UKW-Aus: Kommt der "No-Deal-Brexit der Radioversorgung"?


Bitte korrekt zitieren.

Aber immerhin wird so die allgemeine Tendenz klar. Wenn erst einmal alle Leute Hörfunk mit ihrer Stasilexa empfangen, brauchen sie sowieso kein Radio mehr.
 
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Wenn erst einmal alle Leute Hörfunk mit ihrer Stasilexa empfangen, brauchen sie sowieso kein Radio mehr.
Die meisten "brauchen" schon heute kein Radio mehr, weil es irrelevant geworden ist. Sie haben und nutzen es noch, aber nicht im Sinne von "brauchen", sondern eher im Sinne von "stört nicht". Was man braucht, das sind Informationsquellen, denen man vertraut, die leicht und jederzeit zugänglich sind, die umfänglich und vielfältig sind, die unterhaltsam sind und Spaß machen. Was davon ist noch im Radio?
 
Ganz so schwarz würde ich das jetzt auch nicht malen wollen, @Mannis Fan . Es gibt da schon einige Sender, insbesondere im Bereich der ÖR, welche trotz allem ihrem Auftrag nach wie vor gerecht werden. Je nach Interessenslage wären da die Infowellen und auch die Kulturwellen zu nennen, Radio1 vom rbb, Bayern2, in Teilen WDR4, im Bereich Jugendsender 1live und Fritz. Und noch einige andere mehr.
 
Ich glaube nicht das sich DABplus gesellschaftlich durchsetzten wird, aber es bekommt sicher ein Zuhause in Europa. Doch die eigentliche Frage ist 5G Brodcast oder UKW ? Und da glaube ich bleibt es noch sehr lange bei UKW. Ich bedaure nur sehr das es immer weniger Smartphones mit FM-Radio (DAB-Radio überhaupt nicht) gibt. Manchmal ist es brauchbar, auch interessant Lokalradio zu empfangen. Radio.de hat auch eine Option in der App "Radiosender in Ihrer Nähe", aber von 98 Sendern sind die Hälfte keinesfalls in meiner Nähe und Radio.de schiebt Radiosender nach eigenen Maßstab nach ganz oben, an die erste Stelle. Außerdem weniger ist manchmal auch merhr. Viel wichtiger aber ist das Deutschland es schafft in kürze der Zeit ein Flächendeckens (im Tunnel wie auf den Feldern) 4g/5g Netz aufzubauen. Das ist wichtiger als Radio.


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Was mir fehlt, ist ein anspruchsvolles Radio mit Pop/Rockmusik, das sich tagsüber durchhören lässt, ohne dass man Schwachsinnsanfälle bekommt. DLF und Co ist halt nicht für alle Lebenslagen der richtige Begleiter, auch wenn ich ihn zwischendurch sehr schätze.
 
In Samsung-Handys sind UKW- und wohl auch DAB+-Chips verbaut. Allerdings werden sie werkseitig bei der deutschen Firmware nicht freigeschaltet. Das Problem ist allseits bekannt, da man mit UKW und DAB+ kein Geld verdienen kann. Die Leute mit teuren Streamings zu gängeln ist lukrativer.

https://www.teltarif.de/radio-smartphone-ukw-dab-plus/news/71363.html
https://www.chip.de/news/Sie-haben-...kchip-in-iPhone-Galaxy-und-Co._109150345.html
Zumindest was Apple angeht, ist das mit dem FM-Chip eine Legende:

https://techcrunch.com/2017/09/28/whose-fcc-is-this/

Davon abgesehen, wie auch im verlinkten Artikel beschrieben, ist es nicht damit getan, einen Chip zu aktivieren. Man braucht vor allem eine geeignete Antenne, die Meterwellen empfangen kann, und das im Stoernebel, den das Telefon Zentimeter weit enfernt selbst erzeugt. Stoerungsfreier analoger FM-Empfang waere eine Herausforderung. Ich kann verstehen, dass sich Mobiletelefonhersteller nicht mit so einem Murks belasten.

Die These, dass irgendwer an teuren Streams verdienen will, liest sich immer schoen, ist aber recht steil. Wenn dem so waere, hatten die Handys sicher auch kein WiFi. Alles, was gaengig ist auf UKW, gibt es ja auch per Web. Und die schlechte/teure Verfuegbarkeit von mobilem Internet ist auch eher ein deutsches Problem. Hier in USA kann man selbst in der Pampa in HD streamen bis zum Abwinken (sofern nur eine Interstate oder US Highway oder eine Ortschaft in der Naehe ist). Volumenbegrenzungen gibt es auch immer weniger, zumindest keine, die beim Radiostreamen stoeren wuerden.

Auf den ganzen amerikanischen Kontinenten gibt es kein DAB, meines Wissens auch in weiten Teilen Asiens nicht. DAB kommt mit seiner Ensemble-Struktur allenfalls den deutschen und anderen europaeischen Gegebenheiten mit starkem oeffentlich-rechtlichem Rundfunk und desse Senderketten entgegen, Wo es das nicht gibt, ist DAB angesichts des wachsenden breitbandigen Mobilfunks noch unsinniger als in Europa.

Wenn man davon ausgeht, dass stationaer ueberall halbwegs breitbandiges WiFi verfuegbar ist, braucht man kein DAB stationaer. Und mobil - der Verkehr der Zukunft ist online, jedes Fahrzeug wird online sein fuer die unterschiedlichsten Zwecke. Telemetrie fuer autonomes Fahren etc. Der Datenaustausch wird relativ breitbandig und idealerweise in Echtzeit passieren. Ob da dem Fahrer noch ein 128kBit Audiostream fuer sein Vergnuegen aus dem Chip troepfelt, ist da belanglos.

Apropos Fahrer: Wenn der gar nicht mehr selber fahren muss, kann (und wird) er auch Videos gucken oder andere Internet-Dienste nutzen. Auch unter dem Aspekt ist Radio nur ein Abfallprodukt. Eh da.

DAB ist ein Kuriosum, der Versuch die Vergangenheit ins digitale Jetzt zu bringen. Das wird meiner Ansicht nach scheitern, wie auch schon der erste Anlauf.
 
Die beschriebenen Szenarien setzen aber voraus dass jeder unentwegt ein internetfähiges Empfangsgerät zur Hand hat. Wären die Volumenpreise in Deutschland nicht so unverschämt hoch könnte schon heute jeder Smartphonebesitzer seine UKW-Radioempfangsgeräte verschrotten.
 
uf den ganzen amerikanischen Kontinenten gibt es kein DAB
Wie auch? Zum einen liegt das am Frequenzbereich. Der ist dort für die militärische Nutzung reserviert. Und zum anderen hat man sich in den USA statt für DAB für die IBOC-Technik entschieden, das sogenannte HD-Radio. Dabei kommen vereinfacht ausgedrückt das digitale und das analoge Signal über ein und denselben Kanal. Auch dort ist das Ziel in absehbarer Zeit in den komplett digitalen Modus zu wechseln. Das insbesondere die USA technisch einen anderen Weg gehen als andere, ist in der Geschichte so neu nicht.
Kanada war dagegen nie ein großes Radioland. Da gibts ja nichtmal ausserhalb der Ballungszentren UKW-Empfang. Insofern ist digital dort kein Thema. Mit dem alten DAB soll es dort aber Versuche gegeben haben.

Die These, dass irgendwer an teuren Streams verdienen will, liest sich immer schoen, ist aber recht steil. Wenn dem so waere, hatten die Handys sicher auch kein WiFi.
Sorry, aber ich muss grade mal laut lachen. Es ist doch völlig schnurz ob du den Content per WiFi oder sonstwie verbrauchst. Hauptsache ist, das du ihn verbrauchst. Ja, jetzt könntest du einwenden, dass man per WLAN in der Regel eine Flatrate hat. Ändert aber nichts daran, denn der Content wird bezahlt, entweder vom Endkunden oder vom Sender, siehe weiter oben.

Und die schlechte/teure Verfuegbarkeit von mobilem Internet ist auch eher ein deutsches Problem.
Richtig. Und weil sich daran aus bekannten Gründen in absehbarer Zeit nicht viel ändern wird, ist Radio ausschließlich per Stream zu versenden hierzulande Traumtänzerei, denn die meisten Leuten hören Radio nunmal wenn sie unterwegs sind. Und genau da fehlt es an tausenden Ecken in der Republik an einer vernünftigen Netzabdeckung.

der Verkehr der Zukunft ist online, jedes Fahrzeug wird online sein fuer die unterschiedlichsten Zwecke. Telemetrie fuer autonomes Fahren etc. Der Datenaustausch wird relativ breitbandig und idealerweise in Echtzeit passieren. Ob da dem Fahrer noch ein 128kBit Audiostream fuer sein Vergnuegen aus dem Chip troepfelt, ist da belanglos.
Keine Einwände. Aber diese Zukunft wird nicht morgen oder übermorgen sein. Vor allem in Deutschland wird bis dahin noch jede Menge Wasser durch Rhein und Elbe ins Meer geplätschert sein. Das wird vielleicht in zeitigstens 30 oder 40 Jahren Realität und in vielleicht 50 Jahren Normalität sein. Vom schicken Prototypen bis hin zur verfügbaren Infrastruktur und für alle bezahlbare Endgeräte ist es ein langer Weg.

DAB ist ein Kuriosum, der Versuch die Vergangenheit ins digitale Jetzt zu bringen. Das wird meiner Ansicht nach scheitern, wie auch schon der erste Anlauf.
Gescheitert ist der erste Anlauf an überteuerten Endgeräten und an fehlendem Mehrwert. Beides ist mittlerweile vorhanden, wenn man auch zugeben muss das die Audioqualität gegenüber dem alten DAB hörbar schlechter ist. Aber das ist hier alles schon viele Male diskutiert worden.
 
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@Radiokult Weitgehend keine Einwaende. Wie IBOC funktioniert und warum diese Technik hier eingesetzt wird, weiss ich auch. Soweit ich weiss, benutzt DAB vor allem das obere VHF Fernsehband (III in Deutschland). Auf dem Aequivalent senden in USA nach wie vor die lokalen Fernsehstationen in einem digitalen Standard, ebenso wie auf den UHF-Baendern. Free-To-Air uebrigens, ist aber wohl auch eine regulatorische Vorgabe.

Wo du laut lachen musstest, war ich unpraezise. Breitbandiges Internet ist (oder wird) eine Commodity, stationaer via WiFi und auch mobil. Teure Streams in Bezug auf den Transport vor allem bei der geringen Bandbreite von Radio gibt es tendenziell nicht mehr.

Verdienen wollen Apple und Co an ihren eigenen Streamingdiensten, deren Gebuehren natuerlich zusaetzlich anfallen. Aber aus dem Grund den Radiochip nicht zu aktivieren ist eben abstrus, weil man ja jeden anderen Radio-aehnlichen Dienst mindestens (quasi kostenlos) per WiFi empfangen kann.

Das ganze Thema ist hier hochgekocht, weil die FCC Regulierungsbehoerde Apple angeblich im Sinne des Allgmeinwohls (Sicherheit) oeffentlich unter Druck setzte, den Radioempfang zu aktivieren. Damit sind sie aber nicht weit gekommen.

Zum Thema Rundfunk und Zivilschutz: Das moechte ich sehen, wie die tollen DAB+ Gleichwellennetze noch was hergeben, wenn katastrophenbedingt weite Teile der Energie- und Informationsnetze ausgefallen sind.

Hier hat man die Mittelwelle am Leben erhalten, und hybrid abwaertskompatibel digitalisiert. Wenn es ganz boese kaeme: Mit einem 30m Stahlseil als Antenne, AM-Sender, Generator und ein paar Kanistern Diesel kann man so ueber Wochen einen halben Staat mit Zivilschutzmeldungen versorgen, wenn es denn sein muesste. MIch wundert, dass es in Europa offenbar keine derartigen Ueberlegungen gibt.

Davon abgesehen unterschaetzt du meiner Ansicht nach die Geschwindigkeit der Entwicklung. 30-50 Jahre dauert das nicht mehr. Vieles davon gibt es schon mindestens als Prototyp.
 
Zum Thema Rundfunk und Zivilschutz: Das moechte ich sehen, wie die tollen DAB+ Gleichwellennetze noch was hergeben, wenn katastrophenbedingt weite Teile der Energie- und Informationsnetze ausgefallen sind.
Vielleicht kommt da noch ein Umdenken wie bei dem Sirenennetz in Westdeutschland, dass sie nach dem Ende des Kalten Kriegs - weil angeblich überflüssig - erst einmal ab- und später doch wieder aufgebaut haben. Aber selbst da passt die Analogie zu DAB, denn die neuen Sirenen sind so leise, dass man sie kaum hört. Die alten gingen durch Mark und Pfennig. Na gut, die waren ja auch aus der Vor-Euro-Zeit. ;)

Ralf
 
Ich fang mal hinten an:

Zum Thema Rundfunk und Zivilschutz: Das moechte ich sehen, wie die tollen DAB+ Gleichwellennetze noch was hergeben, wenn katastrophenbedingt weite Teile der Energie- und Informationsnetze ausgefallen sind.
Das sehe ich ähnlich. Wenn alles nur noch per Internet passiert, wäre das aber auch keinen Deut besser. Ein Stromausfall reicht und es ist Schicht im Schacht. Informationsversorgung per MW wäre eine sinnvolle Variante. Allerdings dürfte die Anzahl der entsprechenden Empfänger in diesem Land in den vergangenen Jahren rapide gesunken sein.

Aber aus dem Grund den Radiochip nicht zu aktivieren ist eben abstrus, weil man ja jeden anderen Radio-aehnlichen Dienst mindestens (quasi kostenlos) per WiFi empfangen kann.
Für den Endverbraucher kostenlos, ja. Wenn das aber jetzt plötzlich alle machen würden, hätten die Sender ein gewaltiges Problem, weil sie von jetzt auf gleich auf eine Contentmenge kommen würden, die ebenfalls sehr kostspielig wäre. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man dann nicht in irgendeiner Form diese Kosten an den Endverbraucher weitergeben würde. Ich verweise diesbezüglich nochmal auf das hier bereits erwähnte Zitat aus dem HiFi-Forum. Die Sender buchen eine gewisses Gesamtdatenvolumen X. Wird dieses aufgebraucht bzw. überschritten, wirds halt teuer. Und je mehr Leute per Stream Radio hören, umso mehr Content wird halt verbraucht. http://www.hifi-forum.de/viewthread-234-1914.html#3
Spotify hat 10 Jahre gebraucht, bis man im vergangenen Jahr erstmals minimalen Gewinn erwirtschaftet hatte. Youtube hängt bis heute am Tropf von Google, weil die enormen Streamingkosten das ganze quasi Auffressen. Refinanzieren kannst du sowas nur über Werbung, welche aber wiederum alle nervt. Beteiligst du die Endkunden an den Kosten sind die weg, weil sich bei der fast unendlichen Fülle der Angebote im Netz ganz schnell etwas ähnliches findet.
 
Allerdings dürfte die Anzahl der entsprechenden Empfänger in diesem Land in den vergangenen Jahren rapide gesunken sein.
Noch ein Grund, den UKW noch möglichst lange am Leben zu erhalten, denn wenn der erst einmal abgeschaltet ist, geht auch die Anzahl der Geräte, die Mittelwelle oder Langwelle empfangen können, schlagartig gegen Null. Eine bundesweite Mittel- oder Langwellenversorgung ließe sich im Notfall recht flott wiederherstellen. Wie schnell die Notwendigkeit dazu eintreten kann, haben die Niederländer vor ein paar Jahren sehr eindrucksvoll vorgeführt.
 
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Es gab schon vor über 80 Jahren bei der RRG in mehrere LKW eingebaute Mittelwellensender zum Einsatz an wechselnden Standorten während Störungen und Bauarbeiten. Es geht in einem solchen Fall ja nur darum, dass überhaupt etwas zu empfangen ist.
 
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Zum Thema Rundfunk und Zivilschutz: Das moechte ich sehen, wie die tollen DAB+ Gleichwellennetze noch was hergeben, wenn katastrophenbedingt weite Teile der Energie- und Informationsnetze ausgefallen sind.
Genügt da nicht schon das Ausknipsen des ganz und gar undeutschen GPS-Netzwerks und die Synchronisation der Gleichwellennetze bricht zusammen? Dann wird es richtig lustig mit dem Empfang. (Klar, man könnte auch irgendwie anders mit der notwendigen Genauigkeit synchronisieren, aber tut man das auch?)

Mit einem 30m Stahlseil als Antenne, AM-Sender, Generator und ein paar Kanistern Diesel kann man so ueber Wochen einen halben Staat mit Zivilschutzmeldungen versorgen, wenn es denn sein muesste. MIch wundert, dass es in Europa offenbar keine derartigen Ueberlegungen gibt.
Dafür dürfte es zu spät sein. Die Nutzung und damit auch die Bekanntheit von Mittel- und Langwelle ist seit den 1980er Jahren gesunken und inzwischen sind die Sendeanlagen auch geplättet. U.a. auch aus Kostengründen und damit letztlich indirekt auf Druck der Bevölkerung. Dass man außer Dudel noch was anderes verbreiten könnte, ist bei kaum noch jemandem im Bewusstsein. Dabei war einer der "standhaftesten" Anbieter auf AM ausgerechnet ein Informationsprogramm: der DLF.

In der Schweiz denkt man allerdings schon darüber nach, was nach dem UKW-Aus mit den Notsendern (die mir mysteriös sind, sie sollen sehr hohe Sendeleistung haben und bis ins 2. UG von Bunkern reichen, würde man sich dafür auch über internationale Koordinierungsergebnisse hinwegsetzen im Katastrophenfall?) geschehen soll. Man könnte sie weiter betreiben - aber wissen die Menschen dann noch, dass sie dafür auf UKW umschalten müssen? Und wie lange wird UKW noch eingebaut werden in Neugeräte? Hier nachzulesen ab S. 18: https://www.babs.admin.ch/content/b...39852021893.download/zeitschrift31_2018de.pdf

Auf S. 24 steht dann dieses:

Auch wenn traditionelle Wege der Informationsvermittlung relativ an Bedeutung verloren haben, werden sie
weiterhin stark nachgefragt und im Katastrophenfall klar bevorzugt. So möchten die Befragten im Ereignisfall vor allem über Radio (76 %), Sirenen (72 %) und Fernsehen (70 %) informiert werden.
 
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Davon abgesehen unterschaetzt du meiner Ansicht nach die Geschwindigkeit der Entwicklung. 30-50 Jahre dauert das nicht mehr. Vieles davon gibt es schon mindestens als Prototyp.
Was Deutschland betrifft, betrachte ich das nur realistich. Ich vergleiche das gern mit dem Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden, wo es im Grunde nur um eine Ertüchtigung von 125 km Gleisbett geht, um dort auch ICEs mit maximal 200 km/h Geschwindigkeit fahren lassen zu können. Der Spaß begann 2012 und wird sich bis zur endgültigen Fertigstellung im Jahr 2028 (derzeitiger Planungsstand) hinziehen.
Um die paar Meter zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in Berlin zur Teststrecke für autonomes Fahren zu machen, hat man schlappe 29 Monate (!) benötigt. Das läßt in etwa erahnen, wie lange es bis zur Marktreife der ersten autonomen Fahrzeuge braucht.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/...es-17-juni-wird-zur-teststrecke/25031574.html
Bleibt übrig, dass es nach der Markteinführung dann noch einmal dauert, bis auch für jedermann erschwingliche Modelle zu haben sind. Übrigens nehmen mittlerweile auch die Betreiber der beiden berühmten Prototypen "Norbert" (Golf GTI) und "Walter" (Audi RS7) Abstand davon, dass die Marktreife in Kürze erreicht ist, wie man vor wenigen Tagen u.a. im Focus nachlesen konnte. Allein mit einem permanent vorhandenen Internet ist es beim autonomen Fahren ja nicht getan.
 
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KKJZ 88.1

Gesperrter Benutzer
westsound, WDR 5 kann ich nicht mehr hören, seitdem die Nachrichten kaputtreformiert worden sind. Statt die Struktur der Nachrichten der Nachrichtenlage anzupassen, werden sie in das nachfolgend beschriebene Korsett, Dauer dreieinhalb Minuten, gezwängt:

Die ersten beiden Meldungen dauern jeweils etwas länger (zusammen um die zwei Minuten) und sind mit O-Tönen angereichert. Weitere drei (wichtige) Meldungen werden in Schlagzeilen, bestehend aus zwei bis maximal drei verstümmelten Mini-Sätzen, abgefrühstückt, gefolgt von einer 30sekündigen Regionalnachricht.
 
@lg74 Ich habe mich gar nicht genau mit den DAB+ Spezifika etwa der Zufuehrung beschaeftigt. Nur mein Gefuehl als Ingenieur sagt mir, dass das im Katastrophenfall reichlich fragli sein muss (alles rein IP-basierte natuerlich auch, keine Frage). Das Szenario mit dem Dieselgenerator funktioniert in den USA, weil man AM hier eben nicht aufgegeben hat. Historisch hat man hier, wie in der Schweiz mehr Sensibilitaet fuer den Zivilschutz als in Deutschland. Dass UKW-Sender egal welcher Leistung metertief durch Stahlbeton reichen sollen, halte ich aber fuer eine Legende.

@Radiokult Das Schneckentempo, mit dem Infrastrukturprojekte in Deutschland vorangehen, wird ja sogar in den Medien bisweilen thematisiert. Wenn du Recht hast, wird man am Ende aber auch zu hasenfuessig sein um UKW abzuschalten. Nennen von Abschaltterminen ist ja seit einiger Zeit gross in Mode in Deutschland. Was man nicht alles abschalten will, den Diesel, den Benziner, Oelheizungen, Gasheizungen, Kohle, Atomstrom, argentinische Steaks, Fluege von Hamburg nach Muenchen, was auch immer, warum nicht auch UKW.

Die, die solche Termine bar jeden Realitaetsbezugs herausposaunen, tun das im Wissen, sich niemals dafuer verantworten zu muessen, kassieren aber die Aufmerksamkeit. Na gut, das wird jetzt wieder politisch. Aber am Ende ist es das auch. Netflix und Co blasen jede Sekunde zig Gigabyte ins Netz, HD Videos in Echtzeit. Der Nutzer will das zunehmend auch mobil und er kriegt es auch, zumindest dort, wo Wirtschaft und Markt noch halbwegs funktionieren. Ich wiederhole mich, die popeligen 128 (oder wieviel auch immer) kBit/s fuer Audio sind oder werden dermassen irrelevant. Aber lass uns gerne einfach 1-2 Jahre abwarten und dann erneut bewerten.
 
Zur Diskussion gestellt:

"Im Vergleich mit UKW und Webradio ist DAB der kostengünstigste Radio-Verbreitungsweg. Das weist eine Studie des britischen Netzanbieters Arquiva nach.
Die Versorgungskosten (Zulieferung vom Studio und Ausstrahlung) wurden auf eine Nutzung durch 5 Prozent der erreichbaren Einwohner ab 15 Jahren und eine Hördauer von 10 Stunden pro Woche bezogen. Umgerechnet auf ein Jahr ergeben sich folgende Kosten je Zuhörer und Sendestunde:
UKW: 0,00105 £ bzw. 0,00120 € DAB: 0,00033 £ bzw. 0,00037 € IP-Radio: 0,00047 £ bzw. 0,00053 €
Die Kosten der digitalen Terrestrik je Hörer und Sendestunde liegen bei demnach etwa einem Drittel, verglichen mit UKW. Webradio ist erwartungsgemäß günstiger (45 Prozent) als UKW, jedoch um 40 Prozent höher als bei DAB. Für IP wurde der in England günstigste Preis von 0,02 £ (0,023 €) für den Datentransport zum Hörer angenommen; die obere Preisgrenze für England wird mit 0,08 £ (0,09 €) angegeben. Anhand weiterer Rechenbeispiele mit höheren Webkosten und mehr Zuhörern zeigen erwartungsgemäß, dass die Kosten für Webradio mit der Zahl der Nutzer steigen." (dehmedia)

Quelle (pdf): https://www.worlddab.org/files/docu...OAm1M9QnyfgxSd2Aa0ZAcCt8cvw5x742hhWvCPMJmjHtU
 
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Die Kosten der digitalen Terrestrik je Hörer und Sendestunde liegen bei demnach etwa einem Drittel, verglichen mit UKW.
Passt ja. Wenn man britische DAB-Datenraten verdreifacht, kommt nahezu UKW-Audioqualität bei raus.

Letztlich hat man die Kostensenkung also durch einen Rückschritt in der Audioqualität um ca. 70 Jahre erreicht. Gratulation!
 
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