UKW-Aus: Kommt der "No-Deal-Brexit der Radioversorgung"?


#2
Dann soll man das so machen. Beim terrestrischen TV sind die Privaten ja auch ausgestiegen bzw. nur noch in Ballungsgebieten gegen Bezahlung empfangbar. Dann sollen 2025 eben alle ARD-Anstalten von UKW verschwinden. Weiterhin wird es bis dahin viele neue Privatfunk Angebote über DAB dann geben. Sollen doch die ganze Dinosaurier wie R. SH, FFN oder Radio NRW dann weiter über UKW senden. Da wird das UKW-Band ab 2025 dann ziemlich leer sein und vermutlich werden die dann schneller auf DAB emigrieren als man bis 3 zählen kann.

Das Problem sehe ich eher darin, dass in vielen Bundesländern die Privaten gar nicht emigrieren können, selbst wenn sie es wollten, weil es gar keine Privatmuxe gibt (NRW, NDS, RP). Weiterhin ist DAB derzeit auch sehr weit davon entfernt flächendeckend empfangbar zu sein. Von daher wären da bis 2025 noch viele Baustellen zu schliessen. Machbar, aber bei der deutschen Bürokratie eher unwahrscheinlich. Von daher kann sich der Vaunet wieder beruhigt schlafen legen.
 
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#4
Gibt es hier denn UKW-Hasser? Wo denn?
Letztendlich ist es den Leuten doch völlig egal. Und warum sollte es nicht möglich sein, dass sich Länder, Bund und Vaunet vernünftig zusammensetzen?
Aber warum auch. Vaunet ist eine Lobbyorganisation privater Radioveranstalter. Denn wenn wir ehrlich bleiben, vertritt Vaunet auch nur einen Teil der deutschen Privatradiowirtschaft.
Lassen wir also noch etwas Wasser den Rhein runterfließen. Vielleicht ist das Alles auch nur ein Versehen der FAZ.
 
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#5
Privaten gar nicht emigrieren können,
Die können doch ihren eigenen Mux auf dem Dach ihres Sendezentrums in Bterieb nehmen, wenn es um solche kleinen Lokalsender mit höchstens 1-2 UKW Funzeln wie in RheinlandPfalz geht. Vorteil: Sie könnten noch mehrere ihrer Webchannels ausstrahlen. Nen landesweiten Privatmux braucht man in Rheinland Pfalz eh nicht, da big FM und RPR1 als die 2 einzigen Landesweiten in RP ja beim SWR bestens untergebracht sind. Für RocklandRadio könnte sich der Südhessenmux ganz gut anbieten. Dessen Overspill reicht nämlich genau ins UKW Kerngebiet rein und man wäre in Mannheim, Ludwigshafen, Mainz und den dazugehörigen Ballungsgebieten perfekt empfangbar. Nur für Trier, Bitburg und Koblenz bräuchte es ne Alternative. Gleiches kann man auch mit metropol fm machen. Antenne Mainz profitiert ja auch schon vom Overspill aus Hessen und hat sich mit im Regiomux eingemietet.

Alles machbar wenn man denn wöllte.
 
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#7
Bund und Länder planen wohl jetzt den "harten UKW-Ausstieg" für 2025, nachdem es nicht möglich war vernünftig mit dem Vaunet über eine Migration zu verhandeln.
Wenn dem so wäre, würden sie sich weitere Feinde in der Bevölkerung schaffen. Niemand gibt gern Gewohnheiten auf, vor allem dann nicht, wenn sie sich so bewährt haben, dass sie trotz angeblich seit Jahren vorhandenem ach so tollen Angebot über eine neue Technologie bislang als Haupt-Hörweg gehalten hat.

Den Unterschied zwischen "Radio" und "Fernsehen" in der Masse der Bevölkerung werden sie nie begreifen. Sie handeln also auch so, als wäre beides gleichzusetzen. Der Blick auf die Nutzungsgewohnheiten sagt aber was ganz anderes.
 
#9
DAB+ oder - die eintausendreihundertsiebenundneuzigste Diskussion... Mich wundern zwei Dinge: warum ausgerechnet die DAB+-feindliche FAZ damit kommt. Den FAZ-Artikel kann ich nicht lesen und in den anderen Berichten (teltarif, winfuture,...) kann ich keine Quelle erkennen. Ich bitte auch darum, diesen Threads in den großen DAB+-Thread zu integrieren.
 

KKJZ 88.1

Gesperrter Benutzer
#12
Neper, DAB+ oder eine andere digitale Technik zur Radioübertragung muss kommen, weil in allen anderen Lebensbereichen und auch im TV die zeitgemäße digitale die analoge Versorgung schon vor Jahrzehnten abgelöst hat. Man muss es aber richtig machen. Sender mit unterirdisch niedrigen Bitraten (64 kbps) müssen gesetzlich verhindert werden. Es darf nicht sein, daß DAB+ am Ende schlechter als UKW klingt.

Ob ein Mehr an Programmen interessantere und/oder qualitativ bessere Programme mitsichbringen, glaube ich nicht. Schauen wird in das Land, dessen Radiorezepte wir so eifrig, geradezu sklavisch kopieren, vermag ich nicht zu erkennen, daß die Playlisten der Sender "spannend" oder "abwechslungreich" sind. Inhalte sind dort eh nicht auszumachen, es gibt noch nicht einmal Nachrichten. Ich beziehe mich in meiner Einschätzung auf die Radiomärkte von Los Angeles und New York. Gäbe es kein NPR, blieben als andere Informationsquelle nur die Nachrichtensender von CBS auf Mittelwelle. Dort rotieren permanent kurze Meldungen ohne weitergehende Hintergrundinformationen, die in ihrer Länge mit den Meldungen unserer Nachrichten zur vollen Stunde vergleichbar sind.

CosmicKaizer, Wünsche, zusätzliche Angebote für die von Dir genannten Zielgruppen zu schaffen, sind leider reines Wunschdenken. Die Öffis hätten bereits heute die Finanzmittel, diese Konzepte zu realisieren, tun es aber nicht. Die Aufsichtsgremien müssten die Öffis dazu zwingen.

Was die Kommerziellen angeht, würde die durch den Wechsel nach DAB+ bedingte, vermehrte Konkurrenz den wirtschaftlichen Druck auf alle kommerziellen Teilnehmer deutlich erhöhen. Die Flucht der Anbieter in "Festplattenstationen" dürfte noch einmal deutlich zunehmen, der Live-Anteil im Programm weiter drastisch schrumpfen.
 
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#13
mehr echte Vielfalt wäre einer davon... Ernsthafte Angebote, die Jugendliche einschalten würden. Ernsthafte Angebote für Leute 60+, auch die werden fast flächendeckend vernachlässigt.
Und das lässt sich alles nur erreichen, wenn man den UKW-Rundfunk abschaltet?

Gibt es eigentlich schon aussagefähige Zahlen dazu, wie positiv sich die Abschaltung des analogen UKW-Hörfunks in den Kabelnetzen ausgewirkt hat und wie sehr sie dort die Vielfalt gefördert hat?

Und wie sähen ernsthafte Angebote für Leute 60+ aus?
 
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#15
Wenn dem so wäre, würden sie sich weitere Feinde in der Bevölkerung schaffen
Da ist meine Wahrnehmung eine andere. Selbst in der dörflichen Pampa wird DAB+ gehört und davon will sich auch niemand mehr trennen, wenn man es dann einmal entdeckt hat. Das die örtlichen großen Privatsender fehlen, in dem Fall die aus Sachsen, stört dabei kaum jemanden, da es entsprechende Alternativen gibt.

Ernsthafte Angebote, die Jugendliche einschalten würden. Ernsthafte Angebote für Leute 60+
Ach komm, Rockantenne, Rockland, Radio Bob - die haben alle drei eine durchaus gute Mixtur aus Rockmusik der letzten 40 Jahre. Schlagersender für die Freunde deutscher Musik schießen vor allem auf DAB+ gerade wie Unkraut aus dem Boden. Und für die Jugend bieten sich immer noch die regionalen Öffi-Jugendsender an. Die sind da am ehesten dran, von Ausnahmen im Norden und mdr-Land vielleicht mal abgesehen. Bei letzteren wäre alternativ aber immer noch Sputnik da. Und DLF Nova ist auch noch da, bundesweit, was ich durchaus als ein ernstzunehmendes Jugendangebot bezeichnen würde.
 
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#16
#17
War heute gerade die 60 durch hat war vor 20 Jahren durchaus noch regelmäßig in der Disco und hat vielleicht fünf weitere Jahre davor noch auf der Loveparade abgetanzt.
Genau deshalb frage ich. Ich fürchte, unter allen Hörergruppen dürfte die über 60 die heterogenste sein. So heterogen, dass man sie überhaupt nicht unter einen Hut kriegt. Das sind zwei bis drei völlig verschiedene Generationen, die gerade in ihrer Jugend unter Verhältnissen geprägt worden sind, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können und danach auch nie wieder waren.
 
#18
mehr echte Vielfalt wäre einer davon... Ernsthafte Angebote, die Jugendliche einschalten würden. Ernsthafte Angebote für Leute 60+, auch die werden fast flächendeckend vernachlässigt.
Und wieso sollte das ausgerechnet mit DAB+ besser werden?

Der Sendebetrieb kostet Geld, Personal kostet Geld, GEMA und & Co. kosten Geld, egal, ob über UKW oder DAB+ gesendet wird. Programme, die sich heute auf UKW nicht rechnen (wie die oben beschrieben), werden auch auf DAB+ nicht langfristig finanzierbar sein, und die zahlreichen DAB+-Programme, die in den letzten Monaten die Segel gestrichen haben, beweisen das nur allzu gut.

Echte Vielfalt gibt es nur bei den zahlreichen "Hobby"-Radios im Internet, die (fast) keine Kosten für den Sendebetrieb (=Streaming) und keinerlei Personalkosten haben.
 
#20
Bund und Länder planen wohl jetzt den "harten UKW-Ausstieg" für 2025
Was de jure unmöglich ist, da einige UKW-Lizenzen in den Ländern bereits bis 31.12.2029 verlängert wurden - ohne Exit-Option.

Und da Deutschland noch keine völlige Bananenrepublik ist, gibt es für die lizenzierten Veranstalter Rechtssicherheit.

So kann zB Radio Salü den Weiterbetrieb seiner UKW-Kette bis 2030 gerichtlich erzwingen. Und solange der private Platzhirsch UKW nicht räumt, tut es der SR auch nicht.
 
#21
und die zahlreichen DAB+-Programme, die in den letzten Monaten die Segel gestrichen haben, beweisen das nur allzu gut.
die zahlreichen.. ahja. Die kannste an einer Hand abzählen. Und teilweise hatte der Abgang auch völlig andere Gründe.
Echte Vielfalt gibt es nur bei den zahlreichen "Hobby"-Radios im Internet
Sorry, aber wenn ich mir da so manche Stimme anhöre, die glaubt der Megabrüller zu sein, dabei aber keinen graden Satz rauskriegt und nicht mal zum aufsagen der Haltestationen einer S-Bahn deiner Wahl taugt... nee laß mal, dann lieber irgendein Hitradio. Da ist die Fröhlichkeit wenigstens gut gespielt und der Ton vernünftig ausgepegelt.

Der Sendebetrieb kostet Geld, Personal kostet Geld, GEMA und & Co. kosten Geld, egal, ob über UKW oder DAB+ gesendet wird.
Die Sendekosten bei DAB+ sind geringer als bei UKW. Die restlichen Kosten bleiben gleich. Der Umstieg auf DAB+ würde sich also von der Senderseite aus durchaus rechnen.

werden auch auf DAB+ nicht langfristig finanzierbar sein
Quatsch. Das Problem ist, dass der notwendige Parallelbetrieb, welcher für eine gewisse Zeit sinnvoll wäre, ein finanzieller Mehraufwand wäre. Und allein da liegt der Knackpunkt. Da die meiste Werbung im Paket für mehrere Programme gekauft bzw. verkauft wird und nicht einzeln, müßte dem Sender eigentlich egal sein, ob er per DAB+ oder per UKW gehört wird. Entscheidend ist das er gehört wird.
 
#22
Warum sonst sollte jemand den UKW-Rundfunk ohne vernünftigen Grund abschalten wollen?
Weil man mit der Abschaltung des UKW-Sendebetriebs eben neue Marktteilnehmern eine Chance einräumen kann und die bisherigen No-DAB-Sender ihre gewohnten seit Jahrzehnten langweilig gewordenen Programmpfade verlassen müssten.
Waren es nicht die Sender die DAB+ erst gehasst haben und an allen Ecken verhindert haben.

Ich traue auch einem FFN oder einer Antenne in Niedersachsen zu, dass es im eigenen Sender Menschen gibt, die sich etwas Neues trauen würden, die man aber nicht lässt. FFN war beispielsweise in den Neunzigern innovativ, Antenne hat auch schon zeigen können, dass sie Potential hatten.

Und weil man dieses Potential nicht hebt, wird von mehreren Seiten um einen verdienten Untergang der Sender einfach auch nicht getrauert werden.

Aber schauen wir einfach in die Zukunft des linearen Radios. Mich würde es sogar ehrlich gesagt mal interessieren, was passieren würde, wenn beispielsweise in NDS DAB+ aufgrund der politischen Lobby abgeschaltet werden würde (komplett auch mit Bundesmux und NDR)
 
#23
Mich würde es sogar ehrlich gesagt mal interessieren, was passieren würde, wenn beispielsweise in NDS DAB+ aufgrund der politischen Lobby abgeschaltet werden würde (komplett auch mit Bundesmux und NDR)
Das wird nicht passieren. Der Vertrag für den Bundesmuxx läuft in Niedersachsen noch bis mindestens 2035. Und davon abgesehen machen ja mittlerweile selbst die 5G-Betreiber kleinlaut klar, dass 5G für alles mögliche zu gebrauchen ist, aber nicht für das Versenden von Rundfunk- oder TV-Signalen. Dafür müßte das im Moment noch gar nicht vorhandene 5G-Netz um einiges erweitert werden, was aktuell weder vorgesehen noch irgendwie (re-)finanzierbar wäre. Eine flächendeckende Versorgung mit Radio- bzw. TV-Streaming über 5G ist ökonomisch weder sinnvoll noch machbar. Und davon völlig unabhängig ist die Ausstrahlung von unter Umständen lebenswichtigen Informationen über unabhängige Rundfunknetze wie zum Beispiel DAB+ oder UKW immer die bessere Wahl, denn im Grunde reicht ein simpler Stromausfall und die Kacke ist buchstäblich am dampfen.
 
#24
Weil man mit der Abschaltung des UKW-Sendebetriebs eben neue Marktteilnehmern eine Chance einräumen kann und die bisherigen No-DAB-Sender ihre gewohnten seit Jahrzehnten langweilig gewordenen Programmpfade verlassen müssten.
...und wenn das dann wieder nicht hilft, schalten wir DAB+ ab und führen als neues Wundermittel DAB++ ein? Es bringt nix, den Sack zu hauen, wenn man den Esel meint.
 
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