30 Jahre mdr


Funker

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An das letzte MDR Life erinnert am ehesten das heutige MDR Thüringen.
In der Tat. Als Wessi habe ich MDR Life und die Anfänge von Jump (FM) nur bei diversen Berlinfahrten erlebt, aber Life war in jedem Fall älter positioniert als Jump - man erinnere sich nur an die "Oldieshow" und die "Oldies im Zweierpack".

Ansonsten war MDR Life schon 1992 ein Kulturschock, wenn man als hr3-sozialisierter Hörer durch die neuen Bundesländer fuhr und die dortige ÖR-Popwelle einschaltete.
In gewisser Weise war der MDR damit Vorreiter, denn was rund 20 Jahre später bei hr3 passierte, steht dem damaligen Flachfunk aus Mitteldeutschland in nichts nach.
 
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lg74

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Spannend für mich als Technikinteressierten auch die Aussage, MDR Live sei damals in Gera am besten auf 89,8 empfangbar gewesen, also vom Sender Geyer bei Chemnitz aus.

Oberhalb Gera auf der Anhöhe hat man mit 14-Element-DDR-Antenne

Bad Blankenburg 14-Element UKW-Antenne.jpg

bei Ausrichtung auf die jeweiligen Senderstandorte aktuell folgende Pegel

89,8 Geyer 83 dBµV
90,4 Wiederau ("Leipzig", Postname war "Groitzsch") 74 dBµV
100,9 Ronneburg 100 dBµV
101,2 Schöneck 73 dBµV

Das ist gemessen, nicht "gerechnet". Mit einer Körner 9.2 bekommt man aus Wiederau den gleichen Pegel, Geyer weiß ich (noch) nicht.

Zum Vergleich: Ochsenkopf (97 km Entfernung) geht am gleichen Standort oberhalb des Elstertales auf gleichem 20-Meter-Mast mit ca. 59 dBµV an der 14-Element-Antenne bei den 100-kW-Frequenzen.


Messwerte aus dem Tal mit der Stadt unter realen "Normalbedingungen" (UKW-Wurfdipol, je einmal in Ost-West- und einmal in Nord-Süd-Richtung gespannt, angegeben ist der höhere Pegelwert):

89,8 Geyer 40 dBµV
90,4 Wiederau 32 dBµV
100,9 Ronneburg 53 dBµV
101,2 Schöneck 40 dBµV

Messung 10/2015 im Freien auf ca. 3 Meter über Grund.


Wann ging denn der Sender Ronneburg auf 100,9 MHz auf Sendung?

Der Senderstandort Ronneburg startete am Anfang Dezember 1992 in den Probebetrieb - zumindest mit dem MDR-Fernsehen Thüringen-Regionalisierung. Ostthüringen hatte bis dahin nur Zugang zur Sachsen-Regionalisierung, da zu DDR-Zeiten die Füllsender an Geyer bzw. Wiederau hingen, lief ja überall das gleiche. Thüringer GNS wären Blessberg oder Inselsberg gewesen - viel zu weit weg.


Hier der MDR eine Woche vor dem Start 11/1992 zu diesem Thema:


Darin:

0:19 - die einstige Stasi-Kantine in Gera mit dem TV-Studio, aus dem damals das Thüringen Journal und weiteres vom MDR-Fernsehen kam

0:25 - Blick von Südwesten auf Gera

0:42 - typische Antennen auf den Häusern (Band I vertikal für Ochsenkopf), und zwar hier:
https://www.bing.com/maps?osid=8575...12.072783&lvl=20&style=g&v=2&sV=2&form=S00027

1:24 - Blick aus dem Hofwiesenpark zum Sender Stadtwald.

1:30 - keine Antennengemeinschaft, sondern der Standort Gera-Stadtwald im damaligen Zustand (Füllsender).

1:33 - im Sendergebäude Gera-Stadtwald zu Bundespost-Zeiten.

1:45 - diese Kopfstelle - in Vorwendezeit-Vollausstattung, hatten wir oben mit den beiden UKW-Antennen, terrestrisch deutlich reduziert.

1:50 - nochmal Gera-Stadtwald.


Ob der Hörfunk (97,8 MDR Thüringen, 100,9 MDR Life, 103,9 MDR Kultur) da von Anfang an mit dabei war, weiß ich nicht. Für MDR Thüringen Radio galt das gleiche wie für TV: kaum Empfang in Ostthüringen. Nächste GNS waren Blessberg oder Inselsberg, 88 bzw. 111 km entfernt - und falsche Regios. Ostthüringen lief über eine mini-UKW-Anlage am Mittelwellenstandort Weida. Diesen Standort gibt es schon ewig nicht mehr:


Kann sogar gut sein, dass die 97,8 von Weida bis nach 1989/90 nur mono war. Sie wurde dann nach Ronneburg umgehängt und mit weitaus höherer Leistung betrieben.


Hier der Antennentausch am Standort Ronneburg im Sommer 2019:


Der Film hat was makaberes: genau dieses Team von TSN verunglückte eine Woche später beim Errichten einer DAB-Antenne für den MDR am hr-Standort Hoher Meißner mit genau dieser Gondel tödlich.
 

lg74

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Böse Zungen behaupten Junge mitteldeutsche Patrioten... (wegen des ersten schwarz-rot-goldenen mdr-Logos und der heutigen politischen Lage im Sendegebiet)
Ich gehe auch davon aus, dass die biederen, rein auf Unterhaltung getrimmten MDR-Massenwellen mit ihrer völligen Ausblendung von allem, was nicht "Mainstream" war, einen Anteil an der heutigen Situation haben. In Thüringen entwickelt sich gerade etwas, das für Deutschland eine neuerliche Wende bedeuten könnte. Und das ist ganz klar keine "Naturkatastrophe", die über das Land kommt. Das ist Volkswille, zutiefst in der Region verankert und jahrzehntelange offizielle Ignoranz gegenüber der Entwicklung und Demütigung derer, die die Entwicklung benannt haben, hats auch nicht unbedingt besser gemacht.

In gewisser Weise war der MDR damit Vorreiter, denn was rund 20 Jahre später bei hr3 passierte, steht dem damaligen Flachfunk aus Mitteldeutschland in nichts nach.
Der MDR hat wohl insgesamt die Boulevardisierung und den inhaltlichen Niedergang des ARD-Hörfunks eingeläutet. Ich erinnere mich an ein Großplakat in Jena, wohl 1992. Text sinngemäß: "MDR Kultur - das Programm nicht nur für Anspruchsvolle".

"Westempfang" blieb damals neben dem DLF der einzige Zugang zu qualitativ hochwertigem Hörfunk. Letztlich hat sich daran bis heute nur insofern etwas geändert, als dass man auch bei den "Westprogrammen" massive Verluste zu verzeichnen hat, siehe z.B. hr3.
 
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TORZ.

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"Westempfang" blieb damals neben dem DLF der einzige Zugang zu qualitativ hochwertigem Hörfunk.
Ja, in Thüringen schon. In Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts gab es dann ja auch noch die Möglichkeit, den ORB zu hören, welcher so weit ich weiß doch auch ziemlich hochwertige Programme bot und das heute als RBB zu einem gewissen Grad ja immer noch tut, zumindest liegen zwischen einem MDR Jump und einem Radio Eins ja Welten.
Das finde ich im Übrigen ziemlich interessant, dass sich die beiden ab 1992 neuen Rundfunkanstalten im Osten so unterschiedlich positioniert und in der Folge entwickelt haben.
 
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lg74

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Das finde ich im Übrigen ziemlich interessant, dass sich die beiden ab 1992 neuen Rundfunkanstalten im Osten so unterschiedlich positioniert und in der Folge entwickelt haben.
Zum einen muss man sich dazu anschauen, woher die Spitze der jeweiligen Anstalten kam.

Dann muss man sich anschauen, wer in den Ländern damals regierte. Das bildet ja die formale Wählermehrheit ab und damit ein Stück weit auch die Mentalität im Land.

Zum anderen war Berlin immer schon bunter und offener als die Provinzen (sorry, aber war so).

Zum dritten kamen viele, die in der unmittelbaren "Wendezeit" 1990/91 im Osten spannendes, vielfältiges Radio machten, aus Berlin und blieben dann auch meist dort.

Dazu auch das hier: der WDR gedenkt im "Zeitzeichen" der ersten Gründung des MDR im Jahre 1924 und arbeitet sich durch die Geschichte der Anstalt. ARD-Anstalt über ARD-Anstalt. Hörenswert.
 

Funker

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Das finde ich im Übrigen ziemlich interessant, dass sich die beiden ab 1992 neuen Rundfunkanstalten im Osten so unterschiedlich positioniert und in der Folge entwickelt haben.
Die Intendanten Reiter und Rosenbauer kamen beide aus dem Westen, aber in Brandenburg regiert(e) seit 1990 durchgehend die SPD.
Und der von Rosenbauer geleitete ORB hatte in der Union alsbald den Ruf des "Rotfunks", während der vom CDU-nahen Udo Reiter geleitete MDR ganz klar "schwarz" war.
Siehe auch https://www.tagesspiegel.de/berlin/rache-an-rosenbauer-1039288.html
 

TORZ.

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in der unmittelbaren "Wendezeit" 1990/91 im Osten spannendes, vielfältiges Radio
Das bringt mich wiederum auf etwas:
Mitschnitte der "Provisorien" zwischen Radio DDR und den neuen ARD-Anstalten sind ja offenbar eine ziemliche Rarität, zumindest, wenn man mal von DT 64 absieht. Bisher konnte ich nur je anderthalb Stunden von Radio Aktuell, dem Deutschlandsender Kultur, dem Berliner Rundfunk und Radio Sachsen-Anhalt auftreiben können, sowie eine dreiviertelstunde von Thüringen 1 (gab es eigentlich jemals ein Thüringen 2) und Sachsen 1.
Gab es denn damals echt so wenige, die damals erkannten, dass man es hier mit einer (radiotechnischen" Ausnahmesituation zu tun hatte und entsprechend dokumentierten? Ein Hobbyfreund von mir sagte neulich auf die Frage, warum er denn damals nichts aufgenommen habe (zumindest die Nalepastraßenprogramme und Thüringen 1 hätte er bei sich in Marburg aufnehmen können und hörte seinerzeit auch regelmäßig zu), meinte er, dass ihm damals viel zu spät bewusst geworden war, dass das alles am 01.01.1992 ein jähes Ende finden werde. Von den Protesten und dem Bangen rund um DT 64 hatte er natürlich gehört, aber diese gedankliche Verbindung, dass den anderen Ostsendern ein ähnliches Schicksal blühen könnte, war damals irgendwie nicht da.
Falls also irgendjemand noch was von diesen Übergangssendern rumliegen haben sollte, wäre ich daran sehr interessiert, auch und gerade an Aufnahmen der frühen Antenne Brandenburg oder der Programme von Radio Mecklenburg-Vorpommern, denn davon habe ich bis jetzt rein gar nichts.
 
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RadioHead

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(gab es eigentlich jemals ein Thüringen 2)

Nein. Nur Sachsen 2 und 3 und die RMV-Ferienwelle. Aber Radio Sachsen-Anhalt und der Landessender Brandenburg hatten nie weitere Programme. Der Sender schrieb sich Thüringen Eins und übernahm abends ab 19 Uhr hr4.

Ich habe die Wendesender so Mai/Juni 1991 kurz auf Klassenfahrt im Sendegebiet (hessische Seite irgendwo bei Fulda) gehört. Erinnerung: In "Tendenz Hard bis Heavy" lief "Walls Of Jericho" von Helloween. Außerdem hatte ein "Hobbyfreund" (wie du es nennst) eine Hütte bei Eschwege und eine fette Antenne. Da konnte ich 1994/95 bißchen MDR & Private Thüringen und Sachsen-Anhalt hören, vor dem Satellite und dem Internet und bevor ich 1999-2002 selbst im Sendegebiet wohnte und mich dann mehr auf Sachsen konzentrierte, weil ich alles andere (Niedersachsen, NRW) ja vorher schon gehört habe. Sachsen war damals ganz neu für mich, deshalb habe ich da dann auch mein erstes Radiopraktikum gemacht. Außerdem habe ich mich in Leipzig im Vergleich zu Erfurt endlich wieder großstädtisch gefühlt (wie in Frankfurt), Erfurt war für mich gefühlt nur Dorf.
 
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lg74

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Ich kenne von den Übergangsprogrammen auch weitgehend nur kurze Schnipsel, teils via Mittelwelle aufgenommen. Ob in den Archiven von MDR und RBB was liegt?

Es geht noch weiter: von ORB Radio Brandenburg, diesem genialen Programm, das am 1.1.1992 startete und im Sommer 1997 für RadioEins geopfert wurde, findet sich auch fast nichts. Ich habe die beklemmende und auf mich hochgradig Fremdschäm-triggernd wirkende letzte Sendung von Lutz Bertram auf DAT. Ich habe einen Konzertmitschnitt (Gundermann + Silly im Lindenpark Potsdam) auf DAT - das wars. Sowas wie "Save the Tapes"-Gründlichkeit gab es da wohl nicht. Leider. Gerade von RaBra wäre ein kompletter Tag, eigentlich eher eine komplette Woche verdammt wertvoll.

Der Sendestart von MDR Kultur am 1.1.1992 ist ja seit einiger Zeit auf Youtube. Da ist das Ende des Vorgängerprogramms Sachsen 3 mit verewigt:

 
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lg74

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Und der von Rosenbauer geleitete ORB hatte in der Union alsbald den Ruf des "Rotfunks", während der vom CDU-nahen Udo Reiter geleitete MDR ganz klar "schwarz" war.
Ich finde immer wieder faszinierend, wie politische Ausrichtungen mit programminhaltlichen Ausrichtungen korrelieren. Oder besser: wie bestimmte programminhaltliche Ausrichtungen auf bestimmte politische Grundhaltungen zurückgführt werden.

Haben wir ja nebenan im FM4-Thread gerade: Humanismus und anspruchsvolles Wort sind "links-intelektuell".

1992 nannte die Junge Union die Hörerschaft von DT64 "jugendliche Randgruppen und Sektierer":


Nein, ich kann mich nicht wundern über das, was heute in einigen Teilen Mitteldeutschlands abläuft.
 

Adolar

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@TORZ. Ich bin da vermutlich nicht untypisch. Ich habe damals relativ viele Radiosendungen auch per Timer aufgenommen. Aber nur, um sie zeitversetzt "nachzuhören". Anschließend wurden die Kassetten für neue Aufnahmen "überschrieben". Kassetten (besonders die 120er) waren ja nicht sooo billig, eine praktikable digitale Sicherungsoption bestand nicht.
 
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RadioHead

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Naja, wie überall gab es auch da verschiedene Preisklassen. Es gab Ferro, das waren die billigsten. Dann gab es Chrom Extra, Chrom Super und Chrom Maximal, letztere war für CD. Bei BASF hießen die genau so, andere Hersteller wie Sony, Maxell oder TDK hatten irgendwelche kryptischen Abkürzungen (UX, UX-S oder so), aber jeder hat ein Pendant in jeder Preisklasse gehabt. Und dann gab es vor allem 60er, 90er und 120. Vor letzteren ist eh abgeraten worden, weil das Band so / zu dünn sein soll, deshalb habe ich die auch nie gekauft. Ich hatte mal total viel (vor allem Chrom Extra 90), aber ich habe nur Musik aufgenommen, keine Moderation. Haut mich dafür... (auch dafür, dass die Tapes längst im Müll sind)
 

lg74

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Krass. Ballert der einfach mal ne 22 Jahre alte Aufnahme in guter (ARD-)Qualität raus.
Die hier wird bald 29 Jahre alt...

Der "Life-Radioreport" ist natürlich gekürzt, wird aber immerhin vom legendären Manfred Hegewald gesprochen.

(Ob man in näherer Zukunft die Aufmärsche, die derzeit massiv am Wachsen sind, auch als "Helden"-Dingsda und "gegen das Regime" bezeichnen werden muss, wenn man dann politisch konform sein will?)
 

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  • MDR LIFE 09.10.1993.mp3
    4,9 MB

Sieber

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während der vom CDU-nahen Udo Reiter geleitete MDR ganz klar "schwarz" war.
Der war CSU.
CDU affin war der dann zwangsläufig, da die DSU -ich meine zum Glück- keinen Tritt fassen konnte.
Und wenn man sich die ersten paar Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt und Thüringen so anschaut, kriegt man im Nachhinein noch das Grausen. Beim Reiter und dem Műhlfenzel aber auch. Auch so gut wie alle bei der Treuhand.
 
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Cha

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Das bringt mich wiederum auf etwas:
Mitschnitte der "Provisorien" zwischen Radio DDR und den neuen ARD-Anstalten sind ja offenbar eine ziemliche Rarität, zumindest, wenn man mal von DT 64 absieht. Bisher konnte ich nur je anderthalb Stunden von Radio Aktuell, dem Deutschlandsender Kultur, dem Berliner Rundfunk und Radio Sachsen-Anhalt auftreiben können, sowie eine dreiviertelstunde von Thüringen 1 (gab es eigentlich jemals ein Thüringen 2) und Sachsen 1.
Besonders Sachsen 3 als Jugendprogramm würden mich Mitschnitte interessieren, aber da dieses nur 5 Stunden am Tag für gerade einmal rund 5 Monate sendete, dürfte eine Aufnahme davon fast schon einem Sechser im Lotto gleichen. Außer auf Wikipedia findet man quasi nichts darüber.

Den 45min Mitschnitt von Sachsen 1 (20.05.1991) hab ich übrigens auch in meinem Archiv, weiß aber gar nicht mehr, von welcher Website der stammt. Wäre interessant zu wissen wo und auf welcher Frequenz das aufgenommen wurde, da im Wetterbericht das Signal einbricht und im Hintergrund ein "SWF1 Partybox" Ident zum Vorschein kommt.
 

TORZ.

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Also, der Mitschnitt kommt von Achim Brückner. Der hatte mal eine ganze Menge Mitschnitte von 1991 öffentlich zugänglich, bis der Link dann hier auftauchte und in der Folge (zugegebenermaßen auch durch mich in meiner unbedarften Art) weiterverbreitet wurde. Seitdem kommt man nur noch mit Login an die Mitschnitte ran.
Die SWF-1-Ansage ist allerdings keine ID als solche, sondern stammt aus der Programmübersicht für den SWF, ging also auf allen SWF-Programmen so über den Sender. In Anbetracht der Tatsache, dass hier auch immer mal wieder damals aktuelle Popmusik durchschlägt, nehme ich mal an, dass es sich um SWF 3 handelt. Und da kommt eigentlich nur die 92,8 MHz in Frage, also Geyer gegen Bad Marienberg.
Nun scheint Geyer ein Troposignal zu sein und SWF 3 könnte ein eigentlich ständig auf dieser Frequenz empfangbarer Sender sein, der eben nur durch Tropo weggedrückt wurde. Das habe ich hier in Marburg zum Beispiel auch schon mal erlebt, eines denkwürdigen Tages im Oktober 2016. Allerdings würde ich nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass der Mitschnitt aus meiner Gegend stammt. Bei Tropo passiert ja so manches, was man bis zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich hielt.
 
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Funker

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Der war CSU.
CDU affin war der dann zwangsläufig, da die DSU -ich meine zum Glück- keinen Tritt fassen konnte.
Klar, als BR-Hörfunkdirektor in den 80ern war er CSU-Spezl.
Zu deinen sonstigen Ausführungen: volle Zustimmung. Zum Abrisskommando des DDR-Rundfunks und den geistigen Vätern des MDR gehörte neben Mühlfenzl übrigens auch noch ein gewisser Roland Tichy.

Ich gehe auch davon aus, dass die biederen, rein auf Unterhaltung getrimmten MDR-Massenwellen mit ihrer völligen Ausblendung von allem, was nicht "Mainstream" war, einen Anteil an der heutigen Situation haben.
Ein interessanter Punkt, der allerdings über das Thema dieses Fadens hinausgeht:
Hatten die Programme von ORB/RBB und MDR einen signifikanten Anteil am Wahlverhalten der Bürger in ihrem Sendegebiet? Oder wird die Bedeutung des ÖR-Rundfunks in diesem Zusammenhang überschätzt?

In Brandenburg kamen rechte und rechtsextreme Parteien jedenfalls seit den 90ern auf ihre besten Ergebnisse überhaupt, trotz ORB/RBB und Berliner Speckgürtel: Die DVU hat zweimal den Einzug in den Landtag geschafft, die NPD sitzt in vielen Brandenburger Kreistagen und die AfD ist im Land stärker als in M-V oder Sachsen-Anhalt.
Andererseits hat die SPD dort seit 1990 jede Landtagswahl klar gewonnen, während in Sachsen und Thüringen (vor Ramelow) immer die CDU das Rennen gemacht hat.
 
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