WDR steigt bei Radio NRW aus


#4
@#2 Und wie kommst Du zu dieser klaren Aussage?

Die Verträge zur Beteiligung wurden am 26.April 1989 unterzeichnet, siehe hier:

http://web.ard.de/ard-chronik/index/917?year=1989&lra[]=51

Und hier ein Dokument aus dem Jahr 2004, auf Seite 11 zu lesen:

"Um die Rentabilität der Lokalradio zu sichern, wurde gleichzeitig das Mantelprogramm Radio NRW gegründet, das den Lokalsendern die Möglichkeit gibt, die restliche, nicht von ihnen bestrittene Sendezeit zu füllen. Gesellschafter von Radio NRW sind u.a. die Zeitungsverleger und der WDR."

Quelle: https://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Pressemeldungen/medienrat-dok2.pdf
 
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#6
@ #4
Und was hat das Mantelprogramm mit den Lokalradios zu tun?
Die ausschließlich den lokalen Verlegern sowie den Kreisen und kreisfreien Städten gehörenden Lokalradios kaufen eine Dienstleistung bei einem externen Anbieter, den sie auch jederzeit wechseln könnten, wenn sie wollten. Somit bleibt:

Der WDR war nie auch nur ansatzweise an einem der Lokalradios in NRW beteiligt.
 
#9
Das Mantelprogramm und die Lokalradios haben in der Tat null miteinander zu tun. Es ist einfach nur ein Dienstleister, auf man sich geeinigt hatte. Mehr nicht. Aber die Lokalradios gehören nicht zu radio NRW, radio NRW ist nicht deren Zentrale. Auch wenn viele Radiointeressierte das immer wieder behaupten.
 
#12
Dieses Mantelprogramm radio NRW lief auch nicht immer auf allen Lokalradios.
Antenne AC, Radio Rur und die Welle West haben früher RTL BaWü als Mantel verwendet.
Die Sender könnten auch einen anderen Mantelprogrammanbieter auswählen, wenn sie wollten. Oder gar alles selber machen...
 
#13
Könnte ein Lokalsender auch nur Nachrichten, Wetter und Verkehrsservice übernehmen, und sein Musikprogramm selbst veranstalten, oder muss dann komplett der Mantel übernommen werden?
 
#14
Vermutlich könnte der rechtlich selbständige Lokalsender auch nur das machen, es ist ja seine Vertragsfreiheit. Ob es für ihn aber lohnenswert ist, ist eine andere Sache. Schließlich entfällt dann ja auch die überregionale Werbung bei ihm und der ihm zustehende Anteil aus den Einnahmen daraus.
 
#15
Hätte, hätte Fahrradkette.

Klar ist, dass 60% der Anteile den TZ-Verlagen in NRW gehören; jetzt nochmals rund 15% indirekt mehr, wenn es stimmt, dass Radio NRW die WDR-Anteile selbst gefressen hat. Denselben TZ-Verlagen gehört vor Ort der jeweilige Lokalsender. Jetzt kann man ein Spielchen machen und sich fragen, wer eigentlich wem gehört. Wenn ich das mal als Außenstehender mir anschaue, ist es ein Konglomerat mit einer großen Anzahl von Gesellschafteridentitäten. Da sind Vertragsfreiheiten oder Begriffe wie Dienstleister doch nur formale Begriffe, im Prinzip ist es eine Soße. Ohne dieses NRW wären national vielleicht noch Köln, Düsseldorf oder das Ruhrgebiet relevant, aber der ganze Kleinscheiß an Sendern mit Sicherheit nicht. Nur die zentrale Aussteuerung des Formates macht dieses Gebilde doch vermarktungsfähig (und lässt das Ganze noch ansatzweise professionell klingen). Als lokaler Kleinverleger wäre ich doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich mehr selbst machen sollte als notwendig. NRW ist halt die Zentrale und die über 40 "Aussenstudios" füllen halt ein paar lokale Programmplätze und lokale Werbeblöcke was die lokalen Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen nebenbei mit verhökern. Die Musik, die Weltnachrichten, die Comedy u.s.w. kommen, soweit ich weiß, aus dem Bitterfeld des Westens. Macht ja auch Sinn. Eigentlich müsste man den ganzen lokalen Mist einstampfen, wenn man denn an so einer kleinteiligen Struktur festhalten will, und nur noch lokale Redaktionen für lokale News, Wetter und Verkehr belassen sowie ein oder zwei Werbezeitenverkäufer - den Rest kann man in der Zentrale bei Radio NRW ansiedeln. Dann wäre das ganze Konstrukt auch nicht so intransparent und teuer. Oder sehe ich da was völlig falsch? Aber vielleicht sollte man auch mal in dem sozialistisch anmutenden Modell die freie Marktwirtschaft ihren Lauf lassen :D.
 
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#17
gibts denn wenigstens ein bisschen Konkurrenz bei den lokalen Werbespots? Wenn Fleischer XY seine Wurst im Dorf verkaufen will, aber keine Lust hat, für Werbung im Nachbardorf bezahlen zu müssen - ohne das von da die Kundschaft kommt?
 
#19
Hätte, hätte Fahrradkette.

Klar ist, dass 60% der Anteile den TZ-Verlagen in NRW gehören; jetzt nochmals rund 15% indirekt mehr, wenn es stimmt, dass Radio NRW die WDR-Anteile selbst gefressen hat. Denselben TZ-Verlagen gehört vor Ort der jeweilige Lokalsender. Jetzt kann man ein Spielchen machen und sich fragen, wer eigentlich wem gehört. Wenn ich das mal als Außenstehender mir anschaue, ist es ein Konglomerat mit einer großen Anzahl von Gesellschafteridentitäten. Da sind Vertragsfreiheiten oder Begriffe wie Dienstleister doch nur formale Begriffe, im Prinzip ist es eine Soße. Ohne dieses NRW wären national vielleicht noch Köln, Düsseldorf oder das Ruhrgebiet relevant, aber der ganze Kleinscheiß an Sendern mit Sicherheit nicht. Nur die zentrale Aussteuerung des Formates macht dieses Gebilde doch vermarktungsfähig (und lässt das Ganze noch ansatzweise professionell klingen). Als lokaler Kleinverleger wäre ich doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich mehr selbst machen sollte als notwendig. NRW ist halt die Zentrale und die über 40 "Aussenstudios" füllen halt ein paar lokale Programmplätze und lokale Werbeblöcke was die lokalen Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen nebenbei mit verhökern. Die Musik, die Weltnachrichten, die Comedy u.s.w. kommen, soweit ich weiß, aus dem Bitterfeld des Westens. Macht ja auch Sinn. Eigentlich müsste man den ganzen lokalen Mist einstampfen, wenn man denn an so einer kleinteiligen Struktur festhalten will, und nur noch lokale Redaktionen für lokale News, Wetter und Verkehr belassen sowie ein oder zwei Werbezeitenverkäufer - den Rest kann man in der Zentrale bei Radio NRW ansiedeln. Dann wäre das ganze Konstrukt auch nicht so intransparent und teuer. Oder sehe ich da was völlig falsch? Aber vielleicht sollte man auch mal in dem sozialistisch anmutenden Modell die freie Marktwirtschaft ihren Lauf lassen :D.
Ziemlich auf den Punkt gebracht. Solche Mediengesetze können sich nur linke Parteien à la SPD ausdenken, die Grünen gab es ja damals noch nicht so richtig. Radio an politisch geschnitten Landkreisen auszurichten, ist schon eine steile Idee und hat jede Menge scheintote Stationen, die quersubventioniert werden, hervorgebracht. Dafür gibt es in genügend großen Märkten keinen Wettbewerb und die Sender nehmen Preise, bei denen Berliner (die ganz besonders) Münchner oder Hamburger Sender feuchte Träume bekommen würden. Die Struktur ist einfach irre + krank. Da kann auch nichts mehr "reformiert" werden.

Eigentlich sollte es einem egal sein, nur NRW in seiner monolitischen Struktur blockiert die ganze Industrie. Programmlich kann Radio NRW Antenne Bayern nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Dabei habe die Ismaninger nun wirklich nicht das Pulver erfunden. Ich rede auch mal lieber nicht davon, wie viel Geld in Bitterfeld-West im Apparat versenkt wird.

NRW ist eben das Nordkorea Deutschlands. Man sollte Berlin/Brandenburg komplett nach NRW verfrachten und dann ne große Mauer drum bauen.
 
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