Was ist denn da bei den NRW-Lokalstationen los?


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#2
Vielleicht haben sie irgendwo bessere Jobs gefunden? Ich frage mich sowieso, wozu die bei den Dudelstationen überhaupt "Chefredakteure" brauchen. Die "Zentralredaktion" der Musik- und Wortabteilung sitzt eh in Oberhausen. Studioleiter - wie in Bayern bei den Lokalsendern üblich - würden da auch genügen. Zudem sind die Chefs eh nur Marionetten, an deren Fäden der VG-Vorstand zupft...
 
#3
Wenn jemand mitten im Monat von einem Tag auf den Anderen geht, dann ist es meist nicht freiwillig...
Und außerdem habe ich gehört, dass bei einem der beiden Sender die Personalentscheidungen vom VG Gott gemacht werden. Da war der CR nur die gut bezahlte Marionette. Das ist richtig.
 

Berry

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#4
Wobei die Lokalfunker vor Ort sicherlich bemüht sind, ein seriöses Programm zu machen. Aber sie müssen Beiträge der Radio NRW GmbH übernehmen und zu den Gewinnspielen umschalten. Das nervt und zermürbt die Lokalfunker.
 
#5
Seriös? Bei den "Rahmenbedingungen" mit den genialen 0137-Spielchen und der Endlosmusik nimmt das doch kein Hörer mehr ab.
Allerdings: Nach aussen hin wirken sie selbstverständliche alle hochnäsig bis arrogant, als wenn sie das 7. Weltwunder wären. Mitarbeiter, die eingestellt werden, müssen zum Linercard ablesen wenigstens ein abgeschlossenes Studium vorweisen! Frage mich wozu. Als ich neulich von so einem Dudelwunder zwangsbeschallt wurde, hörte ich doch tatsächlich, wie so eine studierte Moderatöse fast 12 mal den Namen des Senders wie ein Maschinengewehr in ihre durchweg inhaltslose bis überflüssige Musikmoderation quetschte.
Seriöses und vielfältiges Lokalradio gab es für kurze Zeit ganz zu Anfang in den 90er Jahren einmal. Da hatten die Sender noch eigene Sendungen und Jingles im Programm und spielten auch oft eigene Musikprogramme. Doch das war dem Mantelanbieter ein Dorn im Auge. Da er ja praktisch das Portemonnaie besitzt, hat er auch die Macht. Sprich wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, was sie spielt. Die VGen werden einen Teufel tun, sich da zu wiedersetzen. Die Kohle sprudelt doch über die landesweite Werbung, da es ja keinen privaten Mitbewerber in Sachen Werbefunk in NRW gibt. Schließlich sind auch die VGler scharf auf ihre Sitzungsgelder und die Existenz der Sender, die teilweise heute in gläsernen Palästen residieren.
 
#7
Und? Die paar Sekunden - oft auch noch als "moderierte O-Töne" versendet (die zuvor preiswert von Praktikanten eingeholt wurden) - fallen doch überhaupt nicht mehr ins Gewicht bei der "besten" Musik.
Warum hat sich bisher denn dann keiner der Sender gegen diese Telefonabzockspielchen wiedersetzt wo sie doch alle einen eigenen "Chefredakteur" haben?
 
#9
In NRW fehlt ganz dringend Wettbewerb auf dem Radiomarkt. Auch wenn dann bei so einigen Lokalsendern für immer das Licht ausgeknipst werden muss und die Leute auf der Straße liegen. Da sie ja "studiert" sind, dürften sie schnell was Besseres finden.
 
#10
Normale Fluktuation. Sagen wir so: Jene erreicht nun allmählich auch die NRW-Lokalradios, wo aufgrund der Tarifverträge lange noch ein Stück weit "gelobtes Land" war...jetzt weniger programmlich, aber in Sachen Arbeitsverträge.
 
#11
Ist der unbefristete Tarifvertrag nicht kürzlich sogar schon aufgehoben worden? :) Die "Monopolquelle" UKW scheint dank anderer Verbreitungswege und Medien so langsam erschöpft zu sein...
 
#14
Es ist generell die Frage, ob Lohntarife nicht ein auslaufendes Modell sind. Allerdings muss es dann auch anders funktionieren. Ich sag mal so: Wenn mir einer nicht den Lohn bieten will oder kann, den ich für meinen Lebensstandard brauche, dann arbeite ich halt nicht für den. Und wenn die ganze Branche ihn nicht bieten mag, dann suche ich mir halt ne andere Branche zum Geld verdienen. So einfach ist das.
 
#15
Wer nur wegen des Tariflohnes bei einem NRW-Lokalsender anheuert, sollte sich besser einen anderen Job suchen.

Aber das macht ja der grösste Teil. Erst mal auf dem Posten können dann die Beine "entspannt hochgelegt" werden. Denn die Zeiten mit den rasenden Redakteuren sind längst Geschichte. Heute sind sogenannte Kollegengespräche in. Gehen schneller und schwadrieren gut.
 
#17
Ich habe diese Kollegenkaffekränzchen IMMER gehasst. Entweder ich mache ein wirkliches EXPERTENgespräch und hole mir einen Fachmann ins Studio oder aber ich lege eine flotte Doppelmod hin. Aber dieser Eins-Live-Kakao "Carsten, Du hast Dich für uns mal schlau gemacht"...da krieg ich PICKEL!! Das ist für mich Schulhof-Pausenradio. Interviews, O-Töne, gebaute Beiträge, vielleicht auch mal ein Kurzfeature, das ist journalistisches Radio. Und wenn ich das nicht kann oder will, dann mache ich gutes Unterhaltungsradio, aber nicht so eine Nullnummer in jeglicher Hinsicht: Null Informationskompetenz, null Unterhaltungskompetenz, null musikalische Kompetenz. Entschuldigung, da kann ich auch einen 1kHz-Sinuston senden!
 
#18
Ich habe diese Kollegenkaffekränzchen IMMER gehasst. Das ist für mich Schulhof-Pausenradio. Interviews, O-Töne, gebaute Beiträge, vielleicht auch mal ein Kurzfeature, das ist journalistisches Radio. !
Journalistische Arbeit? Aber um gottes Willen doch nicht raus zum Termin! Da mache ich mir ja die Füße dreckig und muss dieses Reportagemikro mit mir rumschleppen. Warum so kompliziert. Das steht doch alles in der Zeitung und vielleicht können wir XYZ - der da im Artikel zitiert ist - ja auch zu einem TI für moderierte O-Töne überreden.
So in der Art läuft so was hier. Da wird man plötzlich vom Lokalsender angerufen, weil man der Zeitung ein Interview wegen z.B. "Hundekot auf der Straße" gegeben hat.
Zudem interessiert es offenbar kaum, ob das, was da aus der Tüte kommt, auch wirklich den "Tiefgang" hat. (Man ist ja nicht beim öffentlich-rechtlichen) Hauptsache es schwadriert gut und die lokale Pflichtsendezeit ist dann noch mit den berühmt-nervigen 0137Telefon-(AB)Zockern wie "Das verrückte Geräusch" oder "Goldregen" überbrückt.
Traurig. Dass Lokalradio auch ganz anders geht beweist ein Blick nach Bayern! Dort wird noch richtig aktiv in den Programmen"gearbeitet" und die Sender schicken laufend noch Reporter oder Moderatoren raus. Selbst zu kleineren "Dorf-Events", wie z.B. einer Traktoren-Pulling-Meisterschaft kommt da mal eben schnell der Reporter von Radio XYZ. Oft wird sogar live über ISDN oder kurz unmittelbar danach per Bandreportage auf dem Sender davon berichtet. Zudem werden zu einigen Radioberichten auch noch recht professionelle Videos für die Homepage gedreht und einige Sendestrecken von A bis Z (inkl. Musik) mit viel Liebe selbst geplant. Und wenn ich dann sehe, wie die Leute in Bayern für diese wirklich hochklassige Arbeit bezahlt werden und dass dann mit den „Schlaraffenland-Löhnen“ in NRW vergleiche, dann bekomme ich Magengeschwüre. Hier sitzen die Redakteure nämlich wie „Maden im Speck“. Und dann die Gehälter der sogenannten „Chefs"....
 
#19
@Radiofreak11: Und genau deshalb ist es so wichtig, dass sich in der nordrhein-westfälischen Radiolandschaft endlich etwas ändert!
Ich frage mich, warum die Landesregierung so ein marodes System noch immer unterstützt, indem sie allen anderen Anbietern den Zugang zum Markt versperrt.
 
#22
Die WAZ will schon seit gefühlten zehn Jahren die Anteile am Lokalfunk verkaufen und bis heute ist da auch nichts geschehen...

Tja - Man verkauft eben nur einmal. Ich denke, dass sie besagte "Notbremse" erst dann betätigen, wenn die "Werbequelle" mit der landesweiten Funkwerbung (denn die spült über das Rahmenprogramm das meiste Geld in die kleinen "Funkpaläste" der Monopolisten) versiegt bzw. mit anderen Anbietern geteilt werden muss. Aber Letzteres verhindert leider unsere Landespolitik. In einen gut funktionierenden Radiomarkt gehört WETTBEWERB! Aber in NRW haben wir seit Einführung des Lokaldudels immer noch ein MONOPOL. Fragt sich wie lange noch, denn der große Knall wird garantiert irgendwann kommen - ob früher oder später. Schließlich kann man heute nicht nur Zeitung "ohne Redaktion" machen sondern auch Radio. Und das mittels modernem Voicetracking sogar richtig gut. Bin erstaunt, wie genial Lokalfunk in einem Bereich der ehemaligen DDR funktioniert. Da werden die Lokalfunzeln praktisch wie Anrufbeantworter von einer zentralen Stelle aus "besprochen". Das spart nicht nur Personal sondern auch Räumlichkeiten und Technik. Und die wenigen Angestellten haben dann auch was zu tun. :)Ich denke, es ist eine Frage der Technik. Für den Fall, dass sich ein Radiosystem etabliert, was nicht auf ein einzelnes Bundesland wegen unvermeidbarem Overspill fixierbar ist, dann sieht es für die Politiker richtig düster aus. Schade, dass Webradio technisch immer noch eine 1:1 Verbindung darstellt, von Mobilfunknetzen abhängig ist und mit laufenden Betriebsgebühren für jeden Teilnehmer behaftet ist. Sonst hätte es schon längst für den "großen Knall" gesorgt. DAB+ schafft es leider nicht, weil es geschickt in NRW "gegängelt" wird und offenbar kurz vor einem weiteren Flop steht, wenn sich da nicht schlagartig was verändert. Ist nur noch die 3. Option - der SAT-Direkt-Empfang. Liebe Forscher, entwickelt doch endlich mal eine miniaturisierte SAT-Antenne, mit der man ohne großes Ausrichten im fahrendem Auto den ARD-Hörfunktransponder stabil empfangen kann!
 
#23
Es ist doch nun wirklich nichts neues das WAZ (Westfunk) kein Radio kann
Wenn man sich in der Westfunk auskennt weiß man das hier nur Vewalter sitzen.
Das die Verleger in NRW immer noch die Macht haben ist auch nichts neues
Also muss man warten bis sich das ändert ,das wird dauern aber wenn wirklich einmal Wettbewerb in NRW kommt dann gute Nacht Westfunk.
also nicht neues in NRW !!!!!!!!!
 
#24
Frage ist, wann das denn nun endlich passiert. Am Sankt-Nimmerleins-Tag? Dazu sitzt der Filz schon zu fest. Eines ist sicher: Ob SPD oder CDU - keine dieser Volksparteien wird das befürworten. Dazu müssten vielleicht schon die "Piraten" ran....
Selbst die CDU hatte in ihrer aktiven Regierungszeit in NRW die Vielfalt nur noch weiter eingedämmt, in dem sie den Bürgerfunkern die Stecker für immer herausgezogen hat.
 
#25
Selbst die CDU hatte in ihrer aktiven Regierungszeit in NRW die Vielfalt nur noch weiter eingedämmt, in dem sie den Bürgerfunkern die Stecker für immer herausgezogen hat.
Ich bin sicher, dass sich auch hörbar etwas geändert hätte, wenn Schwarz-Gelb länger am Ruder geblieben wäre. In einer einzigen Amtszeit konnte gerade mal das Landesmediengesetz liberalisiert werden.

Wir haben zwar heute ein liberales LMG, aber da seither keine Frequenzen zur Ausschreibung freigegeben wurden, ist faktisch alles beim alten geblieben.
 
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