Vieles neu beim rbb (Radio) 2019


Sowieso alles, was vorm Mikrofon ist, sollte als letztes zur Disposition stehen, wenn es um die Kostenfrage geht....
Meinst Du das auf Radio Eins bezogen, auf den RBB bezogen oder auf Radio im Allgemeinen bezogen?

Also, ich wüsste z.B. schon, was ich einsparen würde beim Radio: das, was mich u.a. daran sehr nervt: Doppelmoderationen, die sich gegenseitig "anfeuern", noch "witziger" zu sein, die sich gegenseitig in der Sprechgeschwindigkeit zu überbieten versuchen oder - hatten wir gerade - für Aufmerksamkeitsdefizite beim Zuhörenden in Wortblöcken sorgen, weil er sich ständig auf eine andere Stimme konzentrieren muss.
 
Im Radio allgemein. Und mir gefallen die Doppelmoderationen gut! Man liest bei dir raus, dass du dich allgemein ziemlich schnell ablenken lässt von irgendetwas, das ist nicht das Problem der Radiomacher/-innen.
 
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Man könnte auch einfach Nachrichten machen, wie man ordentliche Nachrichten macht. Und die dann von einem ausgebildeten Sprecher lesen lassen. Zentral, in der Masurenallee. Mit Übernahme auf Inforadio, Kulturradio, 88acht, Antenne Brandenburg und Radio Eins (Fritz lasse ich mal raus, es ist Jugendlichen heute vermutlich wirklich nicht mehr zuzumuten, mit so etwas konfrontiert zu werden). Am Ende der Nachrichten dann Wetter - ohne Gebimmel, ohne Trenner, ohne Bett. Und dann Übernahme durch die jeweiligen Wellen, wo es mit den Verkehrsmeldungen weiterginge mit den dortigen Sprechern
Igitt. Ein billiges "WDR aktuell" für alle Wellen gleichzeitig. Mit unterschiedlichen Zielgruppen und beim rbb auch noch mit Unterschieden im Sendegebiet.
 
Igitt. Ein billiges "WDR aktuell" für alle Wellen gleichzeitig.
Wieso? Ohne Aufzeichnung, ohne Echtzeit-Fake. Ohne O-Töne. Sind die WDR-"Nachrichten" nicht sogar in "Doppelsprech"?

Wozu braucht man zigmal Nachrichten in einem ARD-Haus? Muss man Popfunk-Hörer als Deppen ansprechen? Muss man "Kulturfunk"-Hörer irgendwie elitär ansprechen? Kann man nicht einfach seriöse Nachrichten schreiben und lesen?

Aber ich merk schon: ich bin da sowas von raus.
 
Wieso? Ohne Aufzeichnung, ohne Echtzeit-Fake. Ohne O-Töne. Sind die WDR-"Nachrichten" nicht sogar in "Doppelsprech"?

Wozu braucht man zigmal Nachrichten in einem ARD-Haus? Muss man Popfunk-Hörer als Deppen ansprechen? Muss man "Kulturfunk"-Hörer irgendwie elitär ansprechen? Kann man nicht einfach seriöse Nachrichten schreiben und lesen?

Aber ich merk schon: ich bin da sowas von raus.

Häh? Elitär oder als Deppen wird doch niemand angesprochen, mal reingehört? Sie sind sehr unterschiedlich, aber alle auf hohem Niveau.
 
Wozu braucht man zigmal Nachrichten in einem ARD-Haus? Muss man Popfunk-Hörer als Deppen ansprechen? Muss man "Kulturfunk"-Hörer irgendwie elitär ansprechen? Kann man nicht einfach seriöse Nachrichten schreiben und lesen?
Schon merkwürdig. Jahrzehntelang ging die Forderung, jeder Welle eigene Nachrichten zu bescheren, von der Dudelfunkfraktion aus (wegen besserer Einpassung in die Welle, inhaltlicher Anpassung an das Niveau der Welle, Interaktion des Nachrichtensprechers mit den Moderatoren usw.), während die Qualitätsfunkfraktion bei der Idee blieb, lieber weniger, und dafür journalistisch ordentliche Nachrichten zu produzieren. Aber seit Weber im WDR ihre vereinheitlichte Nachrichtensimulation "WDR Aktuell" durchgedrückt hat, hat sich die Diskussion irgendwie umgekehrt.

Wäre ich RBB-Programmdirektor, würde ich es, auch vor dem Hintergrund der Sparzwänge so machen:

Eine zentrale Nachrichtenredaktion in Berlin. Diese produziert tagsüber drei Nachrichten.
  • Version A: klassische Sprechernachrichten, für Inforadio, Kulturradio und Antenne Brandenburg.
  • Version B: O-Ton-Nachrichten, aber mit Substanz statt Show, für Radio Berlin* und Radio Eins
  • Version C: die Fritz-Nachrichten, wie schon immer jeweils um :30
Zu den Randzeiten liefe dann Version A auch auf Radio Berlin und Radio Eins. Außerdem gäbe es dann auf Radio Berlin und Antenne Brandenburg immer um :30 den Berlin-Report und den Brandenburg-Report mit den Berichten aus den Berliner Kiezen und Brandenburger Regionen sowie ausführlicheren Beiträgen zur jeweiligen Landespolitik.

Auf diese Weise könnte der RBB seine Informationskompetenz bündeln und ein ordentliches konsistentes Informationsangebot für seine Hörer bereitstellen, ohne unnötige Doppelstrukturen vorzuhalten.
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* diesen jetzigen 88.8-Quatsch gäbe es dann natürlich nicht.
 
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Doppelstrukturen, ja irgendwie muss man ja die Leute beschäftigen. Ich denke, beim Radio hat man das selbe Problem, wie in der Politik. Grade bei den Öffis hat man oft alte Leute, die zu eingelaufen sind und eigentlich nur Ihre Ruhe wollen. Sich auf neues einstellen, um näher am Hörer zu sein, wäre Stress und Mehrarbeit. Aber warum das, wenn man mit Dienst nach Vorschrift 5500,- € als Redakteur verdienen kann. Rausschmeißen geht nicht und wenn man sie umsetzt, dann geht das nur auf eine Stelle mit mindestens gleicher Verantwortung und Gehaltsstufe oder höher. Die alten Radio Berlin Leute müssen jetzt Dudelfunk machen, geführt von jemandem, der mal Fritz mit aufgebaut hat. Und den wird man auch nicht los (Problem zuvor beschrieben). Das System bremst sich selbst. Solang kein wirtschaftlicher Druck dahinter steckt, wird sich das nicht ändern. Und so lange werden bei den Öffis 3 Leute die Arbeit machen, die bei den Privaten einer macht und dabei ne ruhige Kugel schieben. Strukturreformen sind nötig. Wenn die Leute merken, dass es an ihren Job geht, werden sie sich bewegen und die guten werden bleiben, was sich vermutlich auf die Programme auswirken wird.
 
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Die Nachrichten sind beim rbb doch super und seriös, wie sie sind. Bin ich der einzige mit dieser Meinung? Ich finde, da ist kein Mensch zu viel und doppelt werden nie die gleichen Nachrichten verlesen.
 
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Heute morgen extra reingehört, allerdings war alles wie zuvor.
Nachrichten vom Sprecher, Wetter und Verkehr von einer „Serviceredakteurin“, Verkehrskontrollen wurden keine gemeldet, „Abgehinzt“ im Opener der Sendung.

Das einzig störende ist, dass der Moderator (bzw. einer des Doppels) zwischen dem Nachrichten- und dem Serviceteil den Namen der Servicesprecherin ansagt. Das ist an der Stelle eigentlich eine Stimme zu viel, die Überleitung könnte man eleganter lösen - ohne dabei den Namen der Servicesprecherin unter den Tisch fallen zu lassen.
 
Die Nachrichten sind beim rbb doch super und seriös, wie sie sind.
Für 88acht unterschreibe ich Deine Aussage nicht. Ich habe mir gerade die 11.00 Uhr Nachrichten mal angehört. Meine Kritikpunkte:

- Die Nachrichten sind zu kurz, sie dauerten inklusive der Berlin-Meldungen gerade einmal zweieinhalb Minuten.
- Die Auswahl der Meldungen hat mit Relevanz nicht viel zu tun (Aufmacher war eine Ankündigung für Streiks im Flugverkehr, die aber total vage war, außenpolitische Themen fehlten komplett, dafür wurde berichtet, dass man in Tirol die Autobahn nicht mehr verlassen darf).
- Die Sprache hat mit seriösen Nachrichten ebenfalls nicht viel zu tun ("Mitten in den Sommerferien droht Ungemach.", "Wer in Österreich im Stau steht, muss sich damit abfinden,"). Auch Begriffe wie "Navi" haben in seriösen Nachrichten nichts verloren, finde ich.
- Und schließlich glichen die Verkehrsmeldungen eher einer belanglosen Plauderstunde. Und was der Benzinpreis darin verloren hat, ist mir ebenfalls ein Rätsel. Gänzlich fehlten dagegen Informationen zum ÖPNV, was für eine Stadt wie Berlin auch ziemlich schwach ist.
 
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Hauptsache, Schwarzfahrer werden vor Kontrolleure gewarnt. So etwas ist wichtig. Wem interessiert schon, wenn die S-Bahn zum Flughafen ausfällt. Richtig, niemanden. Es ist ja lediglich Urlaubszeit. 80er, 90er, 100 Prozent Berlin.
 
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Gänzlich fehlten dagegen Informationen zum ÖPNV, was für eine Stadt wie Berlin auch ziemlich schwach ist.
Huch, keine Ankündigung der Fahrscheinkontrollen mehr? Ach so, die kommen ja offenbar um halb, muss ich gleich mal prüfen.

Ansonsten gilt aber derzeit: wer die ÖPNV-Situation in Berlin melden will, bricht mit dem maximal vorgesehenen Wortanteil seiner Unterhaltungswelle. Es ist Sommer und da macht die S-Bahn halt auch Urlaub. Letztlich ist derzeit ganz Berlin-Südost vom S-Bahn-Verkehr abgeschnitten, inkl. Flughafen Schönefeld. Und es gilt bereits die erste Ableitung, wie ich gerade sehe: der Ersatzverkehr ist auch beeinträchtigt. https://sbahn.berlin/fahren/fahrplanaenderungen/

Habe mir vorhin die Nachrichten auf Radio Eins um "gleich eine Minute nach 12" angehört. Es gibt immerhin relevante Meldungen aus Europa (Prozess gegen Schleuser in Ungarn / Beratungen in Brüssel über EU-Spitzenposten), Deutschland (Lufthansa-Streikankündigung , Steinmeier ruft zur Gestaltung des digitalen Wandels auf), Berlin (Ideen für neuen Stadtteil in Berlins Nordosten). Aber: diese Aneinanderreihung von Korrespondentenberichten nervt mich einfach. 4 eingespielte Korrespondenten-Aufsager und ein Sprecher im Studio, dazu "Wachtmeister Hübner" und die Moderatorin der nachfolgenden Sendung. 7 Stimmen in 5 Minuten - und eigentlich sollen das Nachrichten sein. Dazu der unvergleichlich eklige RBB-Sound, klingt wie Autoradio auf Werkseinstellung (Bässe voll, Höhen voll, dröhnend, topfig, nasal).

Und Rhön-Sprudel plätschert die Nachrichten an und auch ab. Brauche ich nicht, ich bin privilegiert, meine Wohnung hat nen Wasseranschluss der Berliner Wasserbetriebe.

Nun der Service um kurz nach 12:30 auf 88acht. Ich bin beruhigt, dem RBB gehts gut, er hat Livekameras an einer großen Monitorwand. Die Ticketkontrollen werden noch gemeldet. Und - Fake News - "bei der BVG und bei der S-Bahn da läufts auch ganz gut". Nein, das einzige, was bei der S-Bahn läuft, ist der Schweiß der Beförderungsfälle, die sich nun in Busse stapeln dürfen. Kein S-Bahn-Verkehr in ganz Südost-Berlin.

Vielen Dank, 88acht! Aber für soviel ekelhafte aufgesetzte gute Laune zahle ich doch gerne meine Rundfunkgroschen. Oder ist das gar kein öffentlich-rechtliches Programm? Wirkte gerade eben auf mich irgendwie so. Nur der ebenfalls völlig vergurkte Sound erinnerte mich daran: es ist der RBB.

Und damit schnell wieder: Radio aus! Draußen vorm Fenster schwitzen Bauarbeiter auf dem Gerüst und haben StarFM an. Musik ist ganz brauchbar (gerade "Into the great wide open"), Rest auf den Abstand nicht verständlich. Also bestens. ;)
 

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Von Schlamperei in den Nachrichten werden auch die Hörer des Inforadios nicht verschont. Vorhin wurde in den Nachrichten berichtet, dass in Berlin heute die "Fête de la Musique" stattfindet. Das ist zwar richtig, jedoch hat man vergessen, dass zum Sendegebiet des RBB auch ein weiteres Bundesland gehört, in dem es ebenfalls Veranstaltungen im Rahmen dieses Festivals gibt.
 
Klar, dass eine Gewerkschaft solche Forderungen hat, aber das hat wie so oft, nichts mit Realpolitik zu tun. Wo soll die Kohle denn herkommen? Noch dazu unter dem enormen öffentlichen Druck der letzten Jahre?
 
Zitat von Tagesspiegel:
Die Einschnitte und die zugleich verstärkte Investition in die Digitalität von Programmen werden bei RBBKultur (Radio) starten, „weil wir dort den größten Veränderungsbedarf sehen“. Was nicht im Positionspapier steht, aber in den Zahlen der Media-Analyse: Das Kulturradio des RBB trifft im Vergleich mit den einschlägigen Angeboten der anderen ARD-Sender auf eine erstaunlich schwache Resonanz. Dabei ist es eines der teuersten.
Es hätte der Intendantin gut zu Gesicht gestanden, wenn sie die Zahlen nicht mit den Quoten der Kultursender anderer Anstalten verglichen, sondern sich einfach mal die unmittelbare Konkurrenz angeschaut hätte. Berlin ist der am härtesten umkämpfte Radiomarkt der Republik. Und es gibt dort auch noch ein paar mehr Sender als lediglich den DLF als unmittelbare Konkurrenz. Die Axt am Inhalt anzulegen ist natürlich einfach, wird dem rbb aber auf Dauer das bescheren, was alle anderen ARD-Anstalten schon sind - beliebig, austauschbar und kaum mehr vom Privatfunk zu unterscheiden. Und damit macht man sich dann auch dort ein weiteres Stück selbst überflüssig. 88.8 ist bereits nur noch ein Schatten seiner selbst, Fritz hat auch schon Federn lassen müssen und bis bei Radio1 ausgedünnt wird, ist es dann vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, obwohl dort bei genauer Betrachtung ja auch schon längst schleichende Veränderungen im Gange sind.
Sparen kann der rbb in der Verwaltung, sogar jede Menge, und auch in der Produktion, insbesondere im Bereich TV. Wenn ich mir anschaue womit der rbb für 30 - 90-sekündige Nachrichtenfüller-Niffs vorfährt, wird mir schlecht. Das ist Gebührenverschwendung in seiner reinsten Form. Von den skurillen Marketingkampagnen, die das Gegenteil von dem vorgaukeln was der rbb in Summe ist, fange ich gar nicht erst an.
 
Das ist ja alles richtig @Radiokult, aber du lässt einen wichtigen Faktor außer acht: All diese Leute in Produktion und Verwaltung kannst du nicht einsparen. Das sind fast ausschließlich festangestellte Mitarbeiter, die nicht kündbar sind, aufgrund rein wirtschaftlicher Beweggründe. Das ist das, was alle Anstalten momentan richtig übel mitspielt. Freie Mitarbeiter sind nur im Programmbereich zu finden und ergo nur dort einsparbar.
 
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