Wer wird SPD-Vorsitzender?


#1
Jetzt spitzt sich ja langsam zu, wer künftig die SPD aus dem Sumpf heraus - oder endgültig in die Bedeutungslosigkeit führen darf. Am Samstag sollen die Mitglieder entschieden haben. Da ich selbst mehr als 20 Jahre Mitglied dieser Partei war, dann frustriert ausgetreten, lebt noch ein gewisses Interesse am Schicksal dieser ältesten deutschen Partei. Bin ich der einzige? Oder leiden hier noch welche mit? Oder sind schadenfroh? Oder ist ihnen egal? Eure Prognosen: Wer wird's werden - und ist das eine gute Lösung.
Ich komme selbst aus der Deckung: Ich fände das Borjans/Esken-Duo besser und richtiger - auch wenn es die GroKO, die Bundesregierung und damit die heile Scheinwelt ziemlich durcheinanderwirbeln würde. Ich fürchte aber, es läuft auf Scholz und Geywitz hinaus und damit auf den weiteren Abstieg der SPD in Richtung "Sonstige".
 
#2
Ich bin kein Sozialdemokrat, aber es tut schon weh, wie sich diese Partei selbst zu Grunde richtet. Die Linke kann die sozialdemokratische Lücke nur bedingt ausfüllen. Die Kandidatensuche war für mich eher abschreckend. Die Situation ist aber wirklich besch..., ein Platzen der GroKo würde die nationalsozialistische Opposition unnötig stärken.
 
#3
Ich würde, wenn es darum geht, die GroKo nicht platzen zu lassen, bestenfalls Scholz/Geywitz den Vorzug geben - in Ermangelung charismatischer Kandidaten. Es gibt SPD-weit keine, die Kompetenz, Rhetorik und Sympathie ihr Eigen nennen. Am Ende werden sich Scholz/Geywitz bis zum Ende der Legislaturperiode hinüberretten. Danach kann eigentlich nur Kühnert kommen.
 
#4
Egal wer es wird. Das Duo ist um den Vorsitz nicht zu beneiden. Das ist ungefähr so, als wenn man kurz nach Rammen des Eisbergs noch fragt, wer den gerne Käptn sein möchte. Ich erwarte von dieser Partei nichts mehr. Im Grund sind die längst hirntot und werden durch die GROKO noch irgendwie künstlich am Leben erhalten. Schade, früher habe ich mit der Partei von Brandt und Schmidt noch sympathisiert. Mittlerweile sehe ich da aber keinerlei Profil mehr. Das sehen Millionen andere wohl auch nicht mehr. Von daher wird die Parteil noch ein paar Jahre ihr Gnadenbrot essen dürfen, bevor es dann irgendwann ganz vorbei sein wird.
 
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#6
Das Ergebnis ist da: Team Olaf hat keine Mehrheit. Die GroKo wackelt. Soviel in Kürze. Es darf nun diskutiert werden.

Ich muss jetzt aber erstmal weiter, gleich kommt Fußball. :)
 
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#10
Sagen wir es mal so: Die ersten Statements nach der Verkündung des Ergebnises klangen schon deutlich zurückhaltender als noch im "Wahlkampf". Das mit dem vorzeitigen Ende der GroKo wäre daher wohl wirklich erstmal nur Spekulation. Witzig wäre es, wenn sie beim Bundesparteitag nächstes Wochenende keine Mehrheit als neue Vorsitzende bekommen würden. Für die Partei wäre das dann zwar der ultimative Super-Gau, aber viel mehr zu Bruch gehen kann bei der alten Tante SPD im Moment ja ohnehin nicht, weil kaum noch was da ist was zu Bruch gehen könnte.
 
#13
Dieses Thema kommt wirklich zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Ich sags mal wertneutral: Die SPD sollte sich schnellstmöglich zusammenraufen und ihre Differenzen klären, denn Neuwahlen kann ernsthaft keiner wollen, denn das würde die AFD noch stärker machen, und sowas muss unbedingt verhindert werden!
 
#14
Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich bleibe dabei das die AfD nicht mehr großartig zulegen wird. Die haben ihren Zenit erreicht. Entscheidend wäre, wer wen als mögliche Kanzlerkandidaten aufstellt. Und sowohl die SPD als auch die CDU dürften sich im klaren darüber sein, dass die sich im Gegensatz zu den letzten Wahlen deutlich unterscheiden müssen. Bei der CDU schießt sich da schon seit Monaten jemanden in Stellung. Und dieser jemand heißt nicht AKK. Die Grünen mit ihrer Allround-Allzweckwaffe Habeck spielen in dem Spiel auch noch mit. Und damit wäre klar, worauf es evtl. hinauslaufen könnte. Und besser so eine Lösung als noch weitere zwei "bleierne Jahre" mit der GroKo. Das kann sich dieses Land schlicht nicht leisten.
Allen die gestern zufällig das Kasperletheater bei Anne Will gesehen haben, dürfte klar sein, das diese GroKo nicht bis zum Ende der Legislatur durchhält. Eigentlich auch logisch. Wenn diese GroKo nicht platzt, kann die SPD endgültig einpacken. Und ich denke mal, dass man das auch in der Chefetage der SPD insgeheim sehr genau weiß.
 
#15
Nachdem das Flüchtlingsthema langsam durch ist, positioniert sich die AfD gerade perfekt gegen die "Öko-" und "Genderfaschisten" und alles, was dem armen konservativ eingestellten Autofahrer gerade auferlegt wird, und legt gerade nochmal eine Schicht drauf auf den gut bürgerlichen Schafspelz.. Die Autobauer kürzen demnächst 10000e von Stellen mit allen weiteren Folgen, die sich da noch ergeben werden, die Wirtschaft biegt allgemein gerade wieder Richtung Tal ab, das wird den Leuten nicht egal sein. Klima retten oder Arbeitsplätze/Wohlstand? Da stellt sich bald nur noch die Frage: Grüne oder AfD... Gerade für alle, die nur bis zur Landesgrenze denken, dürfte die Wahl klar sein. Ich bezweifle, dass die AfD den Zenit schon erreicht hat...
 
#16
Wie gesagt, das dürfte alles vom Agieren der beiden "Altparteien" in den kommenden Tagen/Wochen abhängen. Entweder es kommt jetzt ein deutliches Signal des Aufbruchs, sprich die beiden neuen SPD-Chefs legen richtig los bzw. Merkel dankt ab und AKK überläßt anderen den Parteivorsitz (,weil sie es ganz offensichtlich nicht kann,) inklusive Ende der Koalition. Oder es geht so weiter wie bisher. Dann könnte deine Befürchtung evtl. doch wahr werden. Hoffen wirs nicht! Das Ende der GroKo muss davon abgesehen ja noch nicht zwingend Neuwahlen bedeuten, auch wenn das zugegebenermaßen dann der sinnvollste Weg wäre.
 
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#17
Es kommt nur die Fortsetzung der GroKo oder bei Neuwahlen Schwarz-Grün infrage. Ist ja schön, wenn Meuthen regieren will. Die AfD hat zwar ihre Wähler. Sie liegen aber mit 13,14 Prozent auch nur auf SPD-Niveau. Also einfach mal den Ball flachhalten.

Die CDU muss sich nun selbst mehr bewegen. Einfach alles so lassen und auf den Koalitionsvertrag verweisen, zieht am Ende nicht. Ein "weiter so" will keiner. Ihr Wunschpartner FDP dümpelt nur dahin. Also ist die Union auch auf die SPD bzw. den Grünen angewiesen. Außer sie ändern ihre Meinung und machen gemeinsame Sachen mit der AfD. Letzteres wäre dann tatsächlich der Untergang.
 
#18
Das Klima-Thema ist ein ganz heißes Eisen. Es gibt Umfragen, denen zufolge dieses Thema den meisten Deutschen bereits zuviel wird, also zunehmend stark polarisiert.

Die Grünen fischen bereits alle ab, denen das Klima-Thema wichtig ist. Die AfD kann sich da mit ihrem Populismus ganz klar dagegen positionieren, das ist ein eindeutiger Vorteil gegenüber den Parteien der Mitte, die wieder irgendwie beide Lager bedienen müssen.

Wer sich erinnert: die AfD hatte schon mal ihren Zenit vermeintlich überschritten, und dann kamen 2015 die Flüchtlinge. Das Klima-Thema scheint sich zu einem vergleichbaren Aufreger zu entwickeln, der die Bevölkerung ähnlich spaltet...
 
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#19
Wer das Klimathema partei- und wahltaktisch analysiert, der hat schon verloren. Leider handelt es sich hier nämlich um etwas, was passiert, egal, was die Parteien davon halten. Und deshalb gibt es hier auch nur eines: Handeln!
 
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#20
Also was diese von den meisten Bürgern als unwichtig und nicht wählbar empfundene Partei für einen Raum in der Berichterstattung einnimmt, minutenlang und natürlich immer als allererstes, Leute wie Kühnert die gesellschaftlich null Relevanz haben und abgefeiert werden und dann die CDU als "Zwerg" beschimpfen - man könnte meinen die SPD wäre sowas wie in Bayern die CSU unter Strauß. Die reinste Großmannssucht.

Fakt ist doch mal dass die SPD in manchen Landesparlamenten nur noch einstellig vertreten ist. Was rechtfertigt bitteschön dass man in dieser epischen Breite über diesen sterbenden Schwan berichtet?

In Sachsen, Thüringen, BW, S-Anhalt oder sogar Bayern liegen die kapitalistischen Sozialdemokraten weit hinter der AFD. In Hessen gleichauf mit den Grünen (!). Diese Partei ist am Ende. Jahrelang hat man es versäumt sich auf seine Grundwerte zurückzu besinnen (Brandt-Witwe schämt sich für die SPD war letzte Woche eine Schlagzeile).

Mir egal, da ich die Roten nicht wählen muss und fairerweise muss man dazu sagen die CDU ist kaum besser. Aber sie hätten nach dem vorschnellen Absagen der erneuten Rolle als Diener und Hausdackel einer schwarz geführten Koalition unter einer starken Kanzlerin Merkel nicht eine 180 Grand Wende vollziehen dürfen. Das war der Genickbruch und alle die jetzt "Groko Aus" fordern sollten mal Moment in Sich gehen und überlegen wo sie 2017 ihr Kreuz gemacht haben.

SPD wählen heißt immer Zweitstimme CDU weil alle die in Frage kommen könnten wollen nicht mit den Sozis und die die wollen schließt man kategorisch aus(Linke). Alleine bekommt man mit 9 oder 11 Prozent eben nichts gebacken.

Was mich aber maßlos ärgert ist die völlig übertriebene Berichterstattung in den "unabhängigen" Medien die bei dieser Partei einen Rahmen einnimmt, der völlig dem gegenüber steht wclehe Rolle diese Partei heute in Deutschland innehat.

Die SPD hat drei Feinde der Partei, und die kommen alle aus den eigenen Reihen:
-Wichtigtuerei
-Bevormundung
-Duckmäusertum


Solang die Genossen das nicht abstellen werden sie immer weiter fallen und ich weiß jetzt schon wie das ausgehen wird: Erst ist man hinter der FDP und Linke, dann fliegt man aus den ersten Landtagen. Und alle stehen da und wundern sich und können überhaupt nicht verstehen wie ihnen als "große Volkspartei" das passieren konnte und warum keiner ihre Personalien mag und sich abwendet.

Und ja über die AFD wird auch viel zu viel berichtet über jeden Mist den die machen.
 
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#21
Was rechtfertigt bitteschön dass man in dieser epischen Breite über diesen sterbenden Schwan berichtet?
Einen Sinn für die historische Bedeutung und Rolle dieser Partei in der Geschichte Deutschlands scheinst Du nicht zu haben. Mathematik ist auch nicht Deine Stärke, denn sonst würdest Du merken, dass Parteien wie die FDP, die AfD und CSU in Summe (bundesweit und in vielen Ländern) noch deutlich hinter der SPD liegen, obwohl auch über sie in "epischer Breite" berichtet wird. Und von Journalismus verstehst Du schon gar nichts, denn dort wird entschieden, dass über diejenigen Parteien berichtet wird, bei denen gerade die spannendsten Dinge passieren.
 
#22
Super, vielen Dank fürde Aussage! Auf genau sowas habe ich gewartet: Die Historie. Schmidt und co. Diese Partei lebt nur von ihrer Vergangenheit. (Das hat sie im übrigen mit vielen Radiosender gemeinsam).

Das Problem dabei: Die wichtigen Errungenschaften (Arbeiterschutz, Gewerkschaften, Sozialreformen, usw.) liegen alle Jahrzehnte zurück!

Nachrichten orientieren sich (oder sollten es zumindest) übrigens in erster Linie an zwei Dingen: Aktualität und Relevanz. Beides nicht zu erkennen bei der SPD. Die Personalprobleme sind jahrealt, gesellschaftlich relevant ist sie schon lange nicht mehr.

Wie wäre es denn wenn man endlich mal was eigenes auf den Tisch legen würde anstatt seine angebliche Berechtigung und Existenzgrundlage immer nur damit zu begründen, dass man eben schon immer da war und früher auch mal tatsächlich was geleistet hat?

Diese Partei ist heute weder sozial, noch demokratisch ("auf die Fresse", "Pack"), hat nicht verstanden dass die Macht beim Wähler liegt ("geht vom Volke aus") und hat keine eigenen Ideen oder wenn dann geht man mit der CDU zusammen die alles auseinander nimmt bis nichts davon mehr übrig ist.

Die heutigen Personalien finden die Bürger überwiegend unsympathisch (Stegner, Oppermann, Nahles) aber ist eigentlich auch egal weil Schröder hat schon soviel kaputt gemacht in Kooperation mit einem gewissen Herr Hartz.

Jeder der heute Pfandflaschen sammelt bedankt sich im Stillen bei der "sozialdemokratischen " SPD (und bei Herr Trittin für das Dosen- und Einwegflaschenpfand, durch die Aufstockung von vorher 8 Cent für Bierflaschen aus Glas auf 25 Cent pro Dose und Plastikflasche fühlt sich jeder Obdachlose wie ein Millionär).

Auch das ist die Vergangenheit der SPD. Aber darüber redet heute keiner gerne. Der Abstieg der großen SPD hat mit der unsäglichen Agenda 2010 begonnen. Davon wird sich die Patei nie mehr erholen.
 
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#23
das Dosen- und Einwegflaschenpfand...
... ist keine Erfindung von SPD oder Grünen. Es ist vielmehr eine "Erfindung" der CDU unter Mitwirkung der damaligen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Herrn Klaus Töpfer bzw. Frau Angela Merkel.

Ansonsten ist meines Erachtens die SPD weder "sozial" noch "demokratisch"; die CDU ist aber auch nicht mehr "christlich" oder "demokratisch". "Volksparteien" wären sie gerne, aber sind sie bei den Wahlergebnissen nicht eher "Parteien ohne Volk".
 
#24
Nö, das Dosenpfand ist eine reine Trittin-Erfindung:

"Mit dem Dosenpfand wollte Jürgen Trittin als Umweltminister die Einwegflasche aus dem Handel drängen." (Spiegel 2015)

"Am 1. Januar 2003 trat in Deutschland das Einwegpfand in Kraft. Sein Vater, der damalige Umweltminister Jürgen Trittin, verband damit ein ehrbares Ziel. " (Welt, 2012)

"Als Großtat seiner Amtszeit führte der frühere Umweltminister Jürgen Trittin das Dosenpfand ein." (Rheinische Post 2014)

"Der (!!!) Einwegpfand wurde 2003 vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) eingeführt." (Hannoversche 2018)

"Die Kehrtwende, die „Mister Dosenpfand“, Jürgen Trittin, nicht geschafft hat" (FAZ 2012)

usw. Einzige gegenteilige Meldung stammt von der Tagesschau ;) Und alle anderen lügen??? :eek:

Hier die offizielle Meldung, Trittin wird gleich zu Beginn genannt und im 1. Absatz:
https://www.bmu.de/pressemitteilung/bundeskabinett-beschliesst-dosenpfand/


Übrigens blättere ich mich gerade so durch den Videotext und was lese ich da:

SPD will Agenda 2010 beenden - NDR Text Seite 183
Stegner nicht mehr in SPD-Vorstand - NDR Text Seite 139

Sind die Genossen vielleicht doch endlich lernfähig geworden?

Dazu passt auch folgende Meldung:

Immer mehr Alte essen bei Tafeln - ARD Text Seite 111

Vielen Dank liebe SPD, das ist alleine euer Verdienst! :mad:
 
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#25
SPD will Agenda 2010 beenden - NDR Text Seite 183
Stegner nicht mehr in SPD-Vorstand - NDR Text Seite 139

Sind die Genossen vielleicht doch endlich lernfähig geworden?

Dazu passt auch folgende Meldung:

Immer mehr Alte essen bei Tafeln - ARD Text Seite 111
Danke für die Infos. Aber wozu? Ich denke, über die SPD wird zuviel berichtet? Und jetzt nennst du auch noch die Quellen dazu. Scherzkeks.
 
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