Urteil zum Rundfunkbeitrag


#26
Die Entscheidung des BVG war zu erwarten. Die Öffis sind viel zu wichtig für die bestehende Parteiendemokratie. Immerhin kümmern sich die Staatskanzleien, Parteien, Verbände, NGOs, Sport, Kirchen etc. sehr darum, wie die Gremien und Führungspositionen in den Sendern besetzt werden. Zynisch gesagt, aus politischer Sicht sind die Öffis okay. Betreutes Denken, erhobener Moral-Zeigefinger und Nanny-Berichterstattung ist halt die konsequente Folge. Aber, wir leben nun einmal in den Zeiten der Moralkeule und virtuellen Hexenverbrennungen, da werden halt keine Gefangenen mehr gemacht.

Einfache Regelungen können nie Einzelfallgerechtigkeit herstellen. Das nun ausgerechnet Besitzer/Mieter einer Ferienimmobilie bevorteilt werden, das hat was.

Das Problem ist doch nicht die Gebührenhöhe. Das Problem ist, dass sich ein teurer Apparat selbst versorgt und allenfalls mittelmäßige Qualität produziert. Es hat sich ein rot-grüne Nanny-Mainstream eingebürgert, der mehr als fraglich ist. Wenn es um den U-Bereich geht, wird es noch schlimmer. Der Großteil ist gerade einmal mittelmäßig und immer wieder wird versucht den Zuschauer/Hörer zu erziehen. Das ist aber nichts fürs BVG. Der Rechtfertigungsdruck auf die Öffis wird nicht geringer werden, denn die gesellschaftliche Akzeptanz bröckelt.

Die Werbeeinnahmen sind nun wirklich öffentlich und kein Geheimnis. ARD + ZDF leben von Unternehmen, die kaum sinnvoll bei den Privatsendern werben können. Wer es nicht sehen will, Vorabendprogramm ist ja keine Pflichtveranstaltung.
 
#27
Betreutes Denken, erhobener Moral-Zeigefinger und Nanny-Berichterstattung ist halt die konsequente Folge. Aber, wir leben nun einmal in den Zeiten der Moralkeule und virtuellen Hexenverbrennungen, da werden halt keine Gefangenen mehr gemacht.
Wahrscheinlich gehöre ich auch zu den "Betreuten". Aber ausgemachten Schwachsinn kann ich schon noch erkennen.
Ich sehe gerade nirgendwo einen Moral-Zeigefinger. Viele Politiker haben ihr Herz der Nanny Alice von der
neuen Rechtspartei geopfert.
 
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#29
Was für ein polemisches Geschwurbel... Niemand wird daran gehindert, selbst nachzudenken und Inhalte einzuordnen. Sicher kann man darüber reden, ob die Inhalte, die überhaupt nachdenkenswürdig sind, erst um 21.45 oder ganz auf Spartensendern laufen müssen.
 
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#30
Mein Lieblingssatz aus der Urteilsbegründung bzgl. der Wahl der Wohnung als Maßstab:

"Der Gesetzgeber muss keinen Wirklichkeitsmaßstab wählen, sondern kann auch einen Ersatz- oder Wahrscheinlichkeitsmaßstab zugrunde legen..."

Für den Gesetzgeber also freies Handeln nach Pippi Langstrumpf: Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt, widdewiddewitt... . Oder es reichen alternativen Fakten. Das hat was.
 
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radiorosi

Gesperrter Benutzer
#31
ThoRr hat recht. In den öffentlich-rechtlichen Programmen laufen zahlreiche sehr kritische Sendungen, beispielsweise Dokumentationen, die aufzeigen, wie ungerecht unser Wirtschaftssystem ist (ARD), oder beleuchten, wie der derzeitige ach so "nette" Papst sexuelle Vergehen seiner Priester durch Versetzungen unter den Teppich gekehrt hat (ZDF Info). Störend finde ich eher die billige Unterhaltung - im Fernsehen in Form des seichten Tages- und Abendprogramms und im Radio in Form der depperten Musikwellen.
 
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#34
Niemand wird daran gehindert, selbst nachzudenken und Inhalte einzuordnen.
Es gibt im deutschen öff.-rechtl. System schon lange nicht mehr normale Berichte über Polen. Nur noch Propaganda gegen Polen bzw. gegen die Mehrheit des polnischen Volks und seine Regierung. Und als Kronzeuge gegen alles wird der Außenminister Luxemburgs befragt. Dazu dann noch "Politikwissenschaftler und Parteienforscher".:wow: Mit dieser Art von linientreuer Einheits-Berichterstattung haben sich ARD, ZDF und Deutschlandradio selbst aus dem Spiel genommen.:thumbsdown:
 
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Gefällt mir: padd
#36
Es gibt im deutschen öff.-rechtl. System schon lange nicht mehr normale Berichte über Polen.
Was sind denn "normale Berichte über Polen"?
So was wie Aufdröselung der polnischen Kultur, der polnischen Geschichte, der jüngeren polnischen Entwicklungen, vielleicht ein Hauch Ursachenforschung aufgrund der aktuellen Situation?

Gruß
Skywise
 
#37
Es gibt im deutschen öff.-rechtl. System schon lange nicht mehr normale Berichte über Polen. Nur noch Propaganda gegen Polen bzw. gegen die Mehrheit des polnischen Volks und seine Regierung.
Was für ein schlichtweg falsches Geschwurbel, siehe unter anderem #36. Davon unabhängig ist Polen Mitglied der EU. Und damit hat es sich auch an diverse Vereinbarungen bezüglich dieser Mitgliedschaft zu halten. Das diese mitunter sehr großzügig von der polnischen Regierung ausgelegt werden, wird man ja wohl noch kritisieren dürfen. Da wir ja der "Zahlmeister der EU" sind, ist das ein Stück weit auch unser gutes Recht. Wenn wir als Deutsche diese EU-Vereinbarungen ignorieren, wird man ja auch nicht müde das zu artikulieren.

Zumindest dann nicht, wenn die Inhalte überhaupt angeboten werden und wenn die alte Regel "et altera pars" eingehalten wird. In beiden Fällen gibt es bei unseren ÖR-Anstalten immer mehr Luft nach oben.
Ohne Zweifel richtig, dennoch sind wir noch lange nicht dort, wo manche den ÖR inzwischen verorten
Immerhin kümmern sich die Staatskanzleien, Parteien, Verbände, NGOs, Sport, Kirchen etc. sehr darum, wie die Gremien und Führungspositionen in den Sendern besetzt werden.
Und das ist beim Privatfunk anders? Ohne diesen überflüßigen Proporz verteidigen zu wollen, aber bei den ÖRs findet das immerhin in einer relativen Öffentlichkeit statt.

@Wanderdüne
Ich glaube vom Grundsatz her, sind wir gar nicht so weit auseinander. Allerdings sind die Schlüsse offenbar andere. Ich fange mal hinten an.

Unsere Demokratie lebt von streitbaren Thesen.
Keinerlei Einwände.

Sicher kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass man Herrn Döpfner nicht ernst nimmt. Einer der wenigen Medienmanager, der eine echte Transformation von einem Holzverarbeitungsbetrieb (sprich Zeitung) hin zu einem Digitalunternehmen geschafft hat. Aber ist das zielführend? Besser wäre es, wenn man sich mit den, von mir aus auch streitbaren, Thesen inhaltlich auseinandersetzt.
Das tue ich doch, denn ich messe Döpfner nunmal an dem was er so tut und sagt. Und so leid es mir tut, es ist nicht das erste Mal das er durchaus richtige Dinge äußert, diese aber nur wenige Sätze später wieder zunichte macht, auch in diesem meedia-Interview. Es ist schlichtweg unglaubwürdig, wenn man etwas von werteorientierten Journalismus predigt, was absolut zu begrüßen ist und in einigen Springer-Blättern ja auch durchaus praktiziert wird, aber eben gerade beim (noch immer) auflagenstärksten Blatt dieses Hauses offenbar keinerlei Rolle spielt. Er hat als Vorstandschef nunmal auch die BILD mit zu verantworten. In gewisser Weise kann man Döpfner seine Sichtweisen auch gar nicht vorwerfen. Er gibt solche Interviews ja nicht als Privatmann, sondern eben als Quasi-Springer-Chef, sprich aus rein wirtschaftlichen Interessen heraus. Und das ihm in dieser Funktion der ÖR eher suspekt ist, liegt auf der Hand und ist auch verständlich. Aber man kann nunmal nicht einen "verlotterten" Journalismus anprangern, wenn man selbst welchen betreibt. Das ist wie gesagt unglaubwürdig. Vielleicht war es jetzt verständlich.
Übrigens was den Medienmanager angeht, ist das mit der "echten Transformation" so eine Sache. Die Bild ist seit 1996 im www vertreten. Sie war eine der ersten Zeitungen überhaupt, die auch online abrufbar war. Und just ab diesem Jahr ging die Auflage dort brachial zurück - bis heute. Döpfner war aber erst ab Ende 2000 als Vorstand für den Bereich Zeitungen zuständig und Vorstandschef ist er seit 2002. Der Mann hat unbestritten große Verdienste um den Springer-Verlag, keine Frage, aber von aussen betrachtet hat man es bei Springer (und nicht nur dort!) schlicht verpennt einen Weg zu finden, die Print-Produkte profitabel in den Online-Bereich zu verfrachten. Und das kann man, mit Verlaub, nunmal im übertragenen Sinne nicht den ÖRs anlasten.

Es gibt in der Bevölkerung einen nicht unerheblichen Teil (zu dem ich nicht gehöre), der öffentlich-rechtliche Angebote nicht nutzt und als Lügenpresse diffamiert. Dieser Anteil an der Bevölkerung ist in den letzten Jahren, insbesondere Monaten stetig gewachsen.
Njein. Diesen Anteil der ÖR-Verachter hat es immer gegeben, zu jeder Zeit und im übrigen auch aus den unterschiedlichsten Gründen. Könnte es eventuell sein, dass dieser vermeintlich steigende Anteil der ÖR-Ablehner (wohl gemerkt Ablehner, nicht Kritisierer!) nur etwas ist, was wir uns aus verschiedenen Gründen heraus einreden, weil aus verschiedensten Hörnern in Dauerfeuer geblasen wird das der ÖR an sich schlecht und überflüßig ist? Die Nutzungszahlen belegen nunmal, das der ÖR nach wie vor sehr umfangreich genutzt wird, sowohl TV als auch Radio, sowohl herkömmlich linear als auch per Mediatheken und Webstreams. Und was die Lügenpresse-Sprücheklopfer angeht, ist es immer ganz amüsant, sich diese mal genauer anzuschauen. Am witzigsten finde ich immer die, die zum Beispiel bei Facebook die grandiosesten Bollwerke gegen den "Staatsfunk" auffahren, denen aber gleichzeitig Sender XY gefällt, welcher natürlich ein ÖR ist, denen so manche Sendung gefällt, die natürlich ebenfalls ÖR ist und die sich auch nicht entblöden Videos zu teilen, die dann Schnipsel aus Extra3, der heute-Show oder so manchem Kabarettprogramm sind, die auf 3sat liefen. Die eigentliche Frage ist doch, was passieren würde, wenn der ÖR tatsächlich das Zeitliche segnen müßte. Kommt dann Döpfner und macht auch in der Bild richtigen Journalismus? Oder RTL? Dann sind die die "Lügenpresse" usw. Ich will dieses Szenario gar nicht zuende denken...
Von all dem unabhängig ist aber dennoch völlig unbestritten, das es am derzeitigen ÖR jede Menge zu kritisieren gibt und auch manches schnellstens korrigiert werden sollte!

Meine Kritik richtete sich gegen Kirchhofs Darstellung, dass in WGen die Angebote vorwiegend gemeinsam genutzt werden. Die gemeinsame Nutzung wurde als Argument angeführt, dass die Erhebung pro Haushalt ein probates Mittel sei. Dies halte ich für völlig lebensfremd.
Danke für die Erläuterung. Das würde ich dann ähnlich sehen.
 
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#38
Die Nutzungszahlen belegen nunmal, das der ÖR nach wie vor sehr umfangreich genutzt wird
Mal unterstellt, die "Nutzungszahlen" (MA oder welche?) sind wirklich belastbar, so bezeugen sie zwar "Nutzung", aber noch lange nicht "Zustimmung" oder gar "Begeisterung". Ich selbst bin auch Nutzer der ÖR-Angebote, aber ganz häufig mit Kopfschütteln, Groll oder Haareraufen, wenn ich das tatsächliche Angebot ins Verhältnis setze zum Anspruch und den zur Verfügung stehenden Mitteln.

Im Übrigen finde ich die kritische öffenmtliche Diskussion über ÖR - auch so, wie sie hier in den Radioforen stattfindet - eher ermutigend. Sie wird ja zunehmend so laut und drängend, dass sie vielleicht auch an der Spitze der Funkhäuser gehört und ernst genommen wird. Solange die Intendanten und ihre Hilfstruppen jedoch den richtigen Kern dieser kritischen Diskussion geflissentlich überhören und sich lieber hinter ihrem schwammigen "Grundversorgunsgauftrag" verschanzen, werden die ÖR weiter an Zustimmung und Akzeptanz verlieren.
 
#39
Die Onlinezugriffe werden hier veröffentlicht bzw. auf den Seiten der einzelnen Landesrundfunkanstalten.
http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/ard-mediendaten/ARD_Reichweitendaten/409224/index.html

Mal unterstellt, die "Nutzungszahlen" (MA oder welche?) sind wirklich belastbar, so bezeugen sie zwar "Nutzung", aber noch lange nicht "Zustimmung" oder gar "Begeisterung".
Richtig. Aber wenn sie durchweg "Lügenpresse" wären, würden sie aus Prinzip nicht genutzt.


Im Übrigen finde ich die kritische öffenmtliche Diskussion über ÖR - auch so, wie sie hier in den Radioforen stattfindet - eher ermutigend. Sie wird ja zunehmend so laut und drängend, dass sie vielleicht auch an der Spitze der Funkhäuser gehört und ernst genommen wird. Solange die Intendanten und ihre Hilfstruppen jedoch den richtigen Kern dieser kritischen Diskussion geflissentlich überhören und sich lieber hinter ihrem schwammigen "Grundversorgunsgauftrag" verschanzen, werden die ÖR weiter an Zustimmung und Akzeptanz verlieren.
Da bin ich durchaus bei dir. Wo es klemmt und was, ist ja auch hier schön des öfteren diskutiert worden.
 
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#40
Übrigens was den Medienmanager angeht, ist das mit der "echten Transformation" so eine Sache.
Es geht bei Springer doch schon längst nicht mehr um publizistische Reichweite - unabhängig davon, dass das alte Roß Bild.de nach wie vor Reichweite trägt. Springer hat es als einziger Verlag verstanden, dass man mit publizistischen Inhalten digital nur bedingt Geld verdienen kann (um überhaupt noch publizistisch) tätig zu sein. Daher hat man sich von dem Großteil der Tageszeitungen getrennt. Ein Teil ging an Madsack, später der Rest an Funke. Man muss kein Prophet sein, aber die Radiobeteiligungen dürften über kurz oder lang auch "weggehen". Zumindest werden sie von Springer auf dem Markt immer wieder mal angeboten. Stattdessen hat man verstanden, als einziger Verlag in Deutschland übrigens (vielleicht hat es noch der ein oder andere Verlag verstanden, umgesetzt hat es aber tatsächlich in der Form nur Springer, Burda mit erheblichen Abstrichen allenfalls in Teilbereichen), dass künftig nur der überleben wird, der vollständige Geschäftsprozesse in der Hand hält. Und so hat man bestehende Marken, insbesondere in dem alten Rubrikengeschäft (zurück-)gekauft. Aber auch völlig andere Geschäftsmodelle übernommen. Platt formuliert ist die Contentplattform bild.de das Vehikel, um hierüber die digitalen Geschäftsprozesse zu stärken. Und dies hat in der Tat kein anderer Medienmanager in Deutschland mit der letzten Konsequenz umgesetzt wie Döpfner.

Njein. Diesen Anteil der ÖR-Verachter hat es immer gegeben, zu jeder Zeit und im übrigen auch aus den unterschiedlichsten Gründen. Könnte es eventuell sein, dass dieser vermeintlich steigende Anteil der ÖR-Ablehner (wohl gemerkt Ablehner, nicht Kritisierer!) nur etwas ist, was wir uns aus verschiedenen Gründen heraus einreden, weil aus verschiedensten Hörnern in Dauerfeuer geblasen wird das der ÖR an sich schlecht und überflüßig ist? Die Nutzungszahlen belegen nunmal, das der ÖR nach wie vor sehr umfangreich genutzt wird, sowohl TV als auch Radio, sowohl herkömmlich linear als auch per Mediatheken und Webstreams.
Die Akzeptanz an Politik, Staat und öffentlichen Institutionen hat insgesamt abgenommen. In Deutschland gibt es eine, wenngleich zeitversetzte Entwicklung in der Bevölkerung, die sich gegen das Establishment wendet. Nur diese Entwicklung hat Figuren wie Orbans und Trumps möglich gemacht. Frankreich hat mit Macron Glück gehabt. Das Ende der "Volksparteien", sofern es diese wirklich so in der Form in den letzten Jahren überhaupt noch gegeben hat, ist absehbar. Nein, es ist keine Gefühl. Und auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird sich als öffentliche Institution dieser Entwicklung nicht entziehen können. Zu lang hat man gewartet, notwendige Reformen einzuleiten. Man muss auch fein unterscheiden, zwischen denjenigen, die die Öffis als Lügenpresse bezeichnen und vielen Unzufriedenen, die jedoch keine populistische Partei wählen oder sich zu den Thesen bekennen. Insbesondere bei jüngeren Menschen sinkt die Akzeptanz der Öffis. Allerdings nicht aus weniger politischen Gründen. Die nutzen die Angebote faktisch nicht mehr. Die nutzen zwar auch nicht Tageszeitungen, müssen aber für die nicht bezahlen. Daher ist es ihnen egal, ob es ein Hamburger Abendblatt oder RTL Fernsehen gibt.

Bei den Nutzungszahlen muss man diese schon belegen. Die Behauptung, dass die Nutzungszahlen etwas belegen, reicht nicht. Die Digitalangebote der Öffis werden bei der IVW (da kein Werbeträger) nicht ausgewiesen. Hier muss man auf andere Tools zurückgreifen. Die zeigen eine Nutzung, die aber nicht wirklich positiv ist. Bei der IP Audio spiegelt sie in etwas das Nutzungsverhältnis wieder, die es zwischen Privaten und Öffis auch gibt. Insofern gibt es eine Nutzung, die aber keinen Aufschluss darüber gibt, ob eine Akzeptanz für Umfang und Art der Angebote gibt.
 
#42
Es geht bei Springer doch schon längst nicht mehr um publizistische Reichweite - unabhängig davon, dass das alte Roß Bild.de nach wie vor Reichweite trägt. Springer hat es als einziger Verlag verstanden, dass man mit publizistischen Inhalten digital nur bedingt Geld verdienen kann (um überhaupt noch publizistisch) tätig zu sein.
Das ist ja alles richtig, aber darum geht es nicht. Es geht hier schlicht um die Inhalte der ÖR, welche wiederum die Gebührenfinanzierung legitimieren sollen. Und leider kommt Döpfner immer wieder mit der Keule vom verfallenden werteorientierten Journalismus, womit er zwar Recht hat, aber dieses eben auch im eigenen Hause ad absurdum führt. Das ist der einzige Kritikpunkt an ihm, der ihn für mich ein ganzes Stück weit unglaubwürdig macht. Und das macht ihn unterm Strich nicht besser als den ÖR selbst, bei dem ja bekanntlich auch manches produziert wird, was man sich eigentlich sparen könnte.

Die Akzeptanz an Politik, Staat und öffentlichen Institutionen hat insgesamt abgenommen. In Deutschland gibt es eine, wenngleich zeitversetzte Entwicklung in der Bevölkerung, die sich gegen das Establishment wendet. Nur diese Entwicklung hat Figuren wie Orbans und Trumps möglich gemacht.
Das bestreite ich überhaupt nicht. Aber um wieder zu Döpfner zurückzukehren, es ist unter anderem seine Bild, die manches in diesem Lande befeuert und unterstützt mit schlampiger Recherche, sinnfreier Panikmache, mitunter belegbaren Quatschaussagen und bewußten Verletzungen des Pressekodex. Und das hilft nunmal niemandem weiter. Insofern muss er sich erst einmal an die eigene Nase fassen.

Und auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird sich als öffentliche Institution dieser Entwicklung nicht entziehen können. Zu lang hat man gewartet, notwendige Reformen einzuleiten. Man muss auch fein unterscheiden, zwischen denjenigen, die die Öffis als Lügenpresse bezeichnen und vielen Unzufriedenen, die jedoch keine populistische Partei wählen oder sich zu den Thesen bekennen.
Da stimme ich voll und ganz zu.

Insbesondere bei jüngeren Menschen sinkt die Akzeptanz der Öffis. Allerdings nicht aus weniger politischen Gründen. Die nutzen die Angebote faktisch nicht mehr.
Da ist meine Wahrnehmung eine andere. Vor allem Jugendliche wissen oft gar nicht, dass es sich um ein ÖR-Angebot handelt, was sie da konsumieren. Zum einen können sie meistens mit dem Begriff "duales Rundfunksystem" nicht allzuviel anfangen und zum anderen interessiert sie das auch ein ganzes Stück weit nicht. Da ist nur das von Bedeutung was da läuft, nicht von wem es kommt.
 
#44
Warum kann man eigentlich mit den Rundfunkgebüren dss so handhaben wie es teilweise im Ausland gehandhabt wird. In Irland z.B. wird das öffentlich rechtliche Pop Programm RTÉ 2FM vollständig durch Werbung finanziert, ohne dass Rundfunkgebüren mit einfliesssen (die bekommen nur die anderen RTÉ-Sender). Könnte man doch in Deutschland bei SWR3WDR2JUMP... doch genauso machen, da ja ohnehin dort schon zuhauf Werbung läuft. Dann braucht sie keiner mehr aufregen.
 
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#45
Weil dann die Privaten auf die Barrikaden gehen würden, völlig zu Recht in dem Fall. ÖR-Sender, die sich wie Privatsender anhören und dann auch noch ausschließlich per Werbung finanziert werden, führen das duale Rundfunkssystem ad absurdum. Zumindest wäre das der Fall, wenn Sender wie SWR3 oder Jump so bleiben wie sie aktuell sind. RTÉ 2FM ist da, soweit ich das beurteilen kann, inhaltlich anders aufgestellt.
 
#46
Andersherum gedacht: Wäre es auch möglich private Programme zu "öffentlichrechtlichisieren". Denn es gibt da schon ein paar Privatsender, denen ich sehr gerne Rundfunkgebüren bezahlen würde. Z. B. egoFM, FluxFM, Klassik Radio (aber nur unter der Bedingung sie machen die Klangqualität mal besser) und aus Österreich Radio Klassik Stephansdom (sogar anspruchsvoller als so manche ARD Kulturwelle).

Kann es möglich sein, eventuell solche Programme in den ÖR-Funk zu integrieren und somit finanziell sogar zu stärken?
 
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#47
Klar kann man das machen. Und damit die Büchse der Pandora zum Staatsfunk öffnen. Schlimm genug, daß allen Ernstes darüber nachgedacht wird, "wertvolle" Presseerzeugnisse mit irgendwelchen öffentlichen Geldern zu unterstützen.
 
#48
Hemmungslose Gleichklang-Propaganda in allen rechten Medien und der AFD.
"Rechte Medien" gibt es in Deutschland doch kaum, weil weitestgehend unerwünscht oder erst gar nicht erlaubt, abgesehen von ein paar privaten Websites und Youtube-Kanälen, wo die Betroffenen ihren oft merkwürdigen Hirngespinsten freien Lauf lassen dürfen.
Und über die AFD wird in den offiziellen Medien doch nur berichtet, um sie negativ darzustellen und sie immer wieder als unmögliche Rechtspopulisten zu brandmarken. Das Wort Linkspopulismus habe ich da hingegen noch kein einziges Mal gehört.
Ich halte von der AFD auch nicht allzu viel, aber in einer Demokratie mit Recht auf freiee Meinungsbildung und - äußerung müsste es doch möglich sein, dass auch so einer Partei sachlich begegnet wird, ohne sie ständig anzugreifen.
Stattdessen heisst es: Eure Ansichten sind grundsätzlich falsch, aber gottseidank sind unsere richtig. Ihr seid ja nur doofe Populisten und mit euch sollte man gar nicht reden, solange ihr euch nicht ändert und anfangt, gefälligst so korrekt zu denken wie wir.
 
#49
Klar kann man das machen. Und damit die Büchse der Pandora zum Staatsfunk öffnen. Schlimm genug, daß allen Ernstes darüber nachgedacht wird, "wertvolle" Presseerzeugnisse mit irgendwelchen öffentlichen Geldern zu unterstützen.
Was wäre denn daran so "schlimm" ? Und wieso "Büchse der Pandora" ?
Und soo anspruchs-, gehalt- und wert-voll sind die Mehrheit der ARD-Programme nun auch nicht.
Bei vielen könnte man schon eher über's Privatisieren nachdenken.
Auch den vielgelobten DLF finde ich einfach nur öde, dröge, selbstgefällig und langweilig.
Stattdessen sollte man die NKL's "öffentlich-rechtlisieren", die machen vor, wie man mit geringsten Mitteln
und vielen ehrenamtlichen Machern richtig gutes Radio produziert, was die meisten ARD-Anstalten trotz
ihrer stets vorhandenen GEZ-Millionen nicht mal hinbekommen.
 
#50
Ich halte von der AFD auch nicht allzu viel, aber in einer Demokratie mit Recht auf freiee Meinungsbildung und - äußerung müsste es doch möglich sein, dass auch so einer Partei sachlich begegnet wird, ohne sie ständig anzugreifen.
Stattdessen heisst es: Eure Ansichten sind grundsätzlich falsch, aber gottseidank sind unsere richtig. Ihr seid ja nur doofe Populisten und mit euch sollte man gar nicht reden, solange ihr euch nicht ändert und anfangt, gefälligst so korrekt zu denken wie wir.
Na ja, das Hauptproblem ist ja: um ihnen sachlich zu begegnen, müßten sie mal sachliche Argumente bringen ... :D
Vieles vonseiten der AfD ist blanke Provokation, einiges widersprüchlich, sogar dem eigenen Parteiprogramm gegenüber, es wird hin und her gerudert, die AfD verweigert oft genug eine klare Positionierung, stattdessen überläßt sie dem Gegenüber die Interpretation mit dem Hinweis, daß sie es niemals so gesagt habe. Im Bundestag verweigert sie die konstruktive Mitarbeit, sondern beschränkt sich darauf, der großen Koalition dabei zuzusehen, wie sie sich selbst zerfleischt, und ein paar herablassende Kommentare abzusondern. Die von ihr eingereichten Vorschläge gehen teils weit an der Realität vorbei, teils reanimieren die Mitglieder auch bereits abgelehnte Anträge von der CDU/CSU oder der FDP. Es macht auf mich den Eindruck, als wolle man ganz dringend keine Spuren hinterlassen, um mit einer weißen Weste in die nächsten Wahlen zu gehen.
Begegne so jemandem mal sachlich. Eher kriegst du einen Pudding an die Wand genagelt.
Faszinierenderweise ist es wohl mit den meisten Wählern ebenso: konkrete Vorstellungen von der AfD haben sie kaum, wenn überhaupt, dann ist das der Heiland höchstpersönlich oder zumindest jemand, der den Bundestag aufmischt oder jemand, den man dringend wählen muß, damit man den etablierten Parteien endlich, endlich eins auswischen kann, Zukunft des Landes und realistische Konzepte dafür werden überbewertet. Und wenn man darauf eingeht, daß Frauenrechte beschnitten und Sozialleistungen teils empfindlich gekürzt werden, der Mindestlohn auf der Kippe steht und das Finanzierungskonzept noch weiter auf den Mittelstand ausgerichtet wird, hat man keine Ahnung, was im AfD-Wahlprogramm steht oder man lügt etwas zurecht oder ... naja, man bezieht halt die Schelte, die sonst den Medien vorbehalten ist :D Kommt auch gar nicht so selten vor, daß man auf recht bemerkenswerte bemerkenswert-rechte Seiten verwiesen wird, in denen einem dann Beispiele für Qualitätsjournalismus unter die Nase gerieben werden, wie ich festgestellt habe.

Eher kriegst Du Dich mit den Inhalten der Partei der Bibeltreuen Christen sachlich auseinandergesetzt als mit denen der AfD, schätze ich. Aber eine bessere Vorgehensweise fällt mir zugegebenermaßen auch nicht ein.

Gruß
Skywise
 
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