AKG K240 auf Ramschniveau herabgestuft


Südfunk 3

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Cavemaen

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... es fehlt noch der Ersatz-Akkupack, die Ledertasche, 'n Haufen Mikrofonkabel, DSP, Mikro-Angel, Mikroport-Set, diverse Mikrofone (MD421, KMR-82+Zeppelin), Ersatzbänder, Intercom, ggf. noch Kabeltrommel(n), ect. da waren am Set 12,-kg nichts!

Darüber können die "Digitalisten" nur noch lächeln....

R.
 

lg74

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Dagegen mein geliebter Beyer DT 531: zum beinahe vollständigen Zerlegen braucht man nur ein einziges "Werkzeug": ein Obstmesser, mit dem man die Ohrpolster aushebelt. Alles andere ist klick-klack von Hand erledigt. Nur die Schieber des Kopfbandes erfordern noch einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher, falls man da nach vielen Jahren ran musste. Das Kabel musste ich nun kürzen, weil es am Eintritt steif geworden war. War aber kein Problem. Die Polster kann man mehrmals durch Waschen regenerieren. Leider wird nach 20 Jahren der Kunststoff der Gehäuse spröde und es gibt keinen Ersatz mehr. Irgendwann bald muss also ein DT 880 oder sowas her...
...und das ist soeben passiert, weils den DT 531 nun weitgehend komplett zerbröselt hat: ein DT 880 Edition ist hier angekommen. Da, wo ich mich derzeit aufhalte, ist nix mit "hingehen und anhören", also Versand.

Vorher hatte ich recherchiert. Der DT 531 hat 250 Ohm, den 880er gibt es auch in einer 250-Ohm-Variante. Der DT 531 hat laut Daten auf dem Karton 95 dB SPL, der DT 880 Edition hat laut Datenblatt 96 dB Kennschalldruck - ersterer nach IEC 268-7, letzterer nach EN 60 268-7 gemessen. Also jeweils Bezug auf 1 mW Leistung, oder etwa nicht?

Auch an meinen "Mobilgeräten" spielte der 531er ausreichend laut, heißt: am Kopfhörerausgang des Laptops und an meinem Handheld-Recorder. Wenn der 531er das tut, sollte es der 880er mit 1 dB mehr Kennschalldruck bei 1 mW Leistung und gleicher Impedanz auch können - soweit die Theorie.

Dann wäre da noch die Frage zu beantworten gewesen, welcher aktuelle Beyer es denn besser tut als Nachfolger des offenen 531: der halboffene 880 Edition oder der offene 990 Edition.

Endlos recherchiert, unter anderem das hier von 2003 gefunden:


Daraus:

DT531 v DT770
The DT531 is a lot lighter and more comfortable, doesn’t burn the scalp. The DT770 has more deep bass and bass impact, but also this colours the midrange and makes it sound dark and muddy; the highs on the DT770 are unrefined in comparison. And although DT770 has a larger soundstage, the DT531 sounds superior in almost every respect by virtue of being a lot more balanced.

DT531 v DT880
The DT531 is more comfortable as it is lighter and doesn’t cause scalp burn. The DT880 has more deep bass, brighter highs, a much bigger soundstage, greater dynamics, smoother overall sound and more detail than the DT531. The DT880 however, lacks bass impact (without something like an RKV anyway), and the musicality of the DT531 eludes the DT880, which sounds too much like a collection of individual sounds in comparison. On some equipment, the DT880 can sound a bit metallic compared to the DT531.

DT531 v DT990
The DT990 is much like the DT770 but sounds more open, slightly less bassy and thus less muddy. This is a closer match, but on my equipment it sounds unnatural and fatiguing, the DT531 still sounds the superior headphone to my ears. Comfort issues of the DT990 much the same as DT770.


Nun sind das nicht die "Edition"-Modelle, sondern das, was es 2003 halt gab. Aber beim Lesen wurde klar: der 880er sollte am besten hinkommen.

Nun isser hier, in der aktuellen "Edition"-Variante.

Ich war gerade am Schneiden eines Livekonzerts am Laptop - prima, machen wir doch gleich da weiter, wo wir gerade sind.

Doch ach... der 880er ist so leise, dass ich einen Vorverstärker bräuchte. Und er klang im ersten Moment wie "mono".

Also ab an eine Stereoanlage mit einer CD. Einmal querbeet. Dort gibt es natürlich genug Power am Kopfhörerausgang. Auch dort muss ich weiter aufdrehen als beim DT 531.

Der klangliche Eindruck vom 880 Edition: deutlich "enger" als der 531, fast "giftige" Höhen verglichen zum 531 (ok, das dürfte Gewöhnung sein, gut möglich, dass der 531er da zu wenig präsent ist), aber irgendwie trotz der (für mich) sehr scharfen Höhen seltsam "topfig". Irgendwie wie der Kopfhörer der "haudrauf"-Klasse, der einst in der hiesigen Müller-Drogerie-Filiale am CD-Abhörtresen Verwendung fand. Der war auch von Beyerdynamic, aber eher die Klasse "nimmt man im Panzer".

Sogar der extrem leise und "dünne" AKG K-240 DF gefällt mir besser, viel besser. Selbst am Laptop, wo er mit seinen 600 Ohm keine Chance hat, wirkt er angenehmer. An der Stereoanlage erst recht.

Das Konzert schneide ich momentan also mit dem zerfallen 531er weiter.

Höre ich mit dem 880 Edition nun weiter und versuche, mich mich dran zu gewöhnen? Nicht gewöhnen werde ich mich an den zu niedrigen Ausgangspegel am Laptop. Das wäre wohl mit der 32-Ohm-Variante zu umgehen, die ich nicht genommen habe, weil der 531er laut genug ist und laut Datenblatt sogar 1 dB weniger Schalldruck bei gleichem Verstärkerpegel liefern soll.

Oder nehme ich die 5 Fusseln von den Polstern, poliere die Fingerabdrücke weg, versenke alles wieder im Karton und retourniere? Sowas mache ich höchst ungern, obwohl es mir rechtlich gesehen zusteht. Ich finde so etwas schon leicht "asozial".

Ich bin gerade sehr verstört ob des völlig unerwarteten Ergebnisses. Hatte angesichts des deutlich höheren Preises, des gleichen Herstellers und der vergleichenden Rezension was völlig anderes erwartet.

Sch... bitte eine Zeitmaschine zum 3.4.2000 in die Brinkmann-Filiale, in der ich den DT 531 für 149 DM kaufte - ziemlich genau der halbe Preis des DT 880 Edition. Und dann halt noch einen oder gleich zwei davon kaufen.

Ich bin eine Mischung aus schockiert, verwirrt und sauer.

Nächster Kopfhörer dann definitiv vor Ort mit Anhören. Im direkten Vergleich zum DT 531 - so der bis dahin nicht restlos zerfallen ist.

Kann mir jemand mit Kenntnis des DT 531 dafür etwas empfehlen?
 
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lg74

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DT 531 und DT 880 Edition in der mir vorliegenden Version sind mit je 250 Ohm angegeben.

Nachmessen kann ich heute Abend am 531er. Am 880er werde ich erstmal nicht messen.
 

muted

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Spricht etwas gegen den DT 990 Pro? Ich habe dieses Exemplar in der 250 Ohm-Variante und er ist sowohl direkt am Laptop als auch am Audiointerface von Focusrite und selbst am Handy (Samsung) "laut genug" (könnte sogar noch lauter). Dabei drückt er auch bei längerem Hören nicht zu stark bzw. unangenehm (ist ja auch kein geschlossenes System).

Den DT 770 kenne ich noch von vor ~20 Jahren. Vom Tragekomfort her fand ich diese Kopfhörer damals grausam und vom Klang her unrund (mag aber generell geschlossene Kopfhörer nicht so gerne). Auch ein damaliges AKG-Modell mit Lederpolstern konnte mich nicht überzeugen. Habe dann damals zu einem (gebrauchten) Sennheiser HD545 Reference gegriffen, bis auch dessen Bügel in seine Einzelteile zerbrach und sich die Muscheln auflösten (und diverse Anschlussleitungen wegen Kabelbruch ersetzt werden mussten).
 
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lg74

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Der 990 Pro soll laut Beyerdynamic identisch dem DT 990 Edition sein, nur dass er Wendelkabel hat und höheren Anpressdruck. Der 990 ist nach Beyerdynamic-eigener Beschreibung (und auch nach Rezensionen) mit ausgepägter Bass- und Höhenanhebung versehen. Den 531 hielt ich gefühlsmäßig für nicht "wesensverwandt" zur Beschreibung des 990er Sounds, auch die oben verlinkte und zitierte rezension kommt zur Aussage, dass der 880 mehr dem 531 entsprechen würde. Also entschied ich mich für den 880 Edition, der mit "neutral, entspannt, tiefer aber schlanker Bass, transparent" beschrieben wird seitens Beyerdynamic.

War wohl ein Fehlgriff, denn es passt absolut nicht zu dem Klangbild, das ich gewohnt bin. Und ich oppe schon zwischen 2 Wohnorten und 2 Kopfhörern hin und her - beide sind total unterschiedlich, der AKG K280 Parabolic ist wesentlich weniger "bassig" und brillant als der Beyer 531. Mit beiden komme ich klar, an beide gwöhne ich mich jeweils in wenigen Sekunden um. Aber der 880er... nee, bislang werde ich damit nicht warm.

Wird wohl zurück gehen. Danach gehts, wenn ich wieder am anderen Wohnort bin, zu nem vor-Ort-Händler, den 990er anhören.
 
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