100 Jahre BBC


CosmicKaizer

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In diesem Jahr feiert die BBC 100jähriges Jubiläum. Am 18. Oktober 1922 startete die älteste noch sendende Rundfunkstation der Welt ihren regulären Radio-Sendebetrieb.
Auf https://www.bbc.co.uk/historyofthebbc/bbc-100/ gibt es eine umfangreiche Online-Ausstellung. Dieses Jubiläum kann leider nicht ungetrübt gefeiert werden - einerseits auf Grund der Pandemie. Schlimmer ist jedoch der Druck, der durch Boris Johnson und seine Regierung ausgeübt wird.
 

s.matze

Gesperrter Benutzer
Die BBC verfolgt derzeit eine merkwürdige Strategie - weg vom Radio, mehr online. Gerade in diesen Zeiten von Internetzensur wäre die unabhängige Berichterstattung für Russland und Ukraine über den terrestrischen Empfang dringend erforderlich, jedoch werden fast alle (auch die kürzlich erst neu ins Leben gerufenen) Kurzwellensendungen für Osteuropa mit dem Wechsel auf den Sommersendeplan heute Nacht beendet.

Es ist geradezu erschreckend, was da noch übrig bleibt in Form von klassischem Broadcast: Tägl. vier Stunden unter der Woche, 2x zwei Stunden am Wochenende. Dabei sahen die Pläne aus London (https://www.theguardian.com/media/2011/feb/17/bbc-world-service-short-wave) für dieses Szenario eigentlich vor, in diesen Kriegstagen den englischsprachigen World Service nahezu rund um die Uhr Richtung Russland/Ukraine zu senden.

Stattdessen werden 4 Millionen Britische Pfund (oder knapp 5 Mio. €) aus dem "Nothaushalt" in die Online-Angebote in russischer und ukrainischer Sprache gesteckt - die die Menschen im Abgeschotteten Russland und auf der Flucht nach Westeuropa im Zweifelsfalle gar nicht erreichen.
 
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listenerXL

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Die BBC verfolgt derzeit eine merkwürdige Strategie - weg vom Radio, mehr online. Gerade in diesen Zeiten von Internetzensur wäre die unabhängige Berichterstattung für Russland und Ukraine über den terrestrischen Empfang dringend erforderlich, jedoch werden fast alle (auch die kürzlich erst neu ins Leben gerufenen) Kurzwellensendungen für Osteuropa mit dem Wechsel auf den Sommersendeplan heute Nacht beendet.

Die BBC hat nur das gemacht, was überall an der Tagesordnung ist. Deutsche Welle, Radio Netherlands, Radio Sweden, Radio Canada usw. - alle haben ihre Kurzwellenprogramme gestoppt oder erheblich reduziert. Warum? Weil heute kaum noch jemand Kurzwelle hört. Es sei denn, es herrscht Krise oder Krieg, wie eben in der Ukraine, und die mittlerweile üblichen Übertragungswege über das Internet funktionieren nicht mehr.

Es geht aber auch um Inhalte. Heute kann im Grund (fast) jeder per Internet (fast) jeden nationalen Sender hören, und das auch noch im letzten Erdenwinkel. Die Auslandsdienste der staatlichen Sender waren auch immer eine Art Schaufenster für Aktuelles und Kulturelles aus dem Land des jeweiligen Senders.

Das geht heute aber qualitativ viel besser per Internet, indem man sich direkt die nationalen Programme (BBC Radio 4 oder Live, France-Inter usw.) anhört.
 

Radiofan1

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Die BBC verfolgt derzeit eine merkwürdige Strategie - weg vom Radio, mehr online. Gerade in diesen Zeiten von Internetzensur wäre die unabhängige Berichterstattung für Russland und Ukraine über den terrestrischen Empfang dringend erforderlich, jedoch werden fast alle (auch die kürzlich erst neu ins Leben gerufenen) Kurzwellensendungen für Osteuropa mit dem Wechsel auf den Sommersendeplan heute Nacht beendet.
Wirklich merkwürdig ist da meiner Meinng nach wenig. BBC auf KW und zwar der 24h Dienst wurde ja schon sehr lange abgeschalten, ich meine vor mehr als 10 Jahren mit Sicherheit.

BBC Radio 5 sendet immer noch via MW und BBC Radio 4 immer noch auf LW, - gut, beide werden die Ukraine und Russland nicht meher erreichen, aber dennoch.

Ich zweifle auch darann, dass heute noch viele Russen und Ukrainer KW Radios besitzen. Da helfen auch diese wenige Stunden wenig, die BBC WS auf KW aufgeschaltet wurde. Gute Radios, etwa von Sangean etwa sind 250 Euro und mehr, der Normalverbraucher wird dies nicht haben, - und schon gar nicht in Zeiten des Internets.

Und weite Teile der Ukraine wird wahrscheinlich noch Internet haben, so nicht in den Kampfgebieten, und die Russen werden via VPN schon wissen wie sie Sperren umgehen.
 
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