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ARD Meinungsumfragen - Deine Meinung zählt

radioo

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Habe gerade einen Spot auf rbb 88.8 gehört, der dazu aufruft, seine Meinung kundzutun. Unter https://1.ard.de/deinemeinung kann man da wohl mitmachen.

Ich find es blöd, dass man im Grunde nur dann eine Meinung übermitteln kann, nachdem man sich dort erst wieder registrieren muss. Da hab ich schon gar keinen Bock mehr. Einfach so mal sich beteiligen geht offenbar kaum noch. Man könnte doch auch einen Chat anbieten oder ne Telefonhotline. Die Art der Aufmachung grenzt somit schonmal Leute aus, die für Teilhabe an dieser gesellschaftlichen Debatte, zu der die ARD um Beteiligung bittet, sich nicht erst irgenwo registrieren wollen. Finde ich uncool. Und weil das Thema gerade Gerechtigkeit ist. Das ist ungerecht.

Aber davon abgesehen, wäre es in diesem Fall ohnehin eine Scheindebatte, weil sicherlich die Wenigsten sagen werden, ja, ich zahle gerne mehr. Jeder sieht sich benachteiligt, weil die Kosten überall steigen und so spielt man dann Menschen gegeneinander aus. Was soll den bei der Fragestellung rauskommen? Da hat jeder ne eigene Sicht, aber um es zu verändern müsste man Richtung Lösung diskutieren und zwar mit den politisch Verantwortlichen. Aber die wissen auch, wie schwer es ist, Reformen sinnvoll durchzusetzen. Nicht umsonst ist die Lage wie sie ist, weil die Wähler korrekte Entscheidungen nicht goutieren würden. Deshalb wird immer lieber gemeckert und zunehmend AfD gewählt, in der Hoffnung, der Kelch geht an einem vorüber. Aber dass wir als Gesellschaft daran mit Schuld sind, dass die Lage ist, wie sie ist, kommt vermutlich den Wenigsten in den Sinn und wahrhaben will man schmerzliche Einschnitte ohnehin nicht.

Anhang anzeigen Gerechtigkeit888.mp3
 
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Die Registrierung an sich ist zur Vermeidung von einer Flut von extremen Krakelern eigentlich nicht schlecht.

Was viel auffälliger und bedenklicher ist, dass diese Umfrage offenbar von einem externen Dienstleister technisch durchgeführt wird. Die Firma in der Internetadresse hat sich aber bereits vor 6 Jahren umbenannt. Beim Klick auf "Impressum" auf der Umfrageseite landet man aber plötzlich auf der Seite des mdr. Ist diese Umleitung überhaupt zulässig?
Auch mit etwas Suchaufwand ist völlig unklar, welchen Weg die eingegebenen Daten nehmen. Landen die jetzt erst einmal in Kanada, dem Hauptsitz des Dienstleisters, oder bleiben sie irgendwie in Europa, da die Firma wohl auch Büros in UK, Frankreich und München hat. Das ist mir alles viel zu ominös, um mich weitergehend damit zu befassen.
 
Das ist ja eine wahre Glanzleistung des rbb bzw von 88.8. Man macht eine Umfrage zum Programm und verlinkt auf der sendereigenen Homepage zu einer Seite, auf der es ausschließlich um das mdr-Sendegebiet geht, was dort auch klar geschrieben steht "Für MDRfragt ist es wichtig, dass Sie in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen wohnen. Wer in Norddeutschland wohnt, kann sich gern bei unseren Kolleginnen und Kollegen von #NDRfragt einbringen. In Hessen gibt's mit HR FRAGT ebenfalls ein Meinungsbarometer für Interessierte." Da fällt einem nichts mehr zu ein.

Was viel auffälliger und bedenklicher ist, dass diese Umfrage offenbar von einem externen Dienstleister technisch durchgeführt wird. Die Firma in der Internetadresse hat sich aber bereits vor 6 Jahren umbenannt.
Es handelt sich hier um den deutschen Ableger von Alida mit Sitz in München. "Interessant" dürfte lediglich eine Zahl sein, die sich hier etwa in der Mitte zufällig findet und der Umstand, dass das Ganze laut Link ausschließlich für den mdr erstellt wurde...
 
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Das ist ja eine wahre Glanzleistung des rbb bzw von 88.8.
Es ist also bereits zu viel verlangt, dass man die Hörer einfach nur mit dem Programm bespielt, man muss sie zusätzlich noch verarschen ("rbb 88.8 als Teil der ARD möchte wissen, was Sie bewegt"). Ich würde mich sehr wundern, wenn irgendein Entscheider von 88.8 das geforderte Prozedere selbst durchgespielt hat oder dass es durch die berühmte rbb-Rechtsabteilung geprüft wurde.

Ich sehe gerade bildlich vor mir, wie den 88.8-Oberen wöchentlich die Mappe mit sämtlichen Meinungsäußerungen, die über diese Landingpage eingegangen sind, reingereicht wird.
 
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Und ums mal noch zu konkretisieren: Es findet sich in der gesamten ARD kein pfiffiger IT'ler der senderübergreifend ein kleines Umfragetool programmieren kann? Dafür gibt allein der mdr (siehe Link in #3) über 371.000 Euro aus? NDR und hr mutmaßlich ähnliche Summen? Da kann man sich doch nur noch an den Kopf fassen.
 
Das ZDF hat ein ähnliches Umfrageportal, bei dem ich kurzzeitig mal angemeldet war. „Extreme Krakeler“ (d. h. Menschen mit abweichender Meinung) wie meine Wenigkeit hatten dort allein deswegen schon keine Chance, weil die Themen- und Antwortauswahl so gestaltet war, dass sie eigentlich nur dazu diente, die Programmmacher in ihrer Meinung und ihren Vorhaben nur noch weiter zu bestätigen (eine Kolumne auf DWDL.de spricht dann auch von gelenkter Markforschung – das trifft es sehr gut). Offene Fragen oder Kommentarfelder sind dort jedenfalls Fehlanzeige und ich kann mir kaum vorstellen, dass das bei der ARD anders aussieht. Viele der Befragungen hatten mit dem eigentlichen Programm auch nur eher am Rande zu tun.

Wenn ich sehe, wie selektiv auf der rbb-Homepage Kommentare freigeschaltet werden, um ein bestimmtes Meinungsbild unter den Lesern zu suggerieren, würde ich mal behaupten, dass man an der ehrlichen Meinung der Zuschauer sowieso nicht interessiert ist. Von X haben sich die meisten Rundfunkanstalten und Redaktionen ja auch schon zurückgezogen, weil die inhaltliche Kritik am Programm (a.k.a. „Hasskommentare“) zu heftig ist.
 
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Ja, offenbar sucht der kleine, skandalbebeutelte rbb Jubelunterstützung: "Wie hohl!" ...
Dazu eine Analyse, welch Hohn das ist:
Mit dem rechtlichen Kniff, umlabeln der leistungsbezogenen GEZ-Gebühr zu einer Abgabe, den Rundfunkbeitrag, macht sich der ÖR einen schlanken Fuß: Die Abgabe wird zwangsweise eingezogen; ein Leistungsnachweis entfällt. Klar, dass das Vertrauen schwindet: "Ist der ÖRR nicht ein Pensions-Sicherungs-Verein mit angegliedertem Sendebetrieb?"

PS

Gerade zum Thema passend ein Talk auf Phoenix

Link:

www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/die-diskussion/medientage-mitteldeutschl-a-5187842.html
 
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weil die Themen- und Antwortauswahl so gestaltet war, dass sie eigentlich nur dazu diente, die Programmmacher in ihrer Meinung und ihren Vorhaben nur noch weiter zu bestätigen (eine Kolumne auf DWDL.de spricht dann auch von gelenkter Markforschung – das trifft es sehr gut). Offene Fragen oder Kommentarfelder sind dort jedenfalls Fehlanzeige
Ist ja fast wie bei der MA.:D
 
Und ums mal noch zu konkretisieren: Es findet sich in der gesamten ARD kein pfiffiger IT'ler der senderübergreifend ein kleines Umfragetool programmieren kann? Dafür gibt allein der mdr (siehe Link in #3) über 371.000 Euro aus? NDR und hr mutmaßlich ähnliche Summen? Da kann man sich doch nur noch an den Kopf fassen.
Genau das habe ich auch gedacht, als ich das Wort "alternativlos" in deinem Link von oben las. Diese Firma macht sich damit sozusagen "unentbehrlich". Und mir kann niemand erzählen, daß die "ITler" der ARD das nicht selbst ordentlich hinbekommen hätten. Natürlich braucht so etwas Planung und Zeit zur Umsetzung, am Ende hätte die ARD aber etwas "Eigenes" in der Hand gehabt, (kostenneutral) nutzbar dann meinetwegen auch für "rbb fragt"...
 
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