Türkei: Österreichische Journalistin Sandra Bakutz wird aus Haft entlassen


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Der Prozess wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation soll am 1. Juni fortgesetzt werden



Die in der Türkei angeklagte österreichische Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Sandra Bakutz soll noch am Mittwoch aus der Haft entlassen werden. Das teilte die Kanzlei ihrer Wiener Anwältin mit. Der Prozess in Ankara wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation gehe weiter, hieß es aus der Anwaltskanzlei.

Für die Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Sandra Bakutz besteht offenbar kein Ausreiseverbot aus der Türkei. Das teilte die Sprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz, am Mittwoch mit. Sie bezog sich dabei auf Mitteilungen der österreichischen Botschaft in Ankara, die den Prozess der Aktivistin beobachtet hatte.

Zuvor hatte die Wiener Rechtsanwaltskanzlei der Aktivistin mitgeteilt, dass diese nicht aus der Türkei ausreisen dürfe. Harz sagte weiter, es müssten noch bestimmte Formalitäten erledigt werden, dann könne Bakutz wieder nach Österreich zurückkommen.

Prozess soll am 1. Juni fortgesetzt werden


Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, zeigte sich über die Enthaftung Bakutz' erfreut. Dies sei ein Beweis dafür, wie wichtig es sei, "außenpolitischen Druck von mehreren Seiten" auszuüben, sagte sie im Gespräch mit der APA. Der Türkei müsse zudem klargemacht werden, dass Verfahren, die "so intransparent und mit so wenigen Beweisen" durchgeführt würden, "nicht den europäischen Standards entsprechen". Ihr Prozess in Ankara solle am 1. Juni weitergehen.

Sandra Bakutz war am 10. Februar in Istanbul verhaftet worden. Ihr wird Mitgliedschaft in der illegalen linksextremistischen Organisation DHKP/C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei/Front) vorgeworfen. Auf der Internetseite des Wiener Radiosenders Radio Orange 94.0 hieß es, Bakutz werde um 17.00 Uhr MESZ freigelassen. Bakutz hatte als freie Journalistin ehrenamtlich für Radio Orange gearbeitet. (APA)
 
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