Unzumutbares Deutsch im Wetterbericht


Heute morgen (Mittwoch, 15. Mai) in den WDR-Lokalnachrichten: "Morgen wird es in der Region leider regnen." Sprachlich ist das fehlerfrei, aber von der Sache her völlig daneben. Im Emsland brannte vermutlich wegen der Trockenheit schon wieder das Moor ...
Warum glauben ausgebildete Moderatoren, dass sie das Wetter moralisieren müssen: guter Sonnenschein, böser Regen, schlechte Kälte, angenehme Sommernacht?
 
Da sprichst du mir absolut aus der Seele. Völlig absurd wird es beim Wettergespräch mit dem Meteorologen. Wenn das Wetter morgen oder übermorgen "schlechter" wird und es regnen soll, würgt der Moderator den Meteorologen an der Stelle oft barsch ab mit den Worten "Das wollen wir heute noch gar nicht wissen". Selbst im WDR 5 Morgenecho habe ich das schon mehrmals erlebt.

Was soll das? Entweder macht man richtige Wetterberichte mit allem drum und dran, oder man kann es ganz bleiben lassen. Um nur über schönes Wetter zu sprechen, muss man keine 3-4 Meteorologen beschäftigen.
 
Ich finde das Wetter wird vollkommen überschätzt. Zumal jetzt jede Wetterlage auf den Klimawandel zurückgeführt wird. Was schon irre ist, denn in Weltgeschichte gab es nie ein "Normalklima", Klima hat sich immer geändert.
Wetter im Radio? Genauso sinnvoll wie Börsenkurse... Liebe Radioleute, fast jeder Depp in Deutschland hat eine Wetterapp, die hat 10x mehr Infos...
Zurück ans Funkhaus...
 
Heute morgen (Mittwoch, 15. Mai) in den WDR-Lokalnachrichten: "Morgen wird es in der Region leider regnen." Sprachlich ist das fehlerfrei, aber von der Sache her völlig daneben. Im Emsland brannte vermutlich wegen der Trockenheit schon wieder das Moor ...
Warum glauben ausgebildete Moderatoren, dass sie das Wetter moralisieren müssen: guter Sonnenschein, böser Regen, schlechte Kälte, angenehme Sommernacht?
Damit hat man sich kürzlich auch beim hr ein wenig beschäftigt:
https://www.hr.de/unternehmen/backs...gut-es-gibt-regen,regen-gutes-wetter-100.html
 
Wetter im Radio? Genauso sinnvoll wie Börsenkurse... Liebe Radioleute, fast jeder Depp in Deutschland hat eine Wetterapp, die hat 10x mehr Infos...
Zurück ans Funkhaus...
Die meisten Wetter-Apps sind nicht allzu genau. Das Wetter an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt mit nur einem Symbol zu beschreiben, ist zu kurz gesprungen. Bei Schauer- oder Gewitterlagen kann niemand seriös vorhersagen, ob es am Ort X übermorgen um 20 Uhr regnet oder trocken bleibt. Denn während es im einen Ort aus Kübeln schüttet, kann es bei Schauer-/Gewitterlagen im Nachbarort den ganzen Abend trocken bleiben.

Auch der Meteorologe kann das nicht. Aber er kann in seiner Vorhersage erklären (wenn man ihm die Zeit dazu lässt), warum er das nicht kann, während die App eine Genauigkeit vorgaukelt, die sie überhaupt nicht einhalten kann.

Einzig das Radar nutze ich gerne als App, aber auch da gibt es je nach Anbieter große Qualitätsunterschiede. Z.B. das beliebte Radar von Wetteronline ist nicht sehr genau, das von Kachelmann ist deutlich detaillierter und genauer. Auch die Youtube-Vorhersagevideos von Kachelmannwetter sind meines Erachtens besser als jede App. Und auch besser als die meisten Wettberichte in Radio und Fernsehen.
 
@Dagobert Duck
Aber Wettervorsagen der Radiosender sind genauer? Mein Hit ist immer die Realsatire auf DLF, riesige Gebiete werden zusammengefasst. Ganze Regionen nicht genannt und Temperaturspannen von T-Shirt bis Übergangsjacke genannt. Sorry, das ist Nullinger der Güteklasse 1A.
Als lineares Medium muss ich eine Strategie für Service-Elemente wie Nachrichten, Wetter, Verkehr, Veranstaltungstipps etc. entwickeln. Radio tut so, als ob es immer noch das schnellste Medium ist.

Ansonsten, mit dem Wetter ist es wie mit der Arbeitswoche und dem Wochenende. Es wird immer darüber geredet, als ob es etwas schlimmes ist. "Wir haben Mittwoch, die Hälfte der Woche ist geschafft... Rhabber - Rhabber..."

Das Problem liegt doch tiefer, ein Großteil der Moderatoren hat nichts zu sagen oder darf nichts sagen (wobei bei einigen ist es durchaus angebracht). Gerade die marktführenden Hot AC Stationen brauchen wieder echte Moderationsinhalte wenn sie zukunftsfest werden wollen. Nur, das wollen viele Sender auf keinen Fall, denn das würde Geld kosten.
 
Bei Schauer- oder Gewitterlagen kann niemand seriös vorhersagen, ob es am Ort X übermorgen um 20 Uhr regnet oder trocken bleibt.
Aber die Wetterfee vom Dudelfunk kann das?
Meine "Schwarzwaldwetter-App" hat in Orts- und Zeitgenauigkeit bislang noch immer gewonnen, wenn ich sie in den Wettbewerb mit Radio- oder gar Fernsehwetterberichten geschickt habe.
 
Beim WDR gibt es noch Gespräche mit echten Meteorologen, die meisten davon haben früher für den Warndienst Unwetterzentrale gearbeitet, als der noch in Bochum saß und Kachelmann der Chef war. Die haben richtig viel Erfahrung und Ahnung vom Wetter. Die könnten ihre Expertise auch im Radio rüber bringen, wenn man ihnen etwas mehr Zeit geben und nicht so oft ins Wort fallen würde.

Das Wetter ist auch beim WDR längst zum 60-90 Sekunden Lückenfüller mit Unterhaltungsfaktor verkommen, bei dem das Wetter zu kurz kommt. Wozu man dafür heute überhaupt noch echte Meteorologen braucht und bezahlt, verstehe wer will, ich verstehe es nicht. Wenn man wirklich wissen will, wie das Wetter wird, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als selbst im Internet beim Wetterdienst seines Vertrauens zu schauen.
 
Ich finde das Wetter wird vollkommen überschätzt. Zumal jetzt jede Wetterlage auf den Klimawandel zurückgeführt wird. Was schon irre ist, denn in Weltgeschichte gab es nie ein "Normalklima", Klima hat sich immer geändert.
Wetter im Radio? Genauso sinnvoll wie Börsenkurse... Liebe Radioleute, fast jeder Depp in Deutschland hat eine Wetterapp, die hat 10x mehr Infos...
Zurück ans Funkhaus...
Leider haben alle Apps nur schlechte vorhersagen und die stammen von das Amerikanische Wetermodell (GFS) was kostenlos zur verfügung steht, z.B das ECMWF ist teurer hat aber gute Vorhersagen
 
Die meisten Wetter-Apps sind nicht allzu genau. Das Wetter an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt mit nur einem Symbol zu beschreiben, ist zu kurz gesprungen. Bei Schauer- oder Gewitterlagen kann niemand seriös vorhersagen, ob es am Ort X übermorgen um 20 Uhr regnet oder trocken bleibt. Denn während es im einen Ort aus Kübeln schüttet, kann es bei Schauer-/Gewitterlagen im Nachbarort den ganzen Abend trocken bleiben.

Auch der Meteorologe kann das nicht. Aber er kann in seiner Vorhersage erklären (wenn man ihm die Zeit dazu lässt), warum er das nicht kann, während die App eine Genauigkeit vorgaukelt, die sie überhaupt nicht einhalten kann.

Einzig das Radar nutze ich gerne als App, aber auch da gibt es je nach Anbieter große Qualitätsunterschiede. Z.B. das beliebte Radar von Wetteronline ist nicht sehr genau, das von Kachelmann ist deutlich detaillierter und genauer. Auch die Youtube-Vorhersagevideos von Kachelmannwetter sind meines Erachtens besser als jede App. Und auch besser als die meisten Wettberichte in Radio und Fernsehen.
Volle Zustimmung! Und das tolle bei Kachelmannwetter ist das du mit 16 Wettermodellen das Wetter vergleichen kannst und die anderen Seiten haben kaum sowas.
Wie z.b
-EURO4
ICON Global
-ICON6-Nest
-GEM
-BOM
-Cosmo DE
-ECMWF
-Arome
 
Dass alle Apps auf GFS basieren ist falsch! Fakt ist: Alle Wetterapps sind reine Computeroutputs oder im besten Falle MOS-Mixe. Aber da findet kein händischer synoptischer Abgleich statt. Auf Kachelmannwetter ist der Nutzer angehalten, diesen selbst vorzunehmen. Laien dürften damit überfordert sein, die Seite richtet sich eigentlich eher an den "advanced user", ich konsultiere sie freilich täglich. Aber schon alleine die Navigation überfordert den Laien ziemlich. Da sind ja selbst Wetterzentrale und Wetter3 komfortabler. Die beste Vorhersage ist gemittelt immer noch eine händisch erstellte. Das beweist Woche für Woche auch der Wettertipp der Uni Bonn, bei dem nur in Ausnahmefällen mal ein Modell (Zufallstreffer wie gestern) oder das Mittel der Modelle vorne liegt. Im Schnitt sind die (meisten) ernsthaften menschlichen Tipper immer besser.
 
Dass alle Apps auf GFS basieren ist falsch! Fakt ist: Alle Wetterapps sind reine Computeroutputs oder im besten Falle MOS-Mixe. Aber da findet kein händischer synoptischer Abgleich statt. Auf Kachelmannwetter ist der Nutzer angehalten, diesen selbst vorzunehmen. Laien dürften damit überfordert sein, die Seite richtet sich eigentlich eher an den "advanced user", ich konsultiere sie freilich täglich. Aber schon alleine die Navigation überfordert den Laien ziemlich. Da sind ja selbst Wetterzentrale und Wetter3 komfortabler. (...)
Also die XL-Vorhersage ist nun wirklich kinderleicht zu bedienen und der Klick auf das Modell der Wahl einfach zu bewerkstelligen. Klar, auch das ist jeweils DMO, aber wenn man den abgleicht kann man für den gewählten Zeitraum (in der Kurzfrist natürlich eher als in der Mittelfrist) in aller Regel schon ganz brauchbare Ergebnisse erzielen.

Und deren verschiedene Radartools entlarven die immer noch häufig in den Medien zu hörenden/lesenden Formulierungen vom "Blitzeis" oder dem plötzlich hereinbrechenden Gewitter auch mit einem Klick als Blödsinn.
 
Liebe Radioleute, fast jeder Depp in Deutschland hat eine Wetterapp
Super Idee, Mannis Fan... Damit man auf den Straßen noch mehr als eh schon am Smartphone rumfummelt. Das Wetter ändert sich nicht alle paar Minuten, bei Staus sieht das ganz anders aus. Eine Verkehrs-App macht nur bei kurzen Fahrten Sinn. "Fahr ich links oder rechts rum in die Arbeit?" Bei Reiseverkehr über Stunden bin ich froh, dass mir mindestens jede halbe Stunde ein Update vorgelesen wird.

Zum eigendlichen Thema: Von emotionalen persönlichen Kommentaren halte ich auch sehr wenig. Sicher klingt es weniger steif und auch mal lustig, bei mancher neuen Wortschöpfung muss selbst ich mal schmunzeln, wenns nicht allzu dämlich oder primitiv ist...
Die Aussagen sind aber sehr subjektiv und beim Hörer, je nach Lebenslage oft nur 50/50 passend. Der Bauer wartet auf Regen, weil seine gesamte Ernte in Gefahr ist, während die Schüler ins Freibad wollen. Das Radio fährt hier wohl meist auf der "Freizeit-Schiene". Das geht so lange so, bis die ersten Preise im Laden steigen, weil landwirtschaftliche Produkte wegen Missernten teurer werden, auf einmal ist es der "böse böse Hitzesommer", den auf einmal kein Moderator im klimatisierten Studio mehr aushält... :eek:
 
Zuletzt bearbeitet:
Besonders lustig ist es, wenn der Moderator in der halben Stunde vor der Wetterschalte ein ernsthaftes Gespräch mit einem Klimaforscher hat und beide feststellen, das der Regenverlust des letzten Jahres noch lange nicht ausgeglichen ist und dann in der Wetterschalte der gleiche Moderator den vorhergesagten Regen verteufelt.
 
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