Vereinheitlichung der ARD-Nachtprogramme


thorr

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Und noch einmal: diese "Dopplungen" passiert doch wirklich extrem selten... Auch andere Pannen dürften theoretisch nie passieren und passieren doch - und?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Doppelungen so selten auftreten. Das weiß ich aber nicht, es ist mein Gefühl für Wahrscheinlichkeiten. Ich werde das mal in Erfahrung bringen.

Allerdings geht es hier nicht um eine Panne im eigentlichen Sinn, denn dass solche Doppelungen auftreten, ist systemimmanent. Es gibt (ich sage extra dazu: offenbar!) keinen Mechanismus, der dafür zuständig ist, sowas zu verhindern. Für ein tägliches Programm könnte sich der Aufwand, einen solchen zu entwickeln, schon lohnen.

Und wenn dann bei einem Sender ein Interpret mit einem Tippfehler oder abweichender Schreibweise eingepflegt ist, erkennt der Algorithmus das leider auch nicht.
Kann nicht sein, daß Interpreten abweichend eingepflegt werden? Doch, passiert hin und wieder auch...
Dass dann Einzelfälle immer noch durchs Raster fallen, ist geschenkt. Aber das Gros der Fälle dürfte sich damit herausfiltern lassen.

Automatisiert bedeutet für mich: Die Software bekommt genaue Handlungsanweisungen, was mit dem doppelten Titel passieren soll, was gleichzeitig in Einklang mit den anderen Auswahlregeln für die Planung, die ja auch automatisiert sind, steht.
 
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EMC

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Doppelungen so selten auftreten. Das weiß ich aber nicht, es ist mein Gefühl für Wahrscheinlichkeiten. Ich werde das mal in Erfahrung bringen.
Ich habe monatelang bis November 2019 sehr regelmäßig so gut wie jeden Abend während einer bestimmten Tätigkeit von circa 23.50 Uhr bis mindestens 0.40 Uhr NDR2 gehört und somit den Übergang von NDR2 zu SWR3 Luna, also der ARD-Pop-Nacht. Nur ein einziges Mal in all den Monaten hatte ich das Gefühl, daß das noch nicht so lange her ist, einen bestimmten Titel schon zuvor gehört zu haben. Also diese Dopplungen treten (bzw. mindestens traten) sehr, sehr selten auf. Somit liegt meine persönlich ermittelte Wahrscheinlichkeit unter einem Prozent. (Daß das nach November 2019 deutlich zugenommen hat - das zu vermuten, dafür gibt es keinen Grund).
Ich werde das mal in Erfahrung bringen.
Für mich brauchst Du das wirklich nicht. Es wäre Verschwendung von Resourcen (hauptsächlich Deiner Zeit), zahllose Playlists durchzugehen und abzugleichen....
Für ein tägliches Programm könnte sich der Aufwand, einen solchen zu entwickeln, schon lohnen.
Um die ohnehin sehr geringe Wahrscheinlichkeit durch erhöhtem Aufwand auf sehr, sehr gering zu senken? Wenn es nur ein einmaliger "algorithmischen Aufwand" wäre, vielleicht, aber: siehe unten...
Aber das Gros der Fälle dürfte sich damit herausfiltern lassen.
Welches Gros? Es ist jetzt schon extrem (c) selten....
Ist es den personellen Aufwand wert extrem selten auf super-extrem selten zu reduzieren?
Automatisiert bedeutet für mich: Die Software bekommt genaue Handlungsanweisungen, was mit dem doppelten Titel passieren soll, was gleichzeitig in Einklang mit den anderen Auswahlregeln für die Planung, die ja auch automatisiert sind, steht.
Wie soll das gehen? Ersatz durch einen Zufalls-Titel? Der möglicherweise schlechter in den "Flow" paßt als der wiederholte Titel? Es wird vermutlich öfters vergessen, daß die Zusammenstellung der Playlists am Ende immer noch durch Musikredakteure, also echte Menschen a.k.a. Lohnempfänger erfolgt, unterstützt von einer Software, in der Musiktitel verschlagwortet und kategorisiert nach verschiedensten Kriterien eingepflegt wurden, also ist ein wirklicher Voll-Automatismus in solchen Fällen nicht möglich. Und angesichts der extremen Seltenheit der Dopplung auch nicht nötig.
Normalerweise ist in diesem Forum alles ein Skandal, alle haben keine Ahnung, alle machen ihren Job schlecht.
Du wirst mich bisher nie in einem solchen Chor von Pauschalisten vorgefunden haben! Wenn ja (und ich das völlig verdrängt habe), bitte ich herzlich Dich darum mir diese Stelle zu zeigen.
Ansonsten empfehle ich Dir Deine Einschätzung über dieses Forum zu überdenken. Daß es einzelne Foristen gibt, die sich so äußern, ist allerdings wahr. Und diese sind sicher ein wenig mehr als diese extremen Dopplungen, leider... Und dennoch nicht die Mehrheit...
lohnt den Aufwand nicht. Ich belasse es mal dabei.
Ich jetzt auch... Gute Nacht.
 

wuerstchen

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Mir sind solche Doppelungen auch mehrfach bei Beträgen in den regionalen Einschüben (:15 bis :30) in der ARD-Infonacht aufgefallen.
Da hat z.B. der NDR um :12 einen Beitrag über Brandenburg und :18 kommt der selbe Beitrag im RBB-Tagesrückblick. Oder der RBB hat einen Wirtschaftsbeitrag um :27 und um :37 hört man denselben Beitrag in einer Langfassung.

Am Ende finde ich solche Doppelungen von Beträgen oder Songs im Nachtprogramm aber nicht so dramatisch. Da es sich um verschiedene Anstalten handelt, lässt sich das wohl nur schwer vermeiden.
 

s.matze

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23:56
Olivia Rodrigo - good 4 u
0:05
Olivia Rodrigo - Good 4 U
Das ist schlichtweg das Ergebnis von zu engen Rotationen und zu kleinen Titelpools sowie der Tatsache, dass Null Albumtitel mehr gespielt werden sondern nur noch Chart-Hits (und auch die meist erst dann, wenn sie oben waren und schon wieder den Rückweg in Richtung hintere Plätze angetreten haben.

Also das, was landläufig alle sagen, warum sie sich vom Radio abwenden (und weshalb 85% der Sender in der letzten MA hohe, meist zweistellige Verluste hatten):
"Es läuft jeden Tag auf allen Sendern die selbe Musik".
Man kann teilweise die Uhr danach stellen, welche Songs in welcher Stunde laufen.

Wenn man das komplette Album dieser Frau Rodrigo einspielen und davon alle hörbaren Titel reinnehmen würde, gäbe es das Problem gar nicht. Macht man das bei allen aktuell erfolgreichen Künstlern, hat man wesentlich mehr Vielfalt und solche Dopplungen treten nichbt mehr auf bzw. die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man den selben Künstler erwischt, liegt bei 50 %, dass man den selben Titel erwischt, bei unter 2%.

So ist es aber hausgemacht, weil man sich auf 2-3 Hits von sämtlichen Interpreten beschränkt.
Ob das Bruce Springsteen ist, Take That oder The Weeknd.

Ein weiteres Problem ist, dass die Titel viel zu lange (oft mehrere Monate bis ein Jahr) in der Rotation bleiben. So wie "Driver`s license" von der selben Interpretin, was im Januar rauskam. Das ist Stand heute ein halbes Jahr alt, läuft aber immer noch rauf und runter.

Besonders krasse Beispiele sind "Don`t call me up" von Mabel oder auch "Don`t be so shy", diese laufen immer noch mehrmals pro Woche, auf einigen Popwellen sogar täglich.
 
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Yannick91

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@s.matze Nach deiner Lösung, die für Radiostationen fatale Folgen hätte, gäbe es keine One-Hit-Wonder weil alle Albumtitel gleich oft gespielt werden. Du gehst mal wieder von dem völlig falschen Standpunkt aus, dass Radiosender die Hörer:innen absichtlich quälen wollen und dass alle sich unbekannte Songs wünschen.
 
Du gehst mal wieder von dem völlig falschen Standpunkt aus, dass Radiosender die Hörer:innen absichtlich quälen wollen und dass alle sich unbekannte Songs wünschen.

Alle sicherlich nicht, aber manche vielleicht ja doch. Das ist für mich auch eine Frage des öffentlich-rechtlichen Informations- und Bildungsauftrags. Die Erfüllung desselben im Bezug auf Kultur- und Musikthemen beginnt IMHO nicht erst bei Ibrahimowitschs achtem Klavierkonzert in einer seltenen Aufnahme der Industrial Philharmonics Dakar unter der Leitung der aufstrebenden Nachwuchsdirigentin Rita Rägele.

Ein guter Riecher für die Interessen der Hörer unter Zuhilfename gängiger Abfragemethoden ist wichtig, aber nicht zielgerichtet als alleiniger Maßstab - schon gar nicht in werbefreien Zeiträumen wie dem Abend-, Nacht- und Sonntagsprogramm.
 

s.matze

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gäbe es keine One-Hit-Wonder
Und was genau wäre so schlimm daran? 🧐

Ich stelle mir gerade vor, was das für ein unfassbarer Verlust für die Menschheit wäre, wenn uns Perlen wie "Lemon tree", "Jungle drum", "Dragostea din tei", "The Ketchup song", "She`s got that light", "Großer Bruder", "Guildo hat euch lieb", "Who let the dogs out", "Butterfly", "Follow me", "All summer long", "Wherever you will go", "Breakfast at Tiffany", "Dancing in the moonlight", "Big big girl", "Torn", "Teenage dirtbag", "Gives you hell", "Mercy" oder "Schnappy das Krokodil" erspart worden wären...

Die Welt wäre nicht mehr die selbe. 😽
 

s.matze

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Bei jedem Sender auf der ganzen Welt.
Danke für die Bestätigung der Aussage

"Es läuft jeden Tag auf allen Sendern die selbe Musik".
Ein besseres Argument dafür, warum fast alle Radiosender mit sinkenden MA-Quoten zu kämpfen hatten, kann es kaum geben.

Die Hörer machen sich inzwischen im Netz bei Spotify und Co. ihre eigene Rotation.
Das ist auch durchaus mal ein komplettes Album am Stück.
 
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s.matze

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Weil ich es kann.

Bist du neidisch weil ich mehr Audioeingänge für die Aufnahme habe als du oder was soll das permanente Rumreiten darauf, dass ich technisch dazu in der lage bin, rund um die Uhr 64 versch. Programme gleichzeitig aufzunehmen?

Nur weil du das nicht kannst? 😆

Persönliche Befindlichkeiten ändern überhaupt nichts an der Tatsache und dem Grundproblem, dass sich das Radio mit Lichtgeschwindigkeit in die Bedeutungslosigkeit katapultiert und sich als Musikberieselung längst überflüssig gemacht hat.

Es hat nur noch nicht jeder gemerkt. Für viele wird es bei der nächsten MA wieder ein böses Erwachen geben.

Die Trends finden längst woanders statt. Das mussten auch das gute alte Kino und das Fernsehen lernen.
 
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Yannick91

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Nein. Das ist eine erstgemeinte Frage. Du findest so gut wie alle Sender schlecht, keiner macht was richtig, die erfahrensten Profis haben deiner Meinung nach keine Ahnung - und dann hörst du diese Sender rund um die Uhr?

Du warst ja neulich sogar Thema bei Clubhouse im Radioszene-Talk. Immerhin hast du es schon dort zu einer (negativen) Prominenz gebracht mit deiner Motzerei.
 

s.matze

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Lieber negativ prominent als beliebig, irrelevant und belanglos, würde ich mal sagen.

Übrigens heißt das Thema hier ARD-Nachtprogramme. Um mich geht es hier nicht.
 

thorr

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ja. So geht die Planung einer A-Rotation. Bei jedem Sender auf der ganzen Welt.
Was für eine Arroganz. Dafür, dass Privatsender jetzt auch nicht die Retter der Errungenschaften sind, die die Menschheit in einer halben Million Jahren hervorgebracht hat.

Zum Glück gibt es doch noch Sender, die nicht nur für den schnöden Mammon Programm machen, sondern in erster Linie für den Hörer. Bei denen sieht die Planung nicht so aus.
 
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Yannick91

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@thorr Entschuldige, ich kann es einfach nicht mehr lesen, wie hier dauernd alles (falsch) zusammengewürfelt wird. Ich habe niemals behauptet, dass ich das toll finde. Niemals. Aber so funktioniert nun mal überall, auch außerhalb Deutschlands, Musikplanung der Hotrotation bei Hitradios. Das hab ich mir doch nicht ausgedacht. Ich versuche hier einen Hauch Realität in die Diskussionen zu bringen, und jedes Mal wird man dafür angefeindet.
In dem von mir zitierten Clubhouse Talk wurde sehr deutlich, wie viele dieses Dauergemotze hier nervig finden. Dass dieselben fünf Leute hier jeden Thread kaputtmachen scheint akzeptiert zu sein. Aber wehe man bestätigt, wie Musikplanung geht. Dann ist man arrogant. Wahnsinn.
 

Radiokult

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und warum hörst du dann anscheinend 23 Stunden am Tag Radio?
was soll das permanente Rumreiten darauf, dass ich technisch dazu in der lage bin, rund um die Uhr 64 versch. Programme gleichzeitig aufzunehmen?
Finde den Fehler! 64 Programme parallel aufzunehmen und 64 Programme gleichzeitig abzuhören ist ein himmelweiter Unterschied.

Lieber negativ prominent
Ich sags mal so: Auch Einbildung soll eine Form von Bildung sein.
 

thorr

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Dass dieselben fünf Leute hier jeden Thread kaputtmachen scheint akzeptiert zu sein. Aber wehe man bestätigt, wie Musikplanung geht. Dann ist man arrogant. Wahnsinn.
Es geht nicht darum, dass du bestätigst, wie eine A-Rotation aussieht. Sondern der Zusatz, dass das bei jedem Sender auf der ganzen Welt so wäre, ja, so sein müsste, als hättest du die Weisheit mit Löffeln gefressen. Als handelte es sich um ein Naturgesetz. Und gegen Naturgesetze kann man natürlich keine Kritik äußern. Dabei ist es doch legitim, zu kritisieren, dass die A-Rotation bei einem öffentlich-rechtlichen Sender mit dem Auftrag kultureller Bildung auch so aussieht.
 
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s.matze

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Du warst ja neulich sogar Thema bei Clubhouse im Radioszene-Talk
In dem von mir zitierten Clubhouse Talk wurde sehr deutlich, wie viele dieses Dauergemotze hier nervig finden
Falls du jetzt darauf hoffst, mittels Clickbait und Namedropping hier alle neugierig zu machen, damit jeder dich mit Fragen zu diesem mysteriösen Insider-Format löchert, liegst du aber falsch. 😴


Bei denen sieht die Planung nicht so aus.
Eben. Und die gibt es auch durchaus innerhalb der ARD. Wenn ich da an Bayern 2 oder Radioeins denke.
Umso trauriger, dass es auch kleine Privatsender wie Schwarzwaldradio oder Livelive oder KrixFM schaffen, NDR 2, hr3, WDR 2, Bayern 3 oder Jump aber nicht.

Um mal den Bogen wieder zurück zum Musikprogramm der ARD-Nachtversorgung zu schlagen: Selbst als die Hitnacht noch vom NDR kam, bot diese doch ab und an mal die eine oder andere Überraschung wie "Ein kleines Stück Papier" von Wolfgang Petry.:thumbsup:
 
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