Voice of Korea aktuell (Winter 2020/2021)


micha01

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Hallo,
ich möchte mal versuchen, die "Voice of Korea" aus Kujang (KDVR) zu hören.
Kann jemand sagen, ob die z.B. mit einem Tecsun PL 680 in D und auf deutsch zu empfangen ist?
Ist eine Zusatzantenne von Tecsun nötig?

Und sind die Sendezeiten sowie Frequenzen 6170 und 9425 khz (lt. short-wave.info) aktuell?

Danke und Gruss aus dem Harz
Michael
 
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s.matze

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Schön, dass du den Empfang der interessanten und exotischen Programme der VOK probieren möchtest!
Die Sendezeiten für Deutsch sind seit vielen Jahren gleich:
Sommersendeplan: 16:00 bis 17:00 sowie 18:00 bis 19:00 und 19:00 bis 20:00 Uhr nach Weltzeit: 9425 und 12015 kHz
(Abweichung: + 2 Stunden = MESZ)
Wintersendeplan (gilt aktuell): 16:00 bis 17:00 sowie 18:00 bis 19:00 und 19:00 bis 20:00 Uhr nach Weltzeit: 9425 und 6170 kHz
(Abweichung hier: + 1 Stunde = MEZ)
Die Winterfrequenzen gelten noch bis März.

Der Empfang der deutschen (und russischen = selbe Frequenz, eine Stunde davor und danach) Sendung der Stimme Koreas war in den letzten 5 Jahren während der Wintermonate (Oktober bis Mitte Februar) immer gegeben, die Qualität schwankt aber stark. Mal kommt die eine Frequenz besser, mal die andere. Manchmal beide. Nicht selten geht keine von beiden brauchbar.
Hinzu kommen Tonprobleme, Störeffekte (senderseitig) oder Sendeausfälle aufgrund technischer Defekte in Nordkorea.

Was die Sache nicht einfacher macht, sind die Störungen von Nachbarkanälen.
Als besonders "lästig" hat sich China auf 6165 und 6175 kHz herausgestellt. Ist ungefähr die selbe Richtung und sendet zeitgleich, daher schwer ausblendbar.
Tip: Filterstellung "narrow" für den Fall, dass die Chinesen rüberdrücken.
Die Ganzjahresfrequenz 9425 ist auch nicht sehr viel freier.
Auf 9420 kHz sendet - wer hätte das gedacht - ebenfalls China und abends unregelmäßig (zumindest in den Vorjahren) Griechenland. Wenn empfangbar, dann kommt der sehr stark. Dort kann man zur Not auf 9427 oder 9428 ausweichen, denn der obere Nachbarkanal ist völlig frei.

Man sollte sich also auf keinen Fall von weiteren Empfangsversuchen abhalten lassen, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt.
Ein Versuch eben war ziemlich ernüchternd, vor 2 Wochen war das noch besser. China auf 6165 kommt heute klar und deutlich.
Es kann sich aber jeden Tag wieder (zum Positiven) ändern.
Empfehlenswert ist die erste Ausstrahlung nach 16 Uhr UTC bzw. 17 Uhr dt. Zeit. Später am Abend wird es nicht einfacher.

Der Tecsun ist dafür gut geeignet und völlig ausreichend.
Eine Langdrahtantenne (mindestens 5 Meter) ist zwingend erforderlich, eine störfreie Umgebung von Vorteil.
"Barfuß" wirst du maximal unverständliche Sprache nachweisen können, wenn überhaupt.
Teilweise bietet die 12015 kHz (nur während der "A"-Season, also von März bis Herbst) in den letzten Oktobertagen vor dem Sendeplanwechsel oftmals einen stärkeren Pegel als die ganzjährig genutzte 9425 kHz, die gerade im Sommersendeplan heftig von China auf 9420 kHz angegriffen wird.
In den letzten Jahren war manchmal abends Algerien statt Nordkorea auf der 6170 kHz zu vernehmen, scheint aber dort nicht mehr zu senden.

Die Programme sind vom Ablauf her immer gleich:
Vor der vollen Stunde steht 4 Minuten ein stummes Trägersignal, zur vollen Stunde erklingt 2x das Pausenzeichen mit anschließend 2x Nennung der Senderkennung in der jeweiligen Sendesprache, auf deutsch wäre dies: "Hier ist die Stimme Koreas" (erst Mann, dann Frau), gefolgt erneut von 2x Pausenzeichens und wieder 2x Ansage "Hier ist die Stimme Koreas" (erst Mann, dann Frau). Es folgen die Nationalhymne, die Ansage ("Guten Abend, jetzt beginnt die Stimme Koreas mit dem Programm in deutscher Sprache aus Pyongyang, Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Korea"), das Lied auf den großen Früher und General Kim Il-Sung und das Lied auf den General Kim Yong-Il.
Danach gibt es rund 15 Minuten lang Nachrichten, diese bestehen fast nur aus Erfolgsmeldungen aus dem Inland und Lobeshymnen auf den Sozialismus.
Häufig werden minutenlang Besuche internationaler Staatsmänner und deren Geschenke heruntergelesen.
Der Rest der Sendestunde entfällt auf das (hörenswerte) Musikprogramm, mit vereinzelten kurzen Einspielern und Berichten.
Einiges davon kann man auf der Internetseite der Stimme Koreas (ja, die gibt es wirklich) nachhören, z.B. den unregelmäßig gesendeten Hörerbriefkasten.
Seit Frühjahr 2020 ist die Postroute über Beijing allerdings blockiert und Briefe werden nicht mehr zugestellt, sondern kommen zurück.
Etwa 5 Minuten vor Ende der Stunde werden die Sendezeiten und Frequenzen angesagt, danach bleibt wieder der stumme Träger stehen bis zum Nachfolgeprogramm.
Das sollte bei der Identifizierung des Senders helfen.

Generell zur Kurzwelle und zur Saison 2020/2021:
Die Empfangsbedingungen auf den unterschiedlichen Meterbändern und Wellenbereichen wechseln tageweise zwischen "sehr gut" und "völlig unbrauchbar". Im für Deutschland/Europa relevanten 49-Meter-Band hatte ich während der gesamten letzten Wochen (zurückliegend bis Mitte November) unschöne Schwankungen. Dafür kamen Signale aus Südostasien und Ozeanien im Bereich 31/25 Meter erstaunlich gut. Hier wären insbesondere die hervorragenden Bedingungen für Australien, Neuseeland und die US-Insel Guam zu nennen.
Es kommt bei der Kurzwelle weniger auf den verwendeten Empfänger, als vielmehr auf eine störfreie Umgebung und vor allem die richtige Antenne an!

Das Hören der deutschen Kurzwellenprogramme aus Nordkorea gehört noch zu den leichtesten Übungen im AM-Bereich. Die Sendungen auf englisch und französisch aus Pyongyang gehen erfahrungsgemäß sehr viel schlechter bei uns in Europa. KBS aus dem Süden kommt dank Relaysender Woofferton um einiges besser in Mitteleuropa an.
Die Königsdisziplin ist Korea auf Mittelwelle.
Der Süden kommt mit etwas Glück brauchbar auf 972 kHz, 1134 kHz, 1143 kHz, 1566 kHz.
Der Norden auf 819 kHz ist wie ein Sechser im Lotto, wurde aber schon mehrfach in Deutschland mit gutem Signal empfangen.
Hier läuft das Inlandsprogramm mit der Ansage "Pyongyang Pangsong ibnida".
 
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s.matze

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Als Ergänzung und als kleiner Einblick hier ein Beitrag der deutschen
Redaktion der "Stimme Koreas" aus der ersten Sendung im Jahr 2021.
Darin wird auf die Entwicklung von Radio Pyongyang und der VOK seit
38 Jahren und die Zuschriften der Hörer aus Deutschland eingegangen.
 

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  • 38 Jahre auf Deutsch.mp3
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micha01

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Hallo Matze,

danke für die ausführliche Antwort. Hab es heute kurz vor 21 Uhr mal versucht mit einem Yachtboy (mein Sohn hat einen PL660), ohne Erfolg. China auf 6160 kHz und Rumänien 6180 kHz waren zu hören, dazwischen nichts. Im Moment (23:30Uhr) hört man ganz schwach etwas exotische Musik auf 6170, könnte VOK sein.

Ist die Drahtantenne AN-03L von Tecsun brauchbar oder bringen aktive Antennen wie die AN-48x etwas?

Leider findet man auf der Webseite von VOK keine Kontaktmöglichkeiten.

Weisst Du etwas, ob Radio Kairo aktuell hörbar ist? Die habe ich als Teenager vor mind. 35 Jahren ab und an gehört, weil es einen Radioclub im Ostharz (DDR) gab, der Kontakte dahin hatte.
Ich habe vor einigen Jahren mal irgendwo gelesen, dass die zwar nach wie vor senden, aber starke technische Probleme haben.

Gruss, Michael
 

s.matze

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Das war zu erwarten, die Abendsendung ist fast nie hier hörbar.
Und gegen Mitternacht sendet Nordkorea gar nicht mehr.
Je später der Abend, umso geringer die Chance, weil Algerien auch dort sendet(e).
Probiere es mal heute und in den kommenden Tagen ab 15 Uhr Weltzeit UTC.
Also entsprechend 16 Uhr dt.Zeit.
Dort läuft dann schon die Russische Sendung zum 2. Mal durch.
Wenn du die empfangen kannst, stehen die Chancen auf Deutsch in der Folgestunde gut!
Drahtantenne ist üblicherweise ausreichend, gern auf voller Länge.

Kairo kann ich nicht hören. Zu schlecht (unbrauchbar, unhörbar) ist die Audioqualität.
Ähnlich wie Albaniens eigene Mittel- und Kurzwellen in deren letzten Tagen.
Dagegen ist der Iran (viel zu leise moduliert) ja fast schon Hifi.

Der Empfang aus Rumänien ist (Kurzwelle und Mittelwelle, dort gibt es Sendungen
auf Deutsch für die dortigen Minderheiten in Siebenbürgen und Transsilvanien) immer gut.

Die E-Mail-Adresse der VOK lautet:
vok
-das bekannte Zeichen-
star-co.net.kp

Mit der Besonderheit, dass diese Adresse nicht vom Ausland aus erreichbar ist.
Mit anderen Worten: Du musst ihnen erst schriftlich deine eigene Mail-Adresse
übermitteln, damit sie dich freischalten, sie antworten dir dann, um zu testen, ob
deine Adresse funktioniert, und ab dann kannst du auch selbst Mails verfassen.

Die Postanschrift lautet seitens der Absender immer noch, obwohl seit 2009 offiziell veraltet:

Voice of Korea
German Service
The Radio and Television Committee of the DPRK
Jeonseung-dong
Moranbong district
Pyongyang
Democratic People's Republic Korea


Wichtig der handgeschriebene Hinwies "via Beijing, PRC" auf dem Briefumschlag.
Momentan ist das daher nicht möglich, weil die Postroute via Beijing blockiert ist.

Das Internet in Nordkorea ist sehr beschränkt:

Eine gute Übersicht zu den Auslandsdiensten mit Sendezeiten, Frequenzen und
Kontaktadressen findet sich hier: http://www.biener-media.de/biener-rundfunk.htm
Leider ist die Seite Stand Dienstagmorgen offline, gestern funktionierte sie noch!
Einen alten Mirror der Seite, sollte diese länger off bleiben, kennt das web.archive.

Mehr Informationen zum Rundfunk in der DVRK findet man hier:
Dort gibt es auch einige Aufnahmen vom Programm als Hörbeispiele.
 
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s.matze

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Die koreanische Instrumentalmusik ist derzeit auf 6170 (sehr schwach) und 9425 kHz (etwas besser) zu vernehmen.
Die chinesischen Störer auf 6165 und 9420 kHz sind aber unerbittlich. Vielleicht hast du heute Glück gleich nach 16 Uhr auf der 9425.
Zur Identifizierung reicht es.
 
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