt, für den man seinen Rekorder früher in die Ecke gepfeffert hätte muss in 90% der Fälle beim Versenden von bereits konfektionierten Material ein deutlicher Dynamikunterschied auffallen (O-Töne deutlich heftiger komprimiert), ausgenommen Agenturmaterial - um das es hier allerdings wohl nicht geht.

Gäbe es also eine ernstzunehmende technische Endkontrolle der eingehenden Beiträge könnte man schon hellhörig werden und fragen, woher der Ton stammt.
 
#23
"Täuschung!" bei DLF??? - DLF-Deutschlandradio ist: "Leuchtturm!" im ÖR-Hörfunk.


Also, auch bei SPIEGEL wurde jüngst ein 'Falscher Fuffziger' entlarvt. DLF vertraue ich weiter. ... "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!"

Das Beispiel zeigt, dass der ÖR nicht absolutes Vertrauen verdient, sondern immer wieder konstruktive Kritik braucht. Von mir ein 'müdes Lächeln', dass die berühmten Rundfunkräte da die "Aufsicht" oder eine "Kontrollfunktion" ausüben.
 
#25
Aber m.E. inzwischen völlig üblich, sowohl bei den Privaten als auch bei den örAs. Mittlerweile werden die "Gespräche" des Moderators mit dem Korrespondenten so gut geschnitten, daß der Normal-Hörer wohl von einer Live-Schalte ausgehen und den Fake gar nicht bemerken dürfte.

Handwerklich stelle ich mir das als Laie so vor: Der Korrespondent schickt die Fragen des Moderators als Text und seine Antworten als Audio. Moderator liest Frage 1, schneidet Antwort 1 dahinter, liest Frage 2 usw.
Frage an unsere Profis: Stimmt das so in etwa?
Das ist seit Jahren korrekt. Uwe Schulz, damals noch WDR2, hat das mal bei WDR2 für eine Stadt erklärt. Der Korri schickt ein Libretto, in dem die Fragen und auch die Anmod vorgegeben sind. Danach wird der Beitrag abgearbeitet. Damals noch live, mittlerweile wohl in den langen Musikstrecken vorproduziert. Jascha Harbeck weißt immer darauf hin, das er eben mit dem Interviewpartner oder Korri gesprochen hat.
 
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