UKW-Aus: Kommt der "No-Deal-Brexit der Radioversorgung"?


Ich nehme an, die anderen Einstellungen heißen immer noch Clear, Flat und Soft?
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:D :D :D

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zum letzten Mal eine CD gehört habe.
Geht mir privat auch so. Da stehen geschätzt 900 CDs und sind nur noch Deckenlast. Nein, das liegt nichtmal daran, dass ich die davon irgendwann erstellten MP3s hören würde (ich habe von wohl kaum der Hälfte dieser CDs MP3s gemacht) und ich streame mir das auch nicht. Ich höre einfach kaum noch gezielt Musik. Kein Interesse mehr, kein Nerv mehr dafür, keine Ruhe mehr dafür. Liegt nichtmal unbedingt daran, dass ich nun andere Musikstile bevorzugen würde. Ich will einfach Ruhe haben, sonst kann ich mich auch nicht mehr auf anderes konzentrieren.

Eine lausige Compilation mit den schlimmsten Rock-Songs (oder so ähnlich) vom Beginn der 1990er Jahre lief aber letztens doch ziemlich oft. Diese zerkratzte CD diente mir zur Überprüfung mehrerer CD-Player auf Funktionsfähigkeit und danach zur grob-Einrichtung einer neuen kleinen Beschallungsanlage, die halt noch einen CD-Player von geschätzt 1991 bekam. "Haupteingang" in diese Anlage eines Seminarzentrums ist derzeit das Kabel mit dem 3,5er Klinkenstecker. Deutlich zunehmend ist aber BT-Streaming aus Smartphone bzw. Apple-Rechnern. Die Seminarleiter schätzen das schon wegen der "Fernbedienung" von jedem Ort im Raum.

Wenn abends mal "freier Tanz" ist, kommen die, die da Mucke machen, aber auch nichtmal mehr mit einer Dateisammlung auf dem Phone. Sie kommen mit einer Playlist. Den Rest zieht sich das Phone dann schon aus den Weiten des Internets. 20-jährige haben ganz selbstverständlich "Musik-Flatrate" auf dem Phone. "Radio" kennen die fast alle nicht mehr. Ein junger Mann aus Bern hatte mal damit geliebäugelt, beim nichtkommerziellen Radio RaBe mitzumachen. Aber sonst interessiert Radio wirklich niemanden. Wer "Radio" als Interesse angibt, wird sehr seltsam angeschaut, bissl so, als wäre er eine obskure Mumie. TV-mäßig kennt man aber auch in der Schweiz Böhmermann, Joko, Klaas usw. Der ca. 60-jährige Hausmeister des Seminarzentrums hört allerdings Radio bzw. ist sauer, dass sein Auto kein DAB+ hat. Es käme ja nur noch auf DAB+ Empfang...
 
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Danke für diesen Link!

Gegen die Kompetenz des Autors "anzustinken", könnte bissl schwierig werden. Das ist kein BWLer: https://www.deutschlandradio.de/lebenslauf-dr-chris-weck.2380.de.html

Dr. Chris Weck vergleicht hier, soweit mir beim schnellen Überfliegen zugänglich, ein rein auf Rundfunk-Übertragung konzipiertes 5G-Netz mit DAB+. 5G erschlägt sich da durch deutlich höhere Senderzahl aufgrund der deutlich kleineren Zellengröße. Die Begründung über den Weg miserablen Antennengewinns integrierter Antennen in Smartphones vermag ich nachzuvollziehen, auch wenn in der Bildunterschrift zum Foto mit DAB-Radio und Smartphone von "Antennengröße" die Rede ist. Nunja, die ist erstmal abhängig von der Wellenlänge und bei DAB+ wegen Band III schonmal größer. Ansonsten muss man halt den Antennenfaktor bemühen, wenn man genaueres wissen will über die "Empfangsleistung" einer Antenne, also wie effizient sie Signal aus der Luft "fischt".

5G assoziieren wir derzeit ja auch vor allem mit IP-Diensten und nicht mit Broadcast - und mit den Frequenzbereichen um 2 GHz bzw. 3,6 GHz. Da ist schon die Freiraumdämpfung der Funkwellen deutlich höher (und damit bei gleicher Sendeleistung die Reichweite eines Senderstandortes deutlich geringer) als im Band III bei 200 MHz.

Nun erprobt der BR aber derzeit auf dem Wendelstein 5B als Broadcast-Netz. Ich habe mich damit bislang nicht wirklich intensiver befasst, weils mich einfach nicht interessiert hat. Gerade mal nachgeschaut: das läuft offenbar auf Kanal 56 (754 MHz), also sehr wohl in einem UHF-Bereich, der auch für terrestrisches Fernsehen benutzt wurde - nur halt nicht mit 5G-Modulationsschema. Die Reichweite wird für die verwendeten 100 kW mit 60 km angegeben, in der Versorgungskarte sieht es noch optimistischer aus:


(https://www.telefonica.de/news-tele...fernsehprogramm-testweise-im-5g-standard.html)

Zur real erzielten Reichweite gibt es inzwischen gewiss auch Karten, habe jetzt keine Zeit, danach zu suchen bzw. die einschlägigen Foren zu wälzen.

Limitierend wird hier auf jeden Fall vor allem die Empfangsantenne sein, die sich ja im Smartphone befinden muss und prinzipbedingt nur stark verkürzt und ungerichtet ausgeführt werden kann. Wenn man einst im Band V Fernsehen geschaut hat, hatte man ja, sobald man nicht unmittelbar am Sender wohnte, immer irgendwie eine UHF-Richtantenne auf dem Dach. Das fällt hier weg.

Hat jemand schon Aussagen dazu gefunden, was real mit "nichts" als Antenne bei der Reichweite herauskommt? Wäre für Informationen sehr dankbar.

Dr. Chris Weck führt sehr richtig aus, dass man an bestimmten signaltheoretischen Zwängen nicht vorbei kommt. Hohe Datenrate braucht hohe Bandbreite. Hohe Bandbreite erfordert hohe Sendeleistung, weil sie spektral immer weiter "verschmiert wird". Dazu kommt noch die zum störungsfreien Empfang hochkomplexer Modulationsschemen mit hoher spektraler Effizienz nötige höhere Feldstärke, die weiter die Sendeleistung hochtreibt. All das kostet Geld - aber eben nicht nur bei 5G, sondern auch bei DAB+, das ebenfalls um die Physik nicht herumkommt. Und deshalb sehe ich weitgehend schwarz für anständige Audioqualität im Rundfunk der Zukunft, egal wie er zum Hörer gelangen wird. Man wir die Schraube "Datenrate" immer versuchen, bis jenseits der Schmerzgrenze einzudrehen. Das DRadio ist ja noch halbwegs ok, auch wenn es mit seinem HE-AAC bei bewusstem Zuhören sofort nervig wird. Für die breite Masse der Programme - vor allem kommerzieller Programme - sehe ich da aber völlig schwarz.
 
Ausschlaggebend wird doch v.a. der Frequenzbereich sein. 5G Broadcast mag ja eine tolle Technologie sein, aber an physikalischen Gegebenheiten kommt es auch nicht vorbei.

Welche Probleme hat z B. DAB+ versorgungstechnisch? Es ist v a. der Indoorempfang im Küchenradio und die Versorgung von Mittelgebirgstälern. Beides hat weniger mit DAB+ zu tun, sondern v.a. mit der eingesetzten Frequenz. 200 MHz ist verglichen mit FM/UKW auf 100 MHz das Doppelte. Da kommen die grundsätzlichen Probleme her. Dazu kommen zunehmende Störungen indoor durch LEDs, Ladegeräte und PCs.

Wer sich noch an die Füllsender der alten Analog-TV-Netze erinnern kann: man vergleiche mal die Füllsenderzahl und -dichte des ARD-Netzes von damals im Band III (200 MHz) mit der des ZDF (400MHz) oder der Dritten (600 MHz) im Band III/IV. Dieser deutliche Unterschied bei identischem Übertragungssystem kam ja auch nicht von ungefähr.

Und habt ihr mal ernsthaft versucht, DVB-T/T2 im UHF-Bereich indoor zu empfangen? Da muss man schon nahe am Sender sein, damit das zuverlässig geht. Oder kann sich noch wer an DAB im L-Band (1400 MHz) erinnern? Eine Katastrophe!

Was ist also von 5G-Broadcast im hohen UHF-Bereich zu halten, v.a. bezogen auf die für Radio typischen Nutzungsszenarien?

Die tolle Versorgungskarte des Testbetriebs ist ja schön, aber so etwas hat man auch zu DAB-alt-Zeiten gesehen. Das sagt wenig drüber aus, ob man Indoor im Erdgeschoss, in Waldgebieten, in einem engen Mittelgebirgstal oder in eng bebauten Orten auch noch Empfang hat. Das muss erst die Praxis beweisen.

Und dann fehlt mir noch der logische Grund, warum Handy-Hersteller ausgerechnet 5G-Broadcast in ihre Smartphones integrieren sollten, wenn sie das bei DVB-T/T2 und DAB+ auch nicht gemacht haben und selbst UKW zunehmend rausfliegt. 5G Broadcast hat mit 5G nicht wesentlich mehr zu tun als DAB+/DVB-T2 mit 4G.
 
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Die tolle Versorgungskarte des Testbetriebs ist ja schön, aber so etwas hat man auch zu DAB-alt-Zeiten gesehen. Das sagt wenig drüber aus, ob man Indoor im Erdgeschoss, in Waldgebieten, in einem engen Mittelgebirgstal oder in eng bebauten Orten auch noch Empfang hat. Das muss erst die Praxis beweisen.
Ich empfehle eine Erdgeschoßwohung im engen bewaldeten Mittelgebirgstal ;) . Da zeigt sich schnell: Zuverlässig versorgen kann man nur mit Senderstandorten in der Nähe. Das kann gutgehen, egal ob DAB oder Mobilfunk. Spart man an Infrastruktur, ein Mobilfunkstandort muß sich über den Markt refinanzieren, sieht es schlecht aus. UKW? Auch nicht immer ausreichend, sogar mit Yagi auf dem Dach teilweise nicht, und schon gar nicht wenn man eine Qualität erhalten will wie von lg74 löblicherweise hochgehalten. Bliebe also DVB-S als Notnagel, lustigerweise die 1A-Adresse für guten Empfang und Klang, für den Hörfunk. Aber das will man leider abschalten.
Und wer jetzt auf die Idee kommt USB-Sticks zu verschicken: Die Post schließt die Agenturen in Orten < 2000 Einwohner.
 
Ich seh das schon als Problem. 5G und auch 5G-Broadcast wird es v.a. wieder nur in Ballungsgebieten geben, halt da wo es sich lohnt. Dort hast du aber jetzt schon die komplette Vielfalt an High-Speed-Internet-Anbietern (mobil und kabelgebunden), plus zig Übertragungsstandards für Broadcast.

Gerade bei der Radioversorgung mit öffentlich-rechtlichen Angeboten ist eine gewisse Flächendeckung notwendig. Da tut sich DAB+ schon schwer als möglicher UKW-Ersatz, aber irgendwas im UHF-Bereich wird noch viel mehr Füllsender brauchen, die niemand finanzieren will.
 
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@ Andreas W
Ich beziehe mich da vor allem auf Füllsenderstandorte in solchen Regionen die heute für den Mobilfunk genutzt werden. Das klappt 1A. So wie die Omma früher mit ihrer Zimmerantenne ein einwandfreies analoges Bild der drei Programme hatte. Das war in diesen Regionen durch solche Ortssandorte eher der Normalfall. DVB-T war da schon schlicht eine Abschaltung. Dachantenne nachrüsten? Nein, dann gleich SAT-Spiegel.
Durch die Röhre schauen alle bei denen der ferne Grundnetztsender für die Dachantennenversorgung noch ausreichte. Da ist beim Mobilfunk mangels Standorte in kleineren Gemeinden mit Luft nach oben. Gibt es dann noch Wald, schon ist es schnell vollkommen vorbei. Auch mit einem Notruf egel über welches Netz wenn man ausprobiert hat wie sich die schnittfeste Hose gegen das Heckenmofa schlägt.
Und der nie geschriebene aber vielleicht insgeheim gehegte Ansatz man könne dann "alles" für Umsonst hören was über Mobilfunk geht dürfte sich nicht bewahrheiten, also auch keinen Radioplayer wenn man enger auf Hörfunk und hörfunkähnliche Angebote es bezieht. Neben Paketen der Mobilfunkbetreiber die entsprechendes inkludieren könnte ich mir vorstellen daß über einen 5G-Broadcast nur der lokal zusändige Rundfunk verbreitet wird. Die Landesrundfunk oder -medienanstalt würde dann ja alternativ zu UKW hierfür bezahlen.
 
Da ist beim Mobilfunk mangels Standorte in kleineren Gemeinden mit Luft nach oben.
Und das wird auch so bleiben. Was sich nicht rechnet, wird auch nicht gemacht. Das ist ja jetzt schon so, denn die abertausenden Funklöcher die es bundesweit gibt, kommen ja nicht aus dem Nichts. In irgendwelchen Dörfern, wo nur 100 Leute wohnen, baut keiner nur für deren Versorgung einen extra Sendemasten auf. Da braucht die Refinanzierung, falls überhaupt möglich, viel zu lange. Und weil das so ist und der Gesetzgeber ausser Lippenbekenntnissen bisher nichts ernsthaftes gegen diese Massen von bestehenden Funklöchern unternommen hat, wird es auch bei 5G unzählige Löcher geben bzw. wird es maximal in den Ballungszentren verfügbar sein. Das ist halt der Preis für mehrere Milliarden Frequenz-Lizenzen.
 
Wenns nur die 100-Seelen-Käffer im Nirgendwo wären, aber selbst in Gemeinden mit Einwohnerzahlen irgendwo bei mehreren 1000, in touristisch wie wirtschaftlich interessanten Regionen kommt es oft genug vor, dass die noch heute keine vernünftige Versorgung haben. Ich bin ja immer froh, wenn ich mal Richtung Landesgrenze komme, dort habe ich dann dank EU-Roaming und österreichischen bzw tschechischen Netzen besten Mobilempfang, inkl. LTE-Daten, selbst im hinterletzten Kaff, Hauptsache freie Sicht Richtung Ausland.
Aber hierzulande wird von 5G geträumt, wo wir in Sachen Mobilfunkversorgung auf Platz 31 weltweit rangieren. Sorry, da muss ich echt lachen.
 
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Falsch. Das ist kein generelles Problem von DAB, sondern liegt a) an den verwendeten Bitraten und b) noch viel mehr an oftmals suboptimaler Soundaufbereitung vor dem Sendeweg. Wird dort sauber gearbeitet, kann es nämlich gut klingen.
Ja, kann. Tut es aber nicht. Weil überall gepfuscht wird und leute über Sound entscheiden, die von grundlegenden Dingen wie Frequenzgang, Modulation und Wellenausbreitung keine Ahnung haben. Und deshalb ist es eben heute wie es ist: DAB klingt immer scheiße. Punkt.
Deshalb will das ja auch eigentlich keiner haben! (Außer ein paar Hundert Freaks und die von Pleitewellen der letzten Jahre gebeutelte Geräteindustrie, ich sage nur Grundig, Telefunken, Philips, Löwe, Metz usw.):
Kein Programmveranstalter, der am Jahresende seinen Gesellschaftern eine schwarze Bilanz vorlegen muss (bei den Steuergeldverpulverern ist das natürlich egal, ob die Kohle für Digitalgeblubbere oder Briefpapier draufgeht, Stempel drunter und abgesegnet, im nächsten Jahr wird dann wieder gejammert dass die Gebühr so niedrig ist), und kein Hörer, der ein Minimum an Hifi-Anspruch oder ein funktionsfähiges Gehör hat. Jeder 128 kb Internetstream klingt über ein billiges Handy-Headset besser als dieser DAB-Schrott.

Wenn man es natürlich mit der Brechstange durchsetzen würde, hätte man Angst davor, dass dann gar kein Radio mehr gehört wird (also noch weniger als jetzt, wo ohnehin schon noch kaum einer zuhört). Schlechte Prorgamme, schlechter Empfang und dazu noch schlechter Sound, das ist dann selbst dem Fabrikarbeiter am Fließband hinter Stahlbeton etwas zu viel. Aber Hauptsache er hat seine tolle Slideshow mit bunten Bildern der CD Cover, auch wenn er diese nur abgehackt sekundenweise hören kann und die selben Platten beim ihm zuhause im Regal stehen (und da kann er dann nicht nur 1 oder 2 Tracks hören wie im Radio sondern die komplette LP!)..
Nein, sowas braucht wirklich kein Mensch (siehe Einschaltquoten der entsprechenden DAB only Stationen, auch ganz nett ist ein Blick auf die Handelsregister und Insolvenzen in diesem Bereich der letzten 15 Jahre).

Es ist ja nun nicht so dass es DAB erst seit gestern gibt und man nicht genügend Zeit gehabt hätte, am Klangbild herumzuprobieren. Und seitdem bekommt man es nicht auf die Reihe mit dem Audio. Noch heute werden in Deutschland "digital-terrestrische Testabstrahlungen" und "DAB-Pilotprojekte / Feldversuch" ausgeschrieben, zuletzt in Schleswig-Holstein. Was gibt es da noch zu erproben?
DAB ist in Deutschland seit 30 Jahren ein Begriff und seitdem ist der matschige Sound ein Problem und ein Hemmnis. Wenn man es auch 3 Jahrzehnte später immer noch nicht auf die Reihe bekommt muss man feststellen, dass dort a) die falschen Leute an den Geräten herumspielen und b) diese Technik aufs Abstellgleis gehört.
Im TV ist es (bei proportional vergleichbarem inhaltlichen VErfall) andersherum: Immer bessere Bildqualität und Ton am liebsten aus 6 Boxen mit sattem Raumklang in DTS.
Wenn man aber wie die DAB Kampagne immer wieder ein fehlerbehaftetes Produkt mit dreisten Lügen ("kristallklarer Klang", "besserer Klang") bewirbt stellt der Käufer schnell fest dass er verarscht wurde!

Das wäre ja so als wenn VW künftig nur noch blaue Autos baut, die Karroserie würde nach 3 Wochen anfangen zu rosten , die Lenkung versagt, und man würde sagen - "naja, aber ein Auto kann eigentlich auch gut laufen, und es gibt auch funktionierende Volkswagen, also eigentlich ist das schon ganz ok so, leider sitzen da derzeit die falschen Leute - also warten wir mal einige Jahrzehnte wie sich das entwickelt.
 
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Neu seit diesem Jahr ist, dass sich gerade die "digital only" Anbieter, die sich zuvor öffentlich massiv pro-DAB positioniert hatten und dafür von den Fanboys laustark gefeiet wurden, inzwischen weitgehend aus dem von ihnen anfangs als eierlegende Wolfsmilchsau propagiertem System zurückgezogen haben: Pure, Kult, Ilmwelle usw. Ist also dann wohl doch nicht so toll, dieses System. Und das liegt sicher nicht (nur) am schlechen Klang.
 
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Auch wenn es die zigtrillionste Diskussion zu dem Thema ist. Was will man vom Radio?Guten Sound und Empfang. Beides bietet DAB + nicht ausreichend. Daher wenn nachbessern oder was anderes nutzen. In HH haben selbst die simulcast laufen Stationen wie Radio Hamburg und HH 2 nur Werbung für den Stream am laufen.
Ich hab im Keller noch ein ukw Röhren - Radio aus den 50ern. Das hat heute einen besseren Klang und Empfang ang als jedes DAB Radio. Mal ehrlich. Das kann es doch nicht sein.
 
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DAB ist in Deutschland seit 30 Jahren ein Begriff und seitdem ist der matschige Sound ein Problem und ein Hemmnis.
Das ist schlichtweg Unsinn! Das alte DAB konnte klanglich sehr wohl mit UKW konkurieren, weil es technisch ganz anders aufgebaut war. DAB+ könnte das mit einer höheren Datenrate übrigens auch, wenn man es denn wollen würde. Der Klang im allgemeinen ist bei den allermeisten UKW-Sendern inzwischen übrigens auch nicht viel besser, was schlicht und ergreifend an einer teils ganz scheußlichen Kompression, gepaart mit sinnfreier db-Anhebung liegt. Wer ist der gefühlt lauteste Sender im Land ist die Devise, sowohl bei DAB als auch bei UKW. Wer sich allein über den grottigen DAB-Klang aufregt, sollte sich beim UKW-Hörgenuss vorher mal lieber die Ohren waschen. Davon abgesehen würden mir auch noch eine ganze Reihe von Webstreams einfallen, die ebenfalls nicht "unkomprimiert", sprich ohne vorher durch den Limiter gejagt zu werden, auf den Endkonsumenten losgelassen werden. Da man bei den Sendern davon ausgeht, das die Streams in der Regel per Handy oder Alexa-Mono-Stasibox gehört werden, sind diese nämlich genauso auf Lauthaut getrimmt und haben nur selten etwas mit ungetrüben Hörgenuss zu tun.
 
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Das alte DAB konnte klanglich sehr wohl mit UKW konkurieren, weil es technisch ganz anders aufgebaut war.
Mit 192 kbps Layer II und ohne Slideshow wars letztlich wie Astra Digital Radio. Mit gutem Codec also gut. DLF Kultur (bzw. dessen Vorgängerprogramme) haben mit 192 kbps Layer II die UKW-Sender zugeführt. Ists wem aufgefallen? Ja, Applaus klang matschig und manche Sprecher verzischelt. Wer diesbezüglich "Allergiker" ist, sollte es bemerkt haben. Inzwischen sind es 384 kbps Layer II in der UKW-Zuführung.

Aber schon 160 kbps Layer II bei DAB, was dann irgendwann nach 2000 mancherorts kam, weil man noch paar Programme mehr reinpressen wollte, hinterließen deutlich hörbare Spuren der Datenreduktion selbst im Autoradio. Und 128 kbps Layer II sind dann oft ziemlich kaputt, auch wenns beim ersten Eindruck teils noch erstaunlich gut klingt/klang (DLF, BBC Radio 1).

Da die Layer-II-Audios vom alten DAB problemlos als Stream am PC spielen, besteht die Möglichkeit, sowas probezuhören, noch heute: https://www.dabmonitor.com/12b-bbc-national-dab.html . Einfach die jeweilige m3u herauskopieren (hängt als Link hinter dem Servicenamen) und in den Player eigener Wahl stecken. Winamp und VLC spielen es. BBC 1 klingt gerade erstaunlich gut, BBC zischelt bei ebenfalls 128 kbps Layer II grauenvoll. BBC 3 hat derzeit 192 kbps und da wird es richtig brauchbar. 6music ist dann mit 128 kbps wieder dünn und schrabbelig. Das sind die originalen DAB-Streams.

DAB+ könnte das mit einer höheren Datenrate übrigens auch, wenn man es denn wollen würde.
DAB+ mit 128 kbps LC-AAC ohne Slideshow (= maximale Audio-Datenrate von ca. 113 kbps) kamen im großen EBU-Hörtest bissl schlechter als 192 kbps Layer II ins Ziel. Mit heutigen Slideshows wären dafür wohl eher 136 kbps LC-AAC anzusetzen. Der hr macht also zumindest auf dem Papier alles richtig, wie es klingt, weiss ich nicht, ist zwar auch im DABmon drin, aber AAC bekomme ich nicht korrekt abgespielt. Aus Bayern weiss ich aber, dass BR Heimat schon richtig gut klingen soll. Sind 128 LC-AAC brutto, netto also irgendwas um vielleicht 106 kbps.

Der Klang im allgemeinen ist bei den allermeisten UKW-Sendern inzwischen übrigens auch nicht viel besser, was schlicht und ergreifend an einer teils ganz scheußlichen Kompression, gepaart mit sinnfreier db-Anhebung liegt.
Allerdings... und ich habe den Eindruck, anlässlich des Sendernetzbetreiber-Wechsels, der teils schon im Soundprocessing als "all-inclusive"-Service ansetzte, ists eher noch schlimmer geworden. Vermutlich eifnach durch neuere Soundquetschen, die noch brutaler sind. Was mir da teilweise untergekommen ist, klang verzerrt wie Mehrwege-Empfang, sollte aber so sein. Packt man sowas mit dem gleichen Processing auf DAB+, kommt vor allem bei HE-AAC nur noch Rotz raus.
 
Mit heutigen Slideshows wären dafür wohl eher 136 kbps LC-AAC anzusetzen. Der hr macht also zumindest auf dem Papier alles richtig, wie es klingt, weiss ich nicht
Ich habe hier in Ludwigshafen den HR quasi vor der Haustür und kann dir sagen sie haben alles, aber auch wirklich ALLES richtig gemacht. Bis auf die 8kbps sinnfreien Unterschied zwischen HR2 und den anderen den so eigentlich auch niemand hört, ist auch alles tiptop. An der grossen Anlage ist das Signal über Kopfhörer dem UKW und SAT-Signal absolut ähnlich. Auch bei HR Info. Man könnte mich jetzt in nen Blind Test hocken, ich würde mit Sicherheit nicht rausbekommen, was DAB+, was SAT und was UKW (Rauschfreiheit vorrausgesetzt) ist beim HR.
DAB+ war vorher zwar auch gut aber jetzt ist es eben grandios. Es ist auch erstaunlich wenn man das mal mit dem SWR vergleicht. Bis vor 2 Jahren waren SWR und HR klanglich so ziemlich auf "Augenhöhe" (beide hatten 112/120kbps in LC AAC). Dann begann der SWR 2017 die Reduktion der Bitraten von 120 auf 112 in BW Anfang Mai und im November dann von 112 auf 96 in RLP bei den Popwellen (nur SWR2 hat man ursprünglich belassen wie es war, man hat's nur nochmal nachjustiert). Nach ca 1 Monat wechselte er dann auf HE-AAC v1 bei den Popwellen. Knapp ein einhalb Jahre später macht der HR den umgekehrten Weg und geht rauf auf satte 136kbps.
Und der Unterschied wenn man nun vom SWR zum HR schaltet, ist deutlich hörbar. Der SWR klingt im Vergleich deutlich heiserer und schäbt auch ein bisschen,,dennoch aber noch in nem guten Rahmen und nicht so wie der MDR. Aber der selbe Klang im Vergleich zum HR ist das nun nicht mehr. Das war vorher anders.
 
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Trotzdem ist es doch so, dass wenn man eine neue Technik einführt, für die die gesamte Hardware ausgetauscht werden muss, das Ergebnis zumindest besser und nicht mit Augenzugedrückt ungefähr ähnlich klingt. Beim TV mit HD und UHD ist das ja nun wirklich ein überzeugender Grund ein neues Grät zu besorgen. Wer kauft denn ein neues Radio, dem ich sage- hey klingt fast so gut, wie das 70 Jahre alte UKW, und wenn du das Radio an Fenster stellst und keine LED anschaltest, hast du vielleicht sogar störungsfreien Empfang, sofern du direkt im Ballungszentrum wohnst.
 
@megaK
Und genau deswegen hat DAB+ ja auch diese massive "Durchschlagskraft" in der Bevölkerung, die inzwischen zu EU-weiten Verboten reiner UKW-Empfänger, zu Kabelradio-UKW-Abschalteverfügungen usw. geführt hat, damit DAB+, wenn sichs schon nicht durchsetzt, dann doch wenigstens noch durhgesetzt werden kann.

Das Fehlen für die Bevölkerung wichtiger Programme (die großen Privaten, die in den jeweiligen Bundesländern ca. 50% der Hörfunknutzung ausmachen) in z.B. Sachsen oder Thüringen oder MeckPomm oder Niedersachsen kommt noch hinzu - vermutlich sogar noch schwerwiegender für die betroffenen Hörer.
 
Also ganz so isses ja nun nicht. In Sachsen tut sich nun offenbar doch was in Sachen landesweiter Muxx. Mal sehen was da am Ende rauskommt. Das die Endkunden es nicht wollen, weil die großen Privaten fehlen, nun ja, in Sachsen wären das nur Hitradio RTL und Radio PSR. Und ob es auf die beiden Sender tatsächlich ankommt, denke ich mal eher nicht. Da wird sich auch ziemlich viel eingeredet. Gerade Sachsen mit seinen beiden Mini-Muxxen in Leipzig und Freiberg zeigt letztlich recht eindrucksvoll, dass es vom Endkunden halt doch gewünscht und auch genutzt wird, allen Unkenrufen zum Trotz. Anfang 2020 wird in Chemnitz ein weiterer Muxx aufgeschaltet und Dresden hat schon vor längerer Zeit Interesse an einem Mini-Muxx angemeldet.
Der Punkt ist eher, dass man nicht mehr zielstrebig genug gegen Störer vorgeht, wie beispielsweise Hersteller von LED-Lampen, die ihre Produkte nicht ordnungsgemäß schirmen. Von dem ganzen Billig-Elektrokram aus Fernost fange ich gar nicht erst an. Wenn früher irgendein Elektrogerät den UKW-Empfang störte, konnte sich der Hersteller frisch machen. Heute juckt das keine Sau mehr, ums mal vorsichtig zu formulieren. Bei 5G wird es dann übrigens genau so lustige Störfelder aller Art geben, was schlicht und ergreifend am verwendeten Frequenzbereich liegt.
 
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Der Punkt ist eher, dass man nicht mehr zielstrebig genug gegen Störer vorgeht, wie beispielsweise Hersteller von LED-Lampen, die ihre Produkte nicht ordnungsgemäß schirmen.
Diese stören auch nicht nur den DAB+ Empfang, sondern sind auch noch zum Teil Lebensgefährlich, wie der YouTuber Zerobrain in seinen Videos immer wiedrr klar macht, wenn er solche Lampen zerlegt

DAB+ würde ich mir übrigens gern von FridaysFor Future als Argument zum Klimaschutz wünschen. Denn UKW Sender verbrauchen sehr viel mehr Energie, die man mit der sofortihen Abschaltung einsparen kann. Und nein das ist kein UKW Bashing sondern leider Realität.
Wo kann man denn Vorschläge für die Forderunfen von FFF einreichen?

Und dann wünsch ich lir endlich mal umweltbewusstere DAB+ Empfangsgeräte bei denen die Baterrien länger als 2 Wochen halten.
 
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DAB+ würde ich mir übrigens gern von FridaysFor Future als Argument zum Klimaschutz wünschen. Denn UKW Sender verbrauchen sehr viel mehr Energie, die man mit der sofortihen Abschaltung einsparen kann. Und nein das ist kein UKW Bashing sondern leider Realität.
Das ist erstmal richtig. Die Kehrseite ist aber, dass DAB+-Empfänger ganz erheblich mehr Energie verbrauchen als ein UKW-Empfänger. Du kannst den Test gerne machen. Während ein normales batteriebetriebenes UKW-Radio über Wochen und manchmal sogar Monate hinweg durchspielt, macht ein DAB+-Radio, das zudem nur halb so groß ist wie der UKW-Empfänger, nach wenigen Stunden schlapp.
 
Genau das ist mein Appell an die Industrie eben ENERGIESPARENDE Geräte auf den Markt zu bringen. Und ebenfalls sinds nicht nur allein die Geräte. Das Format HE-AAC trägt einiges zum Stromverbrauch bei. Hör auf den selben Geräten mal ein Programm in LC-AAC (falls bei dir verfügbar) oder UKW. Das Radio wird viel länger spielen. Kann man auch am Flimmern bei schwachen batterien sehen. Flimmern tuts nur bei HE-AAC bei schwacher Baterrie. Bei UKW und LC-AAC jedoch im gleivhen Zustand nicht, und dadurch hält das dann auch länger in diesen Modi.
Zumindest bei meinem DigitRadio 210 und bei meinem PEAQ PDR 050 konnte ich das genau so beobachten.
 
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Ganz so einfach isses leider nicht. UKW ist nichts weiter als eine schnöde Frequenzmodulation. DAB+ ist dagegen ein digitalisiert "verschachteltes" Signal, welches vom Empfänger wieder "entschachtelt" und analogisiert werden muss, damit es überhaupt hörbar ist. Dass das etwas mehr Strom benötigt als das simple Auffangen und Wiedergeben eines Signales von einer Trägerfrequenz, sollte klar sein. ;)
 
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