Vorkommnisse in Köln am 31.12.15: Art und Weise der Berichterstattung


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Skywise

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Na, da haben wir den Nazis aber ein Schnippchen geschlagen, was?! Bestimmt denken die jetzt: Mist, jetzt können wir das Heim ja gar nicht mehr angreifen. Nee Skywise, Logik ist 'was anderes.
Schon verstanden, das ist so was wie bei Dir oben, bei dem wir den Asylbewerbern ein Schnippchen geschlagen haben, weil sie jetzt nicht mehr den Rosenmontagszug attackieren können, die denken sich jetzt: "So ein Mist, dann sind wir ja völlig harmlos, da können wir ja nichts mehr in unserer näheren Umgebung angreifen, noch nicht mal die eigene Nachbarschaft. So ein Ärger, wohin jetzt mit all unserer Böswilligkeit"?
Auf dieses Szenario hast Du sicher angespielt, richtig?

Gruß
Skywise
 

Mannis Fan

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Um was streitet ihr? Sollen wir mal aufzählen, wie oft im letzten Jahr in Deutschland von rechten Brandstiftern Flüchtlingsheime angezündet wurden? Und dann dagegen stellen, wie oft aus einem Flüchtlingsheim heraus irgendwelche in der Nähe stattfindende Veranstaltungen gesprengt wurden?
Ich frage mich wirklich, wie lange man sich auf solche haarsträubende Diskussionen überhaupt noch einlassen muss.
 

hilde

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Darum ging es nicht. Jedenfalls mir nicht. Es ging darum, ob auch hier wieder gelogen wurde.

Nach den Ereignissen von Köln wurde also ein Rosenmontagszug abgesagt. Schnell und zu Recht kamen Pauschalisierungsvorwürfe. Also beeilte man sich zu betonen, daß es ja die Flüchtlinge seien, die man mit der Absage des Umzugs vor den Nazis schützen wollte. Diese Begründung halte ich auch oben dargelegten Gründen nicht für plausibel.
 

2Stain

Gesperrter Benutzer
Seltsam, und ich habe gedacht, dass die Absage erfolgt ist, weil Frauen evtl. während und nach dem Rosenmontagszug nicht geschützt werden können, sodass sich Vorkommnisse wie an Silvester nicht mehr wiederholen.
Oder sehe ich das alles falsch?

2Stain
 

Velbert2

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Ein Rosenmontagszug ist immer auch gleichbedeutend mit Gästen, meist aus der näheren Umgebung, die sich als Schaulustige dem dortigen Treiben anschließen. Es besteht die Möglichkeit, daß sich rechte Gruppierungen oder meinetwegen auch radikal-islamische Personen diesem Zug anschließen und die Menschenmenge nutzen, um das Heim anzugreifen. Dies ist nicht gegeben, wenn der Rosenmontagszug nicht stattfindet. Logischer Schluß ist also, daß Gewalt in Richtung Heim befürchtet wurde und nicht aus dem Heim heraus.

Gruß
Skywise
Ich denke nicht, dass die Politiker so über drei Ecken denken. Es wird sicherlich ausschliesslich um den Rosenmontagszug und die Sicherheit der dort Zuschauenden und Mitmarschierenden gehen. Bei einem Rosenmontagszug werden die gleichen Kriterien gelten wie bei einer Demonstration. Diese wird auch nur wegen direkter Sicherheitsbedenken verboten. Sollte sie wider Erwarten aus dem Ruder laufen und Menschen oder Gebäude in der näheren Umgebung bedrohen, wird sie aufgelöst und nicht schon vorab verboten.
 

Radiokult

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Und das macht nur einen einzigen Angriff besser? Komisch Andreas, wenn jemand mit dem Oktoberfest kommt, ist das ein NoGo, aber bei den insgesamt 924 Angriffen in 2015 auf Asylunterkünfte fallen die 2 oder 3, welche von den Asylanten selbst durchgeführt wurden und an sich gar nicht in die Statistik reinfallen, plötzlich ins Gewicht? Die Logik würde ich gern mal verstehen wollen. In diesem Jahr sind es übrigens bereits 14! Und das Jahr ist gerade mal 18 Tage alt...

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste...nge_und_Flüchtlingsunterkünfte_in_Deutschland
 

Heinzgen

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Und das macht nur einen einzigen Angriff besser?
Habe ich das behauptet? Ich hätte nur gern, daß, wenn, auch die Relationen genannt werden. Schließlich gehen ja gern auch die selbstverschuldeten Brände in die Statistik der Angriffe ein (wobei man zudem mit einigem Recht fragen darf, was damit bezweckt wird, wenn Demonstrationen, Schmierereien oder das Aufdrehen von Wasserhähnen als "Angriffe" subsumiert werden...).
 

Mannis Fan

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wenn Demonstrationen, Schmierereien oder das Aufdrehen von Wasserhähnen als "Angriffe" subsumiert werden...).
Was ist es sonst?
Ich habe zusammen mit meiner Frau die Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie aus Nigeria. Sie wohnt in einer mehr als bescheidenen städtischen Unterkunft. Dort hat sich jemand über Weihnachten im (üblicherweise verschlossenen) Heizungskeller an der Heizung zu schaffen gemacht und ein Ventil am Warmwasserboiler geöffnet, so dass die Familie mit ihrem Kleinkind über die Weihnachtsfeiertage nur noch eiskaltes Wasser und kalte Heizkörper hatte. Für mich ist das ein "Angriff" und zwar feiger und dreckiger, wie es kaum geht. Und alle, die solche Vorgänge verharmlosen und verteidigen, sind nicht besser als die Brandstifter, die sich durch solche Wortmeldungen ermuntert und geradezu aufgerufen fühlen, mal endlich zur Tat zu schreiten.
 

Heinzgen

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Hier verteidigt niemand so etwas. Ich kritisiere lediglich, daß „Angriffe“ konstruiert werden, die keine sind, aus überaus durchschaubaren Gründen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gestern bei "Hart aber fair" wieder das Thema, diesmal ging es darum, wie Medien über die Flüchtlinkskrise berichten und ob da möglicherweise Richtungen seitens der Politik vorgegeben werden, damit eine "Pro Flüchtling-Meinung" für den Bürger entstehen soll.

Es ging wie immer hin und her, aber dann gab es einen Einspieler von "Panorama"-Berichten, in dem zum Thema Flüchtlinge auffällig oft Bilder von Familien mit kleinen Kindern gezeigt werden, statt von der eigentlich größeren Masse, den jungen Männern, die hier her kommen. So könnte der Zuschauer beeinflusst werden, denn Bilder von kleinen weinenden Flüchtlingskindern sind natürlich wirksamer, wenn man eine "Pro Asyl"-Meinung bilden will. Anja Reschke ("Panorama" Moderatorin, NDR, saß auch in der Runde), die öffentlich mehrere Kommentare zum Thema Pro-Flüchtlingskrise gab, war nach Zeigen des "Panorama"-Einspielers sprach- oder vielleicht auch fassungslos. Sie konnte nicht mehr viel dazu sagen, warum man eher Bilder zeigt, die auf die Tränendrüse drücken. Sie wäre nicht die Autorin der Beiträge gewesen.

Dadurch lehnen die Zuschauer immer mehr die Berichterstattung der Medien ab, vielleicht auch eher die der ÖR, weil man den Eindruck bekommt, man müsse standig die Vorgehensweise der Regierung und Merkels gutreden. Kritische Stimmen der Medien finden kaum mehr statt, aber die Leute merken das mehr und mehr. So ensteht auch leider ein Begriff wie Lügenpresse. Da kommt die Aussage der WDR-Journalistin Claudia Zimmermann gerade recht. (http://www.radioforen.de/index.php?...-angewiesen-pro-regierung-zu-berichten.40309/)

Kurz nach ihrem Interview ist sie zurückgerudert. Oder sie wurde von oben zurückgerudert... :p
 
Zuletzt bearbeitet:
was willst du damit sagen? Die AFD hat also Recht? Sollen mehr Bilder von gewaltbereiten Ausländern gezeigt werden, damit jeder erkennt, dass Merkels Politik falsch ist? Achso: Das Flüchtlinge aus Syrien in der Silvesternacht eine Amerikanerin vor Übergriffen beschützt haben, wurde darüber groß berichtet? Nein, könnte ja Pro-Merkel bedeuten.
 
"Die Welt" zum Innenausschuß NRW. Also doch vorsätzlich die Wahrheit verschwiegen?
Ich habe den kompletten 17-seitigen Thread nicht gelesen, weil mir dazu schlichtweg die Zeit fehlt.
Von mir so viel zur Rolle der Medien, insbesondere des WDR: Ich finde es interessant, wie sich dessen Mitarbeiter outen, wenn sie die Möglichkeit haben, vor einem ausländischen Rundfunksender frei sprechen zu können. Gestern hat mir jemand folgenden Link zugesandt: http://content.omroep.nl/l1/bbw/audio/20160117141837.mp3
Hört es Euch an und verschafft Euch selbst einen Eindruck!

Wie ich sehe, gibt es inzwischen bereits einen deutschsprachigen Artikel zum Thema: http://lightwarriors.de/krieg/wdr-j...erlich-angewiesen-pro-regierung-zu-berichten/
 
Zuletzt bearbeitet:

Heinzgen

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Die AFD hat also Recht?
Das glaube ich zwar nicht. Aber es täte der Diskussion und der Glaubwürdigkeit dieser gut, wenn man zumindest die Möglichkeit mal in Betracht zöge, anstatt das mit dem Hinweis auf die Urheber stets von vornherein auszuschließen.
Das Flüchtlinge aus Syrien in der Silvesternacht eine Amerikanerin vor Übergriffen beschützt haben, wurde darüber groß berichtet?
Ja. Aber fast 700 Anzeigen wegen sexueller Belästigung, Raub und Vergewaltigung wurden irgendwie für wichtiger befunden, als dieser Einzelfall(TM). Weiß ja auch nicht, warum.
Die „Welt“ verheimlicht, dass nichts verheimlicht wurde:
Das hat das "Bildblog" aber auch solange zurechtgerupft, bis es ins eigene Argumentationsmuster paßte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja. Aber fast 700 Anzeigen wegen sexueller Belästigung, Raub und Vergewaltigung wurden irgendwie für wichtiger befunden, als dieser Einzelfall(TM). Weiß ja auch nicht, warum.
da es sich also um einen Einzelfall handelt, schicken wir alle anderen wieder heim. Gut so, dann sind wir wieder sicher. Deutsche machen sowas ja nicht. Aktenzeichen xy lügt also auch.
Das hat das "Bildblog" aber auch solange zurechtgerupft, bis es ins eigene Argumentationsmuster paßte.
das glaube ich nicht. Es täte der Diskussion und der Glaubwürdigkeit dieser gut, wenn man zumindest die Möglichkeit mal in Betracht zöge.
 

Heinzgen

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Es täte der Diskussion und der Glaubwürdigkeit dieser gut, wenn man zumindest die Möglichkeit mal in Betracht zöge.
Habe ich. Bin zu einem anderen Ergebnis gekommen.

Allerdings habe ich auch nicht pauschal behauptet, es sei falsch, weil es der Bildblog geschrieben hat. Insofern ein netter, aber untauglicher Versuch, mir die Worte im Mund zu verdrehen.
 

Dr. Fu Man Chu

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Laut Eigenangabe leiten Anja Reschke und Volker Steinhoff die Panorama-Redaktion. Da braucht man über Verantwortlichkeiten nicht lange zu diskutieren. Frau Reschke muss sich schon den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie für einen Journalismus steht, der den Anspruch über die Deutungshoheit über die Wirklichkeit erhebt. Eine Hausnummer weiter landet man dann in der Abteilung Propaganda und Desinformation. Im vorherrschenden Grün-Roten-Meanstream ist sie damit in ihrer Berichterstattung nicht besonders auffällig. Nur, große Teile der Bevölkerung verlieren mehr und mehr Vertrauen gerade bei den ö/r Medien. In der Plasbergsendung hatte ich nicht Eindruck, dass es ansatzweise eine wirkliche Selbstkritik gibt. Es ist diese bräsige Selbstzufriedenheit gepaart mit moralischer Überlegenheit, die eine ganz gefährlich Mischung abgibt. Wer dagegen argumentiert ist ein Verbreiter von Latrinenparolen, Stammtischpolitiker und stärkt den rechten Rand bzw. ein Helfeshelfer von Brandstiftern. Motto: Immer feste druff mit der Moralkeule oder der Zweck heiligt die Mittel.

Aktuell ist der SWR ist vor dem Ultimatum von SPD und Grünen eingeknickt: Es gibt vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Fernsehen keine Livedebatte, an der auch Politiker der AfD teilnehmen. Politiker bestimmen also wer debattenfähig ist oder nicht. Sagt alles über das Standig eines Intendaten und die Haltung der beteiligten Redaktionen aus. Was ist denn wenn die AFD zweistellig in die Landtage einzieht? Spätestens dann muss sie eingeladen werden und dann???
 

Inselkobi

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Ja. Aber fast 700 Anzeigen wegen sexueller Belästigung, Raub und Vergewaltigung wurden irgendwie für wichtiger befunden, als dieser Einzelfall(TM).
Du vermengst auch noch immer sexuelle Belästigung, Raub und Vergewaltigung, die im Übrigen laut diversen Medien eine versuchte Vergewaltigung (in der Tat drei einige Tage nach! Silvester) gewesen sein soll, zu fast 700 Anzeigen als einem Einzelfall™.
Weiß ja auch nicht, warum.
 
was willst du damit sagen? Die AFD hat also Recht? Sollen mehr Bilder von gewaltbereiten Ausländern gezeigt werden, damit jeder erkennt, dass Merkels Politik falsch ist?

Natürlich nicht, ich wollte eher den Tenor der gestrigen Sendung wiedergeben.

Aktuell ist der SWR ist vor dem Ultimatum von SPD und Grünen eingeknickt: Es gibt vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Fernsehen keine Livedebatte, an der auch Politiker der AfD teilnehmen. Politiker bestimmen also wer debattenfähig ist oder nicht. Sagt alles über das Standig eines Intendaten und die Haltung der beteiligten Redaktionen aus. Was ist denn wenn die AFD zweistellig in die Landtage einzieht? Spätestens dann muss sie eingeladen werden und dann???

Das ist ja eine etwas billige Masche! AfD hin oder her, man muss ihre Meinung auch nicht für gut befinden. Aber sie einfach durch Absagedrohungen auszusperren, halte ich eher für undemokratisch. Hat man Angst vor einer direkten Live-Konfrontation? Man muss damit rechnen, dass die AfD in RLP und BaWü zwischen 8 und 10% erreicht und damit dann wohl mehr als die FDP, die wiederum akzeptiert wird. Somit ist es die Aufgabe der anderen Parteien die Wähler zu überzeugen, nicht die AfD zu wählen. Und wenn sie in die Landtage gewählt werden, müssen die anderen Parteien sich mit ihnen wohl oder übel auseinandersetzen. Was hatten die Grünen in ihren Gründungsjahren Gegenwind von den konservativen Politiker bekommen, als Zottelige Wollpulloverträger wurden sie vernannt. Und heute gehören sie zum täglichen politischen Geschäft.

Wenn 10% der Wähler der AfD ihr Kreuz geben, dann muss das Gründe haben. Hier sollte die Politik sich was einfallen lassen. Aber ich habe den Eindruck, da gibt es kein greifendes Konzept.
 

NeoWS

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Ich verstehe, dass man in Deutschland mit Vorsicht und Bedacht kritisch über das Flüchtlingsthema berichtet. Aber es kann doch nicht sein, dass wir in Panik vor den Nazis erzittern und Kritik an einigen Flüchtlingen nur noch mit der Kneifzange anfassen. Aus Angst, dass irgendwelche Idioten sonst ein Flüchtlingswohnheim anzünden, wird bei jedem Bericht hinzugefügt, dass man jetzt aber dieses und jenes Thema nicht mit der Flüchtlingskrise verbinden dürfe, dass es sich ja nur um eine verschwindet geringe Minderheit handele, dass die meisten Flüchtlinge ganz friedfertig seien etc. Dieses Einlullen hilft aber nichts. Die große Mehrheit der Deutschen weiß, dass nicht alle Flüchtlinge Straftäter sind. Wenn jedoch innerhalb einer Nacht an mehreren Orten, aus einer Gruppe von bis zu tausend Leuten heraus hunderte Straftaten begangen werden, dann ist das kein unbedeutender Fall von vereinzelten Straftaten. Dinge nicht beim Namen zu nennen und jeden, der eine andere Meinung hat, gleich als Nazi abzustempeln ist unjournalistisch und undemokratisch. Die ganze Debatte ist leider wenig sachlich, sondern höchst emotionalisiert.
 
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