Übertragungsqualität, Datenraten etc.


#1
Vielerorts wird in den Kabelanlagen UKW durch Digitalradio im Kabel ersetzt. Diesen Umstieg werden viele auch nicht mehr mitmachen und Radio dann lieber gleich über Internet, DAB+ oder über UKW hören. Die Anzahl der Betroffenen der Abschaltung im Kabel wird deswegen auch so schon weniger.

Die weiterhin über Astra sendenden Paloma und B2 werden sich aber auch über ein paar mehr Hörer freuen können.
 
#2
Sehr Schade, dass es das Paradies bald nicht mehr in guter Qualität über Astra zu hören gibt. Aber es ist mit Sicherheit auch eine Kostenfrage, denn die Ausstrahlung über SAT wird bestimmt nicht preiswert zu haben sein. Schade auch wegen der vielen Fans, die nicht aus Deutschland kommen. Denn DAB+ macht bekanntlich schon kurz vor der Grenze oder kurz danach schlapp. Bleibt als Trost die WWW-Verbreitung..

Wer oder was ist Radio90vier? So ein Bürgerradio? Im Großraum Bremen sendet doch Radio Roland richtig schöne Schlager über UKW!
 
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#3
Vielerorts wird in den Kabelanlagen UKW durch Digitalradio im Kabel ersetzt. Diesen Umstieg werden viele auch nicht mehr mitmachen
Ähm, der ist längst vollzogen. Die Radiosender werden ganz normal vom Fernseher eingelesen, genauso wie die TV-Programme auch. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die schon länger genau so Radio hören, u.a. auch das Schlagerparadies. Per Öko-Schaltung läßt sich bei zahlreichen Geräten zudem das (dann nicht benötigte) TV-Bild abschalten und der Ton läuft einfach weiter.
Das UKW-Band im Kabel spielt dagegen so gut wie nirgendwo noch irgendeine Rolle.

Aber es ist mit Sicherheit auch eine Kostenfrage, denn die Ausstrahlung über SAT wird bestimmt nicht preiswert zu haben sein.
Die bundesweite DAB+-Ausstrahlung ist erheblich teurer als die Versendung eines einzelnen Audio-Streams per Astra.
 
#5
Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die schon länger genau so Radio hören, u.a. auch das Schlagerparadies.
Ob das nach der SAT-Abschaltung dann auch noch via Digitalkabel funktioniert? Oft werden doch die Kabelnetze mittels Sat gefüttert.
Gute Qualität ? Man sendet mit 128 kbit/s,dies klingt einfach nur zum davonlaufen.
Aber immer noch besser als die mickrige DAB+ Datenrate von lediglich der Hälfte - also 64 kbit.
Ich habe quergehört und ein DAB+ Radio an den Verstärker angeschlossen. Kein Vergleich beim Umschalten auf das SAT-Signal. Sicherlich kann SAT auch noch besser klingen - wenn man z.B. hr4 oder swr4 einstellt....
 
#6
Die sind auf beiden verbreitetungswegen schlecht. Das eine ist AAC und das andere mp2. DAB war bei uns auch mal 128kbps mp2 bei manchen Programmen. Zuletzt beim DLF. Recht viel besser klang das nicht. Die Österreicher haben 160kbps mp2 und selbst da hört man es noch raus. mp2 klingt mit 192 kbps erst vernünftig. Bei unserm ÖR haben wir eh den Luxus von über 256kbps. Letztendes kommt es auch auf dem Soundprozessor an was dabei dann raus kommt. Für den schlechten Klang ist SP zum Teil schon selbst schuld, nicht nur auf die kbps schauen . Ihr würdet sehen bzw. hören wenn die ihren Soundprozessor weg lassen würden, das es dann vernünftiger klinger würde. Wenn ich da zwischen Schwarzwald, Egofm und Schlagerparadies hin- und her schalte hört man das eindeutig und alle haben 64kbps AAC. Das selbe war auch bei Kultradio mit 72kbps. Die hatten so ein schlechten Klang von ihren eingestellen Soundprozessor das da höhre Datenraten kaum was gebracht hätten.
 
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#10
Ob das nach der SAT-Abschaltung dann auch noch via Digitalkabel funktioniert? Oft werden doch die Kabelnetze mittels Sat gefüttert.
Das geht dann nicht mehr.

Es geht um einen 128 kbps-Stream. Der ist sehr viel günstiger als manche denken. Selbst TV-Programme per Astra zu versenden ist in der richtigen Konstellation in SD bezahlbar. Mehr möchte ich dazu öffentlich nicht ausführen.
Andersrum betrachtet dürfte die Zahl derer, die das Programm tatsächlich per Sat (bzw. Kabel) hören überschaubar sein. Ob es dazu konkrete Zahlen gibt, kann ich nicht beantworten. Da das SP aber laut der letzten MA der große DAB-Gewinner ist, werden die schon wissen was sie tun.
 
#11
Egofm und Schlagerparadies hin- und her schalte hört man das eindeutig und alle haben 64kbps AAC
Ich verstehe ja nicht warum man egoFM in Bayern nur 64kbps gegeben hat. In Baden Württemberg haben sie 72kbps und einen wunderbaren Klang wovon man in Bayern nur träumen kann. Ich wäre ja dafür sie würden der Rock Antenne 6cu nehmen und die dann egoFM zuschreiben. Dann hätte die Rock Antenne überall einheitlich 72kbps und egoFM ebenfalls. Der Unterschied zwischen den 80 kbps und 72kbps bei Rock Antenne ist eh nur zuhören wenn man weiß dass da was anders ist (Placebo Effekt, hab ich selbst schon beim SWR festgestellt), sprich für Otto-Normal-Verbraucher garnicht.
 
#12
Sämtliche Programme der ARD senden via Sat sogar mit 320 kbit/s....
Deswegen habe ich ja "über" geschrieben. ;) Die genaue Zahl habe nicht im Kopf. Sollen es nicht sogar ganz genau 384 oder so sein?. Bin mir aber nicht sicher, deswegen habe ich lieber "über 256" geschrieben. ;)

Ich verstehe ja nicht warum man egoFM in Bayern nur 64kbps gegeben hat. In Baden Württemberg haben sie 72kbps und einen wunderbaren Klang wovon man in Bayern nur träumen kann. Ich wäre ja dafür sie würden der Rock Antenne 6cu nehmen und die dann egoFM zuschreiben. Dann hätte die Rock Antenne überall einheitlich 72kbps und egoFM ebenfalls. Der Unterschied zwischen den 80 kbps und 72kbps bei Rock Antenne ist eh nur zuhören wenn man weiß dass da was anders ist (Placebo Effekt, hab ich selbst schon beim SWR festgestellt), sprich für Otto-Normal-Verbraucher garnicht.
Oder ein Tausch als Teddy aufgeschaltet würde. So das Teddy die 64 kbps bekommen hätten und egoFM dafür dann 72 kbps bekommen hätten können.
 
#14
Das stimmt nur zum Teil. Meistens macht die Medienanstalt strikte Vorgaben. In BW sind es 54 CU pro Programm. In Bayern wurden 60 CU festgelegt. In Hessen 72-80 CU mit EEP-2A. Im Fall egoFM gab es halt einfach nicht mehr genügend Kapazitäten, da ROCK ANTENNE die ausgeschriebenen 60 CU lizenzbedingt voll belegen muss. Sonst hätte man das schon lange auf 54 CU reduziert.
 
#17
Stimmt. Seit es den ARD-Radiotransponder gibt, senden alle ARD-Sender mit 320... Wo steht eigentlich der Multiplexer dafür? Im ARD-Stern in Frankfurt?
Dazu habe ich mal nachgeschlagen, ganz beantworten kann ich es nicht:
Die Multiplexe für die Fernsehtransponder werden sowohl in FFT beim Stern als auch in Potsdam im Cable Compression Center gebildet, auf den Satelliten geht's via Stern und Erdfunkstelle beim hr.
Die Information wo genau der Multiplex für den Hörfunktransponder fabriziert wird, konnte ich nicht finden - würde aber stark vermuten dass das auch beim Stern passiert.
 
#18
Es sind 320. Der Rest sind Titelangaben, EPG etc - in Summe dann 384.
Fast richtig. Hier ein Auszug aus einer Vorplanung zum Hfk-TP:

ARD Hfk-TP - Vorplanung.png

Demnach ist der Netto-Stream 320 kbps. Davon können noch bis zu 64 kbps abgehen für RDS-Features (nur der MDR übrträgt sie vollständig, soweit ich das überblicke, die anderen Anstalten haben mal dieses, mal jenes Feature, aber z.B. nie den PI-Code) und RaSS. RaSS gibt es aber offenbar seit längerem gar nicht mehr.

Wie viel (oder wenig) die RDS-Daten von den 320 kbps wegnehmen, konnte ich noch nie herausfinden. Auch nicht, ob die RDS-Datenrate statisch oder dynamisch ist. Man bräuchte dazu ein Auswertetool, das den im MPEG eingebetteten RDS-Datenstrom extrahiert und seine momentane Größe auswertet. Habe ich nicht.

Die Information wo genau der Multiplex für den Hörfunktransponder fabriziert wird, konnte ich nicht finden - würde aber stark vermuten dass das auch beim Stern passiert.
Es gibt nicht _den_ Multiplexer der Radioprogramme. Es gibt einen je Anstalt. Der erzeugt jeweils einen Vormultiplex mit den Services dieser Anstalt. Beim BR steht er in München (ich stand einst selbst davor), beim RBB soweit mir bekannt im HdR Masurenallee. Beim MDR steht er vermutlich in der Hörfunkzentrale Halle - die Regionalprogramme müssen über Leitung dorthin zugeliefert werden.

Zum Einsatz kam anfangs (und kommt wohl noch immer) dieses extra dafür entwickelte System von QBit aus Bruchsal: http://www.qbit.de/Legacy-Products/DAE-DVB-Audio-Encoder-and-Multiplexer-System::15.html

In die MPEG-1-Layer-2-Module http://www.qbit.de/images/product_images/popup_images/15_1.jpg
kann man analog rein (XLR) oder digital mit AES. AC3 kann durchgeleitet werden, so entstehen die 448er AC3-Spuren einiger Kulturwellen. Die müssen aber vorher in einem entsprechenden AC3-Coder erzeugt werden. Das ist wieder Fremdhardware.

Aus den angelieferten Vormultiplexen und den beiden TV-Programmen wird soweit mir bekannt dann in Langenberg am Uplink der komplette TS zusammengemuxt. Alleine dadurch braucht es etwas "Luft" in der Datenrate.

Das kann sich auch inzwischen geändert haben, ich bin aus der Thematik seit längerem raus. Die QBit-Geräte hätten inzwischen auch mehr als 13 Betriebsjahre auf dem Buckel.

Mal in die Ausschreibungen der BLM schauen. Die sind da sehr detailliert. Z.B.
https://www.blm.de/files/pdf2/ausschreibung-dab-augsburg.pdf
https://www.blm.de/files/pdf1/ausschreibung-dab-niederbayern.pdf

Die BLM nennt dabei nur etwas "Nettodatenrate", dass von der Audio-Seite her gesehen eine "Brutto-Datenrate" oder eine "halb-Brutto-Datenrate" ist. Echtes "Netto" sind dann nochmal ca. 11% weniger. Und dann noch abzüglich Slideshow etc.
 
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#19
Deine Daten sind von 2005...
Es gibt ein schönes, allerdings bereits etwas betagtes Tool namens ProjectX*, mit dem kannst du den TS-Stream in alle Einzelteile zerlegen. Die reine mp2 hat in der Regel eine Datenrate von 320 kbps mit 48.000 kHz. Der Rest, sprich EPG etc. wird oben drauf gepackt, womit sich Gesamtdatenraten zwischen 368 und maximal 384 kbps je Audiostream ergeben.


* nicht Win10 tauglich
 
#20
Wenige Monate nach dieser Planungsversion startete das System zur IFA. Das war also recht nahe am Endzustand. Eine Sache wurde anders: damals hatte man noch zwei Stereoprogramme der Deutschen Welle mit in der Planung, die kamen dann nicht. Vorher war schon geklärt worden (11/2004), dass die DRadios beim ZDF ihr Zuhause finden werden

In der "reinen" MP2-Datei aus ProjectX sind die RDS-Informationen noch drin. Man muss dazu nur irgendwo ein Häkchen setzen, warte mal... ah ja, ein Häkchen entfernen war es. Und zwar bei Einstellungen -> Audio -> "entferne CRC (Mpg-Audio Layer 1,2)". Häkchen raus und dann haben die extrahierten MP2-Dateien noch die RDS-Daten drin (sonst wohl auch, nur läuft dann irgendwas schief bei der Anzeige, da kommt was nicht mehr dort an, wo es erwartet wird). Anzeige ist dann z.B. mittels RDS-Extractor möglich. Die Bitrate der MP2-Dateien ist mit RDS immer noch 320 kbps, wie man anhand Winamp oder VLC sehen kann.

EPG läuft eh via anderen Stream auf PID 0x012. Wie das zugeliefert wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Einst soll es bei den TV-Programmen der ARD via Email ans POC gelaufen sein. Dieser EPG ist zentral für alle Services eines Muxes. Deshalb ist es auch gar nicht trivial, beim Remux für Kabelnetze einen sinnvollen EPG zu bekommen, denn die dafür notwendigen Daten sind eben nicht in den Programmdatenströmen des jeweiligen Services drin, sondern zentral separat im PID 0x012. Das unterstützen nur Systeme der absoluten Profiklasse, gerne mit aufpreispflichtiger Softwareoption oder gar mit separatem Hardwaremodul, das alle Quell-EPGs einliest, fleddert und aus den Daten der im Ziel-Mux vorkommenden Services einen neuen EPG bastelt.

Hier noch aus der letzten Seite der alten Planung:

ARD Hfk-TP - Vorplanung 2.png

Da sieht man es auch schön: gemeinsamer EPG für alle (auch für die TV-Services, auch wenns hier nicht explizit steht!).
 
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#22
Meinst Du sowas?

https://www.rundfunkforum.de/viewtopic.php?f=11&t=55606&p=1406029#p1406029

Damit sind die netto-Datenraten zu den bekannten Subchannel-Größen sofort ersichtlich (obere Tabelle). Zu 64 kbps gehören bei 48 kHz also 57,133 kbps, zu 72 kbps gehören 64,467 kbps, zu 96 kbps gehören 86,467 kbps netto (aber jeweils inklusive PAD, also wenn jemand unbedingt noch ne 16 kbps-Slideshow fahren muss, ...).

Die zweite Tabelle rechnet für die jeweiligen Größen in die erforderlichen CU um, freilich ist das fehlerschutzabhängig.

Ablesebeispiel: 64 kbps ist Subchannel-Index 8 (obere Tabelle) -> macht im EEP1-A 12*8 =96 CU, im EEP2-A 8*8=64 CU, im EEP3-A 6*8=48 CU, im EEP 4-A 4*8=32 U. Man kann also Faktor 3 rausschinden zwischen niedrigstem und höchstem Fehlerschutz.

Die B-Fehlerschutze sind speziell, sie funktionieren nur mit Vielfachen von 32 kbps, also 32 / 64 / 96 / 128 / 160 kbps. Die Indizes sind dann hier auch 1 / 2 / 3 / 4. Damit ergeben sich die CU aus Tabelle 3, also z.B. für 64 kbps (2*32) -> Index 2 -> im EEP1-B 27*2=54 CU, im EEP2-B 21*2=42 CU, im EEP3-B 18*2=36 CU, im EEP4-B 15*2=30 CU.


Beim "klassischen" DAB ohne "+" ist es einfacher:

Bitraten DAB.JPG

"UEP" steht hier für "unequal", es werden bestimmte Bestandteile des Datenstromes unterschiedlich stark geschützt.

192 kbps MPEG 1 Layer 2 (so fing es mal für Stereoprogramme an...) fraßen im PL3 dann halt 140 CU. 192 kbps in DAB+ mit EEP3-A wären heute 144 CU, also vergleichbar. Sie hätten aber wegen des zusätzlichen Fehlerschutzes im AAC-Stream nicht 192 kbps netto, sondern nur 174,467 kbps (obere Tabelle, unterste Zeile).
 
#24
@Radiokult: Bei mir läuft ProjectX seit Jahren anstandslos auf einem Windows 10-Rechner.
@Tonband: Du kannst mal XMedia Recode ausprobieren. Wenn du als Ausgabeformat AAC wählst, sollte dir bei Anwahl des Streams in der ts-Datei auch die Option "Kopieren" angeboten werden. Und eventuell funktioniert sogar gleich noch ein Schneiden in der Zeitauswahl. Mit AAC habe ich dieses Vorgehen noch nicht getestet, aber mit AC3.
 
#25
Habe ich mal mit Audio von der NRK (Astra 4,8° ost) versucht. Ging nicht. Wurde nur "Konvertieren" angeboten. Ein Konvertieren in PCM (Wave) funktionierte aber und lief offenbar auch fehlerfrei ab.

XMediaRecode ist aber dennoch ein Hammer-Tool. Damit schneide ich TS mit "HDTV" (deutsche Öffis, 720p50) unter Bewahrung der originalen H.264-Videodaten und Mitnahme ("Kopieren") der gewünschten Audiospuren (MP2 / AC3). Auch schon damit gemacht: AC3-Audiospur mitgenommen und Video auf DVD-Standard runtergerechnet. Läuft dann gut heiß, aber zum Glück auf allen 4 Kernen der CPU. Ergebnis war soweit für mich ersichtlich bestens, DVD-Authoring dann mit anderer Freeware.
 
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