Thomas Schmidt (SWR) verstorben


#76
Rathfelder ist in Rente und die Verabschiedung damals war von Schmidties Seite sehr emotional. Jogi Rathfelder hat lediglich letzten Samstag für seinen alten Weggefährten die Musik zusammengestellt. Ich denke, auch die aktuellen Musikredakteure kennen Thomas Geschmack über Playlists oder ähnlichem.
 
#77
Aber Rathfelder kann die Musik heute nicht zusammengestellt haben. Es sei denn er wäre zu einem freiwilligen Einsatz aus seiner Rente zurück gekehrt. Wenn es nämlich nicht falsch in Erinnerung habe, ist er letztes im September (?) in den Ruhestand gegangen.
Im von @DigiAndi erstellten akustischen Nachruf (hier ganz oben auf der Seite) ist das Ende das Ende der letzten regulär von Jogi Rathfelder musikredaktionell verantworteten Sendung. Deshalb wirkte das auch wie "Ende" - war halt nur zu einem völlig anderen Anlass.

In "Schmidts Samstag" von vor einer Woche wurde von Patrick Neelmeier in der Abmoderation Jogi Rathfelder erwähnt. Da ist er wohl zurückgekehrt, um Thomas einen würdigen Abschied gestalten zu können. Wie es heute war, weiß ich nicht.
 
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#78
Ich denke der Jogi war letzte Woche nur da, um den "würdigen" Abschied für Thomas Schmidt zusammen mit Patrick zu gestalten. Zumindest hatte ich es so vermutet, dass es eine einmalige Aktion von ihm war. Quasi eine Verbeugung von Jogi für Thomas.
 
#83
Mein gestriger Eindruck von Schmidts Samstag mit Stefanie Anhalt: Fade, auch in punkto Musik.
Ich fand die Musik gestern immer noch oberhalb des sonstigen SWR1-Standards und denke auch, dass die Produktion der Sendung nach wie vor für alle an der Sendung Beteiligten emotional schwierig ist - Stefanie Anhalt kann das irgendwann auch wieder besser.

Bedenklicher fand ich den Nachmittag mit Patrick Neelmeier, dem ich immer gerne zuhöre, der aber stundenlang völlig abgestandene Titel (von ein paar neuen Scheiben abgesehen) brachte/bringen musste. Als er einen (1000 mal gehörten) Titel von Diana Ross schönredete ("schon 40 Jahre alt, aber immer noch gut ...") dachte ich - ok, ist leider sein Job. Oder anders gesagt: Matthias Holtmann wurde vor Jahren von einem Hörer während der Sendung gefragt, warum denn auf SWR1 immer die gleiche Musik laufe und gab zur Antwort: "Sie müssen das anders sehen, das ist unsere immer gleich bleibende Qualität ..." ;)
 
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Thomas Wollert

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#84
#88
Vier Wochen ist es nun her, dass Thomas von uns gegangen ist. Deshalb zum Gedenken noch ein kleiner Beitrag von mir. Naja, es ist fast eine Stunde geworden, weil ich doch noch das ein oder andere Schmankerl bei mir im Cassettenarsenal sowie auf der Festplatte gefunden habe. Alles Mitschnitte aus SDR3-Zeiten. Die waren mir persönlich jetzt wichtiger, weil diese Radioära mit Thomas mich in meinem Werkeln geprägt haben. Viel Vergnügen beim Hören.
Ich mußte auf YouTube ausweichen, da die Datei für diese Plattform viel zu groß ist.
 
#90
Zum Jahresende könnte doch SWR1 eine lange Thomas-Schmidt-Nacht ausrufen, in der die Glanzstunden seines Radioschaffens - jeweils eine ausgewählte Programmsstunde in kompletter Länge - ausgestrahlt werden könnte - egal ob Südfunk/SDR3 oder SWR1. Eventuell sollten sich die Hörer auch Lieblingsmitschnitte wünschen dürfen. Dann würden die verbliebenen Radiomacher auch Haltung zeigen und nicht nur wohl feine Worte formulieren.
 
#95
Ich wage fast zu bezweifeln, dass dies im Sinne von Schmidtie wäre. Er war ein völlig uneitler Mensch, der die große Bühne und Beweihräucherung nicht besonders leiden konnte. So schätze ich ihn wenigstens ein, nachdem ich ihn einmal kennengelernt habe. Viel lieber wäre ihm, SWR1 würde sich weiterentwickeln und jungen Talenten (wie ihm damals Kurpfalzradio und später SDR3) eine Chance geben und neue Personalities entwickeln.
 
#96
Ich habe durch Zufall ein weiteres Schmidt-Video entdeckt: Zusammenschnitt zweier Stunden "Pop Corner" aus den allerletzten Tagen von SDR 3.


An dieser Stellle herzlichen Dank an alle Menschen wie @DigiAndi, @Hörfunke>> und hier Martin Minner, die wertvolle Aufnahmen selbstlos einem Nutznießer zugänglich machen, der ich einer bin, weil ich seinerzeit - obwohl ab Ende der 80er beim (Privat-)Radio tätig - schlichtweg "gepennt" und viel zu wenig mitgeschnitten habe.

Wie nun meine Würdigung des Lebenswerks von Thomas Schmidt aussehen könnte, was es noch beizusteuern gäbe, habe ich lange überlegt, anformuliert und wieder verworfen. (Und jetzt, da ich diesen Beitrag gleich absenden werde, bin ich immer noch nicht ganz zufrieden mit mir.)

Denn letztendlich ist das meiste gesagt, was mir zu diesem herausragenden Moderator einfiele. Vielen Kommentaren dieses Fadens gebührt meine uneingeschränkte Zustimmung. Dazu die lesenswerten Nachrufe seiner SWR1-Kollegen, da steckt viel Wahres drin.

Und was ungesagt bleibt, ist in Worte zu fassen nur unzureichend möglich. Es dreht sich um das ganz besondere Gespür für den Hörfunk, seine Möglichkeiten, Menschen in den Bann dieses Mediums zu ziehen. Radio - natürlich statt gekünstelt, auf Augenhöhe und nicht anbiedernd, unterhaltsam, ohne ins Lächerliche abzudriften, alltagstauglich und trotzdem mitreißend, insoweit emotional.
Thomas Schmidt hatte Radio im Blut; und er vermochte es (teils wohl zu seiner eigenen Überraschung), (zusammen mit einem Haufen im besten Sinne wilder Vögel) diese Infusion auch seinem Publikum zu verabreichen.

Und genau jene Leidenschaft, die man tief im Innern erlebt haben muss, um obigen Gedankengang nachvollziehen zu können, gepaart mit dem erforderlichen Wissen und Können, schafft gute Radioleute ... nicht ein Doktor in Archäologie oder Kunstgeschichte.

Lieber Thomas Schmidt, ich wünsche Dir alles Gute.
 
#97
Ich wage fast zu bezweifeln, dass dies im Sinne von Schmidtie wäre. Er war ein völlig uneitler Mensch, der die große Bühne und Beweihräucherung nicht besonders leiden konnte.
Damit hast Du sicher recht, Radiocat. Wie wir aus Interviews wissen, war Schmidtie eben ein Radiotyp. Schon die Webcam bei der Hitparade war gar nicht sein Ding und auch die Auftritte in der Schleyerhalle nicht. Er wollte, von Blicken unbehelligt, guten, ganz besonderen Hörfunk machen.

Andererseits gibt es uns, seine Fans, die es immer noch nicht glauben können, dass er nicht mehr ist. Und da wäre eine Thomas-Schmidt-Nacht schon etwas Wunderbares. Oder wenigstens eine letzte Schmidts-Samstag-Sendung (für 2019 ?) mit ein paar netten Moderationen oder Gesprächen mit Jens Wolters, Antje etc. - und nicht zu vergessen: Seine Musik - und nur die!
 
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#98
Bescheidenheit und Bodenständigkeit sind die Tugenden, die bei Hörern ankommen, aber halt nicht im internen Biotop einer Anstalt. Da wird man eher belächelt, wenn man nicht gerade sich über Jahre einen Namen gemacht hat oder sogar für seine Arbeit ausgezeichnet wurde. Von dem her befürchte ich, dass dieses "sanfte" Erbe von Schmidtie schnell durch die blinde Huldigung an den Heiligen Radioformatberater allerorten verblast. Ich wünsche mir, dass ich mich täusche...
 
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