UKW-Aus: Kommt der "No-Deal-Brexit der Radioversorgung"?


Wer kauft denn ein neues Radio, dem ich sage- hey klingt fast so gut, wie das 70 Jahre alte UKW, und wenn du das Radio an Fenster stellst und keine LED anschaltest, hast du vielleicht sogar störungsfreien Empfang, sofern du direkt im Ballungszentrum wohnst.
DAB ist super. Jedes Mal wenn ein Bus vorbeifährt (also in der Großstadt alle 5-10 Minuten), geht bei mir der Ton am Radio aus. Dann bleibt der Sender für 8 Sekunden stumm bis sich das Gerät wieder fängt. Manchmal gibt es noch ein lautes Knacken als Lebenszeichen von sich und ich muss es aus- und wieder einschalten. Und das mitten in der Innenstadt in Sichtweite zum Fernsehturm. Soviel zum Thema Ballungszentrum.

Ganz tolle Sache dieses System...vor allem weil mein Internetstream weiterläuft wenn ein Bus vorbeifährt!
UKW auch, fängt nicht mal an zu rauschen. Mit dem selben Radio. Wo doch immer wieder behauptet wird DAB könnte mit einem Viertel bis Fünftel der Senderleistung den selben Radios abdecken wie UKW / FM. NICHT.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bedanke Dich bei dem ganzen Elektroschrott, der aus dem Reich der Mitte aller Reiskocher bei uns abgeladen wird. Dieser ganze Sondermüll müsste eigentlich spätestens am Zoll wieder kehrt machen, da keinerlei Werte eingehalten werden. Oftmals wird bei der Prüfung fürs CE-Zeichen alles richtig gemacht und nachher entscheidende Bauteile weggelassen, weil Geiz ja so goil ist. Ein Fall für die BNetzA eigentlich...das ganze Gelumpe.
 
Wo steht hier was von "14 Punkten" und 40%?

Ah, da:

- Radio-Empfangsgeräte für Sat/Kabel (DVB) legen deutlich von 23% auf 30% zu
->sind das die DVB-C-Radioreceiver für Kabelkunden?
- DAB-Geräteausstattung steigt von 15% auf 21%
- IP-Geräteausstattung steigt von 8% auf 9%

Und 100 - 30 - 21 - 9 = 40.

Blöd nur, dass die Rechnung sehr wahrscheinlich so nicht erfolgen darf. "Haushaltsausstattung" heißt nicht "Nutzung". Da gibt es nun also offenbar viele DVB-C-Kabelradios - damit kann man aber nicht im Auto hören und nicht in nicht-verkabelten Räumen (Küche, Werkstatt, Baustelle). Auch haben DAB+-Empfänger normalerweise UKW dabei und mitunter auch IP. Wie sauber das gezählt wird, bleibt ein Geheimnis. Die Summe bei solchen Zählungen ist üblicherweise > 100% wegen Mehrfachnennung.

Und wieviel Prozent der Radionutzung (Zeitbudget) auf die einzelnen Empfangswege entfallen, steht nicht dabei.

Dafür steht ja letztlich folgendes dort:

- UKW meist genutzte Empfangsart
- Anteil an UKW-Empfangsgeräte geht leicht zurück

"Meist genutzte Empfangsart" und "UKW-Nutzung 40%" sind ein Widerspruch.

Schau mal in den Digitalisierungsbericht 2019 Audio ab S. 29. Da schreibt man z.B. von Bayern, DAB+ wäre auf der "Zielgeraden". Und liefert eine Grafik, nach der 18,4% der Tagesreichweite Mo_Fr via DAB+ realisiert wird und 71,1% via UKW. So sieht also "Zielgeraden" aus.

oder S. 37: Haushaltsausstattung in Deutschland. UKW-Geräte 92%, Sat/Kabel 22,9% (stimmt nicht, ca. 90% Sat- und Kabel-Haushalte haben automatisch DVB-Radioempfang dabei), IP 12,3% (Stimmt auch nicht, oder haben 87,7% der Haushalte keinen Laptop, keinen PC mit Sound onboard und kein Smartphone?), DAB+ 22,7%.

Seite 39: DAB+ in RLP + Saarland 21,3% Haushaltsausstattung. Das ist leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 22,7%, der vor allem durch Bayern hochgeholt wird.

Seite 45: meistgenutzte Emfangsart bundesweit: UKW mit 68,7% seit 3 Jahren fast unverändert.

Und nun?
 
Zuletzt bearbeitet:
DAB ist super. Jedes Mal wenn ein Bus vorbeifährt (also in der Großstadt alle 5-10 Minuten), geht bei mir der Ton am Radio aus. Dann bleibt der Sender für 8 Sekunden stumm bis sich das Gerät wieder fängt. Manchmal gibt es noch ein lautes Knacken als Lebenszeichen von sich und ich muss es aus- und wieder einschalten. Und das mitten in der Innenstadt in Sichtweite zum Fernsehturm. Soviel zum Thema Ballungszentrum
Sagmal was für nen Billigschrott hast du denn? Sowas ist mir noch nie passiert. Nicht in Berlin, nicht in Frankfurt. Auch in Leipzig, Hamburg und München hatte ich immer top Empfang. Busse sind hunderte vorbeigefahren. Nix mit Störungen.

Manche Leute erwischen aber auch immer nur die Schwarzen Schafe der DAB+ Radios.

Oder du willst uns was unterjubeln wie einst der User DAB Stop hier.
 
So ein Quatsch:

"Vergleichbar ist das mit der Vinyl-Schallplatte, die sich trotz breitem, digitalem Umfeld für Musik weiter einer großen Beliebtheit erfreut. "

Vinyl läuft stabil auf sehr niedrigem Niveau - für Liebhaber, für Freaks, für "Audiophile", und als Kunst- und Sammlerobjekt. UKW läuft als Brot-und-Butter-Massenmedium auf extrem hohen Niveau. Das ist schon ein Unterschied.

Aber schauen wir doch mal, ob der Übergang für die meisten Nutzer von UKW direkt zu IP gehen wird. Oder ob aufgrund unerwarteter (?) gesellschaftlicher Änderungen noch vielleicht was ganz anderes passieren wird.

Und noch etwas kann aus dem teltarif-Text nicht kommentarlos stehengelassen werden:

"Bei der oben erwähnten Neuvergabe von UKW-Frequenzen in Hamburg zeigt sich aber auch gleich wieder eine Schwachstelle des alten Verbreitungsweges: sein Frequenzmangel. "

Ja klar. Bei DAB+ geht halt immer irgendwie noch einer rein. Zum Beispiel R.SA in Sachsen mit 56 kbps brutto, das sind 49,8 kbps netto, dann noch abzüglich Slideshow. Hurra...
 
Für Lieschen Müller klingt das vielleicht als müsse sie jetzt kein DAB-Radio anschaffen. 20232 ist noch lange hin, da geht schon einmal das eine oder andere Radio zwischenzeitlich kaputt.
Und dennoch gibt es den Engpaß. Wohin mit den ganzen zusätzlichen Programmen? Nur via IP? Wer einmal DAB genutzt hat weiß ob dessen Vorteile gegenüber einer reinen IP-Verbreitung eines zusätzlichen Programms. Details brauchen nicht an dieser Stelle wiederholt werden.
Richtig ist allerdings auch: DAB ist zu häufig die Quetschkommode wie von lg74 treffend festgestellt. Datenraten wie beim hr wären wünschenswert. Bleiben wir mal für einen besseren Überblick bei einem weit entwickelten Land, Bayern. Hier haben wir vier landesweite Bedeckungen, sogar schon endkoordiniert. Genau genommen läuft derzeit nur eine, die zweite besteht aus Regionalmuxe die teilweise noch auf eigene Kanäle überführt werden müssen. Es ist also noch deutlich Platz nach oben für eine bessere Audio-Qualität. Es gibt die Quetschkommode zu häufig. Ob sie kommen wird bleibt offen, es bleibt zu wünschen. Ich hoffe hier besteht Konsens.
Dennoch muß die Frage zulässig sein: Was ist besser praktikabeler: DAB-Quetschkommode oder ebenso hörbar gestörtes UKW? Oder gar IP was mobil das Volumen zusammenfrißt und für jedes zusätzliche Endgerät eines weiteren Vertrages bedarf?
 
Ich weiß nicht, ob die Frage nach dem "Praktikableren" die richtige ist. Die nach dem "Besseren" ist es sowieso nicht. Aber der Konsument entscheidet - und der stellt sich noch lange nicht Fragen nach "Praktikablerem" oder "Besserem" und entscheidet dann zwischen zwei Angeboten. Er entscheidet eher zwischen den Möglichkeiten, die er kennt und mit denen er regelmäßig, möglichst täglich zu tun hat. Medienkonsum funktioniert heute aber zunehmend weniger sortengetrennt auf unterschiedlichen Geräten.

Wer nach Übertragungsstandards fragt, fragt am Nutzerverhalten vorbei. Die derzeitige Entwicklungslinie lautet "Ein Gerät für alles" - und das ist nicht ein extra zu kaufendes DAB+-Radiogerät, sondern das Smartphone. Kopfhörer unterwegs und zuhause Bluetooth-Lautsprecher fürs Smartphone, fertig ist der Konsum. Wenn Radio hier mitspielen will, muss es aufs Smartphone kommen. UKW-Radio kann meins im Übrigen auch, DAB+ nicht und ist damit keine Ausnahme, bisher kann wohl nur das LG Stylus 2 DAB+.

Wenn Menschen quer durch alle Generationen, also von 14 bis 70, bei diesen Geräten sind und die Nutzung weiter steigt, dann sind das die Geräte, auf die Radio kommen muss. Ob UKW oder DAB+ - das wird dem Nutzer egal sein, sofern er es empfangen kann. Wer DAB+ will, sollte also schauen, dass er auf diese Geräte kommt.
 
Ja, und nach heutigem Stand wäre ein Smartphone DAB+/IP HybridTuner mit „seamless Blending“ für den Verbraucher das Beste.

Ob sich der „Wir hängen Alles an ein Netz“ Trend in eine reduntantere, sinnvolle Strategie ändern läßt?
Der durch Lobbyisten in die Politik getragene kommerzielle Druck aufs Frequenzspektrum wächst auf jeden Fall:
Regierung lehnt Sicherung der Frequenzen für DVBT2 bis wenigstens 2030 ab
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur via IP? Wer einmal DAB genutzt hat weiß ob dessen Vorteile gegenüber einer reinen IP-Verbreitung eines zusätzlichen Programms. Details brauchen nicht an dieser Stelle wiederholt werden.
Da gibts auch nichts großartig zu wiederholen, weil es praktisch keine Vorteile gibt.

Das Programmangebot auf DAB+ ist zwar nominell höher, als auf UKW, aber inhaltlich doch mehr oder weniger dasselbe. Statt fünf Hitdudlern auf UKW gibt es jetzt sieben oder acht, und der Rest ist mit Festplatten-Abdudlern gefüllt.

Via IP gibt es eine unendlich größere Vielfalt, auch dadurch bedingt, dass dort viele Idealisten senden, die nicht für die Werbekunden, sondern ausschließlich für die Hörer Programm machen.

Und last but noch least, inzwischen sind die mobilen Datentarife schon so mächtig, für 10€ bekommt man 3GB und mehr pro Monat, damit kann man wirklich ohne Probleme auch mobil Radio oder Streamingdienste hören, und die meiste Zeit ist man so oder so in einem kostenfreien WLAN.
 
@ exhörer
Die Frage ist, vielleicht bin ich in dieser Hinsicht zu konservativ, will ich 10 € pro Monat mehr bezahlen? Ich brauche nicht überall und immer eine Maximalversorgung an Programmen. Wenn ich dann wieder am Festnetz bin habe ich ja Internet zum Pauschaltarif. Dazwischen hätte ich aber gerne eine Versorgung die nicht ständig nach dem Einwurf von irgendwelcher Valuta schreit.
 
Und last but noch least, inzwischen sind die mobilen Datentarife schon so mächtig, für 10€ bekommt man 3GB und mehr pro Monat, damit kann man wirklich ohne Probleme auch mobil Radio oder Streamingdienste hören
Ich habe hier noch nen O2 Free S (2016). Den habe ich mal für 6 EUR / Monat (!!!) bekommen, weil sie froh waren, dafür meinen steinalten Genion-Tarif einkassieren zu können. Nach 2 Jahren habe ich freilich gekündigt und gefeilscht und ihn nochmal für 2 Jahre zu 8 EUR / Monat bekommen. Darf man eigentlich niemandem erzählen: da ist eine Allnet-Flat drin und die alte Roaming-Flat von O2, bei der auch die Schweiz inkludiert ist. Wenn ich bei den Eidgenossen bin (und das bin ich mindestens einen Monat im Jahr), nehme ich Anrufe aus Deutschland kostenlos entgegen und kann in Deutschland auch kostenlos anrufen. Sogar innerhalb der Schweiz sind Anrufe auf alle Netze kostenlos, sehr geil. Meine Genion-Homezonen-Nummer habe ich auch noch beibehalten.

Es sind 1 GByte Datenvolumen im Tarif und danach wird nicht etwa auf 64 kbps oder so abgeregelt, sondern es soll angeblich mit "bis zu" 1 MBit/s weiterlaufen. Das würde für Radiostreaming jeglicher Art ja vollkommen genügen. Habe es aber noch nie ausprobiert. Bin sehr datenfaul am Handy. Mir ist das alles zu fummelig und Radio höre ich entweder zu Hause stationär oder gar nicht. Müsste aber mit einem solchen Tarif prinzipiell funktionieren.
 
Oben