Weniger Radiosender durch Entfernung eines Fernsehmasts?


#1
Hallo liebe Community,

ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Radiotechnik (15 Jahre), nur eine Frage brennt mir auf der Zunge.
Früher habe ich problemlos alle Holländer im bergischen Land empfangen mit bloßer Wurfantenne! Seit dem ein Fernsehmast hier in der Umgebung platt gemacht wurde, gehen diese schlechter bis gar nicht. Ist schon ein paar Jahre her. Hat das was mit dem Fernsehmast zu tun? Also praktisch, das er die Strahlung gespiegelt hat oder verstärkt hat? 100%NL auf 92.1 ging immer problemlos ohne Tropo. Aber irgendwann nicht mehr...
Oder haben die Sender ihre Leistung verringert? Aber das kann ich mir nicht vorstellen, da es schon viele Sender waren (6 Stück ungefähr).

Vielleicht kann mir jemand von euch Profis helfen, damit würdet ihr mir eine große Freude bereiten.

MfG vinylmaster2000
 
#2
Hulsberg 92.1 sendet seit 2011 gerichtet mit einer Ausblendung in Richtung 20-60°. Das ist wohl in etwa Deine Richtung. gesendet wird zwar immer noch mit 10 kW, aber in Deine Richtung seitdem nur noch mit etwa 5 kW.
 
#3
Also ich kann mich nicht beklagen. Gut ich wohne im Süden Deutschlands und empfange seit Jahren fast gut die Frequenzen vom Säntis im Nordschwarzwald. Und jetzt haben es die Schweizer tatsächlich auch geschafft ihren DAB Empfang so zu optimieren, dass dieser gleichgut mit UKW ist, da der Säntis jetzt seit einiger Zeit mit 40KW ballert. Zumindest stationär ist der Empfang jetzt sogar über UKW-Niveau (reicht bei mir leider nicht für RDS und rauschen tut es auch ziemlich häftig) Und das will bei fast 150km zur Schweiz was heißen.
Aber aufgrund der lokalen Gegebenheiten kann das sicher im Norden nochmal anders sein. Da ist ja alles platt und dementsprechend auch weniger Antennenhöhe über normal Null vorhanden (korrigiert mich, wenn ich falsch liege)

Wie sieht es denn mit DAB Empfang aus NL bei dir aus?
 
Zuletzt bearbeitet:
#4
Die Niederländer haben schon vor einiger Zeit die Strahlungsleistung Richtung Deutschland herabgesetzt.
Hier, ca 35km von Roermond, gingen früher alle NL-Programme mit einem "feuchten Schnürsenkel" als Antenne. Das ist schon länger vorbei.
DAB+ aus NL ist mit normalen Hausmitteln gar nicht.
 
#7
Hallo liebe Community,

ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Radiotechnik (15 Jahre), nur eine Frage brennt mir auf der Zunge.
Früher habe ich problemlos alle Holländer im bergischen Land empfangen mit bloßer Wurfantenne! Seit dem ein Fernsehmast hier in der Umgebung platt gemacht wurde, gehen diese schlechter bis gar nicht. Ist schon ein paar Jahre her. Hat das was mit dem Fernsehmast zu tun? Also praktisch, das er die Strahlung gespiegelt hat oder verstärkt hat? 100%NL auf 92.1 ging immer problemlos ohne Tropo. Aber irgendwann nicht mehr...
Oder haben die Sender ihre Leistung verringert? Aber das kann ich mir nicht vorstellen, da es schon viele Sender waren (6 Stück ungefähr).

Vielleicht kann mir jemand von euch Profis helfen, damit würdet ihr mir eine große Freude bereiten.

MfG vinylmaster2000
Wermelskirchen passt noch?
Welche Sender konntest Du (auf welchen Frequenzen) empfangen?
Wann wurde der Mast entfernt?

Ein lokaler Mast hat in der Regel nichts mit Fernempfang zu tun. Die Chance, dass der Mast Signale in Deine Richtung reflektiert hat, ist zwar nicht ausgeschlossen, wäre aber ziemlicher Zufall.
 
#8
Mit Deinem TVU vor Ort hat das nichts zu tun. Vielmehr damit, dass in NL die Senderbetreiber gewechselt haben. Broadcast Partners (in Insiderkreisen seit dem Smilde-Crash auch liebevoll Barbecque-Prutsers genannt) orientiert sich am zugewiesenen Versorgungsgebiet. Ist dies mit weniger Leistung als der maximal kooridinierten mit der vorgegebenen Feldstärke zu versorgen, wird dies aus wirtschaftlichen Gründen getan. Um an die echten, tatsächlichen ERPs zu geraten, musst Du einen Geheimdienst einschalten. Selbst Ruud Brand darf auf seiner Seite radiotvnederland.nl nur die offiziell koordinierten Ausgangsleistungen veröffentlichen. Im Extremfall ist dort sicher die Leistung tlw halbiert worden. Auch die Antennenfelder sind andere, teilweise wesentlich gerichteter. Hulsberg sendete früher rund (92.1/95.3/98.7/105.3). Ob das aktuell noch so ist, weiss ich nicht, ich bin nicht mehr in der Gegend.
 
#9
Nach Osten gehen von Roermond etwa 10 kW raus. Gut, macht auch Sinn, da östlich von Roermond nicht mehr viel NL ist. Und 35 km sind bei 10 kW nicht unrealistisch.
10KW reichen unter normalen Bedingungen wirklich nur 35km weit? Da kenn ich Sender die reichen mit 10KW gerne mal 60-80km weit unter normalen Bedingungen (Paris Eiffelturm oder Oschatz Collmberg bzw die Iberger Kugel mit Radio Seefunk) Oder reichen "runde" 10KW generell weiter, als wenn mit 10KW wie in deinem Fall in eine Richtung ausgeblendet wird und in die HSR dann 100KW rausgehen?
 
Zuletzt bearbeitet:
#10
Ich zweifel stark daran, dass Roermond noch mit 10KW in meine Richtung strahlt, wenn ich an die Empfangsstärke früherer Tage denke, da war das absoluter Ortssender.
Heute Indoor mit Teleskop- oder gar Wurfantenne wird's schwierig.
Kann wenige Kilometer weiter schon wieder ganz anders aussehen.
Mobiler Empfang ist, dank vertikaler Abstrahlung fast ungestört.

Genaue Entfernung nach Roermond sind 39 Km in westlicher Richtung auf fast gleichem Höhenniveau bei 31- 35 m über NN. Dazwischen liegt noch ein "Höhenzug" mit bis zu 90m NN.
Ist für den platten Niederrhein schon fast alpin.:)
 
#13
10KW reichen unter normalen Bedingungen wirklich nur 35km weit? Da kenn ich Sender die reichen mit 10KW gerne mal 60-80km weit unter normalen Bedingungen (Paris Eiffelturm oder Oschatz Collmberg bzw die Iberger Kugel mit Radio Seefunk) Oder reichen "runde" 10KW generell weiter, als wenn mit 10KW wie in deinem Fall in eine Richtung ausgeblendet wird und in die HSR dann 100KW rausgehen?
Unter DX-Bedingungen reichen 10 kW natürlich viel weiter, es sei denn, die Alpen stehen im Weg. ;) Ich spreche jetzt von Mobiltauglichkeit. Und da gebe ich 10 kW im Flachland etwa 25 km. In der Region Roermond/Düsseldorf sieht es natürlich besser aus. Ich sage nur Anstieg der A 46 von Düsseldorf nach Wuppertal. Da hilft die Topografie kräftig mit.
 
#15
Hallo liebe Community,

ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Radiotechnik (15 Jahre), nur eine Frage brennt mir auf der Zunge.
Früher habe ich problemlos alle Holländer im bergischen Land empfangen mit bloßer Wurfantenne! Seit dem ein Fernsehmast hier in der Umgebung platt gemacht wurde, gehen diese schlechter bis gar nicht. Ist schon ein paar Jahre her. Hat das was mit dem Fernsehmast zu tun? Also praktisch, das er die Strahlung gespiegelt hat oder verstärkt hat? 100%NL auf 92.1 ging immer problemlos ohne Tropo. Aber irgendwann nicht mehr...
Oder haben die Sender ihre Leistung verringert? Aber das kann ich mir nicht vorstellen, da es schon viele Sender waren (6 Stück ungefähr).

Vielleicht kann mir jemand von euch Profis helfen, damit würdet ihr mir eine große Freude bereiten.

MfG vinylmaster2000
@vinylmaster2000

Das ist absolut nachvollziehbar, was Du schreibst. Bei mir in Sichtweite gab es einmal einen Sendemast. In unmittelbarer Nähe dieses Sendemast war nahezu ein täglicher störungsfreier Fernempfang von UKW-Sendern aus ca. 280 Kilometern möglich. Nachdem dieser Sendemast entfernt wurde, hat sich die Empfangssituation stark verschlechtert. Es ist deshalb davon auszugehen, dass dieser Sendemast als Antenne gewirkt hat.

Einen schönen Abend wünscht der
Hithopper
 
#17
Unter normalen Bedingungen bekomme ich über UKW mit Außenantenne und nem HiFi Tuner N-Joy aus Grevesmühlen Hamberge (103,4 MHz) noch in Stereo, leicht angerauscht, bei mir im Nord-Osten von HH rein. Der Sender ist 77 Km Luftlinie von mir weg und sendet mit nur 5 KW (die Antenne hängt in nur 71 m Höhe).

Mit einen alten Kofferradio z.b. bekomme ich noch recht gut die 15 KW Sender aus Heide (91 Km Luftlinie von mir entfernt) oder Kiel (80 Km Luftlinie entfernt von mir).
Mein einem aktuellen, also neuem Radio, dürfte das deutlich schwieriger werden. Denn sehr viele dieser Radios sind auf UKW ziemlich taub, was aber auch daran liegen könnte, das deren Teleskopantennen für DAB optimiert wurden (meist 45 cm lang). Für UKW bedarf es aber eine längere Antenne (75 cm), um damit vernünftig zu empfangen. Manchmal bringt auch das nicht viel, weil viele dieser Gerät bzw. deren Chips einfach nicht empfindlich genug sind.

Ok, ich bin in diesem Fall von mir und meinen Standort ausgegangen, was anderswo mit den gleichen Geräten wiederum ganz anders aussehen kann, kommt natürlich u.a. auch auf die Topographie an.
 
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#21
Wenn Du in unmittelbarer Nähe des Masten bist und dieser aus Metall ist, kann es schon sein, dass dieser z.B. als Reflektor wirkt.
Dann müsste der Mast aber direkt "hinterm Haus" gestanden haben, damit er als nennenswerter Reflektor gewirkt haben könnte. Stahlgittermasten haben außerdem so gut wie keine reflektierende Fläche, die Wellenlänge ist viel zu groß im Verhältnis zur Gitterstruktur eines Masts. Was gut reflektiert (z. B. Richtfunksignale) sind große Stahlkonstruktionen wie Windräder, da ist die Frequenz aber auch zigmal höher, die Wellenlänge damit viel kleiner.
Wie mein Nick verrät, bin ich "Experte" für Wellenausbreitung und weiß, wovon ich rede...
 
#22
Wie mein Nick verrät, bin ich "Experte" für Wellenausbreitung und weiß, wovon ich rede...
Oha, geht's nicht noch ne Spur größer? Bei Leuten die sich selber als Experte (warum in Anführungszeichen?) bezeichnen und so auf den Putz hauen, habe ich gelernt eine gewisse Skepsis zu entwickeln. Siehe die selbst ernannten Experten im ARD-TV, da wird einer Experte für Terrorismus wenn er das Wort im Duden nachschlagen kann. In Wirklichkeit sind das aber alles ganz normale Redakteure und eben keine Experten. leider ist das keine geschützte Berufsbezeichnung. So nennt sich heute jeder Experte.

Experte kann man sich dann schimpfen wenn man mindestens 30 Jahre lang auf einem Gebiet forscht, Dipl-Physiker ist, selber etliche Arbeiten zu einem Thema herausgegeben hat usw. Vielleicht ist das ja auch der Fall. Daher: Warum die Anführungszeichen? Entweder einer ist Experte oder man ist es nicht. :)

Der Name selber Maxwell könnte auch bedeuten du bist ein deutscher Rapper und Mitglied der "187 Straßenbande" und trägst gerne Haifisch-Nike-Sneakers?
:)

Im Grunde kann alles als Reflexionspunkt wirken, zB sich bewegende Flugzeuge.

Der Sender ist 77 Km Luftlinie von mir weg und sendet mit nur 5 KW (die Antenne hängt in nur 71 m Höhe).
Der Neubau-Funkturm Neu Degtow bei GVM (es gibt dort auch einen alten Gittermast 20 Meter weiter) befindet sich auf einem Bergrücken eines Höhenzuges, dem so genannen Iserberg (https://www.grevesmuehlen.eu/stadt/ortsteile/), die Njoy Antenne hängt zudem auf der Mastspitze in 75 (!) m Höhe. Das ganze Land drum herum ist flach. Dieses Konstrukt steht auf dem Iserberg, der ist 100 Meter hoch und von weithin sichtbar zb von der Bahnstrecke Lübeck - Bad Kleinen aus. Der Iserberg überragt die komplette Umgebung. Die Frequenz ist im Umkreis von 150 Km völlig frei. Nächster "störender" Sender nebenan ist Flensburg 103,3 MHz und Harz 103,5 MHz. Die Frequenz selber ist erst wieder in Berlin und auf Fünen /DK belegt. Das muss man alles mit berücksichtigen. 5000 Watt sind nicht so wenig. Von daher ist die Reichweite nicht erstaunlich. Du msst zur Antennenhöhe die 100 Meter Elevation ü. NN noch dazurechnen!
 
Zuletzt bearbeitet:
#23
Oha, geht's nicht noch ne Spur größer? Bei Leuten die sich selber als Experte (warum in Anführungszeichen?) bezeichnen und so auf den Putz hauen, habe ich gelernt eine gewisse Skepsis zu entwickeln. Siehe die selbst ernannten Experten im ARD-TV, da wird einer Experte für Terrorismus wenn er das Wort im Duden nachschlagen kann. In Wirklichkeit sind das aber alles ganz normale Redakteure und eben keine Experten. leider ist das keine geschützte Berufsbezeichnung. So nennt sich heute jeder Experte.

Experte kann man sich dann schimpfen wenn man mindestens 30 Jahre lang auf einem Gebiet forscht, Dipl-Physiker ist, selber etliche Arbeiten zu einem Thema herausgegeben hat usw. Vielleicht ist das ja auch der Fall. Daher: Warum die Anführungszeichen? Entweder einer ist Experte oder man ist es nicht. :)
Richtig, ein Experte weiß vorher immer, wie etwas passieren wird und hinterher genau, warum alles ganz anders kam...

Ich habe Jahrzehnte auf diesem Gebiet gearbeitet und es studiert, kenne mich also schon gut aus und Anführungszeichen, weil ich mich deshalb trotzdem nicht als allwissend einstufen würde. Es gibt keine harte Grenze zwischen allwissend und null Ahnung.

Und ja, ein Flugzeug kann reflektierend wirken, das ist jedoch primär abhängig von der Wellenlänge des Signals, von der Leitfähigkeit des Materials, dem Winkel, der Signalstärke etc.
 
#25
Richtig, ein Experte weiß vorher immer, wie etwas passieren wird und hinterher genau, warum alles ganz anders kam...

Ich habe Jahrzehnte auf diesem Gebiet gearbeitet und es studiert, kenne mich also schon gut aus und Anführungszeichen, weil ich mich deshalb trotzdem nicht als allwissend einstufen würde. Es gibt keine harte Grenze zwischen allwissend und null Ahnung.

Und ja, ein Flugzeug kann reflektierend wirken, das ist jedoch primär abhängig von der Wellenlänge des Signals, von der Leitfähigkeit des Materials, dem Winkel, der Signalstärke etc.
@Maxwell

Ausweislich Deines Beitrags hast Du "Jahrzehnte auf diesem Gebiet gearbeitet und studiert". Fragt sich nur, ob Du auch DX-Empfang in der Nähe eines Sendemasts betrieben hast. Falls nein, kein Problem. Falls ja, dann war offensichtlich Dein Empfangsgerät nicht sehr empfindlich und trennscharf. Wie bereits von mir erwähnt, waren das meine Erfahrungen vor über 25 Jahren sowohl mit einem "VW Golf 3 Beta Kassettenradio" als auch mit dem "GRUNDIG Satellit 2000". Und gemeint ist hier eine Entfernung von ca. 150 m zum ehemaligen Sendemast Berlin-Frohnau. Aufgefallen ist mir das stets auf der B 96 beim Empfang von NDR 2 auf UKW 99.1 MHz (Sender Helpterberg). Da ging auch locker R.SH vom Sender Bungsberg auf UKW 100.2 MHz. Noch Fragen?
 
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