Zeitplan UKW-Abschaltung?


#1
Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Gibt es eigentlich einen aktuellen Zeitplan zur UKW-Abschaltung in Deutschland? Ist da schon 2025 mit zu rechnen oder erst 2030?

Grüße!

Matthias
 
#2
Es gibt keinen Zeitplan und keine gesetzlichen Vorgaben.
Nur die KEF gesteht den Landesrundfunkanstalten lt. Ankündigung ab 2028 nur noch soviel Geld für die terrestrische Programmverbreitung zu, wie für den Betrieb eines DAB-Netzes notwendig ist. Bis 2028 wird immer weniger Geld für die UKW-Verbreitung zur Verfügung gestellt, ab 2028 dann gar keines mehr. So lautet der Plan. Der sicherlich wieder über den Haufen geworfen wird!
Ich bin mir sogar ziemlich sicher, daß es bei den Privaten gar keine UKW-Abschaltung geben wird, bei den Öffis hängt das vom Geld der KEF ab.
 
#4
Ich bin ja nun nicht gerade als DAB+ Fan bekannt, weil ich mit dem Magerbitraten-Geraffel nichts anfangen kann. Aber wenn das Auto auch mit DAB+ zu haben ist für einen erträglichen Aufpreis, würde ich das mitnehmen. Wozu? Um DLF und DLF Kultur z.B. nahezu bundesweit zu bekommen und nicht nur abwechselnd eines der beiden Programme bzw. immer nur alle paar 10 km bei der Vorbeifahrt an einer größeren Stadt, also im Empfangsbereich der dortigen Funzel. Oder um z.B. MDR Aktuell im MDR-Gebiet flächendeckend zu bekommen und eben nicht nur an den Funzelstandorten. Oder willst Du nur in Berlin herumfahren? Dann empfände ich Bayern 2, so es im Mux bleiben sollte, als absolutes Kaufargument.

Ein Fall aus meinem Freundeskreis: absoluter Radiofreak und bei der ARD arbeitend. DAB+ im Werksradio des neuen Autos. Aber kein Navi im Werksradio drin. Navi nutzt er separat ein Tomtom am Saugnapf. Weil er da flexibel bleibt, während die Werks-Navis ggf. nach wenigen Jahren keine Updates mehr bekommen und dann ist das ganze Audiosystem obsolet. Mir fehlt dazu die Erfahrung, aber sollte man vielleicht mal auf Relevanz für die eigene Kaufentscheidung prüfen.

Fürs Auto nicht interessant, aber für UKW: in diesem Jahr wird Vodafone / Kabel Deutschland UKW im Kabelnetz einstellen. Und in Bayern und Sachsen dürfen ab 2019 keine UKW-Signale mehr in Kabelnetzen verbreitet werden, in Bayern betrifft das formal sogar Hausantennenanlagen bei mehr als 10 Wohneinheiten. Es geht also schon los.
 
#5
Denk an den Wiederverkaufswert des Autos in 6-7 Jahren! Mit DAB an Bord dürfte der steigen.
Wenn das Auto aber sowieso keinen Schnickschnack hat und einen normalen 1 DIN-Schacht, kann der nächste Besitzer natürlich leicht ein DAB-Radio nachrüsten. Wenn aber nicht, hast Du nur halb so viele potentielle Autokäufer und der Wert sinkt. Genau wie jetzt bei den Dieselfahrzeugen, die auf einmal keiner mehr haben will.
 
#6
Gibt es das noch, einen 1-HE-DIN-Schacht für das Radio? Inzwischen sind doch wohl alle Autos irgendwie proprietär ausgestattet und vernetzt. Selbst der olle Renault meines besten Schulfreundes hatte im 1-DIN-Werksradio kein Display mehr, sondern nutzte eine Anzeige zwischen den Armaturen. Da konnte freilich trotzdem unter Verlust dieser Anzeige ein normales Radio eingebaut werden (mit Zubehör-Rahmen), weil er USB wollte und nicht Kassette. Das ist aber auch schon mehr als 10 Jahre her.

Ich muss so naiv fragen, weil ich kein Auto besitze und aus einer nicht-Autofahrer-Familie stamme.
 
#7
Genau wie jetzt bei den Dieselfahrzeugen, die auf einmal keiner mehr haben will.
Genau das ist der entscheidende Satz.

Daher, auch wenn das hier ein Radioforum ist, kurz die ganze Geschichte: Ich habe 2014 ein Dieselfahrzeug (Jahreswagen) eines bekannten deutschen Autoherstellers gekauft, dessen Hauptsitz direkt an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover liegt. Ein Jahr später stellte sich dann heraus, dass diese Firma nicht nur ganz tolle Ingenieure und Werker am Fließband hat, sondern auch sehr erfindungsreiche Programmierer. Dadurch kam eine ganze Antriebsform in Verruf, und es drohen gerichtliche und politische Fahrverbote in deutschen Innenstädten (auch wenn das eine mit dem anderen nur teilweise etwas zu tun hat). Mal abgesehen davon, dass mein Euro-5-Fahrzeug wohl nicht direkt von den Manipulationen betroffen ist, so wird es auf jeden Fall von künftigen Fahrverboten betroffen sein. Es galt also, einen Plan zu ersinnen, wie man am besten auf eine Antriebsform umsteigt, die etwas zukunftssicherer ist.

Vollelektrik ist noch nichts für mich. Fahrzeuge zu klein, Reichweite zu gering, auf Langstrecken zu viel Nachladen nötig. Ansonsten finde ich Elektroautos toll. Plugin-Hybride sind für mich nur eine Mogelpackung, weil ich damit nur auf dem kleinsten Teil meiner Kilometer besser werden würde, und den größten Teil der Kilometer als Direkteinspritzer-Benziner ohne Ottopartikelfilter fahren würde. Für reine Benziner gilt das Gleiche. LPG-Nachrüstungen finde ich nicht gut, weil das auch nur ein Abfallprodukt aus der Raffinerie ist und die Leute das eigentlich nur machen, weil sie billiger Auto fahren wollen.

Somit bin ich nun nach langer Überlegung bei einem Mittelklasse-Kombi mit CNG-Antrieb eines deutschen Premium-Herstellers gelandet, dessen Hauptsitz direkt an der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und München liegt. Der gehört zwar zu dem oben genannten Konzern und hat ebenfalls Dieselmotoren eingebaut, die auf dem Prinzip "List und Tücke" basieren, aber wenn es danach geht, haben vermutlich alle anderen auch irgendwelchen Dreck am Stecken bzw. sich nur nicht erwischen lassen.

Von besagtem Erdgasfahrzeug gibt es noch nicht unendlich viele auf dem Markt der jungen Gebrauchten, und bei denen ist es ohnehin schon schwierig, für mich passende Ausstattungskombinationen zu finden. Und sich dann noch mit dem Händler auf eine vertretbare Zuzahlung bei Abgabe des oben genannten Fahrzeuges zu einigen. Und da sind derzeit nur Fahrzeuge zu bekommen, bei denen der Besteller kein Häkchen bei "DAB+" gesetzt hat. Aber wenn es irgendwann mal nötig ist, dann kann man einen kleinen DAB+-Empfänger nachrüsten oder einfach eine Internetradioverbindung aufbauen. Das wird dann aber wohl erst den Nachnutzer betreffen. Den finde ich ohnehin nur im Kreis der Erdgasfahrer. Dieser Kreis scheint aber tendenziell größer zu werden, weil immer mehr Leute merken, dass das eine sinnige Alternative zur Elektromobilität ist, und man damit in der Ökobilanz erheblich besser wird als mit Diesel oder Benzin. Einfach abwarten wollte ich auch nicht, denn wenn tatsächlich konkrete Fahrverbote kommen, wird der Wert meines Euro-5-Diesels noch weiter in den Keller rutschen, und außerdem wollte ich jetzt nach der langen Zeit das Thema gerne vom Tisch haben.

Soweit nun also dieser kleine Exkurs.

Matthias
 
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#9
Gut, dann fahre ich meinen Erdgas-A4 bis 2024... :)

Matthias (hat im Februar einen ohne DAB+ genommen und jetzt schon 10.000 umweltfreundliche Kilometer zurückgelegt)
 
#10
Während das Deutschlandradio schon mit der UKW-Abschaltung 2025 plant, rechnet Antenne-Bayern-Geschäftsführer Karlheinz Hörhammer damit, dass UKW noch für 15-20 Jahre der wesentliche Übertragungsweg für Radio bleibt. Gut, das ist einerseits wenig überraschend, dass der (Noch-)Chef eines UKW-Platzhirschen gerne an UKW festhalten möchte. Andererseits aber doch, da die Person Hörhammer selbst vor über zwanzig Jahren das noch ganz anders sah.

Ich weiß nicht, wann die UKW-Abschaltung tatsächlich stattfinden wird. Aber zumindest ist es eine wichtige Erinnerung an die, die meinen, dass man innerhalb des UKW-Systems keine Korrekturen mehr vornehmen müsse, da sich dies auf dem letzten Kilometer ohnehin nicht mehr lohne.
 
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#11
Mal eine andere Frage, warum fingen die Radiosender überhaupt damals damit an ihr Programm ins Internet zu übertragen? Das war doch bestimmt Anfangs nur ein Gimmick. der kleine Lokalsender in der großen, weiten Welt.
 
#15
Ein weiterer Grund ist, dass so gut wie kein Smartphone, und erst recht kein Tablet, mehr ein UKW-Empfangsteil hat. Wer also mobil Radio hören will, der kann das nur via IP-Übertragung machen.
 
#16
Ein weiterer Grund ist, dass so gut wie kein Smartphone, und erst recht kein Tablet, mehr ein UKW-Empfangsteil hat. Wer also mobil Radio hören will, der kann das nur via IP-Übertragung machen.
Praktisch alle Smartphones, sie ich kenne, auch neue, haben einen UKW-Empfänger. Das Problem ist eher, dass der Empfang zu mies ist. Ich selbst nutzen auf dem Smartphone praktisch ausschließlich Podcast, da habe ich unterbrechungsfreien "Empfang", nutze digitale "Komfortfunktionen" wie Vor- und Zurückspulen, und verbrauche keine mobilen Daten.
 
#18
Ist das tatsächlich so? Ich bin in der Smartphone-Bronzezeit (also nicht etwa in der Steinzeit) stehengeblieben – weil mein Pre-Android-Smartphone einfach nicht aufhören will zu funktionieren. Immerhin hat es mit dem zugehörigen Headset auch eine UKW-Antenne an der Miniklinkenbuchse und „kann“ Radio. Aktuelle Smartphones können das nicht?
 
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#19
Apples Eifones beispielsweise haben seit mindestens 2 Generationen keine Klinkenbuchse mehr, man setzt voll und ganz auf Bluetooth für den Kopfhörer.
Ich habe ein vergleichseweise museales Gerät (iPhone 4s), und wüsste nicht wie ich damit Radio empfangen können soll. Auch beim Vorgänger habe ich diese Funktion nicht finden können.
Mag sein dass die Hardware das kann, das Betriebssystem kann es nicht.
 
#20
Apples Eifones beispielsweise haben seit mindestens 2 Generationen keine Klinkenbuchse mehr, man setzt voll und ganz auf Bluetooth für den Kopfhörer.
Ich habe ein vergleichseweise museales Gerät (iPhone 4s), und wüsste nicht wie ich damit Radio empfangen können soll. Auch beim Vorgänger habe ich diese Funktion nicht finden können.
Mag sein dass die Hardware das kann, das Betriebssystem kann es nicht.
Ich nutze auch die Geräte mit dem angebissenen Obst und würde mal meinen, dass der Hersteller definitiv nichts einbaut, was nicht genutzt wird. Also schätze ich, da ist kein UKW Tuner drin. Warum auch? Apple arbeitet extrem gewinnmaximierend, der User soll doch die Apple eigenen Musikdienste nutzen und kein (UKW) Radio hören, das lässt sich quasi zurück spinnen bis zu den ersten iPods, mit denen itunes ins Leben gerufen wurde.

Ich schätze Tuner in Smartphones gehören zu eine aussterbenden Spezies und mit der immer besseren Intenetverfügbarkeit und der damit ständigen Verfügbarkeit der Streamingdienste, die immer die Musik raus suchen die einem gefällt, wird die Radio (UKW und DAB) Nutzung (nicht nur) am Smartphone weiter rapide abnehmen. Bei dem Angebot was der Rundfunk so hat, kann ich das auch durchaus nachvollziehen aber das wird jetzt total OT.
 
#23
Auch wenn ich selbst in Teilen von einigen Apfelprodukten überzeugt bin und sie gern nutze - es gibt auch soviel hahnebüchenen Sch..ß, und die Produktpolitik kann man als (bald ehemaliger) professioneller Benutzer (Laptop) nur verfluchen. Geräte fast komplett ohne Schnittstellen? Wtf?
(OT Ende).
 
#24
Na, da kann ich ja froh sein, noch so ein total veraltetes Nokia-Smartphone zu besitzen. Für dieses Gerät gibt es sogar ein offizielles DAB(+)-Headset (und die passende App dazu), das aber mittlerweile kaum noch zu bekommen ist. Den Kauf habe irgendwie verpasst, weil mir das damals nicht so wichtig war. Das UKW-Headset funktioniert aber immer noch bestens.

Mit Apfelcomputern musste ich eine Zeitlang in Zeitungsredaktionen arbeiten. Im Vergleich zu meinem damaligen Heim-PC waren das furchtbar lahme, unflexible Kisten mit eingebauten Minibildschirmen und Aufrüstungen oder Hardware-Erweiterungen unmöglich.
 
#25
Okay, also Deine Apfelerfahrungen scheinen ja aus den frühern 90ern zu sein - sind aber erstaunlicherweise bei einigen Geräten zum Teil wieder gültig:
"Keine Hardware-Erweiterungen möglich" gibt's seit 2012 für teures Geld zu kaufen (verklebte Akkus, verlöteter RAM, proprietäre SSD), allerdings diesmal in schnell und mit besserem Bildschirm.
 
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