UKW-Aus: Kommt der "No-Deal-Brexit der Radioversorgung"?


Letztlich hat man die Kostensenkung also durch einen Rückschritt in der Audioqualität um ca. 70 Jahre erreicht. Gratulation!
Und zum 98. Mal Audioqualität interessiert im Jahr 2019 nur noch eine Minderheit. Hauptsache im Hintergrund dudelt was im 20 EUR Radio aus dem Discounter. Viele Jüngere hören sogar mobil über Handy Youtube-Streams. Das HÖRT sich dann wirklich grauenvoll an, dieses Gequäke. Die wissen gar nicht was HiFi überhaupt bedeutet oder gar wie es klingt. Wird aber offenbar auch nicht vermisst.
 
@Radiocat :
Das sehe ich genauso !!!
Denn das ist noch lange kein Grund, das die so einen grottigen Soundmatsch einem anbieten, ganz im Gegenteil, man sollte wenigstens den selben Klang anbieten wie es auf UKW zu haben ist.

Ich schalte sehr schnell um oder ab, wenn der Klang zu mies wird, da bekommt man ja Blumenkohlohren von.
Aber wie (fast) überall, die Qualität ist der Quantität gewichen und so leider auch guter oder sehr guter Klang !
 
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Dem sollte man sich aber nicht anpassen.
Was heißt "man"? Die Produktionen werden ja bereits auf Lo-Fi-Geräte optimiert, also möglichst geringe Dynamik, dafür mörderischen Bass, um den winzigen Handy-Quäken zumindest ansatzweise etwas, was an einen Baß oder ein Schlagzeug erinnert, zu entlocken.

Wennn Du sowas auf einem HiFi-Gerät anhörst, fallen Dir die Ohren ab oder die Tieftöner aus den Boxen.

Guter HiFi-Klang ist leider inzwischen Geschichte.
 
Und zum 98. Mal Audioqualität interessiert im Jahr 2019 nur noch eine Minderheit. Hauptsache im Hintergrund dudelt was im 20 EUR Radio aus dem Discounter. Viele Jüngere hören sogar mobil über Handy Youtube-Streams. Das HÖRT sich dann wirklich grauenvoll an, dieses Gequäke. Die wissen gar nicht was HiFi überhaupt bedeutet oder gar wie es klingt. Wird aber offenbar auch nicht vermisst.
Also soo schlecht hört niemand. Du kannst mit nicht erzählen dass jemand bei 24kbps Audiostream keine Artefakte hört wenn er nicht gerade am schwerhörigsten ist. Dafür braucht man kein Absolutes Gehör um das zu hören
Bei 72 bis 96kbps kann ich das schon eher nachvollziehen. Es gibt in meiner Gegend sogar 2 Sender die mit 56kbps tatsächlich auch auf der grossen Anlage noch vernünftig klingen. Und viele haben ja auch schon hochwertige Zuführungen sodass auch 64kbps gut klingen können wie beispielsweise beim Schwarzwaldradio.
Auch die NKLs im Südhessenmux mit 72kbps oder egoFM aus dem 11B. Ein Traum was die an Klang rausgeben das hat man nicht so oft. Könnten sich die FFH Sender mal ne dicke Klang-Scheibe von abschneiden.
 
Was heißt "man"? Die Produktionen werden ja bereits auf Lo-Fi-Geräte optimiert, also möglichst geringe Dynamik, dafür mörderischen Bass, um den winzigen Handy-Quäken zumindest ansatzweise etwas, was an einen Baß oder ein Schlagzeug erinnert, zu entlocken.

Wennn Du sowas auf einem HiFi-Gerät anhörst, fallen Dir die Ohren ab oder die Tieftöner aus den Boxen.
Genau das ist der Punkt. Vieles wird heute schon bei der Masterabmischung schlichtweg versaut. Diese mitunter gerade noch erträgliche Komprimierung noch einmal durch die Rundfunk-Limiter gejagt, trägt nicht unerheblich zu dem teils gruselig matschigen Sound bei, den inzwischen auch so mancher UKW-Sender hat. Auf DAB klingt das dann entsprechend noch einmal schlechter.
Ein wunderbares Beispiel dafür sind Udo-Jürgens-Alben. Man nehme seine beiden Live-Alben von der Größenwahn-Tour 1994/95 und die von der Gestern-Heute-Morgen-Tour 1997. Beide Alben schaffen es die Live-Athmo tatsächlich zu transportieren, was bei der Abmischung wirklich schwer ist und nur ganz selten gelingt. Da sind leise Stellen leise, laute auch wirklich laut. Da hört sich Applaus nicht an wie Meeresrauschen usw. Die Live-Alben der letzten Jahre sind dagegen klanglich ganz furchtbar. Eine viel zu präsente Stimme, welche teils alles übertönt und irgendwie hat man beim Hören permanent den Eindruck das alles auf ca. 0 db gezogen wird, nur damit es ein bisschen fetter klingt und irgendwelche Zwischentöne gar nicht erst erkennbar sind. Ursache ist da eine schlichtweg viel zu kräftige Komprimierung.
Andererseits schaue man sich die DAB-Geräte an. Es gibt kaum eins das größer als A5 ist, denn je größer die Boxen umso feiner der Klang. Eigentlich. Ich habe es hier schonmal irgendwo geschrieben, es hat schon seine Gründe warum eine keine "Ghettoblaster" mit DAB+ gibt bzw. ist deren Anzahl mehr als überschaubar.
 
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Die wissen gar nicht was HiFi überhaupt bedeutet oder gar wie es klingt.
Es geht ja gar nicht um "HiFi" auf allen Geräten. Das bot UKW auch nicht. Grauenvolle Mini-Radios mit plärrigem Mono-Lautsprecher und Verzerrungen jenseits des Erträglichen spuckte gerade der westliche UKW-Billig-Gerätesektor zu tausenden aus. Es geht um die Bereitstellung eines "Programmsignals", mit dem man anständige Qualität erreichen kann, wenn man entsprechende Empfangsgeräte hat. Und das bot UKW. DAB bietet es oft nicht mehr und entzieht damit Menschen, die noch nicht völlig verwarlost sind in ihrem Hörvermögen, das Medium Rundfunk.

Was die Privatklitschen versenden, ist mir wurscht. Aber von den Öffis erwarte ich, dass sie weiterhin die technische Qualität liefern, die sie jahrzehntelang auf UKW lieferten. Und die geht bei DAB+ irgendwo ab 128 kbps brutto LC-AAC aufwärts los, je nach Randbedingungen.
 
Mich hat die Soundqualität auch bisher von einem Umstieg auf DAB abgehalten. Das einzige DAB Radio, das ich besitze (womit ich in der Statistik schon DAB Nutzer bin), steht in der Küche und läuft meist auf UKW, da auf DAB immer das Signal wegbricht, sobald eine LED Lampe abends angemacht wird. Vor allem wundert mich die Einschätzung, dass 90 % nur über Küchenbrüllwürfel hört. Erstmal würde ich ja schätzen, dass mind die hälfte im PKW über ordentliche Anlagen konsumiert wird, oder im Büro-aus privatem Umfeld meist heutzutage über ordentliche Radios oder Minianlagen.
 
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Mich hat die Soundqualität auch bisher von einem Umstieg auf DAB abgehalten. Das einzige DAB Radio, das ich besitze (womit ich in der Statistik schon DAB Nutzer bin), steht in der Küche und läuft meist auf UKW, da auf DAB immer das Signal wegbricht, sobald eine LED Lampe abends angemacht wird.
Die ganzen unzureichend entstörten Geräte (und da gehört die LED-Lampe auch dazu) sind sowieso eine Plage, alles, wo in der Spannungsversorgung mittlerweile lustig „rumgepulst“ wird stört den Empfang.
Bei UKW macht es sich durch ein Rauschen bemerkbar, je stärker der Sender, je unauffälliger, bei DAB(+) ist allerdings dann schon oft Schicht im Schacht, wenn man keine optimalen Empfangsbedingungen hat (zur Deutlichkeit: analog würde mehr oder minder Verrauscht noch funktionieren).
Mein einziges DAB+/UKW/Webradio läuft auch auf UKW oder Stream, weil (Standort Belgien) das DAB+-Signal gegenüber Analogempfang oder Webstream qualitativ hörbar abfällt.
Ich gehe sogar soweit nicht ortsempfangbare Programme von Satellit abzunehmen und (legal und unter Einhaltung der erlaubten Sendeleistung und des erlaubten Hubs) auf UKW umzusetzen, statt den Wenstream oder DAB+ zu nutzen.
Auch aus dem Grund, dass ich selbst für Geld und gute Worte stationär nur maues VDSL bekomme, es über 4G zu machen zu teuer wäre, ich mehrere Radios in verschiedenen Räumen ohne Zeitversatz laufen lassen kann ... und die Qualität den anderen Übertragungswegen überlegen ist.

Wenn ich viel Muße habe zeichne ich mal ein Programm über UKW auf, zeitgleich über DAB+ und stelle Audiobeispiele ein. Könnte auch mal darauf warten, dass ein Song kommt, den ich linear vorliegen habe (auf Vinyl oder CD) und dann mal die Differenz zu den Signalen bilden. Dann hört man schön, welcher Weg der „sauberere“ ist (identisches Soundprocessing auf UKW und DAB+ vorausgesetzt, was hier aber definitiv so sein sollte).
 
Jeder Sender unterhält heute schon Video-on-Demand-Portale und Mediatheken, die gut genutzt werden,
...oder zusammenkrachen, weil der angebotene Content schlicht nicht reicht um alle zu bedienen.
http://www.digitalfernsehen.de/ZDF-...ab-Mediathek-streikt-Fans-sauer.183180.0.html
Ein ähnliches Szenario wäre denkbar, wenn Tag für Tag Tausende von Hörern zeitgleich irgendwelche Radiostreams abgreifen.
Davon abgesehen scheint mir das ZDF-Ereignis recht gut zu belegen, dass das Märchen, das in D ausser in Sachen Fußball keiner so richtig Interesse an Sportereignissen hat, tatsächlich ein Märchen zu sein.
 
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Das ist leider wahr. Gestern abend habe ich mich mit meiner DAB-Gurke auf dem Nachtisch eine Weile durch das flämische Musikprogramm "ROXX" (mit sehr angenehmer Musikauswahl) in die Schlafbereitschaft lullen lassen. Aus dem Brüllwürfelchen war es erträglich...aber über Kopfhörer oder Hifi-Boxen? :thumbsdown:o_O *würg*
 
Das hatten wir doch dieser Tage noch, als jemand von der ARD auf der Funkausstellung auf die Frage nach höheren Bitraten geantwortet hat, dass sie schon jetzt ein Problem mit den bei ihren Dienstleistern für die Online-Verbreitung gebuchten Datenmengen hätten, weil neuerdings alle Leute Radio mit ihrer Stasilexa hören. Da wäre für bessere Streams nichts mehr zum Auslassen drin.
 
Parallel zu den 128 kBit/s MP3-Streams könnte man 128 kBit/s (LC)-AAC-Streams anbieten. Bessere Klangqualität bei gleichem Datenverbrauch.
Das wäre tatsächlich mal sinnvoll. Abgegriffen werden die Streams in der Regel ja nur von Handys, Home-PCs und WLAN-Radios. Und die können in den allermeisten Fällen AAC. Ansonsten sollte ein simples Update Abhilfe schaffen. Neue Geräte brauchts dafür jedenfalls nicht. Selbst auf steinalten Win98-Rechnern bekommt man AAC zu laufen.
 
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...und WLAN-Radios. Und die können in den allermeisten Fällen AAC. Ansonsten sollte ein simples Update Abhilfe schaffen. Neue Geräte brauchts dafür jedenfalls nicht.
Ganz so einfach ist es bei Internetradios wohl nicht, sonst hätte es in GB vor zwei Jahren nicht einen solchen Aufstand beim Wechsel des Streamingformats der BBC gegeben. Ich habe sowas am eigenen Leibe erleben dürfen, als die RTBF ihr AAC-Format geändert hat und mein wenige Jahre altes dnt IPdio tune verstummte.

Die wenigsten Gerätehersteller entwickeln ihre Firmware selbst, sondern kaufen sie samt Chipsatz von denen, die auch die Portale betreiben, z.B. Reciva. Und welcher Hersteller ist nach Jahren noch bereit, für ein Firmware-Update zu zahlen. Möglichst dann, wenn er das Gerät schon nicht mehr im Programm hat.
 
Parallel zu den 128 kBit/s MP3-Streams könnte man 128 kBit/s (LC)-AAC-Streams anbieten. Bessere Klangqualität bei gleichem Datenverbrauch.
Wenn das so einfach funktionieren würde wie ein AAC-File am PC abzuspielen, wäre das wirklich eine Verbesserung. Und da jeder normalerweise nur einen Stream gleichzeitig anzapft, wäre es auch "Traffic-neutral".

Aber so einfach ist es leider nicht. Nehmen wir mal die Streams von MDR Kultur: https://www.mdr.de/kultur/radio/livestream-mdr-kultur-100.html

Die beiden MP3-Streams laufen auf meinem PC im Winamp 5.66 problemlos. Der angeblich 128er AAC-Stream hat ständig Knackser drin. Auf dem VLC spielt er und outet sich als 72er HE-AAC-Stream. Irgendwas ist da nicht voll kompatibel, denn AAC-Files von der Festplatte spielt der Winamp problemlos. Jetzt z.B. gerade ein 128er LC-AAC aus einem Youtube-Download.

Allgemein ist AAC wohl immer noch nicht im Bereich "kann jeder problemlos" angekommen.

Der WDR-3-Stream, der immer "256" hieß, aber 320 kbps hatte, ist inzwischen übrigens tatsächlich auf 256 kbps korrigiert worden: http://wdr-wdr3-live.icecast.wdr.de/wdr/wdr3/live/mp3/256/stream.mp3 . Schade, falsche Richtung.
 
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Und ich verstehe immer noch nicht, wieso sich Leute zu Hause mit einem Internetstream abmühen, wenn ihnen bereits eine viel bessere Klangqualität direkt ins Haus geliefert wird.
DVB-C bzw. DVB-S
Und wer sich keinen extra Receiver zum Radiohören hinstellen mag, der kann mittlerweile alle Radioprogramme (und auch TV) über die Fritzbox empfangen und an jedem IP-fähigen Gerät im Heimnetz wiedergeben. Da brauchts kein Internetradio.

https://avm.de/service/fritzbox/fri...hempfang-uber-DVB-C-mit-FRITZ-Box-einrichten/
 
Und ich verstehe immer noch nicht, wieso sich Leute zu Hause mit einem Internetstream abmühen, wenn ihnen bereits eine viel bessere Klangqualität direkt ins Haus geliefert wird.
DVB-C bzw. DVB-S
Auch da relativiert sich beim näheren Hinsehen einiges:

DVB-S braucht eine Schüssel, die nicht jeder aufbauen kann.

DVB-C hat ebenfalls seine Macken, weil z.B. die Bitrate von einigen Kabelanbietern schon kräftig eingedampft wird. MP2 mit 128 k ist auch kein pures Vergnügen. Dazu kommt der Sonderfall Unitymedia, wo sie nach Gutsherrenart den Deutschlandfunk aus dem Angebot geworfen haben.
 
MP2 mit 128 k ist auch kein pures Vergnügen.
Es sind bei Vodafone 192 kbps. Erstaunlich wenig "verklingelt", dafür aber sind die Höhen ab ca. 13,5 kHz weg. In Hamburg betrifft das angeblich auch das Hamburger Lokalradio (vereinsgetragener Lokalfunk), der für seine HiFi-Bemühungen bekannt ist. Da soll deswegen jemand in größerem Ausmaß eine Beschwerde losgetreten haben bei der Medienanstalt.

Die 448er AC3-Streams einiger Kulturprogramme werden bei Vodafone übrigens auch recodiert - aus den angelieferten 448 kbps der ARD. Die Streams sind nicht identisch, in den obersten Höhen gibt es geringe Abweichungen. Gehört dürften sie aber zumindest bei 2.0 "gleich" sein. Warum man den Aufwand betreibt - keine Ahnung. Vodafone halt.

Dazu kommt der Sonderfall Unitymedia, wo sie nach Gutsherrenart den Deutschlandfunk aus dem Angebot geworfen haben.
Demnächst dann vermutlich wieder mit DRadio, dafür aber nur noch 192 kbps. Besser als nüscht, aber trotzdem...
 
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Und wer sich keinen extra Receiver zum Radiohören hinstellen mag, der kann mittlerweile alle Radioprogramme (und auch TV) über die Fritzbox empfangen und an jedem IP-fähigen Gerät im Heimnetz wiedergeben. Da brauchts kein Internetradio.
Dafür brauchts eine spezielle Cable-Fritzbox (bei der Internet und Telefonie über den Kabelanschluss bezogen werden). Und wieviele Leute haben die schon? Bei den allermeisten Leuten hängt der Router nach wie vor an der ganz normalen Telefondose und mit diesen normalen Fritzboxen geht das nicht.
 
Na, dass man dafür Kabelinternet braucht, habe ich jetzt mal vorausgesetzt.
Und ich glaube, dass es hierbei mittlerweile recht viele Kunden gibt.
Ansonsten wird wohl so ziemlich jeder Haushalt entweder einen Kabelanschluss, oder eine Schüssel auf dem Dach haben.
Also wozu sich zu Hause mit Webstreams herumschlagen? Weil die Leute es nicht besser wissen?
Dann fehlt es an technischer Aufklärung seitens ARD.
 
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