Unitymedia schmeißt Deutschlandradios raus


Der hat aber (zum Glück) auch keine eigene Sendung!
Warum zum Glück? Die spitze Feder von Heinemann ist doch wirklich nötig, damit seine Gesprächspartner aus ihren Versatzstücken hervorkommen und auch mal eine Position beziehen. Und wenn man dann noch einen Querschläger wie Cohn-Bendit in der Sendung hätte, das würde es sehr lebhaft werden. So soll Radio schließlich ja auch sein.
 
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Man halte sich vor Augen, dass bis in die 80er (?) der DLF an einigen Kabelkopfstellen auf AM empfangen (da kein UKW-Signal verfügbar) und in AM-Qualität eingespeist wurde. Und heute wird er "ausgespeist". Von Fortschritt kann man da nicht sprechen....
 
Nicht nur in den 80ern, sondern bis tief in die 90er hinein.

Ab 1989 wurde der DLF per DSR auf Satellit verbreitet (ggf. schon früher; ich weiß nicht, welche Programme in der Pilotphase von 1984 bis 1989 im DSR-Paket sendeten), und dieses DSR-Paket wurde auch als solches in den Kabelnetzen verbreitet. Von daher war die Einspeisung via Mittel- oder Langwelle ab da eigentlich völlig unnötig. Aber noch 1995/1996 (?) war es zumindestens bei einem mir bekannten Kabelnetz in Oberbayern immer noch so. Das ist mir vor allem deshalb erinnert ich, weil das AM-Signal, das als Quelle diente, stark interferenzbelastet war, während ich selbst bei direktem AM-Empfang ein vergleichsweise sauberes Signal einstellen konnte.
 
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Ich bin dafür, dass jedes Kabelnetz über 100 Teilnehmer den Deutschlandfunk in AM auf 153 kHz auskabeln muss.

Weiterhin ist das Programm des Deutschen Fernsehrundfunks, ersatzweise das Hauptprogramm der ARD, im Nipkow-180-Zeilen-Sprungverfahren auszukabeln.

Daniel Cohn-Bendit soll im Wechsel mit Margot Honecker täglich eine Stunde im Deutschlandfunk auf Sendung gehen. Sollten beide verhindert sein, geht die Sendezeit an andere bedeutende Staatsmänner und -Frauen wie Sigmar Gabriel, Lothar de Maizière oder Joschka Fischer.

Auf Anfrage sende ich den Link zu meiner Petition.
 
Dafür musst Du den Sender auf 153kHz aber erst wieder in Betrieb nehmen...wird nur schwierig ohne die passende Antenne.
Übrigens kein Witz: Vor 35 Jahren wurde teilweise die Deutsche Welle von Kurzwelle abgenommen und im Kabelnetz übertragen. Man karrte alles an Programm an, was irgendwie zu kriegen war, um den Kabelanschluss attraktiv zu machen. An hoch gelegenen Standorten wurden an den FMTs Richtantennen gestockt aufgebaut und dann über Richtfunkstrecken weitergeleitet. Das waren noch Zeiten...
 

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
Das war bei uns aber auch lange Zeit so. Hier wurde hr MW bzw später hr Chronos noch sehr lange - vielleicht sogar bis zum Schluss auf Kabel FM in AM Qualität übertragen.

Es gab auch einige Programme, die nur in Mono zu empfangen waren, z.B. AFN Frankfurt. Wurde wohl auch analog per Antenne zugeführt und später wohl Digital, klang dann aber wie ein 64 kbps mp3. Ich weiß gar nicht ob der Sender noch im Kabel ist, bzw ob es ihn noch gibt.

LG Tobi
 
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[OT] Ich trauere AFN "Frankfort" sehr nach: Den Sender gibts noch, der strahlt aber DLF aus - (...)[/OT]
Na ja, so ganz OT ist das ja nicht, denn Unitymedia hat ja lange Zeit nicht realisiert, dass es am Grossen Feldberg einen Programmwechsel gab, mit dem Resultat, dass zumindest hier im Rhein Main Gebiet im Kabel auf der ehemaligen AFN-Frequenz 105,15 MHz der DLF mit RDS-Kennung "AFN-F" ausgestrahlt wurde.

Es ist bedauerlich, dass Unitymedia dieses dann doch irgendwann nach langer Zeit realisiert hat, denn es wäre witzig gewesen, wenn sie die 104,05 MHz (DLF) "auskabeln" aber gleichzeitig die 105,15 MHz mit der 98,7 MHz als Zuführung weiterhin "durchkabeln", dann wäre der DLF erhalten geblieben ;)
 
So ein Artikel zeigt aber auch, wie die defensive PR-Strategie des DRadio fehlschlägt, weil man so Unitymedia die Deutungshoheit überlässt.

In der Sache hat der Autor der Badischen Zeitung den Kern der Auseinandersetzung überhaupt nicht verstanden. So erwähnt er, als wäre es eine nun als Licht gekommene Neuigkeit, dass die Rundfunkanstalten ja die Einspeiseverträge gekündigt haben. Ja wer denn sonst? Auch waren die Öffentlich-Rechtlichen keineswegs "erfolglos vor Gericht", sondern haben sich im Gegenteil in den meisten Verfahren durchgesetzt; ihr Recht zur Vertragskündigung wurde vom BGH ausdrücklich bestätigt. Das Problem war ihre *gemeinsame* Kündigung, die wohl gegen das Kartellrecht verstieß, so zumindest das OLG Düsseldorf. Die Frage der Einspeisepflicht ohne Vertrag qua Must-Carry, ist bis heute gerichtlich ungeklärt. Deswegen ist es auch ironisch, wenn der Autor dann erwähnt, dass ARD&ZDF bei ihrem neuerlichen Abschluss das Deutschlandradio vergessen hätten - die Forderung nach seperaten Verträgen war doch gerade das, was das OLG Düsseldorf verlangte.

Dass der Autor nicht die Sinnfrage der doppelten Finanzierung der Kabelnetzbetreiber stellt, im Gegenteil die Umschichtung von Einspeisegebühren in Programmaufwendungen ernsthaft als "Sparen auf Kosten des Gebührenzahlers" kritisiert und dann auch noch einen Zusammenhang zu DVB-T2 konstruiert, mit dem das Deutschlandradio nun wirklich gar nichts zu tun hat, lässt mich eher an einen Wütburger als an einen Journalisten denken, der diese Zeilen verfasst hat.
 
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War das wirklich so? Ich höre Kabel seit 1987, und der DLF wurde damals schon per Satellit abgegriffen, während WDR 2 und 3 terrestrisch über den Frankfurter Fernsehturm eingespeist wurde. AM auf Kabel-UKW gab es im Rhein-Main-Gebiet nicht.
Doch gab es. Die MW 594 wurde hier auf Kabel-UKW gesendet.Wie Dosordie schon schrieb.
In meiner Erinnerung gab es noch eine zweite MW-UKW-Ausstrahlung. Ich weis leider nichtmehr was es gewesen sein sollte: DLF, ERF ,Powernet?
 
Nein, die MW 594 war eine hr-Frequenz. Dort lief hr1 - später hr1plus - später hr-chronos - später hr-skyline - später hr-info (oder habe ich einen Namen vergessen?) Allerdings ganz früher durchaus auch ide Parlamentsübertragungen (wie heute bei DLF Dok und Deb) und die Ausländerprogramme.
 
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Ja, so habe ich die Nutzung der hr-Mittelwelle auch im Kopf. Interessant, dass diese in Hessen auch ins Kabel eingespeist würde. In BaWü wurden die Mittelwellen von SDR/SWF/SWR nie ins Kabel eingespeist - nicht zu Zeiten des "Mittelwellen-Sonderprogramms", und nicht zu Zeiten von SWR Contra. Auch SWR Info/Aktuell gab es und gibt es bis heute nicht im analogen Kabel (digital aber schon). Allerdings vermisse ich dieses Programm auch nicht. Die Deutschlandradios hingegen sehr.
 
Das Deutschlandradio äußerte sich gegenüber der Frankfurter Rundschau bis zum Montagabend nicht zu dem Fall. In einer früheren Pressemitteilung erklärte der Senderbetrieb aber, dass man diesen Schritt von Unitymedia bedauere und das weitere Vorgehen prüfen werde. Man schließe „keine Verträge mit Unternehmen, deren Bedingungen nach unserer Auffassung vor dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit keinen Bestand haben“.

Außerdem hieß es vom Deutschlandradio, dass es die Verantwortung von Unitymedia sei, die rechtlichen Vorgaben zur Übertragung bestimmter Hörfunkprogramme zu erfüllen. Unitymedia teilte der FR mit, dass ein Must-Carry-Sender keinen Anspruch auf kostenlose Verbreitung habe. In mehreren Gerichtsurteilen sei bestätigt worden, dass die Kabelverbreitung eine technische Dienstleistung sei, die grundsätzlich angemessen zu vergüten ist. „Ein Must-Carry-Sender, der die Verbreitung ausdrücklich nicht nachfragt und nicht bereit ist, über einen Verbreitungsvertrag zu verhandeln, muss nicht eingespeist werden“, so Unitymedia.
aus:
 
Interessante Passage im FR-Text:

Unitymedia teilte der FR mit, dass ein Must-Carry-Sender keinen Anspruch auf kostenlose Verbreitung habe. In mehreren Gerichtsurteilen sei bestätigt worden, dass die Kabelverbreitung eine technische Dienstleistung sei, die grundsätzlich angemessen zu vergüten ist. „Ein Must-Carry-Sender, der die Verbreitung ausdrücklich nicht nachfragt und nicht bereit ist, über einen Verbreitungsvertrag zu verhandeln, muss nicht eingespeist werden“, so Unitymedia.

Auf welche Urteile bezieht sich Unitymedia da? Der BGH hat diese Frage ausdrücklich offengelassen; die unteren Gerichte mit der Frage der Legitimität der Kündigungen beschäftigt, nicht mit deren Auswirkungen.

Ich nehme an, die Übernahme der Mittelwelle ins Kabel war den Ambitionen geschuldet, die der hr damit verfolgt hatte, siehe hr-chronos, das einmal ziemlich anspruchsvoll daherkam. Auch hr1 war damals ja ein gehaltvolles radio généraliste.
Wann startete denn die Einspeisung der hr-Mittelwelle ins Kabel? Bis 1996 war die Situation in Hessen und BaWü doch vergleichbar: die Mittelwelle unterschied sich vom 1. UKW-Programm nur durch die Sonderübertragungen. 1996 startete dann hr1plus/-chronos, was aber (fast?) ab Sendestart auch über Satellit ohne Mittelwellenschlieren auch über Satellit verfügbar war.
 
Wann startete denn die Einspeisung der hr-Mittelwelle ins Kabel? Bis 1996 war die Situation in Hessen und BaWü doch vergleichbar: die Mittelwelle unterschied sich vom 1. UKW-Programm nur durch die Sonderübertragungen. 1996 startete dann hr1plus/-chronos, was aber (fast?) ab Sendestart auch über Satellit ohne Mittelwellenschlieren auch über Satellit verfügbar war.
Die "plus-Programme" des hr starteten im Januar 1998 und waren von Beginn an via ADR empfangbar.
Dennoch wurde die hr-Mittelwelle noch bis weit in die 2000er ins analoge Kabel eingespeist. Neue ADR-Einspeisekassetten waren der Telekom bzw. KDG wohl zu teuer.
 
Man kassiert doppelt ab: Bei den Programmen, die eingespeist werden und bei den Nutzern des Angebots. Ich weiß schon, warum Unitymedia bei mir auf der Liste der Firmen "Uniwaaaas??? Was war das nochmal gleich...?" rangiert?
Ich habe einen Internetanschluss, ich habe eine Satelittenempfangsanlage (vulgo "Schüssel"), ich habe mehrere DAB-Empfangsgeräte, ich habe ein Smartphone mit mobilem Internetempfang....für was bitte brauche ich dieses "Unitymedia"? Das ist so flüssig wie der Inhalt eines Eimer Wassers im Pazifik.
 
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