Was ist ein "gutes" Internet-Radio?


#1
Hallo allerseits!

Ich lese hier immer interessiert mit, wenn ein neues Radio (oder Webradingens) aufgemacht werden soll, der Radiogründer aber keine Ahnung hat, was, wie und wo er eigentlich machen soll. Dazu gibt es dann immer die passenden Kommentare wie "von Technik keine Ahnung" oder "die übliche Blinki-Blinki-Webseite" oder "bekommt am Mikrofon keinen klaren Satz heraus".

Okay ... Runterreden und kritisieren können wir alle ...

Packen wir den Stier an den Hör(n)ern, machen wir aus ihm ein Pferd und zäumen das Problem von hinten auf (Hach, ich liebe schräge Bilder!)

Was muss ein Radio (jenseits aller Radingens) eigentlich haben, damit es als "gutes Radio" (äh ... halbwegs gutes Radio) durchgeht?

Wir wissen bisher:
*** vernünftige Webseite
*** gute Technik für ein sauberes Streaming
*** Moderatoren, die Ahnung davon haben, was "Radiomoderation" eigentlich bedeutet

Und? Was noch?
Ein Musikprogramm jenseits von Dudelfunk und Chartbetrieb?
Moderatoren, die so etwas wie Ahnung von Musik haben und tatsächlich Metal von Schlager unterscheiden können - oder einen Viervierteltakt vom Walzer ?
Moderatoren, die sich entsprechend auf ihre Sendungen vorbereiten - also Arbeit (Huch! Schreck lass nach!) in ihre Sendung stecken?
der Verzicht auf Chat oder - falls doch Chat - der Verzicht auf jeglichen Kommentar zum Chat bzw. auf die dämliche Begrüßung von Chatteilnehmern?

Was macht eurer Meinung nach ein (halbwegs) gutes WebRadio aus?
Ideas welcome!

Fühlt euch gegrüßt!
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
Ich steig mal beim Chat ein: erlaubt.
"dämliche Begrüßung von Chatteilnehmern" muss echt nicht sein.
Aber wenn der Chat genutzt wird, um Fragen an Talk-Gäste seitens der Hörerschaft aufzunehmen und sie später auch zu stellen, kann das sehr bereichernd sein.
Es gibt auch weitere Arten, Chats in Sendungen mit "einzuarbeiten", was aber sehr davon abhängt, wie deine chattende Hörerschaft überhaupt aufgestellt ist.
Mein Lieblingssender, der heute ein Webradio ist, hat ähnliches schon vor 20 Jahren gemacht (als er noch ein "richtiger" Radiosender war), allerdings lief die (schnelle) Kommunikation vom Hörer in Richtung Sender damals über Fax.
 
Zuletzt bearbeitet:
#3
Wir wissen bisher:
*** vernünftige Webseite
*** gute Technik für ein sauberes Streaming
*** Moderatoren, die Ahnung davon haben, was "Radiomoderation" eigentlich bedeutet
Alles von Vorteil, wobei "vernünftige Webseite" Interpretationssache ist. Man sollte erkennen können, wo man hinklicken muß. Breitwand-Reeperbahn-Geblinke von allen Seiten scheint bei einigen Radioseiten-Designern irre gut anzukommen - äh ... nö.
"Moderation" - ich brauch' jedenfalls keinen Moderator, der nicht mehr sagt als "Das war. Jetzt kommt."

Ein Musikprogramm jenseits von Dudelfunk und Chartbetrieb?
Ähm, ja. Bitte. Dudelfunk und Chartbetrieb kann jeder Honk. Deshalb machen's auch zu viele Honks. Mag mit Sicherheit Quote bringen ("da schalten viele Leute rein"), aber keine treuen Seelen ("da schalten auch viele Leute schnell wieder weg"). Kommt halt drauf an, wie man sich aufstellen will. Bei laut.fm gab's vor Jahren mal so eine Diskussion im Hintergrund über Hörerzahlen, da fühlte ich mich ziemlich erbärmlich, wenn ich mir die Zahlen der Chartsender durchgelesen habe. Wenn's allerdings um die beim Sender verbrachte Zeit ging, ging's mir dann schlagartig wieder besser, denn trotz deutlich geringerer Einschaltvorgänge hatte ich mit etwas anderem Programmschwerpunkt (Liedermacher & Co.) eine bemerkenswert höhere Verweildauer pro Ohrenpaar und in der Summe nur wenige Stunden pro Woche weniger als Dr. Dudel.

Moderatoren, die so etwas wie Ahnung von Musik haben und tatsächlich Metal von Schlager unterscheiden können - oder einen Viervierteltakt vom Walzer ?
'n bißchen mehr darf schon. Für DJs auf Veranstaltungen ist es IMMER ein Muß, sich in den eigenen Beständen so sicher auszukennen, daß man sich zumindest ansatzweise unfallfrei darin bewegen kann (und niemals in die Verlegenheit kommt, von seinem Gästen das Lied "Die Musik hat die Händ' am Sack" gesungen zu bekommen). Für die Leute im Radio setze ich in etwa denselben Maßstab an. Ich find's ebenso beeindruckend wie schön, wenn ein Moderator zu einem gerade erörterten Thema ein thematisch passendes Lied zücken oder im Verlauf einer Sendung spontan einen bis mehrere rote Fäden spinnen kann, und sei's auch nur zwischen zwei Titeln.

Moderatoren, die sich entsprechend auf ihre Sendungen vorbereiten - also Arbeit (Huch! Schreck lass nach!) in ihre Sendung stecken?
Kommt auf die Sendung und auf den Moderator an. Spontane Sendungen "ohne Grenzen" können eine ganze Menge Spaß machen, weil sie eine Menge Überraschungen bergen. Wenn das Publikum vielleicht noch mitspielt, sowieso. Sofern der Moderator fit ist. Und sich nicht über mehrere Sendungen immer wieder an denselben Titeln festbeißt. Umgekehrt können auch Sendungen, die streng strukturiert sind und nebenher Wissen oder Anekdoten oder Querverweise zu anderen Stücken oder Interpreten transportieren, sehr interessant sein und Hörer langfristig binden.

der Verzicht auf Chat oder - falls doch Chat - der Verzicht auf jeglichen Kommentar zum Chat bzw. auf die dämliche Begrüßung von Chatteilnehmern?
Siehe oben. Kommt auf die Art der Sendung an und auf die Multi-Tasking-Fähigkeiten des/der Moderatoren. Machen wir uns nix vor: darauf achten, daß der aktuelle Titel vernünftig abläuft, den nächsten Titel vielleicht schon auf den virtuellen Plattenteller packen, nebenher im Chat mitlesen und vielleicht noch darauf reagieren, indem man tippt und gleichzeitig kurzfristig den Titel vom Plattenteller nimmt und in der Zwischenablage parkt, um einen anderen von der Festplatte aufzuwecken und zum Abfeuern vorzubereiten - das ist nicht jedermanns Sache, schon mal gar nicht bei vollen Chats über mehrere Stunden.

Gruß
Skywise
 
#4
Was muss ein Radio (jenseits aller Radingens) eigentlich haben, damit es als "gutes Radio" (äh ... halbwegs gutes Radio) durchgeht?
Ein Konzept.

Damit ist im Grunde schon alles gesagt.
Leider ist nämlich genau das der Punkt, an dem es den meisten Webradios fehlt. Das Konzept (genauer: Die Ausrede) lautet "Hobby".

Seit anno tobak schreibe ich mir die Finger fusselig, dass das Webradio eine ganz herausragende Chance hat, die meist vertan wird: Die Besetzung einer Nische.

Dabei ist es vollkommen unerheblich, welche Nische das ist.
  • Musikalisch:
    Genre, Musikfarbe, Oldies, ggf. jahrzehntbezogen (risikobehaftet!) etc.
  • Zielgruppenspezifisch:
    Jahrgangsbezogen, Anhänger einer bestimmten gesellschaftlichen Strömung, Interessensgruppen, kulturell (sprachliche oder sonstige Minderheiten), religiös.
  • Inhaltlich:
    Talk, Hörspiele, Podcasts, Meditationen, Weltuntergangsverkünder usw. (musikalisch siehe oben).
  • Regional (ja, auch im Internet!):
    Lokalkolorit (vor allem mit Dialekt durchaus reizvoll), nah dran an der Region, enger Hörerkontakt und starke Außendarstellung.
    • Spezialfall "Inside Out":
      Stichwort "Klinikfunk", der sein Signal auch außerhalb der Klinik bereitstellt und zugleich eine Schnittstelle von draußen nach drinnen darstellen kann.
  • Veranstaltungsradio / Eventradio:
    Übertragungen von Events, dazu entsprechendes Rahmenprogramm vorher / hinterher und Backstage-Berichten sowie jeder Menge O-Tönen und Interviews. Vorteil: crossmedial verwertbar. Nachteil: Sehr personal- und arbeitsintensiv und nur schwer dauerhaft am laufen zu halten. Ggf. Zusammenarbeit mit Clubs.
  • Zweitverwertung / Abfallprodukt:
    Medienproduzenten, die über einen Audiostream ihre Produktionen zweitverwerten und so Werbung in eigener Sache machen.
... sowie alle möglichen Mischformen daraus. Hauptsache: Klares, verlässliches Profil mit Kante und bloß kein "Wir spielen alles für jeden".

Dann befürworte ich ausdrücklich ein klares und verlässliches Sendeschema sowie echte und ehrliche Moderatorennamen.

Eine Moderation, die sich nicht auf Stammhörer oder einen Chat bezieht, sondern auf den unbekannten Hörer da draußen, von dem der Moderator nicht weiß, ob er gerade zuhört oder nicht und, wenn überhaupt, wie viele.
Dabei ist der Chat als interaktives Mittel gar nicht abzulehnen, aber es muss klar sein, dass der Selbstfahrer vor allem die Sendung im Fokus hat und nicht die Bespaßung irgendwelcher Pfeifen im Chat. Vor allem dürfen die, ebenso wie "die treuen Hörer und Fans", ein Format niemals dominieren!

Ein sauberes und vor allem von allen mit gleicher (warum nicht auch mal geringer*) Lautheit gefahrenes Signal aus dem Stream - von der Automation bis hin zum letzten "Keller-DJ", an das sich alle verpflichtend und überprüfbar halten, ohne großes DSP-Hokuspokus, das doch nur wieder überlaute und undynamische Briketts erzeugt.

Zu guter Letzt: Keine Registrierung für was oder wo auch immer. Kein automatisch anspringender Player.

Damit dürfte die Mehrzahl der aktuell sendenden Webradios ausgefiltert worden sein.
Leute, im Internet habt ihr die Chance, es nicht nur anders, sondern auch noch besser zu machen!
Ihr müsstet es bloß wollen.

---
* Eine private Lautheitsauswertung von Webradio-Streams ergab, dass der loudness war bei Webradios, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, voll ausgebrochen zu sein scheint. :rolleyes:
 
#6
*** vernünftige Webseite
*** gute Technik für ein sauberes Streaming
*** Moderatoren, die Ahnung davon haben, was "Radiomoderation" eigentlich bedeutet
Schlagworte gegen Schlagworte?
Was ist bitteschön eine "vernünftige" Webseite? Eine, die dem Webradioetrieber das DENKEN abnimmt?
Ich würde eher sagen: Eine inituitiv bedienbare, übersichtliche und flimmerfreie Webseite ohne die ach so tollen Flimmersternchen und Chatboxen könnte neue HörerInnen anlocken!

Was ist "gute" Technik? Eine geräuschlos arbeitende Kaffeemaschine?
Zum Glück steckt die Antwort in der hiesigen Suchfunktion!

Was "bedeutet" denn "Radiomoderation"? Vermitteln zwischen zwei sich streitenden RadiomoderatorInnen?
Moderation sollte sich immer am Hörerwunsch orientieren: Nicht in die Platte quatschen, Infos zur Musik und/oder Interpreten liefern und nicht in Geschwafel (über einen selbst, über das Wetter oder gar Bashing gegen irgendwen) verfallen.

Ein Musikprogramm jenseits von Dudelfunk und Chartbetrieb?
Moderatoren, die so etwas wie Ahnung von Musik haben und tatsächlich Metal von Schlager unterscheiden können - oder einen Viervierteltakt vom Walzer ?
Moderatoren, die sich entsprechend auf ihre Sendungen vorbereiten - also Arbeit (Huch! Schreck lass nach!) in ihre Sendung stecken?
der Verzicht auf Chat oder - falls doch Chat - der Verzicht auf jeglichen Kommentar zum Chat bzw. auf die dämliche Begrüßung von Chatteilnehmern?
Gegen Charts ist eigentlich nichts einzuwenden, vor allem nicht in HÖRERCharts (die entsprechenden Hörer muss man sich aber erst VERDIENEN).

Aus Jux habe ich mal ein Schlagerprogramm aufgenommen, dass den Dudelfunk auf die Schippe nahm. Ausgerechnet dieses Machwerk, in dem ich mich selber zum Kasper gemacht habe, ist bei den HörerInnen äußerst beliebt.

Wer Metal von Schlager unterscheiden oder Formen des Walzers auseinanderhalten kann, hat noch lange keine Ahnung von Musik - bear that in mind!

Vorbereitung ist - dementsprechend! - das Ah und Oh, sowieso!

Und Chatmöglichkeiten sind überflüssig wie ein Kropf, da sie nur Einfallstore für Spam und Viren bieten!
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Hi!

Schlagworte gegen Schlagworte?
Was ist bitteschön eine "vernünftige" Webseite? Eine, die dem Webradioetrieber das DENKEN abnimmt?
EIne Webseite, die klar, einfach und übersichtlich strukturiert ist.
Wo man sofort die Schaltfläche findet, über die man diverse Player aktivieren kann, um den Sender zu hören (Flash, Winamp, VLC, Windows Media Player, Realplayer, iTunes, Phonostar & Konsorten)
Anzeige zum aktuellen Titel (Interpret + Titel + ggf. Coverbild, also blitzsaubere Tags)
Playlist zurückliegender Titel
Sendeplan mit Inhaltsangabe zur jeweiligen Sendung
auf jeden Fall kein ätzendes Geblinke wie in Las Vegas am späten Abend (Bordelltüren müssen blinken und glitzern - nicht die Webseiten von Radiosendern)

Was ist "gute" Technik? Eine geräuschlos arbeitende Kaffeemaschine?
Technik, die ein sauberes Signal zum Hörer bringt - nicht übersteuert, nicht überbasst
Brauchbares Mischpult
Vernünftiges Mikrofon
Passende Einstellungen auf dem Sende-PC und dem Server
und noch so ein paar Sachen

Was "bedeutet" denn "Radiomoderation"? Vermitteln zwischen zwei sich streitenden RadiomoderatorInnen?
Wortbeiträge, die zum Thema der Sendung passen - oder zum Musikprogramm
Keine reine Titelansage, sondern mehrere zusammenhängende Sätze am Stück, die inhaltlich Sinn ergeben
Hintergrundinformationen, die einen "Nährwert" für den Hörer darstellen
Gute Artikulation, abwechslungsreiche Intonation, variierendes Sprechtempo
interessante Unterhaltung eben - auch wenn nur einer spricht


Hoffe, die Begriffe sind jetzt ein wenig deutlicher geworden ...
 
#10
OK, da Du Dir schon selber viele Antworten gegeben hast, müssen wir das Ganze nur auf Dein
beschränken.
Und da hätte ich dann auch Denkanstöße:
1. Ein Thema - na, eigentlich zwei Themen: ein festes Thema für Infos und ein Thema, das die Musikbandbreite eingrenzt.
2. Promotion, denn was nützt die beste Arbeit, wenn keiner davon profitiert.
3. Mitstreiter, die es ERNST meinen, denn sonst klappen beide anderen Punkte nicht.
 
#12
Wann kommt die denn genau?
In der "Ü30-Party" hab' ich nix gesehen oder gehört, das mich zum Verweilen eingeladen hätte, was ich aber auch zugegebenermaßen nicht erwartet habe bei dem Titel. Da mich "Primavera Morning Show", "Prima Wecker", "Prima Mix", "Prima 90er", "Prima Pop", "Prima durch den Tag", "Prima Yesterday - Die Kultsongs" jetzt in etwa so dringend zum Vorbeikommen motivieren wie die Aussicht auf eine prima Wurzelbehandlung ohne Betäubung beim Zahnarzt, frag' ich sicherheitshalber mal nach, an welcher Stelle die Vielfalt auffällt und wie sich diese äußert ... mal so ganz grob.

Gruß
Skywise
 
#13
OK, da Du Dir schon selber viele Antworten gegeben hast, müssen wir das Ganze nur auf Dein

beschränken.
Und da hätte ich dann auch Denkanstöße:
1. Ein Thema - na, eigentlich zwei Themen: ein festes Thema für Infos und ein Thema, das die Musikbandbreite eingrenzt.
2. Promotion, denn was nützt die beste Arbeit, wenn keiner davon profitiert.
3. Mitstreiter, die es ERNST meinen, denn sonst klappen beide anderen Punkte nicht.
Chrrrrr ...

Ich habe mir selbst keine Antworten gegeben, sondern nur das erläutert, was ich in meinem Startbeitrag unter "was wir wissen" mit Schlagworten aufgeführt habe (was ja offenbar zu Missverständnissen führte).

Und ja, es geht um das "Und? Was noch?"
User "Studio Rebstock" hat einen sehr brauchbaren Vorschlag gemacht: Konzept. Dazu Nische. Das ist doch schon mal was.

Vor dir kommt jetzt Thema. Und Musikbandbreite. Ich nehme das als deckungsleich zu Konzept und Nische.

Dann der Vorschlag Promotion. Zugegeben - ich kenne Promotion nicht als "davon profitieren", sondern verbinde es mehr mit Kommunikationspolitik, Marktsegmentierung, verkaufsfördernde Maßnahmen. Also mehr in Richtung Werbung, Events, Kontaktaufnahme. Ist aber auf jeden Fall notiert.

Mitstreiter, die die Angelegenheit ernst nehmen - ja, ja und nochmals ja. Setzt natürlich auch ein (selbst-)kritisches Verhalten voraus, um mehr Qualität in die Sendung zu bekommen (musikalisches Material, Moderation, Gesamtstruktur der Sendung, Ansprache des Hörers/der Hörerin usw.)

Danke für deinen Beitrag!

Und natürlich auch Danke an alle anderen für deren Beiträge!
 
#14
Bitte auch selbst- und (!) fremdkritische Rückkopplung und Weiterbildung in Sachen Präsentation und Sprechen. Nein, wir wollen keinen Nachrichtensprecher aus Dir machen, aber es ist keineswegs so, daß derlei unnötig ist, weil Du ja vielleicht „nur“ eine Musiksendung moderierst. Wie andernorts von mir bereits erwähnt: Der (die?) Hörer hätte(n) es verdient.
 
#15
Wer gutes Handgemachtes Internetradio hören will sollte Radio Prima Vera Gran Canaria einschalten. Soviel Vielfalt gibt es selten.
Ich kann dem Kommentar von Skywise leider nur zustimmen. Der Sendeplan (unter "Programm") enthält nichts , was ich nicht bei Dutzenden anderer Radiosender auch zu hören bekomme:

Prima Wecker
Prima Morning Show
Prima Pop
Prima Durch den Tag
Prima Yesterday - Die Kultsongs
Prima Ü30 Party

Das bekomme ich auch bei
R.SH
NDR2
Radio Bob!
WDR2
SWR3
- Sunrise - Die Frühshow
- Die Vormittagsshow
- Topthemen am Mittag
- PopUp
- ClubParty

Was unterscheidet Prima Radio von den genannten Sendern? Ich habe jetzt eine Stunde zugehört. Charterfolge aus den 80ern und dem Jahrzehnt davor und danach. Nichts, was mich begeistern könnte. Und da es keine Moderation gibt, kann ich mir auch gleich Playlisten bei Spotify oder iTunes anhören.

Da ist sogar RauteMusik mit seinen vielen Spartensendern interessanter.

So was wie "Radiothek im WDR2" oder "Grenzwellen" bei Radio ffn, jetzt bei Radio Hannover, das ist/war abwechslungsreich. Oder Rockradio.de. Songs, die nicht bei jedem Radio rauf und runter gespielt werden.
 
#16
Kurz zum "Profitieren": Der Hörer soll vom Programm profitieren - so war das gemeint.
Webradio wirft in keinem Fall Profit ab, wenn es um das Geschäftliche geht...
Und was SF3 meint, steht wahrscheinlich hier.
 
#17
Und was SF3 meint, steht wahrscheinlich hier.
Ich bezog mich eher auf diesen Beitrag, in dem ich (auch zwischen den Zeilen) ein Plädoyer dafür hielt, die Hörer nie außer acht zu lassen, bzw. sie sogar bei der Frage „wozu das ganze“ immer an die erste Stelle seines Handelns zu stellen. Denn es ist gefährlich, wenn man nur vor sich hin wurschtelt und hauptsächlich seine Studiohardware im Auge hat. Dann wird’s ganz schnell schlimm. Du mußt Radio für die Hörer machen und für sonst niemanden.
 
#18
Hier häufen sich die Missverständnisse, (fehlt nur noch, dass hier die ersten Technikanpassungen für DAB-Empfänger vorgeschlagen werden,) aber immerhin passt diesmal beides:
Mir gings ums Thema "sprechen", Dir ums Schlagwort "Hörer".
 
#19
Nein, lieber Chapri, ich weiß sehr genau, wovon ich rede. Und wenn Du #14 noch einmal genau liest, dann wird Dir sicher klar, daß ich genau das Thema Sprechen und Präsentation meinte.

Und für wen sprichst Du schließlich im Radio? Nämlich für den Hörer! Eine gruselige Spreche ist sehr wohl eine Beleidigung für dessen Ohr und mithin ein Abschaltfaktor.
 
#20
Ich habe nie bezweifelt, dass Du weisst, wovon Du redest. Mir gings um die Verlinkungen!
Und jetzt bin ich die Missverständnisse endgültig leid - und raus hier.
 
#22
Ich finde solche Fäden immer sehr interessant, weil ich meistens etwas für unser kleines Projekt daraus mitnehmen kann bzw. eben mal abgleichen kann, wie wir da aufgestellt sind.
Ob ich zu den bekannten Baustellen noch etwas dazu nehmen muss oder ob Dinge dabei sind, wo ich einfach sagen, kann: Ja, sehe ich auch so und sehe ich beim eigenen Projekt als erfüllt an.
Ehrlich gesagt suche ich immer einen Maßstab, obwohl der natürlich eher Subjektiv ausfällt.

Webseite:
Zu einer guten Webseite, gehört für mich, neben der bereits beschriebenen Übersichtlichkeit und Struktur, auch dass aktuell übliche Webtechnik benutzt wird (html5, responsive etc.). Responsiveness und Tauglichkeit für mobile Endgeräte wurde ja schon genannt und bedingt dass man z.B. auf so alte Techniken wie Tabellenstrukturierunge (ja sowas gibt's noch) oder Flash verzichtet.
Ich administriere die ganze Technik bei uns unter anderem auch die (inzwischen in die Jahre gekommene und dringend modernisierungsbedürftige) Webseite.
Ein gute Webseite macht für mich aus, dass ein (potentieller)Hörer, sich sofort zurecht findet und am Besten mit nur einem Klick, das Radio einschalten kann. Bei uns bekomme ich das zur Zeit aufgrund der steigeneden Restriktionen der Browserhersteller, nur mit 2 Klicks/ Touches hin, was mich extrem stört aber das ist ein aderes Thema. Da hat mich meine allererste Webradio erfahrung sehr geprägt, eigentlich eine klassisches Webradingens, wo keiner meiner Freunde verstanden hat, dass man sich nicht erst registrieren muss um das Radio zu hören, dass das nur ein "Zusatzdienst"/ Community war. Für jemanden der sich in der Webradingens Sezene bewegt alles ganz normal aber eben nicht für jemanden, für den das ganz neu ist.
So verzichten wir auch auf bestimmte Begrifflichkeiten, die verwirrend sein könnten, für jemanden der zum ersten mal ein reines Webradio besucht.

@Studio Rebstock weiß, dass ich beim Thema Lautheit, nicht so ganz auf Seiner Linie schwimme. Zumindest gehört aber ein einheitlicher Pegel dazu.
Das ist durchaus eine Herausvorderung, besonders wenn man Moderatoren betreut, die den Rechner nicht nur dediziert für Radio benutzen, sondern eben alles mit diesem einen PC machen müssen. Ist bei uns also eine Dauerbaustelle, die man in einem Hobbyprojekt nicht komplett in den Griff bekommen kann. Hier muss man immer mal wieder nachbessern. Zumindest ist das bei uns so. Weshalb eine einheitliche Lautheit, für uns im Moment utopisch währe obwohl ich gerade bei der Programmzusammenstellung, den Vorteil durchaus sehe. Da bräuchte ich 1-2 weitere Admins.

Die liebe Technik:
Wir haben jemandem im Team, der ausser einem Rode Podcaster, keine Audio Hardware benutzt. Immerhin noch ein Software Mischpult aber kerinerlei Radio Automation. Als Musikzuspiler dient VLC. Und diese Sendungen gehören mit zu dem Besten die wir haben. Vielleicht nicht auf das letzte Mü ausgepegelt aber sauber und durch die Personality eben einzigartig. Wirf dem Mann ein Thema hin und er Philosophiert 2 Stunden unterhaltsam darüber.
Also auch wenn ich selber so nicht arbeiten wollen würde (ich habe mit (Web)Radio angefangen weil mich die Technik interessiert) so bin ich inzwischen sehr weit davon abgerückt, irgendwelche Ratschläge oder gar Vorgaben zu machen. Da muss man eben das benutzen, womit man am besten klar kommt. Einige weitere Kollegen stellen von Sam auf mAirlist um, senden aber trotzdem weiterhin ohne Mischpult, weil sie es eben so gewohnt sind. Es erleichtert mir den Support (mairlist kenne ich besser und ich komme schnelelr zum Ziel) und es klingt jetzt deutlich besser aber die Arbeitswiese ist gleich geblieben und mit mehr währen sie ggf. überfordert und es würde am Ende schlechter klingen.

Ein Konzept inkl. dem wiederkehrendem Sendeschema gehört definitiv dazu.
Wenn ich das wieder auf unser Projekt beziehe, wurde uns auch schon mal Konzeptlosigkeit vorgeworfen, "weil wir es jedem recht machen wollten". Jemand anderes bezeichnete das wiederum als "Einschaltprogramm". Man sucht sich als Hörer etwas heraus und schaltet genau zu dieser Sendung ein und in vielen Fällen, danach auch wieder ab. Unser Programm ist so unterschiedlich, dass man schon wirklich offen sein muss für neue oder "andere" Musik. Das macht es natürlich ungleich schwieriger, auf ordentliche Hörerzahlen zu kommen, denn das ist einfach nicht durchhörbar aber wir haben für uns eben entschieden, dass wir das so machen wollen. Denn das ist eben wirkliche Abwechslung, die nicht durchformatiert ist und da habe ich kein Problem damit, das an unserem deutschen Dienstag, abends ab 20:00 Uhr die Countrykiste läuft, die alles andere ist aber eben genau nicht deutsch. Das hat sich historisch aus dem Dienstplan (Gastronomie) des Moderators soergeben und da seit jahren etabliert, belibt das ganz einfach so.
Ein Sendeschema muss nicht zwingend wöchentlich exakt identisch sein. Auch 2 Wöchentlicher Rhytmus oder so Dinge wie "am letzten Sonntag im Monat", kann man unterbringen.
Das Gesamtkonzept des Senders ist also, ein abwechslungsreiche Platform zu bieten und darin gliedern sich dann die einzelnen Sendungen ein, die jeweils ihr völlig eigenes Konzept verfolgen. Wo aber inhaltlich, dem Moderator eben niemand rein redet. Um so wichtiger ist es natürlich diese einzelnen Konzepte auch vorzustellen, wo wir dann wieder bei der Webseite sind.

Das Thema Sensdungsvorbereitung ist auch so eine Sache.
Ich mache durchaus gerne mal sehr spontane Sendungen, ausser einer Playliste mit 2 Stunden Musik, brerite ich da nichts vor, wobei die dann natürlich nicht zu 100% bindend ist und nur eine Basis bildet. Woraufhin eine Freundin von mir, mal meinte: "Willst Du nicht doch zum UKW Radio gehen?" Das war tatsächlich als Lob gemeint, weil ihr das Spaß gemacht hat, mir zuzuhören. Das muss ich in diesem Forum dazu schreiben, denn hier wird man das nicht unbedingt als Lob verstehen, mit UKW Radio verglichen zu werden;).
Da habe ich in meiner Moderation, dann mitunter auch verdammt viele "Ähs" und "Ehhms" drin. Das weiß ich und das muss ich verbessern. Zumindest scheint die art und Weise aber durchaus anklang zu finden und bei meinen Freunden, weiß ich, die würden mir auch sagen, wenn's scheiße ist.
Anders herum habe ich eine weitere sehr thematische Sendung, wo ich mich zum Thema natürlich vorbereite aber eben auch nicht in der Form, dass ich Moderationstexte schreibe. Was Profis da mit sicherheit auch raus hören und vielleicht sogar die Händer über dem Kopf zusammenschlagen. Eine "normaler" Hörer aber nicht oder nicht unbedingt.
Solange also die Hörer unterhalten-, ggf. sogar informeirt werden und wieder einschalten, kann das IMHO jedenfalls nicht grundlegend falsch sein. Wobei ich schon behaupten kann, dass das was ich mache deutlich über dem Niveu der meisten Webradingens liegt. Hoffe ich zumindest oder meistens sollte das so sein, wie auch immer ich bin nicht der Typ, der sich selbst beweihräuchret.
Meine Sendung Radioname-Sounds Of The Summer, basieren auf einer Aussage die Thomas Gottschalk mal getroffen hat, damals als Radio noch sehr Steif war: "Ich möchte Die Leute einfach unterhalten, da muss ich kein Thema mit einem tieferen Sinn haben" (Sinngemäß)
Heute wo Radio zum Einheitsbrei verkommen ist, passt das meiner Meinung nach, wieder sehr gut.

Promotion ist ein Thema, bei dem ich hier, hoffentlich noch was lernen und mitnehmen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
#24
Ideen, Charme, Streben nach Perfektion und Eingestehen des Scheiterns. Unterlassen der Versuche, wie übliches Dudel zu klingen. Ahnung von Musik und dieses Wissen weitergeben zu können. Schema F hinter sich lassen, ohne zu entgleiten. Niveau. Mut zum Wort. Mut zum Risiko. Interaktion mit den Hörern - am besten ohne Gewinnspiele. Struktur. Einschaltimpulse. Format ist gut, vor allem wenn es ab und an gesprengt wird.
 
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