Wann muss man dabei sein?


#1
Hallo,

wir können das Thema gern groß fassen (dafür werde ich schon noch sorgen), aber ich fang einfach mal klein an. Lese gerade (in einer regionalen Zeitung) folgenden Einstiegssatz: "Das Telefon der Tanzschule XY steht seit Tagen nicht mehr still."

Ist das okay, generell (so es nicht völlig falsch ist), weil klar ist, dass es nicht hundert Prozent wörtlich zu nehmen ist? Sprich, reicht es, wenn man ANRUFT (oder gar nur mailt, vielleicht gar weil man nicht durchkommt) und der Chef, ein Mitarbeiter oder auch nur der Praktikant oder die Putzfrau sagt: "Hier steht das Telefon nicht still ..."

Oder ist die Grundvoraussetzung für so einen Satz, dass man selbst da war und erlebt, dass es bimmelt und bimmelt ... (und hängt es vielleicht davon ab, wie es weitergeht, welches Gesamtbild die Geschichte vermittelt)?

Ist es vielleicht auch okay, wenn man einem Anzeigenkunden Gutes tun will, indem man ein bestimmtes Bild zeichnet?

Ist es zwar okay, aber ein Stereotyp, der für Einfallslosigkeit spricht?

Falls Rene Pfister, Juan Moreno oder Klaas Relotius unter uns sind, wäre deren Einschätzung auch interessant ... ;)

Viele Grüße LIVE
 
#2
Bin mal gespannt, wie Du dieses Thema "groß fassen" wirst. Der Einstieg ist jedenfalls so klein, dass man mit der Lupe suchen muss. "Das Telefon steht nicht mehr still..." ist ein derart alltägliches und allgemein gebräuchliches Sprachbild, dass es sofort eine komplette Botschaft vermittelt, nämlich: In der Tanzschule herrscht Hochbetrieb. Und genau diese Botschaft hat die von Dir zitierte regionale Tageszeitung transportiert. Völlig egal, wie sie es recherchiert hat.
In einem gebe ich Dir recht: es ist einfallslos. Das ist aber auch alles.
 
#5
Man könnte ja schreiben: "Es herrscht Hochbetrieb ..." - wobei das Bild auch nicht richtig wäre, wenn "nur" erstmal das Telefon belegt ist. Lasst euch überraschen, Leute - nur nicht so kleingeistig bis griesgrämig ;)
 
#10
@LIVE Wenn Du Dich schon so fleißig mit dem SPIEGEL befasst, solltest Du die Namen
seiner Journalisten auch richtig schreiben, z. B. Claas Relotius.
Was die Nennung dieser Schreiberlinge allerdings mit Sprachgewohnheiten zu tun haben soll,
ist sicherlich nicht nur mir schleierhaft...
 
Oben