WDR: Valerie Weber startet die Fluffisierungsoffensive


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#1
Nun ist es offiziell: Wie DWDL.de und andere Seiten berichten, hat WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber ihre lang angekündigte Fluffisierungsoffensive gestartet, mit deren Hilfe das bislang eher informations- und kulturlastige 5. Hörfunkprogramm des Westdeutschen Rundfunks "bunter und leichter" werden soll:

http://www.dwdl.de/nachrichten/52225/valerie_weber_stoesst_auch_mit_wdr_5umbau_auf_kritik/

Erwartungsgemäß stoßen die Reformpläne auf großen Unmut und Protest der Redakteure und Mitarbeiter.
 
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#4
Wo ist die Notbremse bei(m) VW?
Ich fürchte, es gibt nur einen, der die umtriebige bayerische Abbruchbirne stoppen könnte: Tom Buhrow. Aber der wird einen Teufel tun, solange es nur den klitzekleinsten Raum gibt auf der nach unten offenen Niveaulosigkeitsskala. Buhrow kommt schließlich vom NDR. Und wer schon mal NDR 2 gehört hat, der weiß, dass es immer noch eine Spur flacher geht. Weniger Information, Tiefgang und Kritik - das kann unserem sprechenden Hosenanzug in Berlin nur recht sein. DDR 3.0... ick hör dir trapsen!
 
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#5
Ist das auf dwdl.de nur das Werktagsprogramm oder das ganze Wochenprogramm und bleibt die 00:00 bis 06:00 Uhr Schiene, wie sie jetzt ist? Und wenn ich mir das so ansehe, wird die Bärenbude um 19:30 Uhr rausgenommen, dafür läuft dann die Kiraka Sendung die jetzt um 14:00 Uhr läuft. Und wann kommt denn dieses Programmschema schon ab 01.09. oder später?
 
#6
Ich hab es hier schon vor einiger Zeit geschrieben, dass VW die WDR Programme verflachen wird, und hab teilweise ordentlich Gegenwind bekommen.

Aber wie man sieht, wird alles Befürchtete wahr werden:

1Live als "hipper" Kindergarten
WDR 2 als seichte Pseudo-Infowelle
WDR 3 als Klassikradio-Derivat
WDR 4 als belanglose Oldiedudelwelle
WDR 5 als ein WDR2 "light" der früheren Tage
Funkhaus Europa als Worldmusic- Welle mit den besten Hits aus Europa

Einfach zum Kotzen.
 
#9
Ich habe es irgendwie schon seit einiger Zeit gerochen.

Zwar nur unterschwellig und für den Gelegenheitshörer kaum zu merken, fällt mir als langjährigem Hörer des Mittagsechos gelegentlich, wenn die Sendung vom WDR kommt, auf, dass sich auf leisen Sohlen ein anderer Tonfall einzuschleichen scheint.

Zum ersten Mal stutzig wurde ich, als der Moderator einmal die Sendung mit den sinngemäßen Worten eröffnete: "Sie hören das Mittagsecho von WDR 5 und NDR Info - und das ist gut so!"

Auch schlugen in einigen Interviews die Redakteure einen mir bis dato unbekannten, teils nassforschen, teils jovial-anbiedernden Tonfall gegenüber ihren Gesprächspartnern an. Wie gesagt alles (noch) nicht im Übermaß, aber mir fiel es unangenehm auf.
 
#10
Fast vier Stunden Morgenecho? Das geht gar nicht, viel zu lang, gerade weil WDR5 ein Wortprogramm ist. Die Informationen im Morgenecho wiederholen sich eh schon bis zu 3 Mal pro Sendung. Aber von Frau W. war nix anderes zu erwarten.
 
#11
Aber jegliche Befürchtungen um diese Frau scheinen ja begründet zu sein.
Sie kann nichts anderes. Und das kann sie gut.

Sie wieder los zu werden, wird geradezu unmöglich sein. Wozu auch? Sind die Kosten erst einmal gesenkt, bliebe es selbst bei eventuell schlechten Quoten dabei. Programmverflachung wird höheren Orts mitgetragen, in den unteren Rängen unter stillem Protest umgesetzt. Es gibt nirgendwo eine Notbremse. Runaway Train.
 

matsche

Gesperrter Benutzer
#12
Vrau Weh macht nur ihren Job.
Das eigentliche Problem sind die sog. Wellen, die über viele Jahre hinweg aus vielerlei Gründen nicht stets aktualisiert wurden.

WDR5 hätte längst zu einer Nachrichtenwelle umformatiert werden müssen, im Stil von B5. Auch wenn jetzt wieder einige wenige Freaks mit der Pfeife im Maul gegen die Wand rennen und sich die Kotteleten abreissen - auch die Medien müssen sich stets ändern.
WDR5 hat es verpasst. Monika hat hier versagt. Hier hilft nur ein Neuanfang.-

WDR4 ? Der Inbegriff des deutschen Schlagers. Hier hilft nichts mehr als
eine extreme Werbeaktion und das Entfernen sämtlicher Schlagerelemente, nach Vorbild HR1 oder Bremen 1.
Danach : WDR-DAB ( für die Schlagerfreunde Musik nonstop und die Nachrichten von WDR4 durchgeschaltet ).

WDR4 als fröhliche Oldiewelle ohne Schlager und deutsch-Gejammer ala Julistolz, oder wie diese Gruppen heissen.
Und warum darf man als Arbeitnehmer ohne Radio bei der Arbeit den Sender nach 20 Uhr nur noch als Operetten-Sender wahrnehmen ? Weg damit auf DAB, Formatiert den Sender endlich mal so, dass er auch hörbar ist.
Morgens noch eine gute Morningshow, und schon wird WDR4 wieder zum Flagschiff,
Ganz im Sinne der Militärsprache, die man in NRW ja im WDR-Funk seit Jahren tätigt.

Ach nee, halt : Das geht alles nicht. Der hauseigene Privatfunk könnte dann vor die Hunde gehen. Das will ja auch keiner.,
Das ist alles so gomblissiert in NRW ,........
 
#15
Gut, dass die (Planungs-)Katze aus dem Sack ist, die heutigen Beratungen darüber dürften ja nun erst einmal beendet sein.

Das Tagesgespräch um 12 Uhr mittags ist ansich eine gute Idee :thumbsup:
Eine andere Zeit (=andere Zielgruppen?), mehr Zeit (was oft angeregt wurde bei Hörertagen :)) und falls man noch bei politischen Themen bleiben sollte (!) tagesakueller. Allerdings auch damit in direkter "Konkurrenz" zum selbigen von Bayern 2, wie auch übrigens "Scala" zum Kulturmagazin vom DRadio Kultur.

Dennoch einer der wenigen positiven Ansätze, wie auch ein längeres Wissenschaftsmagazin und ein Wegfall der reichlich belanglosen LebensArt sowie die Bündelung bzw. Verlegung der Kindersendung, welche mich dann auch nicht überrascht.

Ich hatte jedoch im Weiteren schon die Hoffnung, dass ein Umbau am Nachmittag mit mehr Landesthemen oder gar einem wiederbelebten Regionalmagazin einhergeht, stattdessen gibt man sogar noch Zeit an das Politikum ab, welches nach dem vorliegenden Schema insgesamt "nur" 25 Minuten verliert, da der Freitag dazukommen soll :rolleyes:

Am Dienstag ein Europamagazin, mal was Neues, würde natürlich das Hörspiel verdrängen und um 22 Uhr Kabarett anstelle der Wiederholung vom Tage, auch erst einmal gut, wobei man da noch schauen müsste was das wird, ein tägliches Spaß 5, sowas wie die Zugabe früherer Jahre? ;)

Die sehr traditionelle Sendezeit vom ZeitZeichen zu kippen, ist unnötig, noch viel schlimmer allerdings die Androhung:
Allerdings ist hier wohl geplant, die letzten 45 Minuten "bunter und leichter" zu gestalten, um die Hörer auf den Tag einzustimmen, ist aus WDR-Kreisen zu hören
:wall::wall::wall:

Wenn man das Schema am Samstag auch durchzieht und keinen Ersatzplatz für das Funkhaus Wallrafplatz schaffen will, ist das natürlich blöd. Bisher läuft hier ja schon um 12 das Medienmagazin, was dann wohl um 14 Uhr kommen mag?

SpielArt als Monats-Event? Auch Quatsch und was gibts stattdessen am reichlich leergeeräumten Sonntagnachmittag?
4 Stunden Lobhudelei auf Valerie? :wall:
Und "etwa einmal im Monat" passt nicht ganz zu "ausgewiesenen, besonders prominent beworbenen Sendetagen". Das spricht eher für Feiertage, deren Zahl würde die genannte Quote ja erfüllen und man ginge den Weg der ehemaligen Sonntags-Musiksendung (dessen Namen hab ich gerade nicht parat) von WDR 3, die es auch nur noch an Feiertagen um 15.05 Uhr gibt.

Also gute Ansätze, aber auch vieles (mehr) was sauer aufstößt, sollte es so umgesetzt werden! :mad:

Ich hab es hier schon vor einiger Zeit geschrieben, dass VW die WDR Programme verflachen wird, und hab teilweise ordentlich Gegenwind bekommen.

Aber wie man sieht, wird alles Befürchtete wahr werden:

1Live als "hipper" Kindergarten
WDR 2 als seichte Pseudo-Infowelle
WDR 3 als Klassikradio-Derivat
WDR 4 als belanglose Oldiedudelwelle
WDR 5 als ein WDR2 "light" der früheren Tage
Funkhaus Europa als Worldmusic- Welle mit den besten Hits aus Europa

Einfach zum Kotzen.
Dann wissen wir ja, was noch fehlt...
 
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matsche

Gesperrter Benutzer
#16
Zum Glück gehöre ich zu den wenigen Auserwählten in NRW, die dieses "Internet" nutzen dürfen.
80 000 Radiosender ... und viel mehr Infos, als der Parteien-Systemfunk zugesteht.
 
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#17
Aber keiner, zu dem Du sagst: "mein Sender".

Vielleicht ist die Zeit abgelaufen, dass Hörer von Sendern gebunden werden können, obwohl letztere unentwegt versuchen, weniger ihre Stamm-, mehr aber neue und zufällige Wechsel-Hörer als "die ihren" unbedingt halten zu wollen. Ein Mechanismus, der Hörer vom Stammsender wegtreibt.
 

matsche

Gesperrter Benutzer
#18
In der Tat habe ich keinen "meinen Sender".
Es geht mir privat nur noch um " Was gefällt mir heute " . Heute kann es die Moshow von Antenne Bayern sein.
Am Dienstag höre ich Ö3. Am Mittwoch Absolute-Radio ( das Origiaml, nicht der Primatenfunk aus Doofland ) , am Donnerstag vielleicht
Radio hmhmhm aus Nord-Holland. am Freitag wieder etwas anderes.

Alles hat eines gemein : Es macht mir gute Laune. Das ist es allemal wert, sich von diesem Rauschedings...UKW...zu verabschieden.
Die lokalen Meldungen gibt es in diesem fremdartigen Internet, und wenn Werbung läuft. wird weiter gezappt-.
 
#19
Wir freuen uns alle schon auf die große DAB-Offensive und den Massenumstieg auf Netz, Phone und Digitalradio. Danke Wally für die freundliche Entwicklungshilfe!

Zum Glück gibt's ja noch den Deutschlandfunk und den kriegt die Wally nie zwischen ihre lackierten Krallen. Frage mich nur was diese Berater-Scharlatane tun wenn sie alles kurz und klein gehauen haben und die Werbeshow woanders über die Bühne geht - vom Ersparten leben oder ein paar Zockerseiten im Netz hochziehen? Die Links findet ihr dann bestimmt auf der WAZ-Homepage und anderen Regio-Informationsportalen.

Tom Buhrow. Aber der wird einen Teufel tun, solange es nur den klitzekleinsten Raum gibt auf der nach unten offenen Niveaulosigkeitsskala.
Ich sah ihn vor längerem mal in einer Talkshow sitzen und übers Glücks-Fluidum philosophieren, das durch die Zellwände strömt; hörte sich alles ziemlich esoterisch an. Wenn ihr mich fragt schiebt Onkel Tom 'ne Menge Frust und sehnt sich nach glücklicheren Gefilden - im Sender hat er wohl eh nicht mehr viel zu sagen. Seine Vorgängerin hat den richtigen Zeitpunkt für den Absprung aus dem Hexenkessel WDR ja gerade noch erwischt - die sah das Unheil vermutlich früh genug heraufziehen und wollte für das sich abzeichnende Elend nicht mehr die Verantwortung übernehmen.
 
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#20
... den Deutschlandfunk und den kriegt die Wally nie zwischen ihre lackierten Krallen.
Wie heißt es doch so schön: "Sag niemals nie!"
Frau Weber ist noch relativ jung, und bis zur Rente hat sie noch einige Jahre vor sich. Sie kann doch nicht zwanzig Jahre lang Hörfunkdirektorin einer Provinzanstalt des öffentlichen Rechts sein!
Die Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht; entweder sie wird in naher Zukunft zur Intendantin gekührt (beim WDR ist Buhrow aber auch zu jung, und Hieronymi als vorschlagende Instanz steht hinter ihm) oder sie wird zum nationalen Hörfunk in eine leitende Position gelobt. - Die Leiter hinab geht sie garantiert nicht mehr.
 
#22
Radio Eins hat "seine" Hörer, WDR 2 hatte sie auch. Die guten Programme hat man beim WDR aber über Jahrzehnte hinweg aus der Zeit fallen lassen. Da stimme ich matsche zu. Bei Radio Eins holt man immer wieder frischen Wind ins Programm, sodass auch ich als Student mich dort rundum gut aufgehoben fühle. Mit Pseudo-Chart-Hits wie bei WDR 2 als Ausdruck der "Verjüngung" lasse ich mich jedoch nicht abspeisen. Ich frage mich sowieso, weshalb "Verjüngung" meist mit "Verflachung", ob inhaltlich oder musikalisch, gleichgesetzt wird.

Schade, dass die abendlichen Wiederholungen bei WDR 5 wegfallen. Ich höre ab 21 Uhr immer gerne Scala und Leonardo hintereinander weg. Ob Kabarett nun als tägliches Programm trägt...?

Warum man das Thema NRW kippen will, ist mir gänzlich unverständlich. DAS ist doch Regionalisierung und Identifikation pur. Auch kann mich nicht so ganz mit der neuen Politisierung des Nachmittags anfreunden. Meist hat man doch erst abends so richtig Zeit, sich dem Radio zuzuwenden. Die Sendezeit ab 19 Uhr fällt jetzt durch das Kiraka weg.

Interessant ist auch die Rechtfertigung für die Kürzung des Politikums: "Durch die prominentere Sendezeit würde das Meinungsmagazin künftig ein Drittel mehr Hörer als bisher erreichen". Mit demselben Wortlaut wollte man auch schon die drastische Kürzung und Verlegung der WDR-2-Zugabe auf den späääten Freitagabend schmackhaft machen. :rolleyes:
 
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#23
Schade, dass die abendlichen Wiederholungen bei WDR 5 wegfallen. Ich höre ab 21 Uhr immer gerne Scala und Leonardo hintereinander weg. Ob Kabarett nun als tägliches Programm trägt...?
Da hat DWDL.de leider eine wichtige Anmerkung weggelassen, es werden wohl Wiederholungen vom Wochenende :rolleyes: programmschema_wdr5.jpg

Weitere Infos:
Laut dem Papier zur Programmreform soll tatsächlich ab 2016 die Unterhaltung ausgebaut werden. Das „Morgenecho“, das um eine Dreiviertelstunde verlängert wird, soll im letzten Teil „bunter und leichter sein“ und den Hörer „auf den Tag einstimmen“, heißt es in einem redaktionsinternen Kommentar zur neuen Radiostruktur. Zudem sei ein neues Reisemagazin geplant, „mit sehr niedrigem Budget“. Die internen Kritiker sprechen vom „Durchhör-Radio“.

Der WDR präzisiert, es gebe „die Idee für ein anspruchsvolles, politisches und literarisches Reisemagazin“ am Wochenende. Dafür sollen die beiden Samstags-Mediensendungen „Funkhaus Wallrafplatz“ und „Töne, Texte, Bilder“ zusammengelegt werden.

Damit stirbt ein wichtiger Sendeplatz für Medienkritik. Das „Funkhaus Wallrafplatz“ thematisierte zuletzt die „Lügenpresse“-Debatte, den fatalen Begriff der „Dönermorde“ im Zusammenhang mit den NSU-Morden oder die Berichterstattung über die Anschläge von Paris.
Nur ein kurzer Auszug aus http://www.cicero.de/salon/programmreform-bei-wdr-5-weniger-kultur-weniger-medienkritik/59713
Prost! :censored:
 
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#24
Was mich ängstigt ist nicht das neue Programmschema sondern dessen Umsetzung. Vermutlich werden die Musikstrecken länger, der redaktionelle Anteil der Sendungen ausgedünnt und der Moderationsstil aufdringlicher. Schwerere Kost wird wohl in verdaulichen Häppchen verabreicht und zugunsten emotionaler Themen reduziert.

Wie bei allen schleichenden Drogen wird die Dosis langsam erhöht bis das Plansoll erfüllt ist - und dann kommt bestimmt die nächste Reform. Das Radio unserer Tage ist ja eine einzige Dauerbaustelle, auf der mehr niedergerissen als erweitert oder modernisiert wird.
 
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