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Welche 60er-Songs sollten dringend im Radio laufen?


Marquis of Kensington - The Changing of the Guard

Stilistisch ist diese Singleveröffentlichung sehr deutlich an The Kinks angelehnt. Der Hauptgrund dafür mag im damaligen Manager der Band liegen: Robert Wace. Dieser lieh dem satirischen und von schönem Cembaloklängen untermalten Liedgut seine Stimme.

Barclay James Harvest - Early Morning

The Moody Blues hatten ein Jahr zuvor ihr bahnbrechendes Album "Days of Future Passed" herausgebracht. Ein Album, das sich mit dem Tagesverlauf auseinandersetzt, eingebettet in melidiösen Klanggebilden und üppigen Arrangements. Da Barclay James Harvest sich sowohl vom Sound als auch von der Thematik sehr daran orientierten, bekamen sie sehr schnell das Etikett "Poor Man's Moodys Blues" verpasst. Die Band nahm es mit Humor - später veröffentlichten sie gar einen Titel jenes "Kosenamens" -, während der gewöhnliche Hörer sich an einer Alternative erfreuen durfte.

Achtung: Kein You-Tube-Link, sondern der Link führt auf eine polnische Seite. Funktioniert aber und ist unschädlich.

The Troggs - My Lady

Ging diese britische Band am Anfang ihrer Karriere ziemlich ungestüm zu Werke, so wandelte sich ihr Sound im Laufe der Jahre. Neben ihrem recht rotzigen Sound fanden sich nun auch einige Balladen und gar leicht psychodelisch wirkende Stücke. Auf "My Lady" finden sich alle diese Rezepturen mit Maß und Mitte zusammen. Eine schöne Auskopplung aus dem Album "Cellophane".

The Herd - Paradise Lost

Musikalisch bewegen sich die britischen Herd auf einer ähnlichen Ebene wie die Troggs. Und genau wie der obige Troggs-Titel macht sich auch "Paradise Lost" im deutschen Radio rar. Peter Frampton war im übrigen der Sänger und Gitarrist von The Herd. Ausgekoppelt wurde der Titel aus dem Album "Paradise Lost".

The Pretty Things - Walking Through My Dreams

Auch diese britische Band begann ziemlich "ruppig". Sie entwickelten sich aber im Laufe der Jahre stetig weiter und erschufen mit dem Album "S.F. Sorrow" noch vor The Who die erste originäre Rock-Oper. Dies passierte 1968. Im gleichen Jahr erschien die feine Non-Album-Single "Talkin' About the Good Times". Für Single-Veröffentlichungen wie auch gut gemachten Psychodelia waren es in der Tat gute Zeiten, denn die Flipside der Single war nicht nur ebenbürtig, in meinen Ohren hatte sie auch ein stückweit die Nase vorne.
 
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Heute per Zeitmaschine in die Tiefen der 60er-Jahre.

Grand Funk Railroad - Time Machine

Nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem gleichnamigen Longtrack-Klassiker von Beggars Opera, schaffte die amerikanische Band mit der Auskopplung aus ihrem Debutalbum den Durchbruch in ihrer Heimat. Charakteristisch von Anfang an war dabei ihr grooviger Gitarrensound und das markante Bassspiel, das seinerzeit ein Alleinstellungsmerkmal war. Auf dem Live-Sektor sollen sie es dabei desöfteren auf die Spitze getrieben haben, doch die Studioversion klingt hingegen sehr ausbalanciert und treibend.

Brainbox - Summertime

George Gerschwin komponierte bekanntlich die Oper "Porgy and Bess". Die darin enthaltene Arie "Summertime" sollte in der Folgezeit so manche Interpreten zu eigenen Versionen inspirieren. Am bekanntesten ist sicherlich die Interpretation von Janis Joplin. Weniger bekannt ist hingegen die Version von Brainbox. Die niederländische Band bestach durch ein spezielles Gitarrenspiel, für das sich Jan Akkerman verantwortlich zeigte. Seine Spielweise an den Saiten ist mit keinem anderen Gitarristen vergleichbar. Ausserdem überzeugten sie mit ihrem progressiv anmutenden Klang. Der kraftvoll treibende Song wurde aus dem selbstbetitelten Debutalbum ausgekoppelt.

Earth and Fire - Seasons

Ich verweile noch eine Weile in unserem westlichen Nachbarland. Earth and Fire wurden bei uns ja hauptsächlich mit ihrem Discopop-Song "Weekend" bekannt. Doch vor dieser Zeit spielte die Band einige bemerkenswerte Platten ein. Ihre erste Single entstand unter tatkräftiger Mithilfe von George Kooymans (Golden Earring) und wurde 1969 veröffentlicht. Ein Jahr später wurde der Titel als Bestandteil des selbstbetitelnden Debutalbums wiederveröffentlicht. Alle Bestandteile, die die frühen Earth and Fire auszeichneten, sind bereits in dem Song vereint: leicht progressive Züge, psychodelische Finessen und elegantes Gitarrenspiel. Ein abwechslungsreiches Klanggebilde.

The Kinks - Shangri-La

Meines Erachtens einer der unterschätztesten Songs der britischen Musikbastion. Der Titel, der nur in den Niederlanden in die Charts gelangte, wurde aus dem Album "Arthur (Or the Decline and Fall of the British Empire)" ausgekoppelt und zeichnet sich durch ein unbeschreiblich gute Songwriting von Ray Davies aus. Dafür ist er bekannt. Von daher nichts außergewöhnliches. Doch für diesen Song liess er sich eine beeindruckende Bridge im Mittelteil einfallen, die ihresgleichen sucht. The Kinks probierten sich an psychodelischen Spielereien und leicht progressiven Soundgebilden aus. Im Endergebnis klang es genauso paradisiesisch wie der besungene Ort.

The Beau Brummels - Just A Little

Dann wieder zurück in die Vereinigten Staaten. Die Beau Brummels galten neben The Byrds mehrere Sommer lang als die amerikanische Band, die den Beatles und allgemein der britischen Invasion etwas entgegensetzen sollte. Mit dem genannten Titel ist ihnen dieses Kunststück gut gelungenen. "Just A Little" wurde aus dem Album "Introducing The Beau Brummels" ausgekoppelt. Ein Album, das für diese Zeit (1965) einen ungewöhnlich hohen Anteil an Eigenkompositionen enthielt und von Sly Stone (Sly and the Family Stone) produziert wurde.

Spirit - 1984

Der Titel der amerikanischen Band überzeugt durch sein grundentspanntes Gitarrenspiel. Dafür verantwortlich war Randy California. Für mein Dafürhalten einer der besten seiner Zeit und seiner Zunft. Spirit spielten eine sehr interessante und kaum vergleichbare Mischung aus Rock, Psychodelia und einem leicht jazzigen Sound. Jimmy Page und Robert Plant von Led Zeppelin waren übrigens große Verehrer ihrer Musik. "1984" wurde ursprünglich als Non-Album-Single veröffentlicht.
 
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Led Zeppelin - Heartbreaker

Ausgestattet mit einem famosen Riffing an den Saiten von Jimmy Page, einem gepflegten Solo des selbigen Virtuosen und Bestandteil des Albums "II" ist der Titel wie geschaffen, um das Rock-Repertoire der 60er-Jahre aufrecht zu erhalten oder zu erweitern. Led Zeppelin waren übrigens immer entschiedene Gegner von Single-Veröffentlichungen ihrer Musikstücke. Dies führte häufig zu heftigen Auseinandersetzung mit den Plattenfirmen. Alle Single-Auskopplungen, die es von der britischen Band gibt, sind gegen den Willen der Band ausgekoppelt worden. Auch mit "Heartbreaker" wollte die Plattenfirma so verfahren. Doch hier setzte sich die Band durch.

Savoy Brown - I'm Tired

Die britischen Savoy Brown speisten sich noch mehr aus den Fundamenten des traditionsreichen amerikanischen Blues als vergleichbare Zeitgenossen wie etwa Ten Years After oder die oben erwähnten Led Zeppelin. Vor allem John Lee Hooker zeigte sich stets als grosser Einfluss. Ausserdem hatten sie mit Kim Simmonds einen gitarrenspielenden Frontmann, der seine Liebe für amerikanische Soul-Musik zu keiner Zeit verbergen konnte. Dies ist in seinem Gesang immer wieder deutlich wahrnehmbar. Der Titel wurde aus dem Album "A Step Further" ausgekoppelt. Später kam es innerhalb der Band zu Meinungsverschiedenheiten über die musikalische Ausrichtung. Savoy Brown blieben ihrem Stil weitgehend treu. Die abgespaltenen Foghat probierten sich derweil an boogielastigem Rock.

Them - Don't Look Back

Eben jener John Lee Hooker hatte einen Song geschrieben, den die britischen Them mit dem stimmgewaltigen Van Morrison meines Erachtens musikalisch veredelten. Als Bestandteil des Debutalbums "The "Angry" Young Them!" wurde der Song nicht als Single ausgekoppelt. Er ist auch etwas atypisch für die frühen wütenden Them, da der Titel aus einem eher introvertierten Holz geschnitzt ist. In seiner ganzen Machart erinnert er entfernt auch an balladenartige Titel von The Rolling Stones.

The Nice - Hang On To A Dream

Ich bleibe im Vereinigten Königreich und bei einem introvertierten Song. Wechsle aber von den Wütenden zu den Netten und damit zu der Band, in der die Karriere von Keith Emerson begonnen hatte. The Nice wurden hauptsächlich durch zahlreiche Klassik-Adaptionen bekannt und ebneten mit ihrer Herangehensweise den Weg für den Progressive Rock. Doch gelegentlich nahmen sie sich auch Songs anderer Interpreten vor, denen sie ihren ureigenen Stempel verpassten. So auch der im Original von Tim Hardin stammende Titel, der Bestandteil des Albums "Nice" wurde. Beide Titel (Original und Cover-Version) haben ihre alleinige Daseinsberechtigung und können beim Anhören unterschiedliche Assoziationen hervorrufen.

Dillard and Clark - Why Not Your Baby

Erwähnter Tim Hardin gehörte zu einer Riege von amerikanischen Singer/Songwritern oder Folk-Rock-Bands, die über die Jahre leider in Vergessenheit gerieten. Zu eben angesprochenen Folk-Rock-Bands zähle ich auch Dillard and Clark. Genau genommen handelt es sich um ein Duo. Gene Clark dürfte den meisten Anhängern von The Byrds ein Begriff sein. Mit Doug Dillard, einem begnadeten Banjospieler, hat er einen kongenialen Partner gefunden. Der schön arrangierte Titel wurde ursprünglich als Non-Album-Single veröffentlicht.

Neil Young - The Loner

Sehr schöne Auskopplung aus dem selbstbetiteltenden Debutalbum des kanadischen Altmeisters, der Legionen von Interpreten mit seiner Musik infiziert hat. Hier streitet sich die akustische Gitarre mit der elektrischen verstärkten Gitarre um die Vorherrschaft. Doch dann verbrüdern sich die beiden zu einer Melodie, die in dieser Machart nur von Neil Young entstammen konnte.

Ich könnte noch ewig weitermachen. Aber möchte mich wie immer auf maximal ein halbes Dutzend pro Durchlauf beschränken.

Sehr schöne Auswahl! Für das Radio von Heute zu anspruchsvoll :)!
Wenn das Radio von heute seinen Hörern nichts mehr zutraut, braucht sich das Radio von heute nicht wundern, wenn die Hörer den Einschaltknopf nicht mehr finden. Dies gilt insbesondere gerade auch für die Musik der 60er-Jahre, die man bis auf Restbestände "eingemottet" hat - nur noch ein 60er-Song pro Stunde und dergleichen.
 
<OT>
Wer noch nicht über ein passendes Weihnachtsgeschenk verfügt, dem sei evtl. die morgen erscheinende CD/LP "On Air" der Rolling Stones ans Herz bzw. unter den Baum gelegt. Sie enthält 32 für die BBC aufgenommene sogenannte Live-im-Studio-Aufnahmen aus den Jahren 1963-1965.
<OT>
 
Bin gerade den ungewöhnlichen Weg über Thomas Fritschs Sangeskünste der 60er Jahre (Album "Mädchen wie Samt und Seide" bzw. als Alternativauflage "Tommy und die Girls") mit den beiden darauf enthaltenen Nirvana-Coverversionen (die britische Band aus den 60ern, nicht die Cobain-Jungs) gegangen. Und dann natürlich beim Original gelandet.

Gruß
Skywise
 
Paul Revere & The Raiders (wahlweise mit Mark Lindsay als Sänger angegeben oder auch nicht) - Let Me (wahlweise mit Ausrufezeichen am Ende oder auch nicht).
Album: "Alias Pink Puzz", 1969
Ich komm' ehrlich gesagt über die kreuzbraven Gesichter im Hintergrund nicht hinweg ...

Screamin' Jay Hawkins - I Hear Voices
Single, 1962
Seit Montag im hauseigenen Bestand :)

Jonathan & Darlene Edwards - Tip-Toe Through The Tulips
Album: "Sing Along With Jonathan And Darlene Edwards", 1962
Danach ist die Welt irgendwie wieder einen Tick besser ...

Aphrodite's Child - End Of The World
Album: "End Of The World", 1968
Hatten wir hier schon mal vor einiger Zeit, aber man kann ihn ja trotzdem nochmal in Erinnerung rufen.

Gruß
Skywise
 
Einfach schön, wenn sich nach langem Suchen so etwas finden lässt:
Der Titel "Sandy Sandy" von der deutschen Gruppe The Speeders.
Wurde einst auch in der samstäglichen SWF-Hitparade vorgestellt
und war dort auch platziert. Müsste etwa 1967 gewesen sein. Im heutigen
Radio undenkbar.
 
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Ganze zwei Liedchen lässt der SWR die Monkees noch singen. Deshalb, und weil
vor zwei Wochen Monkees-Bassist Peter Tork verstorben ist, den im Radio noch
nie gehörten Titel "Aunties Municipal Court" vom Album The Birds, The Bees & The Monkees aus dem Jahr 1968.
 
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Warum ist mir so ein Titel lieber als das Gedudel aus dem Radio? Ich weiß es
nicht. Lässt nicht nicht ändern. Kann sich sich SWR1 noch so "missionarisch"
anstrengen, ich lasse mich einfach nicht umpolen.
Beg, Borrow And Steel, die erste Single der Bubblegum-Band Ohio Express
aus dem Jahr 1967.
 
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