Werbung kontra Hörer


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#1
Privatradios leben von der Werbung. Leider ist es jedoch so, dass die Werbewirtschaft auf der einen Seite dem Hörer auf der anderen Seite gegenüber steht. Die Werbung möchte viele junge Hörer erreichen (14 - 49jährige), weil diese leicht beeinflußbar in der Meinungsbildung und flexibel im Kaufverhalten sind. Alles soweit schön und gut. Leute über 50 Jahre, die gern auch mal einen Schlager im Radio hören wollen und viele junge Fans und Freunde deutscher Schlager, bleiben oftmals musikalisch unversorgt auf der Strecke. Aber auch diese Hörerzielgruppen sind doch für die Werbung attraktiv. Senioren verfügen beispielsweise über mehr finanzielle Mittel als Jugendliche, bedingt durch enorme Jugendarbeitslosigkeit.

Viele Politiker fordern mehr deutsche Musik im Radio. Sogar ein Gesetz nach französischem Vorbild ist im Gespräch. Was kann man in diesem Fall noch tun? Wo kann man sich noch hin wenden?
 
#2
Wende Dich an Gott und bitte ihn darum, dass die werbetreibende Wirtschaft die werberelevante Zielgruppe neudefiniert.

Es berät Dich gerne Dein örtlicher Pfarrer. Ihn findest Du ganz in Deiner Nähe in einem großen Haus mit Glockenturm und Kreuz an der Wand, sagt die Jasemine
 
#5
Liebe Jasemine, Du raubst uns hier noch unsere letzten Träume. Was Du hier so schreibst ist einfach nur zynisch, kaltschnäuzig und arrogant. Glückwunsch, damit triffst Du den Nagel auf den Kopf.

Zum Thema: Die Zielgruppe "bis 49" ist so eine Richtschnur. Ist ja nicht gesagt dass die 50+ nur Schlager hören wollen. SWR 1 zum Beispiel trifft den Geschmack der meisten 55jährigen besser als SWR 4. Wir reden bei 50 bis 60jährigen von Leuten, die ihre Jugend in den 60ern verbracht haben. In spätestens 5 bis 10 Jahren wird die Grenze nicht mehr haltbar sein und ersetzt werden.

In den USA gibt es übrigens aus das "AS - Adult Standarts" Format, dass sich an die ältere Zielgruppe wendet, sogar "MYL - Music of Your Life" mit den Schlagern der 20er, 30er und 40er. Kein Scherz!
 
#6
Ich verstehe hierbei nicht ganz, wo das Problem liegen soll. Die Schlagerfreunde werden doch eigentlich von der ARD bedient, huwoohooo. Liegt das Problem darin, daß es "nur" die ARD ist und nicht der private Rundfunk, der auf Grundlage des dualen Systems im Rahmen der Sicherstellung der Vielfalt und...? Dann träumt mal schön weiter.
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
#7
Sogar die Fernseh-Programme der ARD und das ZDF bringen doch tagtäglich zu besten Sendezeit Schlager und Volksmusik, so what?
Musik für unter 50jährige dagegen meist nur nachts.

In Rheinland-Pfalz gibt es sogar SWR 4 UND RPR 2!

Wo aber gibt es terrestrische Rock-, Oldie-, oder R&B-Sender? Nur an einigen wenigen Standorten.
 
#8
Die Omma spart, damit sie dem Enkel was vereben kann und kauft sich selbst gelegentlich mal eine Iglo-Gemüsepfanne oder macht ´ne Kaffeefahrt.

Und der Enkel kloppt dann das Erbe für DVD-Player, MP3-Player und X-Box auf´n Kopf.

Was willst´n Du jetzt lieber verkaufen?
 

RayShapes

Gesperrter Benutzer
#9
aus der Berliner Morgenpost vom 07.12.2003:

Die Großeltern aller Schnäppchen
Senioren-Models wie Christel Peters, Harrison Ford und Sean Connery erobern weltweit die Werbebranche
Von Rosel Greinwald

Hannover - Vorbei die Zeiten als nur junge Menschen in den Werbespots vorkamen. Die Werbebranche hat weltweit die Senioren als Models entdeckt. Mit der alten Dame Christel Peters als "die Mutter aller Schnäppchen" wird deutschlandweit gerade offensiv in Zeitungen und im Fernsehen geworben. "Früher haben Firmen übertrieben junge Leute genommen, um Produkte für Ältere zu bewerben", sagt Gianfranco Walsh vom Lehrstuhl für Marketing II der Universität Hannover. Alte Menschen seien noch vor wenigen Jahren in der Werbung oft als gebrechlich bis debil dargestellt worden und hätten lediglich für Produkte wie Gebiss-Haftcreme geworben. Das habe sich grundlegend geändert.
"Statistisch gesehen haben die über 70-Jährigen gefolgt von den 60- bis 65-Jährigen das höchste verfügbare Nettoeinkommen", sagt Walsh. Es gebe verschiedene Erhebungen in den vergangenen Jahren, dass die Senioren eine vernachlässigte und höchst attraktive Zielgruppe der Werbung seien. Bei Reisen etwa gehörten die Älteren zu den wichtigsten Kunden. "Wer hat Zeit und Geld dazu, um im Winter für vier bis acht Wochen in den Süden zu reisen?", fragt der Marketing-Experte.
Ältere Schauspieler wie Sean Connery oder Harrison Ford machen jetzt Werbung für Tee oder für ein Auto, sagt Walsh. Nach den Marketing-Theorien könne man in der Werbung eher eine emotionale Beziehung zu Menschen der eigenen Altersgruppe aufbauen. Auffällig sei jetzt zum Beispiel eine Autowerbung mit einem eher unattraktiven älteren Mann und einer auffallend attraktiven jungen Frau. Hier werde offenbar der Zielgruppe der älteren, betuchten Herren signalisiert, dass schöne Frauen in ein schönes Auto einsteigen. Viele ältere Menschen haben offenbar den Trend der Werbung erkannt und bewerben sich als Seniorenmodels. "Wir haben hier einen großen Zustrom von Bewerbern. Aber wir haben noch nicht genügend Aufträge für alle", sagt Elfriede Zonta vom Künstlerdienst des Arbeitsamtes Stuttgart.
Vor allem im Pharmabereich und in der Bausparwerbung seien Seniorenmodels gefragt. "Der Endverbraucher sollte sich mit der Werbung identifizieren können", sagt die Leiterin der Model-Abteilung. Die Senioren seien ein zahlungskräftiges Publikum und ein Markt, der im Kommen sei.
"Bei Modenschauen sind die Models meist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Zuschauerinnen sind aber ab 40 Jahren aufwärts. Es wird oft bemängelt, dass die vorgeführte Konfektionsgröße nicht die der Besucherinnen ist", sagte Zonta. Eines der erfolgreichsten Seniorenmodels in ihrer Kartei sei die 85jährige Kitty Seitz. "Ich mache Werbung für Kaffee, Betten, Mittel gegen Sodbrennen, Sprudel oder Seife", sagt Seitz. Sie habe bis zum 68. Lebensjahr in ihrem Herrenausstattungsgeschäft gearbeitet und dann mit dem Modeln angefangen. Sie setze sich für ehrliche Werbung ein.
"Wenn ich dahinter stehen kann, dann mach' ich's", sagt sie. Sie sei 1,70 Meter groß, wiege 65 Kilo und mache regelmäßig Gymnastik. "Ich kann auch morgens in den Spiegel gucken", betont die alte Dame selbstbewusst.
 
#10
RCD: "Die Omma spart, damit sie dem Enkel was vereben kann und kauft sich selbst gelegentlich mal eine Iglo-Gemüsepfanne oder macht ´ne Kaffeefahrt.
Und der Enkel kloppt dann das Erbe für DVD-Player, MP3-Player und X-Box auf´n Kopf.

Was willst´n Du jetzt lieber verkaufen?"


Das Klischee.
 
#11
Ich sehe zwei Trends:

1. Die künftigen älteren Generationen haben nicht die Entbehrungen zweier Weltkriege durchgemacht. Sie sind aktiv in ihrer Freizeit, konsumieren gerne, sie nehmen sogar an Fun-Events teil, die früher nur Teenagern vorbehalten waren.

Diese übermäßig rüstigen und langlebigen Rentner, die Udo Jürgens schon in den 70ern vorweg genommen hat, wirken heute vielleicht noch komisch, werden aber bald der Normalfall sein.

2. Das Markenbewusstsein, von dem die Werbung lebt, schwindet und macht der Einsicht platz, dass das Aldi-Waschmittel genausogut saubermacht wie das doppelt so teure Ariel.

Da diese Trends von großen Teilen der Werbeindustrie ausgeblendet werden, frage ich mich, wann mal das böse Erwachen kommt.
 
#13
moin, moin,

@ jasemine.

ich bin vor jahren aus der kirche ausgetreten.
was soll ich tun? mir war das viele, viele geld einfach zu schade. und da man zwar nicht aus der gez , aber aus der kirche austreten kann, habe ich dies getan.
das soll nicht heißen das ich ungläubig bin.
ich bin wahrscheinlich nur halt etwas geldgieriger als gläubig.

liebt er mich jetzt deswegen weniger?
meine kinder gehen (bzw. die groß geht jetzt in eine evangelische schule) übrigens in einen evangelischen kindergarten.
werde ich so ein besserer mensch?

und wenn nicht, wie komme ich in den himmel, obwohl ich hier - ob der postings - bald hörner kriege?


@ the rest of the fest.
ihr mögt alle recht haben.
und in amiland gibt es auch noch ganz andere formate.

nur bedenkt eines:
wir können hier soviel argumentieren wie wir wollen, unsere werbeindustrie sieht das alles ganz anders.
leider.
auch ich wäre für mehr vielfalt (halt formatradio wie es im ursprung gedacht ist), aber ich schaffe es nicht die werbekunden in ihrem denken umzupolen.
und seid versichert: ich habe schon unzählige gespräche mit denen hinter mir... ;)

also, geht in diesem fall tatsächlich lieber in die kirche und betet (das wollte die liebe jasemine ausdrücken).
vielleicht bringt das ja tatsächlich einen sinneswandel bei der industrie und den werbeagenturen.
denn dann wäre endlich der weg frei für alle möglichen formate.
eure postings werden es jedenfalls nicht schaffen. zumindest so lange ihr HIER postet.
probiert es alternativ mal in einem forum für werbekunden oder agenturen.

ich persönlich würde mir übrigens einen all-time-die ärzte-sender wünschen.
so mit nur die ärzte und deren hammer-geiler-musik, interviews und überhaupt.
und morgen will ich dann einen all-time-metallica sender eröffnen.

so, ich gehe jetzt eine kerze spenden.
nicht für mich, sondern für jasemine und für eine bessere welt.
 
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