Unitymedia schmeißt Deutschlandradios raus


Sarkasmus hilft. Aber hilft nicht weiter. :)

Im Fall von DLF & Unitymedia sehe ich keinen technischen Fortschritt. Es betrifft nur einen kleinen Teil des Programmangebots und ein Vorlauf von wenigen Wochen ist viel zu kurz.
Ökologische Argumente (Elektroschrott) spielen sowieso keine Rolle.
 
Was für ein bescheuerter Vergleich, iro. Fakt ist, dass es sich um einen reinen Willkürakt von Unitymedia handelt, denn ob der Sender nun weiter ins (Kabel-)UKW umgesetzt wird oder nicht, dem Kabelbetreiber entstehen keinerlei zusätzliche Kosten und auch keine finanziellen Schäden. Ob da nun eine mehr oder weniger sinnfreie Endlosschleife mit halb gelogenem Text läuft oder ob man das Sendersignal umsetzt, es nimmt sich unterm Strich nichts. Und damit offenbart sich auch die ganze Schizophrenie des dt. Kabelirrsinns. Früher ging es mal um ein weitreichendes Angebot, um Service und Kundenfreundlichkeit. Heute interessiert der Kunde kein Stück mehr.
Die Idiotie von UM zeigt sich übrigens auch ganz nett bei den von Dosordie gepriesenen WLAN-Spots im UM-Netz, welche bei genauer Betrachtung eher kontraproduktiv sind als nützlich. Im 2,4 GHz-Bereich gibt es nunmal nur 14 Kanäle, um die sich bekanntlich nicht nur WLANs streiten, sondern noch jede Menge andere elektronische Geräte wie zum Beispiel Funkfernsteuerungen oder Funkthermometer. Nehmen wir ein ganz normales Durchschnittsmehrfamilienhaus, in dem nur jeder Zweite sein eigenes WLAN nutzt und und von mir aus jeder 3. sein WLAN ausserdem als Hotspot zur Verfügung stellt, und schon sind die 14 Kanäle knüppelvoll. Ergebnis: Man behindert sich gegenseitig statt einen Nutzen zu erzielen. Vom Datenschutz fange ich gar nicht erst an. Es finden sich im Netzt nämlich interessante Aspekte zu diesen UM-Hotspots... das würde hier jetzt aber zuweit führen. Und die theoretischen 430 MBit Geschwindigkeit sind auch ganz nett. Praktisch braucht man dazu aber auch als erstes eine WLAN- bzw. LAN-Karte in Rechner, die mit dem Datendurchsatz auch umgehen kann, nebst entsprechend schneller, weiterer Hardware. Ein schneller Ansschluss heißt nämlich noch lange nicht, dass er auch schnell ist. Der Kunde will hier und da halt gerne verarscht werden - nicht mehr und nicht weniger.
 
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Was für ein bescheuerter Vergleich, iro. Fakt ist, dass es sich um einen reinen Willkürakt von Unitymedia handelt, denn ob der Sender nun weiter ins (Kabel-)UKW umgesetzt wird oder nicht
Fakt ist aber auch, daß die geplante SD-TV-Abschaltung ein reiner Willkürakt von KEF und ARD/ZDF ist...
Ebenso eigenartig finde ich, daß hier kategorisch die Möglichkeit ausgeschlossen wird, daß die Auskabelung wirklich auf Wunsch des DLR geschieht - im Zuge der Entwicklungsgarantie der Ö-R.
SD wird doch auch nur wegen des Geldes abgeschaltet, warum kann das nicht auch beim unverhältnismäßig teuren Kabel der Fall sein? Wenn ich jetzt die KEF wäre, würde ich auch sagen: liebes DLR, schaltet die Kabelverbreitung ab, für gerade einmal 27,5 Hörer ist der Spaß zu teuer. Ging doch bei der Mittelwelle auch...
 
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Beim SD wird es sich verhalten wie bei UKW. Das gibt es noch mindestens die nächsten 20 Jahre, da die Privaten genau wissen, dass sie weit über die Hälfte ihrer Zuschauer verlieren, wenn sie die SD-Verbreitung einstellen, da es HD bekanntlich nur verschlüsselt gibt. Bei den Öffis ist es relativ egal, da sie so oder so frei empfangbar sind und der technische Fortschritt, sprich einen TV der mindestens HD kann, sollte inzwischen in so ziemlich jeden Haushalt vorhanden sein. Schließlich hörst du ja auch nicht mehr mit der Goebbels-Schnauze Radio, oder?

eigenartig finde ich, daß hier kategorisch die Möglichkeit ausgeschlossen wird, daß die Auskabelung wirklich auf Wunsch des DLR geschieht
Weil das DLR einen Grundversorgungsauftrag hat.
 
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Ich hatte gestern Abend eine E-Mail an Deutschlandradio geschrieben. Mal schauen ob und wenn ja was kommt
Heute erhielt ich die folgende Antwort von DeutschlandRadio:

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir bedauern, dass Sie unsere Programme seit dem 22. Januar nicht mehr über das Kabelnetz von Unitymedia empfangen können.

Die einseitige Ankündigung von Unitymedia vom 14.01.2019, die Programme von Deutschlandradio zum 22.01.2019 aus seinem Kabelnetz zu entfernen, nehmen wir zur Kenntnis. Davon betroffen sind ausschließlich Baden-Württemberg, Hessen und NRW. Wir bedauern diesen Schritt und prüfen derzeit das weitere Vorgehen. Digital sind die drei Deutschlandradio-Programme weiterhin über DAB+, Internet und Satellit verfügbar, Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur darüber hinaus in vielen Regionen auch wie bisher über UKW. Auch die übrigen Kabelnetzbetreiber verbreiten die Programme von Deutschlandradio nach unserer Kenntnis weiter.

Als öffentlich-rechtlicher Rundfunkanbieter hat für Deutschlandradio der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eine hohe Priorität. Wo immer es möglich ist, entlasten wir die Beitragszahler. Wir schließen deshalb keine Verträge mit Unternehmen, deren Bedingungen nach unserer Auffassung vor dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit keinen Bestand haben.

Das Signal unserer Programme stellen wir sowohl Unitymedia als auch allen anderen Anbietern grundsätzlich zur Verfügung. Ob Unitymedia hiervon Gebrauch macht, liegt in der Verantwortung dieses Unternehmens. Ebenso ist es die Verantwortung von Unitymedia, die rechtlichen Vorgaben zur Übertragung bestimmter Hörfunkprogramme zu erfüllen.

Unter folgendem Link können Sie die weiteren Empfangsmöglichkeiten einsehen:

https://www.deutschlandradio.de/frequenzen-suchen.212.de.html


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Hörerservice

Deutschlandfunk
Raderberggürtel 40, 50968 Köln

Deutschlandfunk Kultur
Hans-Rosenthal-Platz, 10825 Berlin

Deutschlandfunk Nova
Raderberggürtel 40, 50968 Köln

Tel. 0221.345 18 46
Fax 0221.345 18 39

mailto:hoererservice@deutschlandradio.de
http://www.deutschlandradio.de/kontakt

Des Weiteren habe gestern eine E-Mail an die Landesmedienanstalt Hessen geschickt. Mal schauen was die Antworten. Bin mir da nicht sicher, ob die überhaupt zuständig sind
 
sprich einen TV der mindestens HD kann, sollte inzwischen in so ziemlich jeden Haushalt vorhanden sein.
Ist aber nicht der Fall! (In meinem: meine TV-Karte kann nur SD-TV; für HD-TV müsste ich einen neuen Rechner kaufen. Will ich aber nicht. Wenn die ÖR nur noch HDTV ausstrahlen, ist das Thema lineares Fernsehen für mich endgültig beendet, daß die Privaten weiterhin in SDTV senden ist relativ egal für mich - ich nutze sie sowieso nicht! Aktuelles werde ich dann wohl über Mediathekview abgreifen, mit Film und Serie kann ich mich noch für die kommenden 20 Jahre aus eigenen Festplattenbeständen versorgen.)

Weil das DLR einen Grundversorgungsauftrag hat.
Der besagt aber nicht, daß ein bestimmter Verbreitungsweg genutzt werden MUSS.
Davon abgesehen ist die Versorgung ja weiterhin per UKW, DAB+ und Internet (sowie Astra) gegeben. Mindestens einen der 3 Wege wird jeder Kabelnutzer empfangen können, niemand bleibt unversorgt.

Nichtdestotrotz:
Must-Provide wird vom DLR erfüllt.
Must-Carry (ohne vorhandene Entgeltregelung) wird von Unitymedia nicht erfüllt
Must-Pay ist ein Gebiet für Rechtsverdreher.
https://www.ard.de/download/397936/...gen_fuer_oeffentlich_rechtlichen_Rundfunk.pdf
 
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für HD-TV müsste ich einen neuen Rechner kaufen
Das mußt du selbstverständlich nicht. Die alte TV-Karte kommt raus und eine neue, die HD kann, rein. Fertig. HD-fähige TV-Karten für den PC die auch was taugen, gibts ab 30 Euro. Und das ist nun nicht die Megainvestition. Im Zweifel tuts auch ein TV-Stick, der einfach nur in einen freien USB-Port gesteckt wird.
Wer dir erzählt, dass für HD ein neuer Rechner her muss, will dich über den Tisch ziehen!
 
Das mußt du selbstverständlich nicht. Die alte TV-Karte kommt raus und eine neue, die HD kann, rein. Fertig. HD-fähige TV-Karten für den PC die auch was taugen, gibts ab 30 Euro. Und das ist nun nicht die Megainvestition. Im Zweifel tuts auch ein TV-Stick, der einfach nur in einen freien USB-Port gesteckt wird.
Wer dir erzählt, dass für HD ein neuer Rechner her muss, will dich über den Tisch ziehen!
Nee, so einfach ist das leider NICHT. Der Rechner ist leistungsmäßig nicht in der Lage, HDTV zu verarbeiten. Schon MP4-HD-Videos aus einer aktuellen Kamera schafft er nicht mehr... Vom freien USB-Port ganz zu schweigen... Dazu müsste die HDTV-Karte dann auch noch Treiber für Win XP Pro mitbringen...
Das wird also schon eine größere Investition (die Kiste soll dann ja auch wieder etwa 15-20 Jahre laufen - mit hochwertigen Komponenten), und dazu kommt dann noch, daß ein Win 10 als Betriebssystem die zuverlässige Nutzung als PVR leider unmöglich macht (aufgrund der Zwangsupdates mit Zwangs-Herunterfahren - für das Problem gibt es aber möglicherweise jetzt eine Lösung namens "dontsleep.exe", wird grad auf dem Win10-Laptop getestet...).
Ich habe übrigens einen ganz ausgezeichneten Computerbauer vor Ort, wo ich mir meine Rechner aus ausgewählten Komponenten zusammenbauen lasse. Auch auf der Arbeit hatte ich Geräte von dort im Einsatz. Mir ist noch nie ein Rechner aus dieser Schmiede kaputtgegangen (abgesehen von einem Netzteil, welches mal ausgetauscht werden musste), wenn, dann musste ich sie immer nur aus dem Grund ausrangieren, daß sie technisch total veraltet waren... der jetzige läuft seit 2003(!) im 24/7-Dauerbetrieb!
 
Wenn ich jetzt die KEF wäre, würde ich auch sagen: liebes DLR, schaltet die Kabelverbreitung ab, für gerade einmal 27,5 Hörer ist der Spaß zu teuer. Ging doch bei der Mittelwelle auch...
Aus genau dem Grund hat das DLR ja den Vertrag über die Einspeisevergütung gekündigt.
Weil es nicht einzusehen ist, dass UM mit zugeliefertem Programm doppelt verdient.
Die Einspeisevergütung ist ein Relikt aus der Gründerzeit des Kabelfernsehens und sollte den Ausbau mitfinanzieren.
 
Gegen einen verfassungswidrigen Zustand müssen die Aufsichtsbehörden aus eigener Initiative und sofort einschreiten. Wozu ich dieLandesmedienanstalten in Baden-Württemberg, Hessen und NRW hiermit auffordere.
Hat eigentlich schon jemand eine Reaktion von einer Landesmedienanstalt auf die Ausspeisung von DLF und DLF Kultur bekommen? (DLF Nova hat ja keinen Must-carry-Schutz).

SD wird doch auch nur wegen des Geldes abgeschaltet, warum kann das nicht auch beim unverhältnismäßig teuren Kabel der Fall sein? Wenn ich jetzt die KEF wäre, würde ich auch sagen: liebes DLR, schaltet die Kabelverbreitung ab, für gerade einmal 27,5 Hörer ist der Spaß zu teuer. Ging doch bei der Mittelwelle auch...
Abgesehen davon, dass es nach meiner Rechnung (bei der bislang keiner in der Sache widersprochen hat, nur "kann nicht sein") gut zehntausendmal so viele Leute sind, die betroffen sind, hat die KEF ja bereits seit 2012 den Kabelgroschen aus der Vergütung abgezogen, und das Deutschlandradio hat entsprechend gekündigt. Der Casus cnaxus ist, dass nach meiner Rechtsauffassung (und der zahlreicher anderer) Unitymedia weiterhin verpflichtet ist, die Programme einzuspeisen, das Unternehmen sich aber weigert, und das DRadio offenbar zögert, seinen Anspruch rechtlich durchzusetzen.

Ob ich als Hörer ein Induvidualklagerecht aufgrund der Must-Carry-Regelung hätte? Da bin ich zuwenig Jurist für.
 
@freiwild
Ich denke das ist juristisch einfach noch nicht durchgefochten. Also nur zu. :D

Ich vermute die höchstrichterliche Rechtssprechung steckt mental noch in Zeiten, als die Öffentlich-Rechtlichen, mit eigenen Sendeanlagen technisch 99 % der Gebührenzahler erreichten. Bzw. eine staatseigene Bundespost Sendeanlagen für Deutschlandfunk und ZDF, sowie BreitbandKabelnetze betrieb. Das aktuell detaillierteste ist wohl, wenn auch von ARD & ZDF betellt:

Interessant wäre es gewesen, wenn nicht nur ein öffentlich-rechtliches Radio einen Empfangsweg für 5 % bis 10 % nicht mehr bezahlt, sondern aus "Gründen der gebotenen Sparsamkeit" einen Empfangsweg, den eine deutliche Mehrheit der Hörer nutzt - so wie es in den ostdeutschen Bundesländern im UKW Streit im Raum stand. Ob der Verweis auf fast überall vorhandenen InternetEmpfang vor dem Verfassungsgericht ausreichend wäre??

Eine Lehre könnte jetzt bereits sein, dass Öffentlich-Rechtliche ihre Distributionskanäle am besten in eigenem Besitz und eigenem technischen Zugriff halten.
 
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und das DRadio offenbar zögert, seinen Anspruch rechtlich durchzusetzen.
Nun ist aber die Frage: hat das DLR überhaupt einen rechtlich durchzusetzenden Anspruch? Eigentlich hat doch nur der Kabelnetzbetreiber eine rechtliche Verpflichtung, die aber wohl von Gesetzgeber und Aufsichtsbehörde einzufordern ist und nicht vom in keinerlei Vertragsbeziehung zum Kabler mehr stehenden DLR, der wiederum seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommen muss (und das auch macht), ein Signal zur Verfügung zu stellen.
 
430 MBits erreiche ich natürlich nur mit direkt verbundenen Geräten per Kabel an der Horizon Box. Ich hätte auch gar nicht so eine Hirnrissig hohe Downloadrate, wenn das Paket kostentechnisch nicht genau so teuer gewesen wäre, wie das Kleinere davor.

Naja ich weiß ja nicht ob der Service beim Kabelanschluss früher besser war, als er noch zur Telekom oder später iesy gehörte. Ich habe dort den Kundendienst als ziemlich unfreundlich in Erinnerung. Man hat da halt nie anrufen müssen, weils ja sowieso nur Fernsehen und Radio analog gab und da auch nicht zur Debatte stand irgendwelche Tarife zu wechseln.

So richtig im Vorteil war der Kabelanschluss doch tatsäschlich nur bis Mitte der 90er, wo die Sender noch von mehreren Satelliten und terrestrisch zugeführt wurden und man über Satellit nur mit viel Aufwand all diese Programme zu empfangen.

Da wird doch einiges romantisiert, denn wenn die Straße vorm Haus nicht sowieso aufgerissen werden sollte, weil die Post den Anschluss von sich aus verlegen wollte, wurde eine Gebühr im 4 stelligen Bereich fällig.

Schön war halt immer der Komfort, dass man keinen Receiver brauchte. Letztendlich war das Bild aber mit einer guten Satanlage besser, im Kabel musste ja Alles doppelt moduliert werden.

Über die Sache mit dem Router habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, letztendlich ist das aber ja zwangsläufig so, weil andere Anbieter es genau so machen und sowieso jeder sein eigenes WLAN hat. Soweit ich weiß können Horizon Box und Connect Router aber beide 2,4 und 5 GHz und man kann das auch ein und abschalten, je nachdem wo mehr los ist und was für Geräte man hat.

Probleme mit dem WLAN habe ich aber eigentlich nicht. Allerdings hat meine Freundin mit ihrem Huawei immer wieder ein sehr langsames Internet über WLAN, ich habe ein iPhone 7, damit geht das eigentlich recht zuverlässig. Kann natürlich sein, dass das irgendwie mit einem verstopften Netz zu tun hat.

LG Tobi
 
Bevor ich andere persönlich angreife tät ich mich selber vorher mal informieren.
Auf 101,6 sendet direkt daneben von Helgoland Radio Bob, das frühere Nora.

Helgoland ist komplett autofrei. Es gibt dort also KEINE Autoradios, die so einen Abstand sehr gut trennen können. Auch gibt es da keinen Mediamarkt oder Saturn. Hochwertige Elektrotechnik (Heimkino, usw.) kann also nicht vor Ort gekauft werden sondern muss wegen der Insellage teuer mit dem Schiff antransportiert werden! Zudem kommt das die Bevölkerung in Helgoland überwiegend höheren Alters ist weil die jungen Leute nach der Schule aufs Festland ziehen und nach dem Studium dort berufsmäßig bleiben (müssen).

Gehört wird auf der Insel also wohl fast ausschließlich über irgendwelche Küchenradios mit Drehknopf oder Billig-Stereoanlagen im Wohnzimmer. Bietet sich ja auch an bei wenigen 100Meter Luftlinie zum Sender. Da rauscht nix.

Beim Einkauf geht es vor allem um die Größe, sprich darum was möglichst billig als Paket auf die Insel geschickt werden kann. Auch die Post kommt da mit dem Dampfer. Solche Geräte oft im Preissegment zwischen 20 und 50 Euro schaffen es nicht, wenige 100 Meter von einem Sender entfernt einen Nachbarkanal sauber zu trennen, geschweige denn dass die ein Signal aus Bremen (107,1) oder Niedersahcsen (101,8) überhaupt ohne Rauschen darstellen können. Vor allem nicht im Unterland, ein Blick auf die Höhenunterschiede auf einer Karte reicht da wohl. Da ist der Felsen vom Oberland im Weg. Kabel gibt es wie gesagt auf der Insel gar nicht.
 
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Hochwertige Elektrotechnik (Heimkino, usw.) kann also nicht vor Ort gekauft werden sondern muss wegen der Insellage teuer mit dem Schiff antransportiert werden!
Da kannst Du vor Ort kaufen: EP:Würtz Inh.Sönke Würtz, Hörnumer Straße 315, 27498 Helgoland
Und hast dabei zusätzlich den Vorteil, daß Du keine Märchensteuer zahlen musst. Das dürfte den Frachtkostenanteil bereits wieder ausgleichen. Du kannst alles benötigte dort kaufen, manchmal muss es aber erst bestellt werden.

Im aktuellen Prospekt gibt es auch ein DAB+-Radio von panasonic für 59,99 €.

Man kann aber natürlich auch einfach online bei amzn bestellen - und zahlt als Helgoländer dann ebenfalls keine MwSt.

Nur weil man Insulaner ist, muss man sich noch lange nicht mit minderwertiger Elektronik zufriedengeben.

Beim Einkauf geht es vor allem um die Größe, sprich darum was möglichst billig als Paket auf die Insel geschickt werden kann.
Die Frachtkosten bei Cassen Eils sind relativ human...
bis 10 kg mal gerade 4,50€ / bis 20 kg 7,50€ und bis 50kg 15€.
Sogar in Fahrrad kann für 9€ nach Helgoland transportiert werden - allerdings ist das Fahrradfahren dort verboten (nur Kinder dürfen von Oktober bis April).
 
Hilfe, wo sind wir gelandet?

gerade auf einer wohlhabenden Urlauberinsel dürfte man sich zu helfen wissen, an alles mögliche zu kommen. Da müssen auch keine UNO-Blauhelme DAB-Kurbelradios aus Flugzeugen abwerfen.

Ein kurzer Blick auf Luftbilder zeigt mir auch genug Satschüsseln. Das dürfte dort für Privatpersonen einfacher sein als in mancher Unitymedia-geschädigten Wohnanlage, in der man nichts eigenes installieren darf und nun ggf. keinen Empfang von DLF oder DLF Kultur mehr hat, wenn man nicht auf DAB zurückgreift.
 
Ich vermute die höchstrichterliche Rechtssprechung steckt mental noch in Zeiten, als die Öffentlich-Rechtlichen, mit eigenen Sendeanlagen technisch 99 % der Gebührenzahler erreichten. Bzw. eine staatseigene Bundespost Sendeanlagen für Deutschlandfunk und ZDF, sowie BreitbandKabelnetze betrieb.
Es gibt das BGH-Urteil von 2015, in dem der Bundesgerichtshof die Argumentation der Kabelnetzbetreiber zerschoss, "Must-Carry" würde nicht die Kabelnetzbetreiber verpflichten, die Programme ohne Vertrag einzuspeisen, sondern die Rundfunkanstalten, einen kostenpflichtigen Einspeisevertrag abzuschließen.

Dadurch, dass die Kabelnetzbetreiber bislang die Strategie verfolgt haben, die Anstalten zu einem Abschluss zu zwingen und dadurch bislang freiwillig die Must-Carry-Regelungen eingehalten haben, gibt es bislang kein Urteil dazu, ob eine Ausspeisung von Must-Carry-Programmen, wenn es keinen Einspeisevertrag gibt, rechtlich zulässig wäre.

Ich frage mich ernsthaft, warum ARD&ZDF jahrelang gekämpft haben, sich zu 90% durchgesetzt, und dann doch, ohne Not, klein beigegeben haben, und den Konflikt mit den Kabelnetzbetreiber zu deren Gunsten und zu Lasten der Gebührenzahler mit deren Geld zugeschüttet. Wenn ich spekulieren müsste, vermute ich, dass ein bestimmter Kölner Rundfunkintendant, dessen Schreibtisch sich nicht am Raderberggürtel befindet, hier eine ungute Rolle gespielt hat. Betreffende Person hat schließlich schon in einer anderen Angelegenheit Fakten zum eigenen Schaden geschaffen, dies mit einem in der Realität nicht existenten Urteil begründet, und am Ende für nichts Verantwortung übernommen. (Zur Belohnung wurde er drei Monate später für eine neue Amtszeit wiedergewählt. Aber ich schweife ab.)
 
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Hilfe, da bekommt man ja Hirnmuchte! Wer soll das denn verstehen oder auch nur lesen?
Nicht verzagen, Jura studieren. ;) In dem Gutachten steht im wesentlichen mit Stand 2013 drin, dass
  1. die innerstaatlichen Must-Carry-Regelungen mit dem Recht der Europäischen Union (EU-/AEU-Vertrag, EU-Grundrechtecharta, Universaldienstrichtlinie) und mit den deutschen Verfassungsrecht vereinbar sind und
  2. dass sich der Kabelnetzbetreiber nicht aussuchen kann, ob er ein Must-Carry-Programm einspeist oder weglässt.
Zu letzterem gibt es mehrere Fundstellen in dem Gutachten, ich zitiere mal das Fazit auf Seite 103:
Die durch das öffentliche Rundfunkrecht hoheitlich auferlegten Must-Carry-Pflichten zur ununterbrochenen Einspeisung und Durchleitung der Angebote mit Must-Carry-Status stehen nicht zur Disposition der Kabelnetzbetreiber, die der gesetzlichen Anordnung dieser Pflichten vielmehr unterworfen und sie zu befolgen jederzeit verpflichtet sind. Die Erfüllung dieser im Vertikalverhältnis auferlegten Pflichten darf daher nicht zur Durchsetzung vermeintlicher Entgeltansprüche der Kabelnetzbetreiber gegen die Must-Carry-Begünstigten auf der horizontalen Ebene verweigert oder (vorübergehend) „ausgesetzt“ werden.
Ich glaube, dieser Standpunkt ist auch im Forum mehrheitsfähig.

Da ich weiter gegraben habe: Meine Glaskugel sagt, das DLR würde gerne ins Kabel zurückkehren, aber nicht zu den Konditionen, die UM sich wünscht. Ich bin sehr gespannt, wie sie die Kuh vom Eis bekommen, DLR und UM.
 
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Antwort vom Deutschlandradio Hörerservice. Gleicher Inhalt, neuer Text:

vielen Dank für Ihre Mail.

Es tut uns leid, dass Sie derzeit mit Empfangsschwierigkeiten zu kämpfen haben und wir können Ihre Verärgerung nachvollziehen. Wir möchten Sie zumindest kurz über den aktuellen Stand informieren, soweit das bei einer laufenden rechtlichen Auseinandersetzung möglich ist:

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat am 22. Januar 2019 die Verbreitung der Deutschlandradio-Programme in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen eingestellt. Wir bedauern diesen einseitigen Schritt und die damit verbundenen Empfangsprobleme für die Hörerinnen und Hörer von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova.

Für Sie als Hintergrund: Deutschlandradio stellt das Signal seiner drei bundesweiten Programme grundsätzlich allen Netzanbietern, also auch Unitymedia, zur Verfügung. Die Netzanbieter sind dafür verantwortlich, ihre rechtlichen Vorgaben zur Übertragung bestimmter Hörfunkprogramme zur Wahrung von Angebots- und Meinungsvielfalt zu erfüllen. Kostenpflichtige Verträge können wir nur dann abschließen, wenn sie sich nach dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gegenüber der Allgemeinheit und den Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern rechtfertigen lassen.

Seien Sie versichert, dass wir gerne wieder im Kabelnetz vertreten sein wollen, aber eben nicht zu jedem Preis. Zum UKW-Empfang: gerade weil der Empfang in mehreren Bundesländern nicht flächendeckend funktioniert, setzen wir in unserer Verbreitung auf den neuen Radiostandard DAB-plus. Der Grund dafür ist recht simpel: als Deutschlandradio 1994 gegründet wurde, waren die meisten UKW-Frequenzen bereits vergeben.

Wir hoffen, Sie bleiben uns trotzdem gewogen und finden bald wieder eine Möglichkeit, unsere Programme zu hören – unterwegs oder zuhause.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Hörerservice

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mailto:hoererservice@deutschlandradio.de
http://www.deutschlandradio.de/kontakt
 
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Ich frage mich ernsthaft, warum ARD&ZDF jahrelang gekämpft haben, sich zu 90% durchgesetzt, und dann doch, ohne Not, klein beigegeben haben, und den Konflikt mit den Kabelnetzbetreiber zu deren Gunsten und zu Lasten der Gebührenzahler mit deren Geld zugeschüttet
Stand doch im Urteil drin. Es kam zu einer Zurückverweisung an das OLG, weil dort nicht hinreichend geklärt worden war, ob die ör Anstalten wettbewerbsrechtlich sauber aufgetreten waren. Und um solche Unsicherheiten zu beheben, muss man sich einigen. Damit war die Klage in der Hauptsache erledigt. Deshalb kam es dann zu keinem OLG-Urteil mehr. Und es ging nur um ARD und ZDF, das DLR war die ganze Zeit außen vor und hat sich dem nicht angeschlossen. Nunmehr hat beim DLR der Intendant gewechselt, und der darf sich nun um die unerledigten Probleme kümmern, die er von seinem Vorgänger geerbt hat.
 
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