Wegen Streik: NDR-Fernsehen nur im Netz


#1
Heute wird beim NDR gestreikt. Zum inhaltlichen kann man sich etwa bei DWDL informieren.

Kurios finde ich aber die Auswirkungen auf das NDR-Fernsehen. Dort entfallen heute die Sendungen "DAS!", "extra3" und "Zapp". Gut, wenn die Techniker streiken, kann man die Sendungen eben nicht produzieren. Dachte ich. Aber stattdessen werden diese Sendungen doch produziert und auf einem extra hierfür eingerichteten Livestream ausgestrahlt. Im linearen NDR-Fernsehen läuft dann aber statt dessen ein Notprogramm - das aber nur diese Sendungen betrifft. Die anderen, älteren für heute abend vorgesehen Sendungen laufen regulär.

Dass durch den Streik weder die Produktion der Sendungen noch deren Verbreitung im Netz betroffen ist, sehr wohl aber deren Ausstrahlung im Linearen finde ich merkwürdig. Kann sich da jemand einen Reim drauf machen?
 
#2
Bei Quotenmeter wird davon geschrieben, das u.a. Gewerkschaften Gehaltserhöhungen für lineare Produkte fordern. Generell fällt in diesem Artikel sehr oft das Wort "linear".
 
#5
Trotzdem die Frage: Wieso ist, wenn die Produktion der Sendung nicht vom Streik betroffen war, deren lineare Ausstrahlung dann doch betroffen? Hat der Streikführer den Sendecomputer vorher per Passwort abgeschlossen, und es kam niemand drauf?
 
#6
Es war ein Warnstreik, nicht *alles* wurde bestreikt, sondern verschiedene einzelne Bereiche. Z.B. die Telefonzentrale. Die "Produktion" der Sendungen war bei Streik wohl nicht beteiligt, die Sendeabwicklung aber anscheinend wohl.
 
#8
Trotzdem die Frage: Wieso ist, wenn die Produktion der Sendung nicht vom Streik betroffen war, deren lineare Ausstrahlung dann doch betroffen? Hat der Streikführer den Sendecomputer vorher per Passwort abgeschlossen, und es kam niemand drauf?
Da dafür Bedienhandlungen in Echtzeit nötig sind (der Programmablauf variiert im Sekunden- bis Minutenbereich je höher der Anteil von Livesendungen ist, es wird per Kommando und Countdown von SAW an Regie übergeben und umgekehrt) und das Personal zu der Zeit wegen Streiks abwesend war, konnte eben linear nur vorproduziertes gesendet werden - da der Streik angekündigt wurde, verblieb genug Zeit für eine entsprechende Vorplanung und Bereitstellung von Konservensendungen. Die Ausstrahlung läuft dann automatisiert nach Plan ohne dass Mitarbeiter in der Sendeabwicklung etwas tun müssen. Aktuelle Änderungen im Ablauf sind so halt nicht möglich.
Die "NDR Aktuell" Ausgaben 15:00 und 17:00 sowie "DAS!" sind Livesendungen. "Zapp" und "Extra3" werden am Sendetag produziert, und je nachdem wie zeitnah vor Sendetermin die Sendung fertig ist, entweder als File an die Sendeabwicklung geschickt, im Sendeplan verknüpft und per Sendeautomation ausgepielt, oder aus der Regie in der aufgezeichnet wurde vom MAZer per Leitung zugespielt. Beides händisch, für letzteres muss der Ingenieur vom Dienst in der SAW in Echtzeit die Videoquelle umschalten.

Die Sendeabwicklung und der Schaltraum sind gegen den Zutritt unbefugter entsprechend gesichert, wer dort dienstlich nichts zu suchen hat, kommt auch nicht rein.
 
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