Wer wird neuer SWR-Intendant? - Ausgabe 2018


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Kann eigentlich nur besser werden. Ich fände schon mal gut, wenn der Nachfolger einer/eine wäre, der oder die auch was von Journalismus versteht - vielleicht sogar selbst mal an der Front praktiziert hat.
 
#9
Beim letzten Mal waren alle drei Kandidaten, die in die Endrunde kamen, bereits Mitglied der SWR-Geschäftsführung. Ich sehe nicht, dass es diesmal einen Drang nach externen Kandidaten gäbe, so dass der neue Intendant demnach in der folgenden Liste zu finden wäre:
  • Jan Büttner, Verwaltungsdirektor
  • Michael Eberhard, Technik- und Produktionsdirektor
  • Hermann Eicher, Justiziar
  • Christoph Hauser, Fernseh- und Informationsdirektor
  • Gerold Hug, Radio- und Kulturdirektor
  • Simone Schelberg, Landesdirektorin Rheinland-Pfalz
  • Stefanie Schneider, Landesdirektorin Baden-Württemberg
Christoph Hauser muss man zugute halten, dass er in seinem Geschäftsbereich wieder ein bisschen mehr auf Relevanz gedrängt hat. Von daher wäre er in dieser Liste mein persönlicher Favorit. Allerdings ist er nur knapp zwei Jahre jünger als Boudgoust, 63, wahrscheinlich zu alt für den Rundfunkrat. Und ich weiß auch gar nicht, ob er Ambitionen hat.
 
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#11
Also wie erwartet eine SWR-interne Lösung. (Gniffke sitzt zwar seit dreizehn Jahren an einem NDR-Schreibtisch, ist aber meines Wissens bis heute formal SWR-Mitarbeiter.)

Hoffnung auf eine Erhöhung des Niveaus machen beide keine. Gniffke hat als Chefredakteur von ARD-Aktuell vor allem auf eine Vereinfachung der Sprache gesetzt, während inhaltlich die Tagesschau in ihrer Form erstarrt ist, zwar brav bei jedem Thema die Positionen der Parteien und Lobbyisten abzubilden, aber kaum eigene Recherche hinzuzufügen oder den politischen Mainstream herauszufordern. Schneider hat in verschiedenen Positionen, sie seit 2005 innehatte, eine erhebliche Ausdünnung der Inhalte zu verantworten, vor allem bei SWR4 BW, wo sie hauptsächlich zuständig war.

Wenn man man positivem sucht, so kann man Gniffke zurechnen, dass er die öffentliche Debatte über seine Arbeit nicht scheut, und Schneider ihre Bodenständigkeit. Vielleicht könnte Nachrichtenmann Gniffke den Zeitfunk im SWR endlich auf Vordermann bringen, der im SWR weitgehend msrginalisiert worden ist. Schneider dagegen hat sich in den letzten Jahren eher mit ihrem Fokus auf das Internet profiliert, wo sie mit den neuen, von den Zeitungsverlegern durchgesetzten Beschränkungen schnell an ihre Grenzen stoßen dürfte. Initiativen fürs lineare Programm erwarte ich von ihr nicht.
 
#12
Interessant: der Rundfunkrat will auch drei weitere Kandidaten anhören, die von der Findungskommission abgelehnt worden waren:

Clemens Bratzler, stellvertretender Landesdirektor BaWü

Andreas Cichowicz, NDR-Fernseh-Chefredakteur, aber gebürtiger Schwabe und bis 2000 beim SDR/SWR.

Jan Büttner, SWR-Verwaltungsdirektor

Gerade Andreas Cichowicz wäre eine interessante Wahl. Einer, der den Sender kennt, aber zur Entwicklung der letzten zwanzig Jahre genügend Abstand hat, und in seiner Position beim NDR durchaus gute Arbeit geleistet hat, wie der Rechercheverbund von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR bestätigt.
 
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#16
Jan Büttner hat seine Bewerbung zurückgezogen und zugleich in einem Brandbrief ausgeteilt. Das Gegeneinander der Standorte und der Direktoren habe in den letzten Jahren nicht ab-, sondern zugenommen, und die eingeforderte Trimedialität hat den organisatorischen Aufwand drastisch verschärft. Das kann man auch als Kritik an Kandidatin Stefanie Schneider verstehen.

Überhaupt scheint Gniffke derzeit die besseren Karten zu haben, auch weil sich Rheinland-Pfalz für ihn einsetze.

https://www.sueddeutsche.de/medien/suedwestrundfunk-stunk-beim-funk-1.4374075
 
#18
Ja, das ist wirklich sehr klischeehaft. Wie auch anderes merkwürdig ist, etwa wenn es heißt, dass für Stefanie Schneider spreche, dass sie eine Frau aus Baden-Württemberg sei.
 
#22
"Keiner?" Ohhh doch!
Offenbar werden die Intendanten-"Pöstchen" nach dem Peter-Prinzip besetzt:
'Neulich' das Beispiel beim WDR: Peterchen Schönenborn (WDR-Fernsehdirektor) hatte sich schon gefreut ... Tja, da musste doch erst noch Peterchen Buhrow vom NDR versorgt werden! ...
ALSO:
Als SWR-Überraschungs-Intendant haben diese ÖR-Peterchen-Netzwerker doch auch wi(e)der Schönenborn auf dem Zettel.
 
#23
Ärger um die SWR-Intendantenwahl
Das DLF-Medienmagazin Medias res hat heute 2019-03-21 über das Intendanten-Wahl-Chaos berichtet:
https://www.deutschlandfunk.de/medi...achhoeren.2907.de.html?dram:article_id=444253

Im Hinterstübchen wurde ausbaldowert: Wir machen das mal ganz demokratisch. Wir suchen so fünf 'geeignete' Kandidaten ... dann sieben wir, melden zwei Kandidaten zur Wahl ... spätestens im 2. Wahlgang ist dann der SWR-Kandidat gewählt.
Ein zweifelhaftes Verfahren. Hintergrund ist, dass nach dem Recht in den Ländern nur zwei Wahlgänge erlaubt sind. Weitere Wahlversuche dann erst nach sechs Wochen Bedenkzeit.
SO werden die Pöstchen zugeschustert: Einfach nicht mehr als zwei Kandidaten zur Wahl stellen!
 
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#24
Zumindest kommt es manchmal vor, dass bei der Wahl nicht der zuvor ausgeknobelte Kandidat gewinnt.

2011 beim MDR: die CDU Sachsen setzt durch, dass Bernd Hilder einziger Kandidat für die Nachfolge von Udo Reiter wird. Aber Hilder fällt im Rundfunkrat durch, und am Ende wird es Karola Wille.

2017 ein ähnliches Spiel beim Deutschlandradio. Es läuft alles auf Andreas-Peter Weber hinaus, aber die Wahl gewinnt Stefan Raue.

Tom Buhrow wurfe bei seiner ersten Wahl übrigens in einer offenen Wahl mit zwei anderen Kandidaten gewählt - Schönenborn war nicht darunter, dafür aber beispielsweise Radio-Bremen-Intendant Mezger.

Hintergrund ist, dass nach dem Recht in den Ländern nur zwei Wahlgänge erlaubt sind. Weitere Wahlversuche dann erst nach sechs Wochen Bedenkzeit.
SO werden die Pöstchen zugeschustert: Einfach nicht mehr als zwei Kandidaten zur Wahl stellen!
Das Argument, dass wegen der Sechs-,Wochen-Pause zwischen zwei Wahldurchgängen nur zwei Kandidaten zuzulassen sind, ist für mich nicht nachvollziehbar. Man lässt alle vier Kandidaten sich vorstellen im Rundfunkrat, samt Fragestunde, dann kommt der erste Wahlgang, hat dann niemand eine absolute Mehrheit gibt es einen zweiten Wahlgang zwischen den beiden stärksten Kandidaten, und scheitert der Kandidat, der dann die absolute Mehrheit insgesamt erreicht in einem der beiden Bundesländer, gibt es tatsächlich Klärungsbedarf.

Mir scheint, dass der Verwaltungsratsvorsitzende Hans-Albert Stechl, der seit sechsunddreißig Jahren (!) SWF-/SWR-Aufseher ist, und der die Einschränkung auf zwei Kandidaten durchsetzen möchte, unbedingt das Heft des Handeln behalten möchte. Offene Wahl? Hätten wir noch nie! Brauchen wir nicht! Ich weiß, wie der Hase läuft.
 
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#25
Dito: Das passt auch zu meinem Demokratieverständnis nicht. Zwei von fünf Kandidaten zur Intendantenwahl aussieben? - Nur um bei Scheitern im zweiten Wahlgang einen neuen Anlauf erst nach sechs Wochen Pause zu wagen? Krank.
 
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