Tempolimit auf Autobahnen


#1
Ich habe überlegt, ob ich das Thema im Faden "Klimawandel" ansprechen soll, aber ich glaube, es verdient einen eigenen Faden. Die Befürworter und Gegner eines Tempolimits auf Autobahnen erscheinen in Deutschland so unversöhnlich, dass aus jeder Diskussion früher oder später eine Massenkarambolage wird. Da die zunehmende Verkehrsbelastung auf 80 Prozent aller Autobahnen sowieso keine Raserei mehr ermöglicht, sehe ich das ganz entspannt. Niemand wird gezwungen, schneller als 130 zu fahren. Wer es trotzdem tun will, der muss halt mit seinem Adrenalinhaushalt klarkommen. Ich selbst kann auch Lichthupen hinter mir ignorieren, so ein hochrotkopfiger Stinkezeigefinger im Rückspiegel lässt mich ziemlich kalt. Ich würde deshalb dem Gesetzgeber kein Tempolimit empfehlen, stattdessen aber gesalzene Strafen inkl. Haft und ohne Bewährung, wenn einer beim Rasen andere über den Haufen gefahren hat.
 
#2
. Ich würde deshalb dem Gesetzgeber kein Tempolimit empfehlen, stattdessen aber gesalzene Strafen inkl. Haft und ohne Bewährung, wenn einer beim Rasen andere über den Haufen gefahren hat.
Wenn es da dann noch was zu bestrafen gibt. Im Falle eines Unfalls ist doch der Verursacher der erste der tot ist oder glaubst du ernsthaft bei Tempo 180 oder mehr hast du eine ernsthafte Überlebenschance? Das schlimme ist ja, dass die Raser nicht nur sich, sondern eben auch andere gefährden. Ansonsten wäre es mir egal, sollen sie sich doch zu Brei fahren.
Ich bin eindeutig FÜR ein Tempolimit. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mehr Sicherheit, weniger tödliche Unfälle, CO-Reduzierung, Krafstoffeinsparungen und alles in allem ein viel entspannteres Fahren. Wer mal im Ausland unterwegs ist, der wird sich der Vorteile schnell bewusst. Das Autofahren ist einfach stressfreier, wenn auf der linken Spur nicht ständig einer mit dreifacher Schallgeschwindigkeit angeschossen kommt.
 
#3
Ich wäre für ein Tempolimit tagsüber. In anderen Ländern (Niederlande, Österreich) sieht man, dass viel entspannter gefahren wird, da die Raser und Bremser auf der linken Spur weniger vorhanden sind.

Ach ja, und natürlich drastischere Geldbußen. Die anderen Länder lachen sich über unsere Bußgelder regelrecht kaputt. Hier sieht man, dass die Autolobby viel Einfluss hat. In Rest-Europa sind die Bußgelder viel höher, was sich oft auch in der Fahrweise der Teilnehmer bemerkbar macht (sagt einer, der selbst freizeitmäßig viel fährt).
 
#5
Wenn Du dich so nah "ansaugst", damit der Windschatten Wirkung zeigt (<10m bei 90km/h) sparst du zwar Sprit, handelst dir damit aber mit Sicherheit einen Abstandsverstoß ein. Noch ist Sprit billiger. ;)

Ganz allgemein halte ich es für eine überaus dumme Idee, mit einem Pkw auf der rechten Spur zwischen den LKW zu fahren.

Ich habe überlegt, ob ich das Thema im Faden "Klimawandel" ansprechen soll, aber ich glaube, es verdient einen eigenen Faden.
Wenn Du mit Blick auf die Forenregeln einen Radiobezug für dieses Thema herleiten kannst, steht deinem Ansinnen sicher nichts im Wege. Empfangsprobleme wegen der hohen Geschwindigkeit (Dopplereffekt) kannst Du bei UKW oder DAB leider nicht als "Aufhänger" anführen. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die gut gemeinten Hinweise von Thomas Wollert aus diesem Thread mit der Frage nach der Prozentrechnung vor ein paar Wochen verlinken, der Thread ist aber leider nicht mehr da...
 

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#7
Naja, eher bittersüß. Deutschland, das Land, wo schon die Einführung von Tempo 50 innerorts ein ziemliches Politikum war.

Tempo 120 auf Autobahnen ist völlig ausreichend. Der vermeintliche Zeitgewinn durch Rasen wird oft überschätzt - wer statt 120 160 km/h fährt, spart auf einer 60 Kilometer langen Strecke im Idealfall satte sieben Minuten - dem stehen aber wieder Staus gegenüber, die durch Bremsmanöver oder Unfälle (beide durch Raser provoziert) aber wieder aufgefressen werden.

Und besonders absurd wird es, wenn die Verkehrstoten, deren Zusammenhang mit der Raserei eindeutig erwiesen ist, achselzuckend hingenommen werden, während für das Buzzword "Terrorismus" sehr viel gravierendere und nutzlose Maßnahmen zugunsten der gefühlten Sicherheit hingenommen werden.

Rasen hat nichts mit Freiheit zu tun - die Gewissheit, nicht von einem Zwei-Tonnen-SUV mit 200 Sachen, dessen Fahrer zuviel Geld und zuwenig Selbstbewusstsein hat, über den Haufen gefahren zu werden, hingegen schon.
 
#12
Einigen wir uns darauf: Das Thema "Tempolimit" wird doch gerade ausgiebig diskutiert und findet auch in den Medien (zumindest in den Nachrichten) auch seine Erwähnung. Reicht das?

Würde mich nicht wundern, wenn es dazu auch schon eine Talkrunde gegeben hätte. Weiß ich aber nicht, da ich solche Sendungen bewusst ignoriere.
 
#15
Ja. Ich differenziere aber schon etwas mehr.

Und nur zur Info: Im Herbst 2018 "irritierte" mich ein "Spruch" (der Polizei) auf den Infotafel-Brücken schweizer Autobahnen etwas:

"Gib Dränglern keine Chance! Fahr rechts!"

Was soll denn das? Diesen Hinweis (der schweizer Polizei?) muß man sich wirklich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen!
 
Zuletzt bearbeitet:
#16
Angeblich (jüngster Deutschlandtrend des Spiegel) befürworten 52 Prozent aller Deutschen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Nur 31 Prozent sind gegen ein Tempolimit. Wollen wir an diesem Thema einfach vorbeirasen - oder mal die Stimmungslage im Forum erkunden? Ich persönlich brauche kein staatlich verordnetes Tempolimit, denn ich fahre aufgrund eigener Vernunftserwägungen niemals schneller als 130. Und komme erstaunlicherweise stets pünktlich an.
 
#18
Ein Limit gegen die Autolobby? Eine Parallele dazu gibt's ja schon bei der "Rettung der Rüstungsindustrie".

Wenn für Mensch und Klima effektiv etwas erreicht werden soll, müssten auch
  • offensichtliche (Diesel-) Rußschleudern sofort stillgelegt werden,
  • SUV's kräftig besteuert werden, abhängig von Gewicht, Motorleistung und absoluter Abgasmenge/km,
  • vor allem das Kerosin gut versteuert werden, ebenso die Billigtickets, ...
Da geht dann der Bürger nach dem Floriansprinzip auf die Straße.
 
#19
Sie sollen mal lieber das Anbringen von Warnsystemen für tote Winkel bei LKWs einführen und endlich das Abschaffen von grünen Rechtsabbiege-Pfeilen durchsetzen. Aber nein, jetzt wollen sie unfallträchtige "grüne Rechtsabbieger-Pfeile" für Radfahrer einführen (brauchen die nicht, sie radeln ohnehin entgegen aller Vorschriften bei allen Ampel-Farben, auf Fußgängerüberwegen, Gehwegen, entgegen von Fahrtrichtungen und ohne Licht im Dunkeln unbeirrt weiter).
 
Zuletzt bearbeitet:
#21
Das tut es nicht, nein. Ich bin nur vehement dagegen, das Autofahren weiter zu reglementieren, während man Radfahrern immer mehr unfallträchtige Freiheiten im Straßenverkehr einräumt, statt sie dort bestmöglichst zu schützen.
 
#23
Ein schwacher Trost, dass ich selbst nur verletzt und verkrüppelt werde, der Raser hingegen tot ist (und nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann). Waren diejenigen, die solche Argumente ernsthaft hier ausbreiten, vielleicht in einen solchen Unfall verwickelt und kämpfen jetzt mit den Spätfolgen?
 
#24
Tempolimit, Abgasskandal, Diesel-Fahrverbot...für Autofahrer wird es meiner Meinung nach immer uninteressanter einen eigenen fahrbahren Untersatz zu besitzen. Daher werde ich in naher Zukungt auch mein Auto verkaufen und auf den Drahtesel umsteigen. Ich lebe mitten in der Stadt und bin mit einem KFZ sowieso eher aufgeschmissen, als das es am Ende eine Erleichterung darstellt. Allein die Parkplatzsuche treibt mich jeden Tag auf´s Neue in den Wahnsinn. Nun habe ich ein Auge auf ein E-Bike geworfen und denke, dass dies die bessere Alternative ist. Die Dinger sind zwar nicht ganz preiswert in der Anschaffung, aber dafür entfallen beinahe jegliche Fixkosten wie Sprit usw. Das einzige Problem ist, dass ich keinen Keller habe und das Bike somit draußen auf dem Hof steht und für Langfinger sicherlich interessant sein wird. Nun habe ich mich schon nach einer Hauratversicherung für ein Fahrrad schlau gemacht und bin dort fündig geworden. Ohne diesen extra Schutz wäre es Unsinn, sich solch ein teures E-Bike anzuschaffen. So wie ich auf der Seite gelesen habe, gibt es wohl auch einen erweiterten Versicherungsschutz für Fahrräder innerhalb der Hausrat, aber das werde ich demnächst noch genau abklären. Ein Bike schaue ich mir am Wochenende bei einem Händler an und sobald der Kaufvertrag abgeschlossen ist, verkaufe ich meinen Wagen.
 
#25
Tempolimit, Abgasskandal, Diesel-Fahrverbot...für Autofahrer wird es meiner Meinung nach immer uninteressanter einen eigenen fahrbahren Untersatz zu besitzen.
Also die Diesel-Fahrverbote sind ja bisher eher bescheiden und bis auf einige Straßen in Stuttgart und Hamburg bisher ausgeblieben. Ein allgemeines Tempolimit gibt es bisher auch nicht und der Abgasskandal hat ja auch nur für VW-Fahrer direkte Auswirkungen. Von daher verstehe ich deinen Einwand so nicht. Das ein PKW teuer ist und in der Stadt auch eher unpraktisch, das sehe ich allerdings ein. Ein E-Bike ist aber auch nicht die Lösung. Gerade im Winter oder bei schlechtem Wetter ist es auch nicht so toll, dann ungeschützt länger durch die Gegend zu fahren. Vielleicht sollt man auch mal über den ÖPNV nachdenken, der ja in meisten Städten ganz gut ausgebaut ist. Da sieht es auf dem Land schon deutlich bescheidener aus. Ich drück dir aber die Daumen, dass das mit dem E-Bike klappt.
 
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