Urteil zum Rundfunkbeitrag


Wenn das aber stets die Alibiprogramme sind, die genannt werden, wenn es um die besondere Qualität und Notwendigkeit des ÖR geht, dann ist mir doch egal, über welche Kooperationen oder Eigen- und Fremdproduktionen hier gesprochen wird. Hauptsache es gibt das Angebot. Und alles andere seichte Gefunke kann man getrost den Privaten überlassen. Kein Staatsauftrag der Welt bliebe unerfüllt, wenn im Radio Popwellen, Oldiwellen, Schlagerwellen und im Fernsehen Shows, Krimis, Serien und Talkrunden nur noch von privaten Sendern angeboten werden.
 
Würde das nicht generell reichen als ÖR-Angebot?
Bis zu einem gewissen Punkt kann ich das Dilemma der ÖR schon nachvollziehen. Die Gebühren zahlen ausnahmslos alle, also muss man auch für ausnahmslos alle ein Angebot vorhalten. Was nicht mehr stimmt bei der ganzen Angelegenheit ist die Gewichtung. Da nimmt seit langem das eher Seichte einen zu großen Stellenwert ein. Und wenn die ÖR da nicht bald anfangen gegenzusteuern, dann ist die Frage danach, ob das eine oder andere ÖR-Programm nicht doch überflüßig ist, durchaus berechtigt. Gerade im Bereich Rundfunk würden mir da jetzt schon einige Sender einfallen, die man eigentlich ersatzlos streichen könnte.
Wenn man das Angebot der ÖR auf arte, 3sat und die Kultur- bzw. Infowellen reduzieren würde, wäre einmal mehr ein Grund dafür da die Gebühren zu verweigern, weil es dann tatsächlich nur noch ein Angebot für die vermeintlich elitären Kulturfreaks wäre und damit nur noch für einen überschaubar kleinen Teil der potentiellen Konusmenten. Die Quoten von arte, 3sat und den Kulturwellen sind ja bekannt. Eine Legitimation für eine Rundfunkgebühr, entrichtet von allen, hätten die dann aus meiner Sicht nicht mehr.
 
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Dr. Fu Man Chu, Ihre Schlussfolgerungen sind doch selbst unter Ihrer Würde. Ich nehme an, Sie haben sich einfach nur hinreißen lassen ...
Also, wenn etwas schon selbst unter meiner Würde ist, dann muss es wohl schon unterirdisch sein, oder. Ich finde, das schön, dass andere Menschen meine Würde definieren. Egal - bald ist ja Weihnachten, bekanntlich das Fest der Liebe, deshalb einmal Schwamm drüber.

Vor dem Hintergrund einer pathologischen Unfähigkeit des Staates Dienstleistungen verlässlich anzubieten, bin ich in der Tat dafür, dass so wenig wie möglich staatlich organisiert ist. Eigentlich ist der Staat nur effizient, wenn es um Steuern, Bußgelder und Abgeordnetendiäten geht. Der Rest wird mehr oder weniger wie Rudis Resterampe behandelt. Gebäude lässt man planmäßig verfallen, Lehrerstellen können nicht einmal ansatzweise geplant etc. pp. Nein, privat ist nicht alles besser, aber Unternehmen die es zu toll treiben verschwinden vom Markt und machen Platz für andere.

Wer einen großen Teil der Gebühreneinnahmen in üppige Pensionen, von denen ein Normalbürger nur träumen kann, steckt, darf sich nicht wundern, wenn er in der Kritik steht.

Wenn die Gebühren doch bloß ins Programm fließen würden, doch das meiste Geld verschwindet im Apparat. Die Kreativität wird von prekären "Selbständigen", die vom Apparat abhängig sind, erbracht.

Das sind doch die wahren Probleme jede Menge Doppel- und Dreifachstrukturen. Aus dem Frequenzfundus der Öffis könnte man ein breites journalistisches Programm-Bouquet entwickeln. Wie gesagt, könnte man, macht man aber nicht. Ich denke, man will es auch nicht? Warum auch, Geld + Posten gibt es auch so.

Über kurz oder lang schaffen sich die Öffi selbst ihre gelben Westen.
 
Also mal ehrlich, wenn das vergleichsweise arme Radio Bremen, der SR oder der rbb nach einer Erhöhung rufen, ist das noch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber ausgerechnet der stinkend reiche WDR? Das ist doch niemanden mehr zu vermitteln! Gibt es irgendwo eine Aufschlüsselung warum ausgerechnet der WDR eine Gebührenerhöhung braucht? Konkrete Aussagen dazu finden sich im Artikel nämlich nicht. Die KEF errechnete einen Überschuss von gut einer halben Milliarde bis 2020 für die gesamte ARD. Das haben die doch nicht aus Jux und Dollerei gemacht.
 
Und auch das noch:

"Ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten": ZDF-Intendant Thomas Bellut fordert ab 2021 mehr Geld für seinen Sender.
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/tv/zdf-intendant-bellut-fordert-hoeheren-rundfunkbeitrag-a-1245492.html

Das Infame daran: Mit der Qualität von Nachrichten, Reportagen und Dokus, die weder die höchsten Produktionskosten haben, noch die attraktiven Programmplätze belegen, begründet der ZDF-Intendant eine "Mehr-Geld-Forderung", die, wenn sie erfüllt werden würde, in kommerzielle Angebote in den Bereichen Seicht, Sport, Serien, in bürokratischen Wasserkopf und in Prestigeprojekte flössen. Das, was heute schon (oder noch) an echter Qualität im ZDF geboten wird, könnte locker auch ohne mehr Geld erhalten bleiben, wenn man den ganzen übrigen Müll entrümpeln würde.
 
Die zur Kasse gezwungene Kundschaft wird leider nicht gefragt, ob sie überhaupt überteuerte Nachrichteproduktionen, Serienproduktionen, Tatorte etc. will. Meiner Ansicht nach kann hier einmal großzügig der Rotstift angesetzt werden. Wozu wieder z.B. ein Traumschiff teuer produzieren, wenn man doch viel billiger z.B. eine amerikanische Produktion kaufen kann? Wozu braucht jedes Bundesland 6-7 eigene Hörfunkprogramme? Eigentlich reichen pro Bundesland 1-2 regional ausgerichtete ÖR-Programme. Der Rest könnte auch von zentraler Stelle, z.B dem DLF für ganz Deutschland kommen. Aber bitte kein Dudelfunk. Den sollte man dann doch lieber privaten Anbietern überlassen.
 
Die zur Kasse gezwungene Kundschaft wird leider nicht gefragt
Abwarten. So einfach wie noch vor ein paar Jahren, winkt die KEF den Wunsch nach mehr Gebühren mittlerweile auch nicht mehr durch. Und das ist gut so!

Wozu wieder z.B. ein Traumschiff teuer produzieren, wenn man doch viel billiger z.B. eine amerikanische Produktion kaufen kann?
Da wäre ich aber mal ganz locker für weder noch! Weder braucht noch jemand das Traumschiff, dessen Quoten übrigens mittlerweile auch nicht mehr das Gelbe vom Ei sind, noch irgendeine billige Sitcom aus den Vereinigten Staaten. Dann sollte man lieber wieder mehr Serien und Filme bei unseren unmittelbaren Nachbarn einkaufen. Es gibt zum Beispiel sehr sehenswerte Produktionen aus Frankreich, Schweden/Dänemark oder Holland. Warum versteckt man die immer im Nachtprogramm von ZDF neo bzw. One oder auf arte?
ZDF neo wäre ohnehin mittlerweile so ein Thema für sich. Ein Programm das neo heißt, sendet Schwarzwaldklinik, Ich heirate eine Familie, Rivalen der Rennbahn und ähnliche, einstmals erfolgreiche ZDF-Produktionen in Dauerschleife, zumeist mehrere Folgen am Stück. Wie schizophren ist das eigentlich? Von ZDF Info, welches offenbar nur noch aus Terra X zu bestehen scheint, ganz zu schweigen.
Der ARD-Ableger One ist keinen Deut besser. Da laufen Hart aber herzlich und uralte Lindenstrassen-Folgen in Endlos-Rotation. Gerade die beiden ÖRs verfügen über einen beinahe unendlichen Fundus an TV-Inhalten mehrerer Jahrzehnte. Und denen fällt selbst zu den Feiertagen nichts besseres ein als das? Und dann wollen die auch noch mehr Gebührengelder? Nicht zu erklären. Wie es gehen könnte, macht ausgerechnet ARD Alpha vor. Da schafft man es tatsächlich unter der Reihe retro Perlen aus dem TV-Programm der letzten Jahrzehnte zu holen, die eben nicht jeder schon bis zum Erbrechen gesehen hat. Und komplette Eigenproduktionen früherer Jahre wieder ins Programm zu nehmen, kostet höchstens das Umkopieren und evtl. GEMA, weiter nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jahrzehntelang war es bis etwa Mitte der 1970er Jahre möglich, den Bildungs-, Informations-, und Demokratisierungsauftrag des ÖR locker mit Programmen zu erfüllen, bei denen es spätestens um 02 oder 03 Uhr Nachts "Sendeschluss" hieß - ehe es am nächsten Tag um 9 oder 10 Uhr wieder weiterging. Niemand hat etwas vermisst. Das sollte man mal wieder einführen - und ansonsten all die Perlen, die in Sparten- und Nischenprogrammen versteckt sind, mal wieder ins Hauptprogramm und an die besten Sendeplätze rücken - allen übrigen Mist rauswerfen. Das könnte beim Sparen helfen.

Kleine angepisste Anmerkung nebenbei: Am gestrigen 27. Dezember bekam ich beim Online-Banking angezeigt, welches meine erste Abbuchung im Jahr 2019 sein wird. Dreimal dürft ihr raten: 210 Euro Jahresrundfunkgebühr. Da wird also kassiert, ehe auch nur ein Wort Gegenleistung erbracht wurde. Ich zahle ein Jahr im Voraus. Das sollte mal der Bäcker um die Ecke versuchen - oder sonst ein Dienstleister. Ein völliges Unding.
 
Das sollte mal der Bäcker um die Ecke versuchen - oder sonst ein Dienstleister. Ein völliges Unding.
Dafür hat dein Bäcker aber keinen Verwaltungsrat, keine Gendebeauftragte, keinen Kirchenbeaufragten und sonstige Fuzzys, die keiner braucht, die aber gut verdienen. Mit anderen Worten: Die Brötchen von seinem Bäcker sind wohl großer Mist, weil der wohl nicht mal ein Genderklo hat. Oder vielleicht macht dein Bäcker, dass was er kann gutes Brot, Brötchen und Kuchen. Dafür muss man nur sein Handwerk verstehen.

@ Programmfundus
Ja, ARD und ZDF haben ein riesiges und qualitativ gutes Archiv, warum die nicht einmal im Ansatz in der Lage sind, das richtig zu erschließen?

Keine Ahnung oder eigentlich doch. Es ist die tödliche Doris aus Arroganz, Selbstgefällig und scheinbar kompletter Ahnungslosigkeit gepaart mit einem guten Schuss Unfähigkeit.

Wir reden ja über Radio. Hat vielleicht schon einmal jemand darüber nachgedacht wie man den Hörspiel- und Feature-Fundus heben könnte? Oder die vielen Musik-Eigenproduktionen? Aus zig Jahrzehnten! Nein, natürlich nicht! Lieber macht man besinnungslos Programm nach dem 08/15-Schema.

Das Privatradio schon lange nicht mehr wirklich unterhaltsam ist, okay deren Sache. Aber, dass ein ö/r Sender nichts einfällt, bei einer so üppigen Finanzierung? Das ist leider kaum noch kommentierbar.

Passt zu einem Land, dessen Mobilfunknetz mittlerweile schlechter als das von Albanien ist.

Ansonsten, hätte - hätte - Fahrradkette - Das Öffi-System wird sich nicht ändern, erst wenn im die politische Legitimität entzogen wird. Mit anderen Worten so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto.
 
@Radiokult - aber genau auf ZDF neo und ARD One laufen auch mMn gute Serien und Filme aus unseren Nachbarländern, Skandinavien, BeNeLux und auch von der BBC bzw. halt aus GB.
Klar, die erwähnten ollen Kamellen sind auch dabei, an "Hart aber herzlich" störe ich mich persönlich nicht, immerhin laufen die Folgen in technisch aktueller Qualität, wohl mal neu abgetastet wie auch mit "Raumschiff Enterprise" eine Zeitlang geschehen.

Das Problem bei Archivware ist leider durchaus mal eine unklare Rechtelage. Gerade Spielfilme sind eben nicht selten Fremdproduktionen, und auch bei Auftragsproduktionen kommt es ganz auf den Vertrag zur Verwertung an. Wenn Wiederholungen zu teuer oder garnicht möglich sind, weil der Rechteinhaber andere Verwertungen im Sinn hat... Ein pleitegegangener Verwertungsrechteinhaber kann eine weitere Ausstrahlung auch verhindern.
Ich find's auch schade dass vieles un(zweit)gesendet im Keller vergammelt, gerade all das aus der Prä-Mediatheken-Zeit. Auch weil ich die Haltung vertrete, dass das was aus Gebührengeld produziert wurde, auch dauerhaft für die Gebührenzahler abrufbar sein sollte (ein weiteres Argument gegen die begrenzten Vorhaltezeiten, die den ÖR auferlegt wurden).
Da wir über Radio/Audioinhalte reden: die verbrauchen deutlich weniger Speicherplatz als Video, was eine Veröffentlichung per Mediathek o.ä. realistisch erscheinen lässt, zumal die Hörfunkarchive nahezu komplett digitalisiert sind.
Das ist beim Fernsehen noch ganz anders, man retrodigitalisiert zwar, Vorrang haben da aber zeitgeschichtliche/nachrichtliche Inhalte die in aktueller Berichterstattung genutzt werden.
Leider ist auch längst nicht alles archivarisch erhalten geblieben, noch bis in die frühern 80er war Magnetbandmaterial so teuer dass es gelöscht und wiederverwendet wurde. Unterhaltungssendungen sind als erstes unter die Löschdrossel gekommen, weil am wenigsten zeitgeschichtlich relevant.

Das nutzen des reichhaltigen Archivbestandes macht also unter Umständen viel Arbeit und kostet Geld. Und damit war doch irgendwie was...
 
Normalerweise äußere ich mich nicht mehr zum Thema "GEZ", denn im Prinzip sind alle Argumente aller Seiten bekannt. Sollte mal ein Artikel zum Thema auftauchen - beispielsweise

https://www.heise.de/newsticker/mel...s-Rundfunk-Beitrags-ueberpruefen-4259404.html

nehme ich ihn zur Kenntnis und lese hauptsächlich die Kommentare.

Wie auch immer, über Weihnachten war ich bei meiner Mutter und konnte mich mal wieder mit den TV-Programm beschäftigen. Daß zu Weihnachten praktisch "immer das selbe kommt" - geschenkt. Was mich beim spätabendlichen Zappen aber mörderlich aufgeregt hat, ist, daß es nur der SR nicht geschafft hat, die alten "Loriot"-Folgen in 4:3 zu senden (also Balken rechts und links), sondern in 16:9. Das sah logischerweise total bekloppt aus - breite Eierköpfe. Möglicherweise hat man nur die Umstellung des Formats vergessen, letztendlich stellt sich aber trotzdem die Frage, warum alle Dritten die Loriot-Folgen etwas zeitversetzt senden, anstatt sich "zusammenzuschalten". Der SR hätte auch abschalten können - gemerkt hätte es niemand.
 
@Zwerg#8
Das ist ärgerlich, kann aber unter Umständen auch am Empfänger liegen - mein recht neuzeitlicher Plasma kriegt es bei einigen Programmen auch nicht hin, die Formatumschaltung richtig hinzuwurschteln.
Wenn das im Sender versemmelt wurde, ist das aber schon dämlich...sowas wird ja nicht in Handarbeit gemacht.
 
Kostet Zeit, kostet Geld, die Rechte... Kommt mir alles sehr bekannt vor, zehn Gründe warum etwas nicht geht, ein Grund warum etwas geht.

Natürlich müssen Rechte geklärt werden. Nur Wiederaufführungsrechte sind um den Faktor X günstiger als Neuproduktionen. Man muss erstens nur wollen, zweitens zielgerichtet verhandeln und drittens, für die Inhaber von Rechten ist es zusätzliches Einkommen. Wer soll denn all diesen alten Kamellen senden und kaufen? Außerdem ein großer Teil der Produktionen kann einfach wiederholt werden.

Ein großes ABER gibt es, es wird kaum noch Menschen in den Sendern geben, die das Archiv wirklich kennen und eine Auswahl treffen können. Übrigens auch bei den Plattenfirmen ein Riesenproblem, die sitzen teilweise auf einem Berg von Studiobändern, nur wissen sie überhaupt nichts damit anzufangen.

Intelligente Katalogvermarktung bzw. Katalogauswertung ist das Stichwort. Wie gesagt man muss wollen und nicht nur nach mehr Gebührengeld rumjammern.

@zwerg - passt - vor Weihnachten war ich mit dem Auto unterwegs. Dann lief das Verkehrfunksignal des DLF bei den Normalsendungen und beim Verkehrsfunk blendete dann wieder mein USB-Stick ein. Ja, ja Sendetechnik - schwere Technik. Bei einem Privatsender kann es da kräftig Ärger mit der Medienanstalt geben. War mal in den 90ern bei einigen kleinen Privatfunk-Schlaumeiern. Die haben ihre Werbeblöcke so ausgestrahlt. Naja, da gab es halt nen netten Brief von der MA und der GF durfte sich ein blöde Ausreden ausdenken...

Schade, dass man wegen schlechter Werbespot keine Anzeige auf Körperverletzung stellen kann. Aber vielleicht läuft mir der gute Herr Seitenbacher mal bei Rot vors Auto...
 
Jahrzehntelang war es bis etwa Mitte der 1970er Jahre möglich, den Bildungs-, Informations-, und Demokratisierungsauftrag des ÖR locker mit Programmen zu erfüllen, bei denen es spätestens um 02 oder 03 Uhr Nachts "Sendeschluss" hieß - ehe es am nächsten Tag um 9 oder 10 Uhr wieder weiterging.
Stimmt perfekt, ich erinnere mich noch sehr gut an diese Zeiten. Damals waren die Medien längst nicht so reizüberflutet wie heute. Unter der Quantität fing auch die Qualität an zu schwächeln, meiner Meinung nach.
 
Natürlich müssen Rechte geklärt werden. Nur Wiederaufführungsrechte sind um den Faktor X günstiger als Neuproduktionen. Man muss erstens nur wollen, zweitens zielgerichtet verhandeln und drittens, für die Inhaber von Rechten ist es zusätzliches Einkommen. Wer soll denn all diesen alten Kamellen senden und kaufen? Außerdem ein großer Teil der Produktionen kann einfach wiederholt werden.
Na gut, die Frage ist hier vor allen Dingen: Reden wir überhaupt über Wiederaufführungsrechte? Oder geht das nicht vielleicht sogar an den eigentlichen Bedarfen vorbei? Ich glaube, wenn man es in Sachen Eigenproduktionen vernünftig machen will, muß man auch heute über ein On-Demand- oder Streamingangebot nachdenken, und an der Stelle reden wir schon nicht mehr über eine reine Aufführung, sondern auch über die Bereitstellung einer Aufnahme, das wäre dann eine völlig neue Rechtssituation und müßte entsprechend neu verhandelt werden, was mit zunehmendem Alter der Aufnahme bestimmt nicht leichter wird, aber da sollen sich die Profis drum kloppen.

Ein großes ABER gibt es, es wird kaum noch Menschen in den Sendern geben, die das Archiv wirklich kennen und eine Auswahl treffen können. Übrigens auch bei den Plattenfirmen ein Riesenproblem, die sitzen teilweise auf einem Berg von Studiobändern, nur wissen sie überhaupt nichts damit anzufangen.
Na ja, die Plattenfirmen haben sowieso ihre ganz eigene Logik, hinter die ich noch nicht gestiegen bin. Also - ich begreife, daß jemand sagt "Die Aufnahme bringen wir nicht neu heraus, da die Wahrscheinlichkeit, daß wir damit schwarze Zahlen schreiben, ziemlich gering ist". Kapier' ich. Find' ich nicht schön, aber ich muß sagen, daß ich das kapiere, weil ich's halt studiert habe und wenn ich sage, daß ich es nicht kapiere, muß ich im neuen Jahr direkt um meinen Job bangen, also versteh' ich's. Ich hab' aber tatsächlich nie verstanden, wie Plattenfirmen bestimmte Sachen im Archiv belassen können, obwohl die Zielgruppe händeringend darum bettelt, ihnen Geld überweisen zu dürfen. Da scheinen also völlig eigene Regeln zu gelten. Gilt vielleicht auch für's Radioarchiv?

Gruß
Skywise
 
Es ist schon sehr auffällig, wie Intendanten von ÖR-Wellen jetzt Druck aufbauen und Finanzbedarf anmelden. Das riecht schon sehr nach konzertierter Aktion. Die Argumente sind flach wie die Programme, aber es geht wohl darum, die Gremien weichzukochen, die im Frühjahr entscheiden müssen. Hoffentlichbleiben sie standhaft. Hoffentlich zwingen sie Ör zum Sparen. Und damit zur Besinnung auf ihren eigentlichen Programmauftrag. Von alleine kommen sie nämlich nicht darauf.
 
Es ist doch ein ständiger Spagat der da zu vollführen ist.

Meinenthalben könnte vor allem diese Millionärsbereicherungsmaschinerie Bundesligafussball aus dem Programm fliegen - und wer das wirklich sehen will zahlt einfach dafür. Es gibt genug Sportarten die medial unterrepräsentiert sind. Ich meine, es gibt private Sender die selbst Poolbillard oder Snooker im Programm haben, absoluter Nischensport.

Bedient man sich im Archiv, motzen die anderen dass nur olle Kamellen gesendet werden.

Es werden mehr Ausspielwege gefordert, weil der ÖR ja auf der medientechnischen Höhe der Zeit sein soll - mehr kosten darf es aber auf keinen Fall.

Verstehe ich, teilweise teile ich die Meinung, aber wer A sagt muss B dann auch akzeptieren.
 
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