Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs


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#1
Moin!

In diesem Thread geht es mal nicht um die inhaltliche und musikalische Qualität eines Radiosongs, sondern um die technische Umsetzung. :) Sozusagen, ob er "fett" produziert ist und eigentlich gar keinen Optimod mehr braucht. ;)

Hat der Toningenieur hochwertiges Equipment zur Verfügung gehabt? Hat er es gut eingesetzt? Kommt die Stimme klar und wummt der Bass? Sind die Instrumente sauber gespielt? Ist die Hauptmischung gut? Kurz: Hat man alles aus der Song-Idee rausgeholt?


So, dann fang ich mal an:

A-ha - Crying In The Rain
Falco - Vienna Calling
Abba - Take A Chance On Me
Starship - We Built This City
Roxette - Joyride
LeAnn Rimes - Can't Fight The Moonlight (die bekanntere Remix-Version)
Sarah McLachlan - Building A Mystery
Robbie Williams - Supreme

Bin sehr gespannt, was Euch so einfällt :)



Die Idee zu diesem Thread kam mir übrigens heute, als "Vienna Calling" von Falco im Radio lief... echt ein Wahnsinnssound :eek:, verglichen mit bspw. Bohlen- oder Cretu-Produktionen aus dem selben Jahr.
 
#2
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

Nun ja, daß ...

Zitat von MungoHH:
..der Toningenieur hochwertiges Equipment zur Verfügung...
... hatte, sollte man wohl bei allen (jedenfalls neueren) Produktionen, welche in den Charts landen, voraussetzen.

Wo es mir in letzter Zeit besonders auffiel:

Gorillaz -Dare: Bässe bis zum Umfallen, trotzdem extrem angenehmer Sound
Rihanna-Replay: für so ein kleines Hopselied ebenfalls sehr, sehr wuchtig produziert.

Ältere Sachen, die immer noch beeindrucken: z. B. Zeppelin - vor allem die Drums.
 
#3
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

@ Ludwig: In den 80ern gabs noch ziemliche Unterschiede in der Technik ...

Stimmt, bei Rihanna ist mir das auch schon aufgefallen. Auch fett:

Alex Christensen - Rhythm Of The Night
 
#5
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

Da kann man ja nur noch mit dem Kopf schütteln! Wozu sollten Künstler ihre Musik nach den Klangvorstellungen von Radiosendern produzieren? Wenn jemand, der ernsthaft Musik macht und nicht nur a la Bohlen für die Charts lebt, an der einen Stelle mehr Bass einsetzt und an der anderen weniger, hat er sich meistens schon was gedacht dabei.
Die Frage ist andererseits auch deshalb überflüßig, weil sich die Optimod-Einstellungen diverser Sender um Lichtjahre voneinander unterscheiden. Alleine die Betrachtung der öffentlich-rechtlichen Optimod-Einstellungen miteinander führt teilweise dazu Ohrenkrebs bekommen zu wollen.

Vielleicht sollten Künstler ja demnächst ihre Songs in verschiedenen Abmischungen präsentieren, damit sich die betreffenden Techniker dann die entsprechenden Fassungen für ihren Sender rausssuchen können. Vielleicht sollte man aber auch endlich mal nicht nur Leute an die Optimods lassen, die Ahnung von der Technik haben, sondern auch Leute, die vor allem ein gutes Gehör, verbunden mit einem entsprechenden Musikverständnis besitzen!
 
#6
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

Aber Kulti! Es geht hier eher darum, wie ein Lied produziert wurde- genauer gesagt, wie die Vorstellungen eines Künstlers praktisch umgesetzt worden sind. Und darüber kann man sehr wohl jenseits irgendwelcher Optimod-Einstellungen diskutieren.
 
#8
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Ein guter Produzent mischt seine Sachen so ab, das sie auf einem Transistorradio gut klingen, und in einer Discothek richtig rumsen.
Das geht.
Ein gutes Beispiel dafür ist die bereits erwähnte
Zitat von Ludwig:
erste Snoop -Platte, von Dr. Dre produziert.
wie,meiner Meinung nach, alles von Andre Young.Excellent produziert!
 
#9
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Man kann ja schon froh sein, wenn man keinen Trojaner bzw. Root-Kit von Sony/BMG aus Amiland mitverkauft bekommt. ;)
Ansonsten muss es nicht unbedingt sehr fetter Bass sein, sondern knackige Drums und sauberer Sound der restlichen Instrumente ist schon wichtig - weniger ist da manchmal mehr d.h. nicht 'zu Tode' produziert oder mit einer 'wall of sound' zugekleistert. Let it be... naked! :p

ISI
 
#10
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Dire Straits - Money For Nothing (angeblich das komplette Album "Brothers In Arms")
Pink Floyd - spätere Sachen ab The Wall
 
#11
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Red Hot Chili Peppers - Californication
Eric Clapton - Unplugged (und vieles mehr)
Paul Simon - alles was ich von ihm kenne

Ich glaube, es liegt meist daran, dass die Künstler wert darauf legen und es nicht einfach einem Produzenten oder Tontechniker und dessen Geschmack überlassen bzw. sich einen suchen, der auf ihrer Wellenlänge liegt.
 
#13
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Jetzt gebe ich auch mal einem zum besten: Im Jahre 1981 haben Frank Hooker & Positive People mit ooh suga wooga (Panorama Records YD-12197) einen absoluten genialen Sound geschaffen. Ich habe mal ein mp3 angehangen ohne processing. Sogar das "Anfangsknacksen" habe ich stehen gelassen. Das war ein Sound wie es ihn heute nicht mehr gibt.
 
#14
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Zitat von MungoHH:
In diesem Thread geht es mal nicht um die inhaltliche und musikalische Qualität eines Radiosongs, sondern um die technische Umsetzung. :) Sozusagen, ob er "fett" produziert ist und eigentlich gar keinen Optimod mehr braucht.
Ich weiß ja nicht, wie Du Klangqualität definierst, aber m.E. hat gute technische Umsetzung nichts mit "fett" oder gar laut zu tun.
Es ist schade, daß heute Musik ihrer Dynamik und Klangbreite bewußt beim Mastering beraubt wird, nur weil die Radiostationen zu blöd sind, den Optimod richtig einzustellen. Denn hohe Lautheit und Dichte sorgen dafür, daß ein Optimod keine Angriffspunkte mehr zum Regeln hat, demnach auch nicht mehr wirklich viel versauen kann und das Material einfach ohne extreme Klangänderungen durchgeht. Extremes Beispiel sind da die Produktionen von "The Black Eyed Peas". Sowas fieses ist ja schon Vergewaltigung. Da zerrt die CD schon, die bei -2 dB ausgesteuert ist und trotzdem einen RMS Wert von Stellenweise - 9 dB aufweist.
Wenn ich hier die aufgezählten Produktionen bewerten sollte, käme die Abba Produktion ganz vorne. Die wussten, was man mit AKG Mikrofonen und einem Harrison Pult machen kann. Guter Sound fängt beim Mischen an, wenn das nicht stimmt, kann auch kein Mastering mehr was verbessern, höre LeAnn Rimes. Druck und Bass, aber nicht wirklich kompatibel zu jeder Art Wiedergabegerät oder anderen Aufnahmen.
 
#16
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Zitat von ADR:
Ich weiß ja nicht, wie Du Klangqualität definierst, aber m.E. hat gute technische Umsetzung nichts mit "fett" oder gar laut zu tun.
Das will ich gar nicht bestreiten. Zu bestimmten Genres gehört die Lautheit aber einfach dazu. Und das sind z.B. die Sachen der Black Eyed Peas (welche ich allerdings nicht unbedingt favorisiere). Beeindruckend fand ich damals Bloodsugarsexmagic der Peppers - ich gebe zu: auch wegen des Druckes.

Andererseits gibt es Platten wie die von Johnny Cash, die von Rick Rubin produziert wurde.
 
#19
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Men At Work - Down Under
(wirklich sehr mittelmäßiger und totgespielter Song, aber groovig produziert)

Johnny Cash - Hurt
(aus den wenigen Instrumenten hat man einen tollen Klangteppich gemacht. Bei 3:12 scheppert der Vorverstärker von Cash's Mikrofon, aber auch das passt zur rauhen Grundstimmung des Songs. Ich vermute, das hat sich der Toningenieur auch gedacht und deswegen keine "saubere" Aufnahme nachproduziert.)

The Corrs - Radio
(nicht die Unplugged-Version. Der Song heißt nicht nur so, er ist auch mit allen Finessen gemastert, wie sie auch das Radio benutzt. Charmant sind die echt von Hand gespielten Drums.)
 
#20
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Darf ich mal in imho Neagativbeispiel anführen? Ich hab da auch schon mit ein paar Leuten drüber gesprochen. m.E. sind "Die ärzte"-Platten ab "runter mit den Spendierhosen Unsichtbarer" saumäßig abgemischt. Bei dieser Platte hatte ich bei den ersten Malen Abhören ernsthaft Probleme, den Text zu verstehen, weil der Gesang irgendwie nicht präsent genug ist.
 
#21
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Da spricht mir jemand aus der Seele. Obwohl man differenzieren muß. Die poppigen Sachen ("Dinge von denen") sind eigentlich okay, während z.B."Unrockbar" eigentlich "Unhörbar" heißen müßte.
 
#22
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ganz böse ist das neue madonna album produziert... das is so bitter processt, dass macht einfach keinen spass mehr wenn die aussteuerungs-anzeige schon beim original titel festbackt.... :wall:
 

DigitalRadio

Gesperrter Benutzer
#23
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

Riesen Enttäuschung für mich: Das neue Album von STARSAILOR. Sowohl Vinyl- als auch CD-Version klingen extrem flach.
 
#24
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Zitat von TheSpirit:
ganz böse ist das neue madonna album produziert... das is so bitter processt, dass macht einfach keinen spass mehr wenn die aussteuerungs-anzeige schon beim original titel festbackt.... :wall:
Du hast vollkommen recht. Eine Moderatorin von Fritz sagte heute, das dass Album Ultrafett produziert ist. :wall:
 
#25
AW: Tontechnisch / handwerklich exzellent produzierte Radiosongs

Zitat von ADR:
Es ist schade, daß heute Musik ihrer Dynamik und Klangbreite bewußt beim Mastering beraubt wird, nur weil die Radiostationen zu blöd sind, den Optimod richtig einzustellen. Denn hohe Lautheit und Dichte sorgen dafür, daß ein Optimod keine Angriffspunkte mehr zum Regeln hat, demnach auch nicht mehr wirklich viel versauen kann und das Material einfach ohne extreme Klangänderungen durchgeht.
Das stimmt so nicht. Das Gegenteil ist richtig. Daß CDs heute so "laut" aufgenommen werden (der Headroom also bis zum Anschlag ausgenutzt wird) liegt daran, daß lautere Musik besser bewertet wird als leise (also das, was die Radios schon lange ausnutzen wird seit einigen Jahren auch auf CD realisiert).

Wenn jetzt noch das Processing des Senders über eine so gemasterte CD geht, wird der Sound wesentlich schlechter! Denn das Processing der Sender ist für sauberes, dynamisches Ausgangsmaterial optimiert (vergleicht mal CD-Aufnahmen bis in die 90er und später in einem Editor nebeneinander). Es gab darüber mal einen Artikel von Robert Orban nach dem Motto "Garbage In Garbage Out". Eigentlich müßte man ein eigenes Processing für diese Art von Songs definieren, aber dann bekommt man wieder Probleme mit den älteren Songs.
 
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