Vereinheitlichung der ARD-Nachtprogramme


Nun, zumindest sollte es ein Zeichen der Solidarität sein, dass man das nicht den kleinsten und ärmsten aufbürdet, die bekommen ja teilweise nicht mal tagsüber ein Vollprogramm hin (bei SR 2 z.B. gibts montags ab 19 Uhr nur noch Übernahmen aus anderen Funkhäusern). Ob jetzt aber jeder "Große" muss oder auch jeder von diesen nur jeweils 1 Angebot produzieren darf ist eine gute Frage.
 
Am besten man fusioniert den SR gleich mit dem SWR (im TV ist das ja indirekt schon geschehen) . Eine Existenzberechtigung beim SR sehe ich ohnehin schon nicht im Gegensatz zu Radio Bremen. Warum gab es eigentlich nie den SWR auch im Saarland? Wäre zumindest eine tolle Vorstellung, der SWR als 3-Länder-Anstalt, er ist der einzige mit nur 2 Bundesländern von denen die in mehreren senden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Am besten man fusioniert den SR gleich mit dem SWR (im TV ist das ja indirekt schon geschehen) . Eine Existenzberechtigung beim SR sehe ich ohnehin schon nicht im Gegensatz zu Radio Bremen. Warum gab es eigentlich nie den SWR auch im Saarland? Wäre zumindest eine tolle Vorstellung, der SWR als 3-Länder-Anstalt, er ist der einzige mit nur 2 Bundesländern von denen die in mehreren senden.
Warum hat Radio Bremen deiner Ansicht nach mehr Berechtigung als der SR?

Historisch betrachtet sind die Rundfunkanstalten eine Folge der Besatzungszonen. Deshalb hat Bremen als durch die USA besetztes Bundesland mitten im durch Großbritannien besetzten Gebiet eine eigene Rundfunkanstalt bekommen, Hamburg aber z.B. nicht. Aus dem gleichen Grund gab es früher im Südwesten die Aufteilung in SDR (USA) und SWF (Frankreich). Das Saarland wiederum spielt eine Sonderrolle, weil es überhaupt erst 1957 in die Bundesrepublik eingegliedert wurde.

Mit der Zeit wurden diese historischen Zusammenhänge aufgeweicht, durch den Zusammenschluss von SDR und SWF zum SWR, oder durch die Zuschlagung von Mecklenburg Vorpommern zum NDR.

Ob man heute diese Sonderrolle von Bremen und Saarland noch so deutlich erkennt, dass sie eine eigene Rundfunkanstalt rechtfertigen, ist halt die Frage.
 
Mir fehlt ein Eindruck davon, was der SR im Rundfunk so veranstaltet, da ich ihn mangels Bezug und Interesse nie höre, aber von Radio Bremen höre und lese ich sehr viel Gutes. Wäre sehr schade, wenn sie RB ausgerechnet im NDR aufgehen lassen würden, der mit aller Macht ein wellenübergreifendes Nicht-Programm vorantreibt.
 
Einen wirklichen und ARD-weiten Einspareffekt wird es nur mit Ausweitung der nächtlichen Zusammenarbeit und weiteren Nehmern geben.

Vor diesem Hintergrund wäre für die ARD-Hitnacht ein Beginn ab 22.00 oder 23.00 sinnvoll. Morgens ab 04.00 könnte ein ARD-Radiowecker mit Wortbeiträgen für die Frühaufsteher gesendet werden (halbstündliche Nachrichten inklusive). Am Sonntag würde diese Sendung auch bis 07.00 oder 08.00 laufen können. Ab 2021 wird mit MDR 1 ein neuer Geber seine eigene Nachtsendung einstellen. SWR 1 und wohl auch Bayern 1 werden ihre jeweilige Nachtsendung vermutlich beibehalten (wobei die Automation von Bayern 1 durchaus streichwürdig ist).

Auch die ARD-Infonacht könnte bereits um 22.00 starten und ab 04.00 mit einem ARD-Morgeninfo verlängert werden (am Wochenende dann über 06.00 hinaus).

Für das ARD-Nachtkonzert wäre ein vorgeschaltetes ARD-Radiofestival mit Konzertmitschnitten und einem alternativen musikalischen Angebot ab 22.00 oder 23.00 denkbar. Auch könnten morgens ab 04.00 zum Beispiel ARD-FrühStücke laufen (Jazz + Singer / Songwriter + Klassik + Pop). Am Sonntag könnte so 'ne Sendung auch bis 08.00 verlängert werden. Bremen Zwei wäre dann möglicherweise ganz oder nur für einige Stunden ein zusätzlicher Nehmer.

Warum ausgerechnet Die junge Nacht der ARD von 1Live mit dem höchsten Durchschnittsalter der "jugendlichen" Hörerinnen und Hörer dieser Zielgruppe produziert wird ? Hier wäre eher Fritz ein neuer und frischer (alternativer) Geber - warum nicht auch schon ab 22.00 oder 23.00 mit dem Talk ? Interessanter und besser als die Automation bei fast sämtlichen anderen jungen Wellen ist das auf jeden Fall.

Bei der ARD-Popnacht von SWR 3 ist meines Erachtens wäre ein Beginn ab 23.00 diskussionswürdig. Einzig Bayern 3 könnte sich hier bei entsprechendem Sparzwang wieder anschließen.
 
Historisch betrachtet sind die Rundfunkanstalten eine Folge der Besatzungszonen. Deshalb hat Bremen als durch die USA besetztes Bundesland mitten im durch Großbritannien besetzten Gebiet eine eigene Rundfunkanstalt bekommen, Hamburg aber z.B. nicht. Aus dem gleichen Grund gab es früher im Südwesten die Aufteilung in SDR (USA) und SWF (Frankreich).
Ein bisschen merkwürdig ist der Sonderfall SDR und SWF ja schon gewesen, denn Baden-Württemberg in seinen jetzigen Grenzen existiert seit 1952. Eine für das ganze Bundesland zuständige Rundfunkanstalt gibt es aber erst seit 1998.
Das hätte eigentlich schon mit der damaligen Länderfusion passieren müssen.
 
Schon wieder falsch. Der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) sendet für - Trommelwirbel - Berlin und Brandenburg. :(
Ich meinte in meinem Posting aber nur die reinen Flächenländer. Und da deckt der rbb nur eins ab. Und dann ist es auch richtig dass der SWR nur 2 abdeckt, während alle anderen, die in mehreren Bundesländern senden, mehr haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde weniger die Anzahl der Bundesländer oder ähnliches als Kriterium verwenden, sondern die Anzahl der versorgten Einwohner.

Das sind Stand 2018:
WDR 18 Mio
SWR 15 Mio
NDR 14 Mio
BR 13 Mio
MDR 8 Mio
hr 6 Mio
SR 1 Mio
RB 0,7 Mio

Bayern (13 Mio) und NRW (18 Mio) sind die einwohnerstärksten Bundesländer, das rechtfertigt durchaus eine eigene Rundfunkanstalt. Wollte man gleiche Verhältnisse schaffen, müsste man den SR im SWR und RB im NDR aufgehen lassen, und selbst der hr müsste eigentlich zum MDR.

Hoffen wir, dass es nie so kommt.
 
@ostfriese: Der Nachtexpress fuhr ja immer schon als erstes ab und bei den meisten Nehmern würde sich der frühere Beginn der Hitnacht immer noch ziemlich nahtlos einfügen.

Apropos Nachtexpress, so unpassend wie er damals beim reformierten hr1 war, so unpassend ist da jetzt die Popnacht, ohne den einen Alibischlager um 10 vor (ja, so genau ist das beim NDR festgelegt!) und Deutschpop (meist Klassiker) um 10 nach geht das perfekt zusammen, umgekehrt passt die Hitnacht nicht zum 50/50 von hr4, aber gut, dann müsste man sich jeweils mit den anderen Anstalten (SWR für die Übernahme im 1. z.B.) verständigen und das hatten wir ja schon, ist wohl nicht so ganz einfach.

Die Infonacht hat zu Beginn der Pandemie bereits um 21 Uhr begonnen, sofern alle die dranhängen eh dieses 24/7-Infoformat fahren kann man das auch so wieder einführen.

Spätabendliche Kooperationen auch außerhalb der Sommerferien würden zulasten der noch bestehenden vielfältigen Angebote vor allem der großen Häuser gehen, bin ich gegen.

Die Popnacht ist auch historisch mit dem Beginn der Geisterstunde (erinnert sich noch wer an den legendären Opener von SDR 3?) verbunden und Einsparpotential ist da auch keins, würde etwa der BR sie geben (lohnt sich ohne Matuschke und Törkott aber nicht mehr), würde SWR 3 wohl kaum erstmals in seiner Geschichte (samt der vom SWF) diese übernehmen, ich denke, da wird man im Süden weiter sein eigenes Süppchen kochen, wie auch bei der automatisierten Bayern 1-Nacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
erinnert sich noch wer an den legendären Opener von SDR 3?
Natürlich. Und erst als ich mir mal das Album "Thriller" angehört habe wusste ich, dass die knarrende Tür und die Musik nicht vom SDR produziert wurden. :D
Der Einspieler mit "Thriller" wurde übrigens vor der Fusion noch durch einen anderen ersetzt. Und bei SR 1 gab es auch mal so einen ähnlichen Opener.
 
hr und mdr würde meiner Meinung nach überhaupt nicht funktionieren.
Das würde auch historisch überhaupt keinen Sinn machen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hessischer_Rundfunk#Anfänge_als_Südwestdeutsche_Rundfunkdienst_AG
https://de.wikipedia.org/wiki/Südwestfunk#Geschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Süddeutscher_Rundfunk#Vorläufer_des_SDR_(1924–1945)
https://de.wikipedia.org/wiki/Saarländischer_Rundfunk#Geschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutscher_Rundfunk#Geschichte

Wenn, dann:
SWR + SR + hr
mdr + rbb
NDR + WDR + rb
BR (notfalls an den ORF verschenkt)

Alles andere ist Quatsch!

Identische Programmportfolio haben oder hatten:
SWR und hr (1 Aktuell/Oldie, 2 Kultur, 3 Pop, 4 Schlager, 5 Jugend, 6 Info
SR und rb (um 2000 herum: 1 Pop, 2 Kultur, 3 Schlager, 4 Jugend, 5 Info)
mdr, rbb und NDR (1 Landesprogramm, 2 Pop, 3 Kultur, 4 Info, 5 Jugend
WDR ist eher an der BBC orientiert (1 Jugend, 2 Pop, 3 Klassik, dann weicht es ab...)
BR hat Ansätze bei SWR und hr (1-3), hintenraus weicht es ab

Während die Programme 1, 2 und 3 früher weitgehend gleich waren (1 Vollprogramm, 2 Servicewelle im Norden, Kulturwelle im Süden, 3 Kulturwelle im Norden, Servicewelle im Süden), gab es einst drei verschiedene Arten vierte Programme: Die Jugendwellen im Norden (Radio Bremen 4, Radio 4 U), die Schlagerwellen im Süden (WDR 4, hr4, SDR4, S4 BW, SWF4 RP) und die Klassikwelle in Bayern. Dann kamen die Infowellen dazu, weitere Jugendwellen, weitere Klassikwellen und Zahlen spielten plötzlich auch keine Rolle mehr.
 
Einen wirklichen und ARD-weiten Einspareffekt wird es nur mit Ausweitung der nächtlichen Zusammenarbeit und weiteren Nehmern geben.
Ich wüsste gerade nicht, wie viel der BR sparen würde, wenn er die BR1-Automation durch die Hitnacht ersetzt. Der ARD-Hörfunk zieht insgesamt einen dreistelligen Mio-Betrag. Da gäbe es schon andere Möglichkeiten. Leider verliert sich die Diskussion hier ständig wieder in Kleinklein, ziemlicher Unkenntnis selbst leicht recherchierbarer Strukturmerkmale und der impliziten Annahme, Medien im 21. Jahrhundert müssten so aufgebaut sein wie zu Mittelwellenzeiten.

Dass man in BW die LRA mit 46 Jahren Verspätung fusionierte, kann man immer als schönes Beispiel für die Veränderungsresistenz bestimmter Strukturen nehmen. Die Länderfusion 1952 war selbst schon ein Husarenstück.

Zurück zu den Nachtprogrammen: 2021 wäre die Konsolidierung der Gemeinschaftsprogramme weitgehend abgeschlossen. So wie ich das gehört habe, kommen die NDR-Zentralnachrichten dann auch von der "Infonacht"-Redaktion.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Popnacht (...), würde etwa der BR sie geben (...), würde SWR 3 wohl kaum erstmals in seiner Geschichte (samt der vom SWF) diese übernehmen
a hat b übernommen! Vor 1988! a hieß damals noch SWF3 (heute SWR3, seit 1998) und b Nachtrock (heute Popnacht, seit 1990), aber sie haben sie (ihn) übernommen. Immer diese haltlosen Behauptungen hier. Auch SWF3 hat mal ganz normal ARD-Gemeinschaftsprogramm übertragen. Das kennen wir nur alle nicht mehr, aber es war so. Die haben sich nicht 1975 zum Sendestart gesagt, geil, wir senden jetzt rund um die Uhr, das kam erst viele Jahre später. (ich kenne es auch nur aus alten Hörzus usw.) Die Mark heißt heute Euro, aber es ist immer noch Geld. Namen ändern sich, deshalb kann man nicht behaupten, Baden-Baden 3 hätte nie was aus dem ARD-Gemeinschaftspool übernommen.
 
Okay, aber das war dann vor meiner Zeit und die läuft immerhin schon über 3 Jahrzehnte lang, da ist viel passiert, man stelle sich nur mal die ganzen armen Kinder vor die ohne Nachtexpress oder einen anderen deutschen Meister als den FC Bayern aufgewachsen sind...
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben