ARD-Radiotransponder bald Geschichte?


grĂŒn

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lg74 hat wirkllich Recht!

Und was mich am meisten daran Àrgert:

Es gibt keine einzige Information in der ARD, weder im Rundfunk, noch im Fermsehen. Dass abgeschaltet bzw. umgestellt wird, wissen höchstens Insider. Die Leute, die gerne ĂŒber SAT Radio hören (zugegeben, es ist nicht die Mehrheit, aber das zĂ€hlt nicht), werden ohne Vorwarnung vor den Kopf gestoßen! Das ist das Ärgerliche daran!
 

HVt81

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Der Termin rĂŒckt nĂ€her, ich habe vorhin einmal wieder per Kopfhörer getestet. Quelle war hr3. GegenĂŒber dem Stream ist lc-aac schlechter. Dies fĂ€llt nicht immer direkt auf, es scheint auch am Quellmaterial zu liegen. Gegen 20:50 lief Halo von Beyonce. lc-aac klang da eher nach AFN, selbst die beiden KanĂ€le wurden nicht mehr sauber getrennt. mp3 im Stream war dagegen sauber. In nachfolgenden MusikstĂŒcken war das nicht so deutlich, aber dennoch wenn man wollte zu hören.
Unterm Strich weder ich, leider, den Stream mit 128 kbit/s mp3 gegenĂŒber 128 kbit/s lc-aac bevorzugen mĂŒssen :mad:
Warum eigentlich nicht einen mp3-Stream via ASTRA mit 128 kbit/s?
 

Musikminister

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Dann mal ne kleine Rechenaufgabe: gehen wir davon aus, dass alle ARD-Programme in 128k MP3 streamen. Welche Datenmenge entsteht?

Gehen wir dann mal davon aus, dass alle Programme zu 320k MP3 wechseln? Welche Mehrmenge ist das?

Kompromiss: Kulturwellen streamen in 320k MP3, musikorientierte Programme in 192, Wortprogramme in 96k Mono. Wie hoch ist die Datenmenge?

Was kosten die Modelle?

Wer heult bei der nĂ€chsten GebĂŒhrenanpassung herum?

Ich bin froh, dass ich theoretisch alle ARD-Programme in GUTER QualitÀt via 19,2 auch offline empfangen kann. Ein Direktvergleich alt gegen neu unter realen Bedingungen (im Auto in Ich-versteh-den-Beifahrer-nur-noch-schlecht-LautstÀrke) ergab keine gravierenden Unterschiede. Probiert habe ich das Ganze an einem SWR3-Mitschnitt, gleiche Sendung, per VLC zu MP3 konvertiert. 0,025% Nerds hören hier ganz sicher etwas, Otto Normal-Hörer eher nicht.
 
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lg74

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Unterm Strich weder ich, leider, den Stream mit 128 kbit/s mp3 gegenĂŒber 128 kbit/s lc-aac bevorzugen mĂŒssen
Ohne aktuell geprĂŒft zu haben, wie hr3 klingt: was ist das denn fĂŒr ein Receiver? Denn das sollte definitiv nicht so sein.

Warum eigentlich nicht einen mp3-Stream via ASTRA mit 128 kbit/s?
Weil erstens MPEG 1 Layer 3 nicht Bestandteil der DVB-Spezifikation fĂŒr "Live-Betrieb"ist. ETSI TS 101 154 listet MPEG 1 Layer 3 nicht auf.

Und weil zweitens MP3 bei gleicher Bitrate schlechter ist als AAC, und in diesem Fall (128 kBit/s) deutlich schlechter: wÀhrend LC-AAC da gerade noch so im Bereich "knapp sehr gut" ist, ist MP3 bei 128 kBit/s schon im Bereich "QualitÀtsbeeintrÀchtigung fÀllt deutlich auf".

Dann mal ne kleine Rechenaufgabe: gehen wir davon aus, dass alle ARD-Programme in 128k MP3 streamen. Welche Datenmenge entsteht?

Gehen wir dann mal davon aus, dass alle Programme zu 320k MP3 wechseln? Welche Mehrmenge ist das?
Ich vermute, @HVt81 meinte Satellit und nicht Livestream.

Stream ist tatsĂ€chlich eine finanziell harte Nuss fĂŒr die ARD. Die Abrufe addieren sich und die Anmeldungen fĂŒr entsprechende Finanzbedarfe bei der KEF steigen halt auch immer weiter.

Wenn die ARD nun z.B. eine sechsstellige Zahl an Cablestar-100-Nutzenden aussperrt, indem sie via DVB-S2/C auf AAC geht, was die GerĂ€te nicht unterstĂŒtzen, was passiert dann? Wie viele wechseln von DVB-C zum Livestream und erhöhen die bei der ARD abgerufene Bandbreite? Gibt natĂŒrlich auch eine gegenlĂ€ufige Entwicklung: wie viele wechseln zum Internetradio und bleiben bei was besserem hĂ€ngen, genau "ihre Musik" und "ohne Gelaber"? Das erhöht wenigstens nicht die Streamingkosten bei der ARD, aber die Wellenchefs dĂŒrften darĂŒber auch nicht sonderlich glĂŒcklich sein.

Wer "Offline-Hörer" vergrault, wird Verluste ernten, denn Online ist das Angebot deutlich höher.

Was die Livestreams angeht, hÀtte die ARD aber durchaus Potential zur QualitÀtssteigerung ohne mehr Traffic zu verursachen, indem sie zu jedem Programm auch einen 128er LC-AAC-Stream anbietet.

Wer heult bei der nĂ€chsten GebĂŒhrenanpassung herum?
Ich bekomme jetzt schon das Heulen, wenn ich sehe, wie SD beibehalten wird. 3 breite und ein schmaler Transponder, dazu angemietete KapazitĂ€t in Betzdorf fĂŒr WDR SD .... mehr als 150 MBit/s einfach so zusĂ€tzlich, fĂŒr die Aufrechterhaltung eines qualitativ minderwertigen, bei allen Programmen im Parallelbetrieb mit HD verfĂŒgbaren Inhalt, meist schon mit 8 Jahren Parallelbetrieb.

Aber angeblich kein Geld, um den Hörfunk hochwertig und kompatibel zu halten. Dabei brĂ€uchte die ARD keine zusĂ€tzlichen TransponderkapazitĂ€ten, sie mĂŒsste nur intelligent umverteilen.

Die, die jetzt immer noch angeblich "kein HD" empfangen können, brauchen großteils nur einen Suchlauf oder eine Sendersortierung bzw. eine Aktivierung des DVB-C-Tuners im Ă€lteren Fernseher. Und die, die danach tatsĂ€chlich wegen nicht HD-tauglicher Hardware ĂŒbrig bleiben, könnten fĂŒr maximal 30 EUR bei einem NeugerĂ€t zu HD-Empfang kommen. Manche NeugerĂ€te unterbieten bei Amazon die "versandkostenfrei"-Schwelle, und die liegt bei 29 EUR.

Noch gĂŒnstiger ist es, im Gebrauchtbereich zu schauen - teils wird man in der eigenen Familie fĂŒndig, ansonsten halt an den einschlĂ€gigen PlĂ€tzen. Ich habe mir im September zum Testen einen Twin-Sat-HDTV-Receiver mit Programmnamenanzeige, Aufnahmefunktion und LC-AAC-Support geholt bei eBay-Kleinanzeigen: 10 EUR + 6 EUR Versand. Das GerĂ€t decodiert LC-AAC eigentlich hervorragend, es knackt aber und ist damit bislang unbrauchbar. FĂŒr HDTV wĂ€re die Kiste aber perfekt. 16 EUR...

Ich bin froh, dass ich theoretisch alle ARD-Programme in GUTER QualitÀt via 19,2 auch offline empfangen kann.
Nichtmal das, was da jetzt via AAC angeboten wird, lĂ€uft fehlerfrei. Es gibt auch bei den AAC-tauglichen GerĂ€ten viele, die Knacken einfĂŒgen oder im Timing irre "eiern".

Und offenbar ist es (siehe @HVt81) auch keine SelbstverstÀndlichkeit, dass so decodiert wird, wie es decodiert werden sollte. Sonst wÀren 128 LC-AAC nicht als schlechter empfunden im Vergleich zu 128 MP3.

Damit haben wir kĂŒnftig beim Sat-/Kabelradio nichtmal den Spatz in der Hand, wĂ€hrend die Taube auf dem Dach vom Marder geholt wurde. Nein, der Spatz in der Hand ist dazu auch noch tot. Das kanns doch nicht sein.

Ein Direktvergleich alt gegen neu unter realen Bedingungen (im Auto in Ich-versteh-den-Beifahrer-nur-noch-schlecht-LautstÀrke) ergab keine gravierenden Unterschiede.
Also Sat alt 320 MP2 gegen Sat neu 128 LC-AAC?

0,025% Nerds hören hier ganz sicher etwas, Otto Normal-Hörer eher nicht.
Bei ordentlichem Decoder wĂŒrde ich sogar weiter gehen: da ist die Unterscheidung nicht nur nochmal konvertiert im Auto, sondern auch bei direktem Umschalten zwischen "alt" und "neu" Ă€ußerst schwierig, selbst wenn man mit Kopfhörer konzentriert hört. Es ist messbar deutlich schlechter, aber subjektiv wahrgenommen nur gering schlechter.

Problem ist halt: da sind viele als "tauglich" geltende GerĂ€te unterwegs, die "irgendwas" ausgeben, aber nicht das, was sie sollen. Dazu kommt das Problem mit dem Knacken / Aussetzer, ... und das Grundproblem: viele GerĂ€te spielen halt gar nicht. Darunter ladenneue, extra dafĂŒr verkaufte - und Kopfstellentechnik.
 
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grĂŒn

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Habe gerade mal bei der "Technik" der ARD angerufen. Es bringt nix, auch keine Argumente. "Kaufen sie sich halt nen neuen Reciever!" Sorry, Muriks bleibt Murks! Uneinsichtig ohne Ende, aber dafĂŒr GebĂŒhren kassieren! Saftladen ARD halt! Unfassbar!

Normalerweise sollte jeder vernĂŒnftige Mensch seine nun nicht mehr brauchbaren Satelliten-Receiver vor seiner jeweiligen Rundfunkanstalt abladen, das gĂ€be nen riesen MĂŒllberg!

Kein anderes Land veranstaltet so einen Unsinn, nur Deutschland muss mal wieder als "prÀchtiges" Beispiel vorangehen!
 
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lg74

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"Kaufen sie sich halt nen neuen Reciever!"
Haben sie auch dazugesagt, welcher das Angebot fehlerfrei spielt und als Radio tauglich ist? Die Kombi "als Radio bedienbar / decodiert fehlerfrei / macht keine Störungen" fand ich bislang noch nicht.

Versuch doch mal, die Tagespresse damit zu erreichen. Bislang war die komplett desinteressiert. Das könnte sich nun nach der ersten relevanten Abschaltung (Vodafone) eventuell Àndern.
 
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schneeschmelze

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Stream ist tatsĂ€chlich eine finanziell harte Nuss fĂŒr die ARD.
Interessant. Ich hĂ€tte gedacht, dass sich das mittlerweile etwas anders darstellt. Vor etwa zehn Jahren gab es eine Sendung im DLF, in der es hieß, es wĂ€re unbezahlbar, alle Hörer komplett auf Streaming umzustellen und alle anderen Verbreitungswege vollstĂ€ndig einzustellen, egal mit welcher Bitrate und mit welchem Codec.
Habe gerade mal bei der "Technik" der ARD angerufen.
Die Hotline darf nur weitergeben, was ihr aufgetragen wird.
 
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Lord Helmchen

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Kein anderes Land veranstaltet so einen Unsinn, nur Deutschland muss mal wieder als "prÀchtiges" Beispiel vorangehen!
Genau wie mit DVB-T2. WĂ€hrend in Frankreich dafĂŒr H264 verwendet wird musste es in Deutschland H265 sein. Und dafĂŒr mussten dann natĂŒrlich neue GerĂ€te her.

Ich benutze Sat-Empfang so gut wie gar nicht zum Radiohören, und was die ARD anbietet lĂ€sst mich den "Verlust" der Programme ĂŒber Sat gut verkraften. 😉
 

lg74

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@schneeschmelze : eigentlich gibt es fĂŒr so etwas Multicast. Soweit mir bekannt, lĂ€uft das Magenta-TV ĂŒber die Telekom-eigenen Receiver auf diese Weise. In geschlossenen Infrastrukturen geht das also, aber fĂŒr Internetradio in "sĂ€mtliche Netze" ist es offenbar so nicht (noch nicht?) anwendbar.

Schau mal hier bei 19:40 rein, auch wenns Privatfunk ist:


Das wurde am 5.11.2018 gedreht. 5,8 GBit/s Traffic fĂŒr Antenne Bayern in den Streams:

Antenne Bayern - Bandbreite Stream.jpg

Das sind 2,5 TByte je Stunde. Wenn man das kostengĂŒnstiger machen könnte und dennoch die Zahl der Zugriffe gemeldet bekĂ€me, wĂŒrde man das sicherlich machen.

In den Anmeldungen bei der KEF steigen die Streamingkosten also stetig. GegenlĂ€ufig ist natĂŒrlich der Prozess, dass Datenbandbreite billiger wird, aber das kompensiert es nicht.


Seite 75, Livestreams:

Anders als beim traditionellen Rundfunk, bei dem die Kosten fĂŒr die Verbreitung der Pro-
gramme unabhÀngig von der Zahl der tatsÀchlichen Nutzer ist, steigen bei der IP-Verbreitung
die Kosten mit zunehmender Nutzung. Bei Livestreams wird das lineare Fernseh- oder Hör-
funkprogramm zeitgleich auch ĂŒber das Internet verbreitet. Livestreams machen neben dem
zeitversetzten Abruf aus den Mediatheken einen erheblichen Kostenfaktor aus und unterlie-
gen betrÀchtlichen Steigerungsraten durch die vermehrte Nutzung. Die Kommission hat dieses
Thema in ihrem 21. Bericht ausfĂŒhrlich beleuchtet (dort Tzn. 109 bis 115).
FĂŒr den 22. Bericht (2021 bis 2024) meldete die ARD einen Kostenanstieg fĂŒr die IP-Verbrei-
tung von 78 % und das ZDF von 127 % im Vergleich zu 2017 bis 2020 an (s. Tzn. 102 f., 109
und 115). Die Kommission hat daher ihre Methodik zur Feststellung des Bedarfs angepasst
(s. Tz. 103).


Genau wie mit DVB-T2. WĂ€hrend in Frankreich dafĂŒr H264 verwendet wird musste es in Deutschland H265 sein. Und dafĂŒr mussten dann natĂŒrlich neue GerĂ€te her.
DafĂŒr gibt es nun aber eine Kombination aus vielen Programmen UND exzellenter BildqualitĂ€t. Der Vergleich zur Hörfunkumstellung ist unangebracht. Dort gibt es nur ein Programm mehr und deutlich geringere AudioqualitĂ€t - dafĂŒr soll man sich neue GerĂ€te kaufen. Das ist eher so, als hĂ€tte man HDTV via Sat und Kabel auf H.265 umgestellt und dabei die Bitrate so weit reduziert, dass man des öfteren Schlieren und Klötzchen sieht. Da wĂ€re was los gewesen...
 
"Kaufen sie sich halt nen neuen Reciever!"

Ich frage mich wessen Geld eigentlich gespart werden soll? Etwa das des GebĂŒhrenzahlers?

GroßzĂŒgig gerechnet erspart die ARD durch die Umstellung dem Beitragszahler eine GebĂŒhrenerhöhung von (0,5 Cent/Monat =) 0,06 € im Jahr. Wenn jeder mit einem gebrauchtem AustauschgerĂ€t fĂŒr 16 € zufrieden wĂ€re, wĂŒrde sich die Umstellung ab dem Jahr 2047 Jahren rechnen. :wall:

Um welches Sparen geht es hier wirklich?? Wer vertritt die Interessen der Beitragszahler?
 
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lg74

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Der Witz ist ja, dass man auch keine weiteren als die HD-Transponder brĂ€uchte, um den Hörfunk mindestens in gleicher QualitĂ€t wie nun geplant, dafĂŒr aber weitaus kompatibler zu verbreiten. Es fehlt der Wille. Die Umstellung auf AAC ist weder technisch noch finanziell bedingt, also bleibt nur eine "politische", eine "strategische" Absicht. FĂŒr mich heißt sie klar erkennbar: diesen Empfangsweg maximal möglich schĂ€digen in Vorbereitung seiner Beseitigung.
 
Lieber lg74. Ich glaube Du ĂŒberschĂ€tzt die ARD und ihr strategisches Denkvermögen. Immerhin ist die "maximale SchĂ€digung" nur (D)eine Vermutung, eine Unterstellung. Die öffizielle BegrĂŒndung ist Kosteneffinzienz: "... bietet sie ein modernes und umfassendes Programmangebot, das kosteneffizienter ist - bei grĂ¶ĂŸtmöglicher KompatibilitĂ€t zur vorhandenen Empfangstechnik." (Quelle: Das bekannte ARD interne Redaktionsbriefing)

Meine ARD Vorurteile gehen eher so: jede Abteilung, also auch Technik, wurde aufgerufen SparvorschlĂ€ge zu machen. So hat man sich dort etwas ausgedacht das intern wie extern möglichst wenig Wellen schlĂ€gt und kommt jetzt, in öffentlich-rechtlicher sklerosierter Art, nicht mehr davon weg. Die dafĂŒr nötige ElastizitĂ€t und auch Druck/Motivation fehlen. Um die Welt, pardon, die ARD schlecht zu finden reicht mir das. :)
 
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lg74

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Und was wÀre dann damit gewonnen?
Aktuell: Einsparung von Kabeleinspeise-Entgelten. Betrifft zwar nicht alle Netze, aber ca. 2/3 aller KabelanschlĂŒsse betrifft es, da die Vodafone die ARD-Muxe auseinandernimmt und der Hörfunk dabei genauso separat behandelt werden kann wie z.B. die Regionalisierungen der Dritten, die es bei der Vodafone auch nicht vollstĂ€ndig gibt.

Jetzt hat man erst einmal via Vodafone reduziert. Da geht noch mehr.

Über Satellit ließe sich vorerst nichts einsparen, da der Hörfunk Untermieter auf den HD-Transpondern ist.

Das ist die "naive" Sicht von außen auf die ARD.

Intern werden aber auch die Transponderkosten aufgeteilt in Anstalten und in Hörfunk und TV. Sollte mich nicht wundern, wenn da, weil es nur Hörfunk ist, auch der Rotstift angesetzt wird. Der Hörfunk wird doch sowieso ausgeblutet, wo es nur geht.

Perspektivisch wĂ€re aber auch via Satellit etwas möglich: sollte mit den nun wohl eingerĂ€umten Freiheiten die Verlagerung der Angebote der TV-ZusatzkanĂ€le ins Netz (und ich weiß, dass das ein "Wunschprojekt" einiger ganz Großen in der ARD ist) erfolgen, könnte man perspektivisch durchaus TP 39 aufgeben. Bremen und SR bringt man noch irgendwo mit unter, der Hörfunk entfiele. Nicht heute, nicht 2022, aber unrealistisch ist das nicht.

Die öffizielle BegrĂŒndung ist Kosteneffinzienz: "... bietet sie ein modernes und umfassendes Programmangebot, das kosteneffizienter ist - bei grĂ¶ĂŸtmöglicher KompatibilitĂ€t zur vorhandenen Empfangstechnik." (Quelle: Das bekannte ARD interne Redaktionsbriefing)
Und das bleibt eine LĂŒge, denn "grĂ¶ĂŸtmögliche KompatibilitĂ€t" ist etwas anderes als die Umstellung auf einen nicht einmal von aktuell verkauften GerĂ€ten fĂŒr Radioempfang unterstĂŒtzten Standard. Und die Kosteneffizienz hĂ€tte man auch mit MP2 haben können, wenn man es geschickt anstellt.
 

lg74

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Na ja, auf der anderen Seite sind aber nun Programme die vorher frei verfĂŒgbar waren verschlĂŒsselt.
Aber nur in den großen Metropolen. Schon in den StĂ€dten mit weniger als vielleicht 300.000 Einwohnern hatte man nur die Öffis. Ca. 12 Programme, mieseste Matsch-Auflösung, schon auf 26" gegenĂŒber SDTV vom Satelliten als schlechter zu erkennen. Ein echtes Behelfs-Fernsehen.
 

HVt81

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Ohne aktuell geprĂŒft zu haben, wie hr3 klingt: was ist das denn fĂŒr ein Receiver? Denn das sollte definitiv nicht so sein.


Weil erstens MPEG 1 Layer 3 nicht Bestandteil der DVB-Spezifikation fĂŒr "Live-Betrieb"ist. ETSI TS 101 154 listet MPEG 1 Layer 3 nicht auf.

Und weil zweitens MP3 bei gleicher Bitrate schlechter ist als AAC, und in diesem Fall (128 kBit/s) deutlich schlechter: wÀhrend LC-AAC da gerade noch so im Bereich "knapp sehr gut" ist, ist MP3 bei 128 kBit/s schon im Bereich "QualitÀtsbeeintrÀchtigung fÀllt deutlich auf".
Ich habe mit einem Comag SL40HD getestet und hatte danach noch aus Gegenprobe den XORO HRS8556 jeweils fĂŒr lc-aac dran. FĂŒr mp2 und auch Webradio (via Fritzbox) habe ich einen TechniSat TechniStar S1+ im Einsatz.

Die bei Beyonce am Comag beschriebenen unsauberen Kanalabbildungen und Beeinflussung des anderen Kanals konnte ich nicht wieder feststellen. Auch vermutete ich heute das der Bootvorgang noch nicht abgeschlossen war, konnte ich nicht reproduzieren: Verkabelt, Strom drauf und lÀuft ohne diese Effekte.
Dennoch klingt lc-aac gegenĂŒber mp2 fĂŒr mich einfach rauh und spitz. Teilweise habe ich den Eindruck daß hr3 den Codec an der Grenze betreibt. Möglicherweise war dies bei Beyonce drĂŒber und lĂ¶ĂŸte Effekte aus. Ein besonders gutes Gehör wĂŒrde ich mir dabei nicht unterstellen.

mp3 deswegen weil lc-aac ja ebenfalls nicht Bestandteil der DVB-Spezifikation ist. Ich wĂŒrde aber unterstellen daß dies auch die breite Masse Ă€lterer Receiver wiedergeben könnten. NatĂŒrlich sollte lc-aac grundsĂ€tzlich datensparsamer sein. Vielleicht sollte schlicht das Soundprocessing und der Pegel selbst verĂ€ndert werden, ein altes Thema nicht nur in dieser Sache.
 

lg74

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Dennoch klingt lc-aac gegenĂŒber mp2 fĂŒr mich einfach rauh und spitz.
Ich muss da wohl doch noch mal sauber decodierte Beispiele bereitstellen. WĂŒsste zu gern, wie Du die bewertest.

Teilweise habe ich den Eindruck daß hr3 den Codec an der Grenze betreibt.
Was meint das?

mp3 deswegen weil lc-aac ja ebenfalls nicht Bestandteil der DVB-Spezifikation ist.
LC-AAC ist natĂŒrlich Bestandteil der DVB-Spec, seit 2005. Ist ja eine Untermenge (die Basis sozusagen) von HE-AAC. Es ist wie alle anderen Codecs aber nicht verpflichtend, das stellt die ETSI TS 101 154 sehr deutlich in Kapitel 6.0 klar.

Ich wĂŒrde aber unterstellen daß dies auch die breite Masse Ă€lterer Receiver wiedergeben könnten.
DafĂŒr mĂŒsste seine Einbindung und die Signalsiierung aber erstmal in der DVB-Spec geregelt sein...

Vielleicht sollte schlicht das Soundprocessing und der Pegel selbst verÀndert werden, ein altes Thema nicht nur in dieser Sache.
Soundprocessing allemal. Aber wieso der Pegel? Solange man vielleicht 2 dB Headroom lÀsst, clippt LC-AAC bei 128 kBit/s nicht.
 

JP

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Es gibt zwei bis drei Hauptprobleme:
- Die ARD stellt auf AAC um, was nicht alle GerÀte wiedergeben können, lÀsst aber SD weiterlaufen, obwohl viel mehr GerÀte HD können.
- Die Hersteller haben fĂŒr den deutschen Markt aus KostengrĂŒnden das vorgesehene AAC nicht oder nicht vernĂŒnftig implementiert.
- UKW-Umsetzung in kleinen Kabelnetzen nicht mehr möglich oder Finanziell stemmbar.

Mein Fernseher gibt die Programme ohne Probleme wieder. Kein Stottern, Rattern, Aussetzer oder irgendwelche KlangauffÀlligkeiten.

UKW in Kabelnetzen gibt es ja soweit ich weiß nur noch in NRW, BW, RLP und Hessen bei Vodafone, da bin ich gespannt wie damit verfahren wird. Ewig wird das auch nicht mehr laufen. Auch Vodafone fĂŒhrt mittlerweile ein paar Programme per Stream zu (klingt schrecklich), WilhelmTel wohl auch.
Sonst sind es kleinere Kabler, die vermutlich noch ein paar Jahre haben bis die Zielgruppe "ich brauche nur Fernsehen" auf natĂŒrliche Weise verschwunden ist oder auf Sat-Empfang umsteigt.

Internet ist doch mittlerweile der Hauptgrund eines Kabelanschlusses und auch alte Leute reden mit ihrem EinsamkeitsmanagementgerĂ€t mit Frauennamen, welches dann das gewĂŒnschte Programm ohne KnöpfchendrĂŒcken, dafĂŒr aber mit Verteilung persönlicher Daten abspielt.

Sonst wird eben UKW gehört. Die Schlager- und die Klassikfraktion der alten Generation hört dann die Wortprogramme und legt sonst ne CD ein, wo man auf UKW nicht mehr bedient wird. BezĂŒglich Klassik ist es ja nur der Bereich der DreilĂ€nderanstalt.
Oder die ARD schafft sich im Bereich Anspruch einfach weiter ab. Dann gibt es noch das Deutschlandradio. Und das sendet weiterhin in mp2.
Hab ich's doch noch geschafft den Kreis wieder zu schließen.
 
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