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ARD-Radiotransponder bald Geschichte?

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1,4 Mio konnten DVB als Empfangsweg benennen. Es ware deutlich mehr die ihn nutzten, die Hintergründe waren sicherlich nicht bekannt.
Ich schrieb ja, dass es dann mehr Nutzende gewesen sein müssen. "Meistgenutzte Radioempfangsart" ist schon eine Ansage. Das schaffen Leute, die werktäglich früh 15 Minuten UKW in der Küche und 2 mal 30 Minuten UKW oder DAB im Auto auf dem Arbeitsweg hören und 1-2 mal pro Woche ein Konzert oder Hörspiel im Wohnzimmer via DVB nicht. Da ist dann UKW oder DAB die meistgenutzte Empfangsart.

Auch wird garantiert nicht erfasst, ob jemand, der "UKW" sagt, eigentlich Kabel-UKW meint (daran krankt es bei dieser Erfassung) - würde man das separieren und dann noch klären, ob ortsübliche oder nicht ortsübliche Programme via UKW-Kabel gehört werden, kämen weitere "ahnungslose" DVB-Hörer dazu - über die UKW-Umsetzungen in der Kopfstelle.

Für einen zwingend stationären Empfangsweg, für den es den Anschluss meist nichtmal in allen Räumen der Wohnung gibt, finde ich 1,4 Millionen plus Zusatzzahl aber schon irre viel. Die mir mal gesteckte Zahl mehrerer 100.000 verkaufter digitaler Kabelradios passt aber irgendwie größenordnungsmäßig dazu.


ob diese sich überhaupt im Web bei einer Petition zuvor je geäußert haben
Ich habe eine top-fitte Seniorin aus der Nachbarschaft meiner Mutter, von der ich wusste, dass sie einige DVB-UKW-Umsetzungen aus dem Kabelnetz hört (Kulturprogramme, u.a. das eigentlich digital-exklusive MDR Klassik, das an meinem Heimatort im UKW-Kabel war) im Sommer beim Rasenmähen abgefangen und ihr gesagt, was ab Mitte Dezember droht. Ich zeigte dann Richtung Berg (hinter dem Wald versteckt sich die Kopfstelle des Netzes) und sagte "wir können das dann nicht mehr auf UKW umsetzen". Große Augen. Ich erwähnte dann die Petition und gab ihr einen bit.ly-Kurzlink - einfacher gehts nicht. Sie hat nicht unterschrieben. Ich vermute eine zu hohe Hemmschwelle. Eine Petition klingt "offiziell" und "politisch" - ich habe schon oft erlebt (auch bei anderen Petitionen), dass Senioren sich dann weigern. Sind halt nicht alles alte Wendländer Anti-Atom-Aktivisten.
 
wir können das dann nicht mehr auf UKW umsetzen
Und warum nehmt ihr nicht DAB+, sofern die Stelle noch im MDR Gebiet ist? Mit den dortigen 112kbps brutto sollte doch ein einigermaßen gutes UKW Signal fürs Kabelnetz generierbar sein, jedenfalls viel besser als bei MDR Schlagerwelt, was ihr ja auch schon umsetzt.
 
Und warum nehmt ihr nicht DAB+, sofern die Stelle noch im MDR Gebiet ist? Mit den dortigen 112kbps brutto sollte doch ein einigermaßen gutes UKW Signal fürs Kabelnetz generierbar sein
Korrekt. MDR Klassik war bei meinen letzten Befassungen mit dem MDR-DAB vor 1 1/2 Jahren der einzige Serice, der qualitativ anhörbar war. Und es wäre sogar noch ein halber Twin-Kanalzug frei, mit dem man S/PDIF auf UKW umsetzen kann. Also bräuchte es nur noch eine DAB-Dose und einen Opto-Koax-Wandler und man könnte prinzipiell dieses eine Programm umsetzen - ohne RDS-RT, aber man könnte.

Aber was soll der Netzbetreiber mit den 20 weiteren Programmen machen, die ihm die ARD ausgeschaltet hat? Sieht so aus, als würde das Problem "ganzheitlich" gelöst, indem halt der ARD-Wunsch nach Abschaltung akzeptiert wird.
 
War die Differenz diesmal 0,69 dB und beim letzten Mal 5,69 dB? Oder ist das ein Schreibfehler und der Unterschied war beide Male gleich?
Gestern hatte ich den kleinen TechniSat Cablestar 100 in seiner AAC-tauglichen Variante auf dem Tisch: S/PDIF wie bekannt auch in der Lautstärke einstellbar, Gerät ist bei Lautstärke-"Vollanschlag" verglichen zum Decoding aus dem AAC mittels VLC oder Winamp 1,51 dB leiser. Korrigiert man das und bildet dann die Differenz zum VLC-Decoding, erhält man einen ausreichend geringen Rest, um zu sagen, dass auch der CS100 hinsichtlich Frequenzgang und Dynamik das liefert, was im AAC drin steckt - nur halt 1,51 dB zu niedrig gepegelt.

Geprüft nur schnell an Bayern 1 und dem recht hoch ausgesteuerten MDR Sachsen-Anhalt. Beim BR war auch kein De-Sync gegen das Softwaredecoding feststellbar - zumindest nicht in 30 Minuten. Ob der CS100 bis vor einer Woche beim BR geknackt hätte oder nicht, kann ich nicht sagen.

RDS-Anzeige geht bei AAC nicht und NDR Kultur (AC-3) spielt er auch nicht, das war aber bereits bekannt. Auch die legendären Darstellungsfehler einiger DVB-Servicelabels (" NTENNE BAYERN", " OCK ANT NNE", " lassik Radio", " unshine live") bestehen weiterhin. Die Sortierung ist an Netzen ohne LCN eine Katastrophe (erst die ominöse Leerstelle, dann 0-9, dann A-Z, dann a-z).
 
Ich bin ja ein bekennender DVB-S/C Radio Fan. Und ich halte alle Argumente von lg74 in der Sache für stichhaltig. Habe die Petition auch unterschrieben, weil die Alternative einfach besser und vernünftiger ist.

Aber ich frage mich schon, wie groß ist dieses Problem? Wieviele der 1,7 % + 1,7 % + 4,7 % nehmen einen wirklichen Nachteil war?
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(Grafik: https://www.deutschlandfunk.de/vom-ladenhueter-zum-radiostandard-der-lange-weg-des-dab-100.html )

Ich z.B. fühle mich kaum betroffen, sprich meine Ohren hören bei den Kulturwellen keinen Unterschied und Knacken habe ich auch bei intensivem Zuhören mit Kopfhörern keines wahrgenommen (Technisat Empfänger.) Und bei den 128 k ARD-Wellen weigere ich mich intensiv zuzuhören.:p Wobei mir z. B. diese Sendung schon noch zum Lauthören beim Kochen, oder als Mitschnitt im Auto taugt. Stichwort: passt schon.

Aus Gerechtigkeitsgründen sollten etwaige Umstellungskosten der "Rundfunkteilnehmer" aber aus der Rundfunkgebühr bezahlt werden. So würden sich auch die Einsparungseffekte neu darstellen. Dazu müsste die ARD aber erst mal offiziell bundesweite Radioprogramme anbieten (dürfen). Im TV ist es erwünscht, beim Radio hat es die Medienpolitik gesetzlich verboten. :(
 
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Hallo Allerseits,
ich habe das ganze Thema auch schon über den Sommer und Herbst mit verfolgt. Habe selber 2 Technisat Technicorder Isio S2 mit eingebauter Festplatte und schneide diverse Sendungen mit - HR1 Reinke - WDR 4 mit Niedecken und auch ab und zu Bayern 1. Ich konnte das dann aufbereitet mit Audacity und in 320er mp3 auf Stick im Auto auf ner ganz guten Audioanlage in Ruhe abhören.
Was mir aufgefallen war, dass vor allem der HR im ersten Halbjahr so böse am Kompressor rumgeschraubt hatte, dass die Aufnahmen so gezischelt haben, als wären sie "Unterwassermusik" - so was kannte ich von alten MCs, wenn der Tonkopf nicht richtig lag...
Ich habe immer mal parallel MP2 und AAC mitgeschnitten - und so ab Ende August schienen die Techniker das Ganze doch soweit zurückgenommen zu haben, dass ich außer Pegelunterschieden so gut wie keine Unterschiede mehr gesehen und gehört hatte. Auch das Zischeln war meines Erachtens weg.
Seit Mitte Dezember (muss mit der Abschaltung MP2 übereinstimmen...) habe ich das Zischeln wieder. Und ich stelle das mittlerweile auch auf UKW fest - Sender Meißner Luftlinie 7km weg - keine Hindernisse in der Sichtachse. Auf Arbeit haben wir einen DAB-Empfänger - Das Gleiche. Zumindest an der Sendestrecke kann es m.E. nicht liegen. Schade.

Wie der WDR das macht, erschließt sich mir nicht. Die hatten schon seit langem ein sehr gepresstes Signal - aber da habe ich keine Artefakte in der Aufnahme. Wenn ich in Audacity mir die Hüllkurve anschaue, dann ist die seeehr flach.

Der Bayern 1 kommt bei mir noch am "natürlichsten" rein. Den kann ich mir noch ohne Kopfschmerzen anhören. Das ist zwar jetzt auch wieder eine persönliche Auffassung, aber ich habe den Eindruck, hier wird am wenigsten am Signal rumgepfuscht.

Ganz böse wirds, wenn ich die Aufnahmen dann mal noch über eine Bluetoothstrecke auf meine Anlage schicke. Da bleibt nur noch der Bayer übrig, der Rest ist Geschrei und Gequäke.

Fazit: Meine LP- und CD-Sammlung hat seit Weihnachten zugenommen. Reinke nur noch, um Reinke zu hören, ich kenne ihn seit langem persönlich und er ist eigentlich der letzte Mohikaner...

Schade für den ÖR.
 
Aber ich frage mich schon, wie groß ist dieses Problem? Wieviele der 1,7 % + 1,7 % + 4,7 % nehmen einen wirklichen Nachteil war?
Die, deren Geräte komplett schweigen - es sei denn, sie sind plötzlich am 14.12.2021 ohnehin zufällig von vollständigem Gehörverlust betroffen.

Wieviele das sind? Wird kaum jemand angeben können.

Es sind alle SD-Geräte, mit denen via Sat und Kabel ARD-Radio gehört wurde. Alleine in meinem kleinen "normalen" Umfeld sind das schon mehrere Fälle, in denen das zum Radiohören genutzte Gerät komplett wegfällt. Darunter Kisten wie die dBox 1 mit DVB 2000, darunter Kathrein UFS 702 mit dem großen Programmnamensdisplay, darunter einst schweineteure Topfield Twin-Tuner-PVR in SD, darunter auch einfache Receiver, die z.B. einzig dem Hören von BR Klassik im Ferienhaus dienten.

Es sind etliche HDTV-Receiver von zig Herstellern, die kein AAC können. Darunter die ersten hochwertigen HDTV-Geräte von TechniSat (Digicorder HD-S2, Digicorder HD-S2+, Digit HD8-S, Digit HD8-C, Digit HD8+ und weitere), darunter die mit Namensanzeige ausgestatteten Technotrend S845 HD+ und Imperial Digitalbox HD 2 plus, darunter einige Kathrein und weitere.

Es sind diejenigen, deren UKW-Radio am Kabelnetz nun weitgehend wertlos ist, weil nur noch das ortsübliche terrestrische UKW-Angebot und die DRadios kommen.

Dazu auch diejenigen, deren Geräte eigentlich irgendwie aufrüstbar wären, die es aber aufgrund der konsequenten Nicht-Informationspolitik nie erfahren und die die Geräte wegwerfen. Es gibt z.B. etliche formal AAC-taugliche (zumindest Stereo) Sat- und Kabelreceiver mehrerer teils nicht mehr existierender "Inverkehrbringer", die sich prinzipiell auf AAC aufrüsten lassen, wenn man weiß, dass der eigentliche Hersteller ein ganz anderer war. Darunter sind Geräte, die ausdrücklich für die Sat-Radionutzung konzipiert wurden.

Dazu auch diejenigen, deren Geräte aufrüstbar wären, wo das Upgrade aber nicht zum Downloaden (auch nicht zum bezahlten Downloaden), sondern nur in bestimmten Kabelnetzen als Karussell angeboten wird. So ist es bis heute beim Vistron VT855 ohne N. Biste nicht bei der Vodafone oder ein, zwei anderen Netzen mit Update-Deal, haste Pech gehabt.

In all diesen Fällen kommt nichts mehr. Das ist für nicht Taube schon wahrzunehmen - und für Taube auch, wenn sie den Verstärker voll aufdrehen.

Dazu kommen alljene, deren Geräte mackig spielen. Das Knacken etlicher Fabrikate bei BR, NDR und Radio Bremen hat man nun durch einen Workaround wohl wegbekommen (Verdreifachung der Differenz PTS - PCR und damit Verdreifachung des Pufferfüllstandes der Geräte für besseres Regelverhalten), ich vermute aber, dass das nur Symptombeseitigung (immerhin, es hilft) war und die Ursache weiterhin besteht, denn auch mit knappem Pufferfüllstand spielten MDR und RBB problemlos, während die anderen 3 Anstalten munter knackten. Auch liegen mir inzwischen einige Aussagen vor, wonach wilde Pegelsprünge (also richtig laut / leise) nicht mehr auftreten würden. Da muss noch was gemacht worden sein, um eine Fehlsteuerung der Dynamic Range Control über die RDS-Metadaten zu verhindern. Da ist also noch einiges bereinigt worden vor einer Woche.

Ob dauerhaft zu hoch pegelnde und dann komprimierende Geräte nun auch korrekt spielen, weiß ich noch nicht. Ich warte auf Antwort eines Betroffenen, der das einst sehr gut dokumentiert hatte.

Ob einfach nur in schlechter Qualität decodierende Geräte (die dann als schlechter verglichen zu 128 kBit/s MP2 oder 88 kBit/s DAB+ eingestuft werden) mit diesen Maßnahmen auch adressiert wurden, ist mir bislang ebenso unklar.

Dann gibt es noch Fälle wie die, dass ein Gerät in Stereo ordentlich decodiert, aber bei Surround-Sendungen stumm bleibt bzw. nur den Center ausgibt. Da es außer bei BR Klassik keine separate Surround-Spur mehr gibt, sind solche Sendungen dann über diese Geräte nicht mehr anhörbar. Spontan fallen mir 7 Marken ein, über die solche Geräte in Deutschland verkauft wurden. Oft dürften diese Geräte aber ohnehin mangels überhaupt AAC-tauglicher Software komplett stumm bleiben und in die Tonne wandern, obwohl wenigstens Stereo möglich wäre. Da ist bislang auch keine Surround-taugliche Software in freier Wildbahn. Ich vermute, dass eine Kauf-Software zweckentfremdet werden könnte, habe aber noch keine Rückmeldung.

Dann gibt es das Problem mit Surround-Setups, die nicht mehr bedient werden können, selbst wenn wenigstens Stereo über den Receiver funktioniert, weil kein Transcoding nach AC-3 oder DTS im Receiver drin ist.

Dann gibt es teils Probleme in Richtung "Gerät hängt sich bei AAC regelmäßig auf, während es das bei MP2 nicht getan hat".

Da kommt eine Menge zusammen.

Am leichtesten ist es für diejenigen, die mit dem TV Radio gehört haben (die können fast immer wenigstens irgendwie AAC) und denen es reicht, das irgendwie Ton rauskommt. Mit etwas Glück ist der nun sogar noch brauchbar.
 
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sie sind plötzlich am 14.12.2021 ohnehin zufällig von vollständigem Gehörverlust betroffen
Oder sie beurteilen Klangqualität einfach anders. Für die ist eine Bitratenreduktion vielleicht nicht unbedingt schlechter, aber eben klanglich anders. Anderen Audiophilen, die ich kenne gehts genau so. Ein objektiv korrektes Signal wird eher nicht so gemocht, auch wenn es für sie gut klingt. Da spielt das eigene Empfinden für Klang auch eine sehr große Rolle und was man so gewohnt ist. Mir geht das genauso.
Das ist wie mit nervigen Geräuschen im Alltag (z. B. von einer Baustelle), die können auch sehr unangenehm werden, sind allerdings nicht "komprimiert" sondern dringen direkt live vom Erzeuger ans Ohr.


Einem anderen qualitätsbewussten Bekannten reicht auch schon der rbb DAB+ Sound (er beschreibt die Artefakte als angenehmer, als von manchen MP3 Signalen). Und der hat teure Teufel Systeme bei sich rumstehen und bezeichnet sich durchaus als Hifi-Freund. Am Klang von DAB+ gibt's bei ihm aber wenig zu meckern, wenns nicht gerade 40kbps Parametric Stereo sind. Ich müsste ihn mal fragen, was er vom neuen ARD Transponder hält.

Die höchste Bitrate im besten Codec bringt also nichts, wenn man den Klang nicht mag. Das Soundprocessing ist hier dann der andere Faktor.
Auch solche speziellen Studioboxen haben mir zum Beispiel noch nie gefallen. Viel zu überspitzter Klang, auch wenn er fachlich korrekt ist. Für mich geht das aber auf keine Kuhhaut, ich mags weicher.
 
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Oder sie beurteilen Klangqualität einfach anders.
Du hast es nicht begriffen. Es geht an dieser Stelle um Geräte, die STUMM bleiben.

Für die ist eine Bitratenreduktion vielleicht nicht unbedingt schlechter, aber eben klanglich anders.
Betrifft nur diejenigen, deren Geräte überhaupt irgendwie spielen. Dann lies Dich mal durch die entsprechenden Foren, was da so gemeldet wird. Wenn Bayern 2 in berlin auf DAB+ (88 kBit/s Subchannel Size entsprechend ca. 73 kBit/s netto HE-AAC) als besser empfunden wird als via knapp 160 kBit/s LC-AAC auf Satellit, stimmt irgendwas mit dem Receiver nicht.

Wenn BFBS auf 28.2° Ost mit seinen 128 kBit/s MP2 als besser empfunden wird verglichen zum ARD-AAC, stimmt offenbar auch irgendwas nicht.

Mir liegt eine Vergleichsaufnahme vor RBB Radio Eins AAC von Satellit gegen Livestream via Philips-TV und angeschlossenen AVR - und der Stream gewinnt eindeutig, das Satsignal ist platt und flach und plärrig. Ich schickte eine ebensolche Vergleichsaufnahme zurück, die über einen fehlerfreien Decoder gewonnen worden war - der Betroffene empfand nun Sat als leicht besser gegenüber dem Stream.

Die höchste Bitrate im besten Codec bringt also nichts, wenn man den Klang nicht mag.
Dann ist das Original schon kaputt. Haben wir bei der ARD ja fast durchgängig, nur bei manchen Kulturwellen und bei BR Heimat nicht.

Auch solche speziellen Studioboxen haben mir zum Beispiel noch nie gefallen. Viel zu überspitzter Klang
Was waren das denn für Lautsprecher?
 
deren UKW-Radio am Kabelnetz nun weitgehend wertlos ist, weil nur noch das ortsübliche terrestrische UKW-Angebot und die DRadios kommen.

Nur zur Einordnung, nicht weil ich es gut fände, das dürfte den meisten ursprünglich am Kabel angeschlossenen Radios schon vor Jahren so ergangen sein. Und zwar deutlich mehr Radios als jetzt. Beim Kabel-Fastmonopolisten Vodafone ist in den allermeisten Bundesländern UKW über Kabel schon seit einiger Zeit komplett tot.

Aber im Grunde sehe ich es genau so, es wird auf vielerlei Ebenen aktiv an der Demolierung von Radiokultur gearbeitet.
 
Beim Kabel-Fastmonopolisten Vodafone ist in den allermeisten Bundesländern UKW über Kabel schon seit einiger Zeit komplett tot.
Bei der PYUR auch. In Bayern, Sachsen und Bremen ists offiziell seit 2019 sogar verboten, UKW ins Kabel einzuspeisen. In Sachsen haben sie dann noch verklickert bekommen, dass sie sich damit ihre eigenen Privatradios regelrecht ausspeisen, denn eine Umsetzung von UKW oder Stream auf DVB-C ist für die typischen Kleinnetze ebenso wenig bezahlbar wie ein Transcoding des ARD-Hörfunks.

Ersatz für Kabel-UKW waren dann die Kabelradios von Vistron und TechniSat. Die erste Charge Vistron wird in Vodafone-Netzen automatisch geupdated, da gab es einen Deal, da muss Geld für die Lizenzen geflossen sein. Anlass waren wohl die von der Vodafone selbst ausgeteilten Vistron-Geräte. Die zweite Generation Vistron muss man gegen 6,90 EUR oder 9,90 EUR zzgl. Versandkosten selbst upgraden - wenn man weiß, dass es diese Möglichkeit gibt. Zur AAC-Umstellung bei der Vodafone waren die TechniSat Cablestar 100 noch offiziell nicht upgradetauglich...

Bei der PYUR muss man alle DVB-Kabelradios kostenpflichtig selbst upgraden. Dazu muss man erstmal wissen, dass das geht und wie man rankommt an das Upgrade. Die erste Generation Vistron-Geräte hat kein käufliches Upgrade bislang.... also 3 Jahre nach UKW-Abschaltung schon wieder entwertete Geräte - diesmal dank der ARD.
 
Hi,
etwas off-topic, aber vielleicht auch interessant. Es wird oft bemängelt, dass DAB+ nicht so richtig in die Gänge kommt. Jetzt gibt es einen "Booster" für alle, die sich am Notebook auch mit Radiomusik berieseln lassen wollen, ohne zwangsläufig immer zwecks Streamings am Internet hängen zu müssen. SDRuno hat nun endlich ein neues Programm-Release herausgebracht und ein DAB bzw. DAB+ Plugin, das auch tatsächlich gebrauchstauglich zu sein scheint. Jedenfalls hat es bei mir (mit ein paar Startschwierigkeiten) super geklappt.
Anscheinend ist die Lizenzierungsproblematik durch Bereitstellung eines "Nero" free advanced audio codec umschifft worden. Dies entpackt man und schiebt es zum Beispiel auf den passenden Windowsverzeichnis-Pfad.
Was hat das jetzt mit der Knackstörungsproblematik zu tun?
Man höre sich den Audiomitschnitt an. Bewusst sehr leise gehalten, um die tatsächliche Amplitude des Knackens noch zu beizubehalten. Offensichtlich hat DAB+ auch damit zu kämpfen.
Was mir noch auffiel, dass Schwarzwaldradio und Schlagerparadies nicht zu hören waren, trotz Pegelschwellenüberschreitung von 9 S/N. Auch Codecprobleme?
Man hört Toggo auf 180,064 MHz
Es wurde das Audiorecorderplugin des SDRuno verwendet (Format mp3)
 

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Jetzt gibt es einen "Booster" für alle, die sich am Notebook auch mit Radiomusik berieseln lassen wollen, ohne zwangsläufig immer zwecks Streamings am Internet hängen zu müssen.
Kannste mit


schon lange haben - und mit anderen Tools auch.

Offensichtlich hat DAB+ auch damit zu kämpfen.
Das ist nicht das gleiche. Absolut nicht. Da ist auch nicht nur dieser eine laute Glitch drin, da fehlt Audio weiter hinten. Wer weiß, was da schief gegangen ist und wo es schief gegangen ist (ich vermute: lokal in der Software bei Dir), aber am DVB-Transportstrom kanns nicht liegen - es gibt keinen DVB-MPEG-Transportstrom in diesem Fall.

Was man aber sofort hört ist diese grausige verzischelte, in den Höhen krisselig verklirrte und rauh belegte "Qualität" von miesem Soundprocessing, veredelt durch HE-AAC in seiner schlimmsten Form. Ist dieses TOGGO wirklich so kaputt? Muss ich doch gleich mal den Stick rauskramen und anschließen...

DAB-Player - TOGGO.png

Ja, es zischelt grausam - allerdings zischelt es auch auf Sat mit 192 kBit/s MP2 schon deutlich. DAB+ mit HE-AAC macht daraus dann endgültig kaputtes Geflirre. Der Decoder, der bei Dir arbeitet, ist aber wohl noch krasser. Der sticht mir wie Nadeln ins Hirn. Erinnert mich an so einen lausigen DAB-UKW-Adapter fürs Autoradio, bei dem die Spektralbandreplikation offenbar ohne Einrechnung der Korrektur-Metadaten rausgehauen wird.

Anbei ein verzischeltes Beispiel von vorhin, decodiert mit FAAD2 (ffdshow). Nicht so grell, aber auch übel. Bei 0:41 ist ein Stolperer drin, das bekomme ich immer, wenn ich den DAB Player live in PCM decodieren lasse. Beim live-Anhören über die Soundkarte ist das nicht der Fall.

Es gab eine Zeit, da wussten deutsche Hörfunk-Techniker, wie man anständige Audioqualität überträgt. Heute ist es egal.
 

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  • TOGGO DAB+ Ausschnitt.zip
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Ja, gerade die Zischlaute bei "s" und "s-ch", da merkt man die "Übersteuerung".
A propos, habe mir nachträglich noch einen "Kuhschwanz"-Entzerrer vor den NF-Endverstärker geklemmt. Vorher grenzte das Gequake und vor allem das Zischeln schon fast an akustische Körperverletzung. Nur so ist es einigermaßen erträglich. Frage: Kann man den Equalizer nicht schon senderseitig einsetzen?
 
Die Höhen bei HE-AAC entstehen im Empfänger - sie werden erst grob aus dem Spektrum bis zur "Abbruchkante" (die maximal bei ca. 11,5 kHz liegt, aber hier wohl bei ca. 10 kHz sitzt) ausgerechnet und danach durch senderseitig mit übertragene Metadaten hinsichtlich spektralem Energiegehalt und Tone/Noise-Verhältnis korrigiert. Ich habe den Eindruck, dass dabei in manchen Decodern was schief geht bzw. sowas gar nicht vorgesehen ist.

Bei Toggo-Radio ist ja offenbar schon das "Originalsignal" auf Encoderseite kaputtbearbeitet. Dazu noch dieses HE-AAC, bei dem für mich auch bei ordentlichen Decodern oft noch nervige vorlaute Höhen bleiben - die Kombination machts dann wohl restlos unerträglich.

Eigentlich mag ich mich damit aber nicht weiter befassen. HE-AAC lehne ich ab, damit komme ich hörphysiologisch absolut nicht klar. Auch nicht bei Nettobitraten um 92 kBit/s (DLF Kultur).
 
Kannste mit

schon lange haben - und mit anderen Tools auch.
Auf den Treiber kommt's an. Ich hab für meinen Stick den zadig-Treiber installiert, weil ich damit hauptsächlich SDRsharp nutze. SDRuno läuft (soweit mein Kenntnisstand) ebenso mit dem zadig Treiber. Für den DAB Player von Andreas Gsinn müsste ich jedoch erst einen anderen Treiber installieren.
 
Ich habe anbei eine 2h Aufnahme von Bayern 1. Aufgrund der Größe sind es zwei Downloads.
Witzig: der TS ist größer als das FLAC vom S/PDIF. Im TS steckt massiv non-Audio-Zeugs drin, wohl die komplette EIT (und die ist groß auf TP 39). Das macht mein Bemondis-Receiver auch bei den aktuellsten frei zugänglichen Softwareversionen, deshalb nehme ich eine ältere, die die EIT nicht mit abspeichert.

Gut, dass Du das zur Verfügung gestellt hast: es ist tatsächlich wieder ein De-Sync drin. Einer in den ganzen 2 Stunden, aber es ist einer drin. Und zwar im S/PDIF-File bei ca. 26:31:

Sync Loss TS.jpg
die Stelle im TS

Sync Loss SPDIF.jpg
exakt der gleiche Ausschnitt im S/PDIF.

Ab etwa der gelben Markierung geht es los. Ab da stretcht es sich nach rechts (also in die Zukunft). Man sieht oberhalb der Kante des Tiefpasses auch wieder diesen Ripple, wenn man den Monitor hell stellt und ggf. leicht schräg schaut.

Was man auch eventuell erahnen kann: rechts von der gelben Markierung sind die direkt anschließenden Bereiche im S/PDIF-Sonogramm etwas abgesenkt, also geringst zu niedrigeren Frequenzen verschoben. Switche mal hin und her zwischen beiden Sonogrammen, da kann man es erahnen, vor allem am oberen Rand des Übertragungsbereiches, wo es sich in der größten Absolutwertänderung zeigt. Klar - hier wird Zeit geschunden durch Stretchen des Audios - da muss, da es knackfrei (ohne Einsetzen von zusätzlichen Samples) geschieht, die Tonhöhe runter, es wird ja gepitcht.

Auch sieht man das erhöhte Rauschen oberhalb des Tiefpasses, das sich durchs gesamte S/PDIF-Decoding zieht. Ob es an den 0,69 dB Gain, die ich auch diesmal wieder anwenden musste, um beide Decodings auf gleichen Pegel zu bekommen, liegt, weiß ich nicht. Keine Lust, das jetzt auszuprobieren.

Es sind 98 Samples, die da in Summe "reingestretcht" werden, also 2 Millisekunden. Schrieb ich letztens 97 Samples? Vielleicht habe ich mich da jedes mal verzählt. Vielleicht ist es diesmal auch anders. Aber etwas um knapp 100 Samples ist es. Möglicherweise ist das ein Schwellenwert, der überschritten wird (Puffer läuft leer weil zu schnell ausgespielt wird) und die VU+ korrigiert das dann so (was sie sehr clever macht).

Man hört an der Stelle nichts - siehe Vergleich im Anhang.

Interessant ist, dass danach die restlichen 1h 37min kein weiterer De-Sync mehr auftritt. Vor Erhöhung des Abstandes PCR - PTS hatte ich das bei Deiner Box und Bayern 1 zwei bis drei mal je Minute.

Nun komme ich nicht umhin, doch noch mal 2 Stunden Bayern 1 auf meinem Bemondis zu untersuchen. Zum Glück kann das die meiste Zeit stumm nebenher laufen.

Zum Vergleich wäre jetzt mal Deinerseits 2 Stunden MDR Aktuell oder MDR Sachsen-Anhalt oder so angebracht. Auch Qbit-Encoder, aber das lief da auf Bemondis schon mit 40 ms Abstand PCR - PTS störungsfrei.

Den Download vielleicht dann besser nur als PN an mich.

Ich vermute nach wie vor, dass man bei BR, NDR und Radio Bremen ein Symptom gemildert, nicht aber die Ursache beseitigt hat.
 

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  • Sync Loss at 26_31 TS.wav
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  • Sync Loss at 26_31 SPDIF.wav
    1,3 MB
  • Sync Loss at 26_31 - Differenz TS - SPDIF.wav
    2,9 MB
Für den DAB Player von Andreas Gsinn müsste ich jedoch erst einen anderen Treiber installieren.
Habe mal im Gerätemanager geschaut. "Unbekanntes Gerät" aber Geräteinstanzpfad wird angezeigt. Mein SDR wird leider nicht aufgelistet. Die übereinstimmende USB VID findet sich in keinem Treiber-Pdf (von 1 bis 6 durchgeschaut) von Gsinns Player. Installation zwecklos. Genau wie bei einigen SD-Kartenlesern, die plötzlich nicht mehr funktionierten,
weil Windows die nicht akzeptiert. "Fehlender Gerätedeskriptor". Ist wohl wieder so eine Lizenzhintertür.
 
Nun komme ich nicht umhin, doch noch mal 2 Stunden Bayern 1 auf meinem Bemondis zu untersuchen. Zum Glück kann das die meiste Zeit stumm nebenher laufen.
Ich habe Bayern 1 nun 3 Stunden und 16 Minuten laufen lassen. Da drin war wieder zufälligerweise der PCR-Überlauf nach ca. 26 h 30 min, was aber ja planmäßig ist. Auch war ein Knack in den 11-Uhr-Nachrichten - aber der war sowohl im Receiver-Decoding als auch im Software-Decoding aus dem TS vorhanden und er war bandbegrenzt auf 15,5 kHz - der war wohl schon vor dem Encoder drin.

Die 196 Minuten liefen am Receiver ohne einen Desync zum Transportstrom durch. Nichts fehlte, nichts wurde eingefügt. Die Abweichung zwischen VLC-Decoding und Bemondis-Decoding lag bei +/- 3 "Bitstufen", also ein Prasseln und Rauschen in den 2 niedrigsten Bits. Irgendwo bei -80 dBFS. Vernachlässigbar.
 
Nachdem ich inzwischen einige Zeit SWR1BW zuhöre: Vielleicht sollten wir uns einmal darüber unterhalten. Ich habe hier den direkten Vergleich von UKW, DAB und DVB-S2 LC-AAC. UKW gefällt mir, das lassen wir besser gleich mal raus ;) . Der direkte Vergleich von DVB zu DAB liefert für meine Ohren ein eigentlich zu grelles DVB-S2 LC-ACC. Hört man dann lange bei DAB zu kann man feststellen daß entsprechende Anteile bei DAB oder meinen Geräten schlicht verloren gehen. Hier hat offensichtlich das Soundprocessing noch eine negative Rolle die ein HE-AAC wieder ein Stück weit abfängt.
Und da wäre eine ganz anderes Thema: Warum muß man bei digitalen Signalwegen überhaupt das Signal noch verbiegen? Limiter als Übersteuerungsschutz sollten nach meiner Meinung vollkommen ausreichen. So klingt es einfach nicht nach dem was ich von der CD kenne. Nur laut gibt einen Tinnitus. Hat man denen das nicht denen gesagt ;) .
Unterm Strich: Es klingt Scheiße (sic!) wenn man das Original kennt.
 
Ich bin ja normalerweise Popwellen-Verweigerer. Als jemand, der in den vergangenen ca. 10 Jahren so gut wie ausschließlich ausgewählte Sendungen auf den sogenannten "gehobenen Wellen" nutzte, war mir die inzwischen erfolgte weitere Radikalisierung des Soundprocessings innerhalb der ARD weitgehend entgangen. Was ich im Zuge der Umstellung auf AAC nun doch zu hören bekam, übertraf meine schlimmsten Erwartungen.

Das ist alles schon vor dem Encoder in den Anstalten die reinste Apokalypse. Was z.B. die Einser des NDR liefern, ist so unglaublich kaputt, das könnte man jemandem, der vor 30 Jahren tiefgefroren und nun aufgetaut und wiederbelebt wurde, nicht erklären. Mein erster Stereo-Recorder in den 80er Jahren hatte eine fiese AGC im Kassettenteil - und der klang um Welten sauberer, dynamischer, weniger verzerrt. Man kann sich nichtmal NDR Blue anhören, gegenüber dem Nachtclub auf NDR Info ist es auch da deutlich nach unten gegangen.

Beim MDR ist auch letztlich außer MDR Klassik alles kaputt - gemessen am Auftrag auch MDR "Kultur". Wenn man spätabends mal durch die 3 Landesprogramme des MDR schaltet, hat man auf jedem einen anders kaputten Sound. Das betrifft vor allem die ohne Datenreduktion (!) laufende UKW-Speisung via Leitung.

MDR Sachsen-Anhalt via Satellit ist mir hingegen als deutlich dezenter aufgefallen vor ein paar Wochen. Seit Beendigung der transparenten Verbreitung via Satellit kann man ja nun nichtmal mehr sagen, ob ein UKW-Tiefpass drin ist oder nicht - ist ja jetzt fast alles bei 15,5 kHz knallhart abgeschnitten.

Der Unterhaltungsfunk von hr, SWR und WDR donnert auch in einer Weise, dass ich da keine 3 Minuten zuhören möchte, schon rein von der technischen Qualität her.

Dass der rbb legendär kaputt ist, ist ja bekannt. Ich würde ihn spontan aber nach den kurzen Einblicken, die ich durch die Bearbeitung des AAC-Themas in den vergangenen Monaten bekam, aber teils noch als hinsichtlich Audioqualität weniger unerträglich einstufen wollen als die vorher genannten.

Am dezentesten ist da wirklich noch Bayern 1 - einfach nur plattgepresster Radiosound.

SR habe ich gerade nicht in Erinnerung. Im Sommer, als ich zum Vergleich mit den Hörfunktransponder reingehört habe, war SR 3 wohl noch sauber

In den meisten Fällen passen Darbietungsqualität und Programminhalt freilich perfekt zusammen und komplettieren das Bild, das der ARD-Hörfunk 2022 weitgehend abgibt.

Da die ARD nun auch noch Barrieren vor die problemlose Nutzbarkeit der Kulturwellen gestellt hat und bei mir aufgrund ihres Handelns beim Thema Hörfunkverbreitung die Glaubwürdigkeit hinsichtlich mehrerer wichtiger Themenbereiche (Umwelt, Ressourcen, gesellschaftliche Verantwortung) verloren hat, ist dieser kleine Bereich der Kulturwellen für mich nun auch erledigt. Ich dokumentiere das Elend nur noch zuende, dann ist meine Chronistenpflicht getan.
 
Als nicht-TV-Geräte-Besitzer, in dessen Elternhaus auch nur ein TV-Gerät steht und als jemand, der pandemiebedingt nicht reist und niemanden ohne dringende Notwendigkeit besucht, ist der Zugang zu weiteren Empfangsgeräten für mich kaum möglich. Aber jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit, den Fernseher meiner Eltern / meiner Mutter hinsichtlich Audioqualität beim ARD-Hörfunk gründlicher anzuschauen.

TV Panasonic TX-L32GW10 und der ARD-Hörfunk

Der TX-L32GW10 ist wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt ein 32-Zöller. Er wurde 2009 verkauft und war selbst für damalige Verhältnisse schon recht teuer: 1000 EUR für das Gerät in schwarz bzw. 1100 EUR für das Gerät mit weißem Rahmen (ja, Aufpreis!). Dafür wurde ein IPS-Panel geboten - noch mit CCFL-Backlight - und ein Triple-Tuner mit "verstecktem" DVB-C, das man, wenn man "Deutschland" als Installationsland angegeben hatte, erst "hintenrum" aktivieren musste.

Die Tester waren damals von diesem Gerät weitgehend begeistert. Das Chassis GW10 wurde mit Panels bis knapp 40" (mir ist wie 39") und auch mit Plasma-Panels verbaut, es gab auch eine TX-P...GW10-Serie.

Das Gerät ist prinzipiell "AAC-tauglich" (also "kommt Ton raus"). Eine Radio-Nutzung ist aber nicht sinnvoll, da das Backlight nicht abschaltbar ist (offenbar, um häufiges Zünden der CCFL zu vermeiden, das wäre ja bei jeder Bedienhandlung fällig).

Bei Radio Regenbogen hatte sich der Fernseher aufgehängt bis hin zur nur durch "stromlos machen" behebbaren Fehlfunktion bei der Wiedergabe beliebiger anderer Radio- und TV-Programme nach Abspielen von Radio Regenbogen.

Der ARD-AAC-Hörfunk spielt im ersten Moment scheinbar ok. Bis man dann Knackser hört... so war es zumindest im Herbst 2021, als ich da mal nen Kopfhörer ansteckte und reinhörte. Nun hat sich seit damals ja was getan seitens ARD, also schauen / hören wir mal genauer hin...

Dazu wurde der optische S/PDIF-Ausgang des Fernsehers über ein bitgenau und samplegenau arbeitendes USB-Interface als Wave-Datei auf dem Laptop aufgezeichnet. Parallel lief ein Bemondis-Receiver (WISI OR 252) und schrieb völlig unabhängig davon den Transportstrom des geprüften Programms auf Festplatte. Das Audio aus diesem TS wurde mittels VLC Media Player ebenfalls in Wave decodiert und dann mit dem Audio vom S/PDIF des Fernsehers am Beginn auf das Sample genau synchronisiert und von diesem subtrahiert. Es sollte dabei im Idealfall absolute Stille ("digital Null") oder höchstens ein Störgeräusch bei irgendwo unter -80 dBFS als Differenz auftreten - das würde anzeigen, dass das LC-AAC-Decoding des GW10 ordentlich - also vergleichbar dem Decoding des ordentlich decodierenden VLC - ist. So war jedenfalls der Plan...


Bayern 1

Erste Überraschung: das Audio am S/PDIF ist zwar PCM (und nicht etwa transcodierter AC-3-Bitstream oder sowas), aber es ist deutlich leiser als das Audio, das im Transportstrom steckt und mittels VLC decodiert wurde. Vergleich an identischen Ausschnitten legte nahe, dass es exakt 10 dB (!) Pegelabsenkung am S/PDIF des GW10 sind.

Es gibt eine Pegeleinstellung für das S/PDIF-Signal im Menü des GW10, doch die blieb ohne erkennbare Funktion und stand schon auf Maximalpegel.

Ein Verstärken des Audios um 10 dB, nachfolgendes Synchronisieren mit dem Audio aus dem Transportstrom und dann Subtraktion zeigt, dass tatsächlich exakt 10,0 dB zu niedrig gepegelt ist, aber ansonsten in Ordnung. Die Differenz bleibt noch in einem Bereich, in dem man das Decoding als "subjektiv betrachtet identisch" bezeichnen könnte, irgendwas um -72 dBFS. Es gibt keine Verfälschung von Frequenzgang oder Dynamik.

Aber: alle paar Minuten (1 - 6 Minuten, stark schwankend) erfolgt ein Einsetzen von Samples durch den GW10. Mal 7 Samples, mal 27 Samples, ... eine Systematik ist nicht zu erkennen. Teils hört man es auch richtig knacken.

Das war gestern, am 28.1.2022, also knapp 2 Wochen nach den Umstellungen bei der ARD, die zu offenbar knackfreien Bemondis-Geräten und wesentlich seltener knackendem VU+ geführt haben!


Deshalb nahm ich mir heute (29.1.2022) zuerst MDR Sachsen-Anhalt vor - gleicher Encoderhersteller (Qbit), aber bei den MDR-Programmen gab es auch vor der Verdreifachung der Differenz PCR-PTS keine Synchronisationsverluste / kein Einsetzen von zusätzlichen Samples bei Bemondis-Geräten.

35 Minuten MDR Sachsen-Anhalt liefen also wieder parallel und unabhängig voneinander via S/PDIF vom Panasonic GW10 ins Laptop und via Bemondis-Kabelreceiver auf die USB-Platte.

Erste Erkenntnis: auch hier wieder 10 dB Pegelabsenkung am GW10. Es ist also offenbar unabhängig von der Aussteuerung des jeweiligen Programms - MDR Sachsen-Anhalt geht bis ca. -0,4 dBTP hoch, Bayern 1 nur bis ca. -6 dBTP.

Nach 10 dB Gain für das File vom GW10 und Subtraktion folgt die zweite Erkenntnis: das Decoding ist genau wie bei Bayern 1 abgesehen von der Pegelabsenkung von 10 dB in Ordnung. Klangliche Veränderungen / Änderungen an der Dynamik gibt es nicht.

Aber: es knackt! Und zwar häufig und völlig regellos wirkend. 3 Knacks in 10 Sekunden? Kein Problem. Offenbar wesentlich häufigeres Knacken als bei Bayern 1. Bei jedem Knack werden Samples eingeschoben, die es im Original nicht gibt. Beispiel nebst zugehörigem korrektem Decoding aus dem TS via VLC:

Anhang anzeigen MDR Sachsen-Anhalt - Transportstrom VLC-decodiert.wav
(MDR Sachsen-Anhalt, korrekt decodiert mit VLC)

Das leichte Knistern hier ist schon im "Original" (vor dem Encoder) drin.


Anhang anzeigen MDR Sachsen-Anhalt - Panasonic TX-L32GW10 - SPDIF + 10 dB - Mehrfachklick.wav
(MDR Sachsen-Anhalt, decodiert mit Panasonic TX-L32GW10, + 10 dB Gain)

Bei 0:09 knackt es ein mal deutlich, gleich danach bei 0:11 leicht nach links versetzt 2 mal direkt nacheinander.


Sowas macht wach. Auf diesem TV knacken auch Programme, die auf anderen Fabrikaten problemlos durchlaufen und auch schon vor der Änderung an den Qbit-Encodern mit einem anderen Fabrikat problemlos liefen.

Was könnte jetzt die Ursache sein? Vielleicht das RDS, das bei QBit in den Ancillary Data des AAC übertragen wird - das haben Bayern 1 und MDR Sachsen-Anhalt gemeinsam. Und beim MDR kommt viel mehr RDS durch als beim BR, u.a. M/S, PI, PS. MDR 1 knackt auch viel häufiger als Bayern 1.


Also griff ich mir als nächstes ein Programm, das das RDS separat auf Private PID und nicht im Audio laufen hat: SR 1.

SR 1 - PMT.png


Das kommt aus der Encodersoftware des anderen Lieferanten (ich kenne den Namen, da er aber bislang wohl nirgendwo offiziell genannt wurde, nenne ich ihn nicht, sowas liegt mir fern ;) ).

32 Minuten SR 1, wieder aus dem S/PDIF des Panasonic GW10 gegen das Decoding direkt aus dem Transportstrom mittels VLC.

Wieder sind es genau 10 dB, die das Decoding des TV verstärkt werden muss, um mit dem VLC-Decoding gleichzuziehen.

Die Differenz beider Decodings liegt dann um -70 dBFS, entsprechend ca. 7-10 Samplestufen. Verstärkt man diese Differenz, hört man verzerrt das Audio. Möglicherweise hat man es hier mit einem Dither im GW10 zu tun. Subjektiv dürfte das Decoding des GW10 damit aber immer noch als identisch zum VLC-Decoding gelten.

Aber: SR 1 läuft die vollen getesteten 32 Minuten lang ohne einen einzigen Knack und ohne Einschieben zusätzlicher Samples durch!


Jetzt wird es spannend: Qbit knackt über den Panasonic GW10 beim alten Problemfall BR genauso wie beim auf anderen Fabrikaten auch vor Verdreifachung der Differenz PCR-PTS nicht knackenden MDR. MDR und BR haben beide das RDS in den Ancillary Data des AAC. Beim SR, der das RDS auf Private PID überträgt, aber halt auch einen anderen Encoder-Lieferanten hat, knackt es nicht.

Liegt es generell am RDS im AAC oder liegt es am Encoderhersteller?

Bleibt also noch diese Kombination auszutesten: der andere Encoderhersteller, aber RDS in den Ancillary Data des AAC. Das macht seit irgendwann November/Dezember der hr.

Also der nächste Test: hr1.


hr1 - PMT.png


Um es kurz zu machen: hr1 verhält sich wie die anderen Programme hinsichtlich Pegel am S/PDIF des GW10 - es sind exakt 10 dB zuwenig. Ansonsten stimmen Frequenzgang, Dynamik etc.

Und: auch hr1 läuft die vollen getesteten 35 Minuten lang ohne einen einzigen Knack und ohne Einschieben zusätzlicher Samples durch, obwohl das RDS in den Ancillary Data steckt!

Es geht also prinzipiell, dass der Panasonic GW10 knackfrei spielt, sogar mit RDS in den Ancillary Data des AAC. Sieht aber so aus, als wäre das nur bei einem der beiden Encoderhersteller der Fall.

Ich müsste nun weiter testen mit SWR und WDR einerseits und RBB, NDR und Radio Bremen andererseits. Sorry, keine Lust mehr. Auch wenn vor allem NDR Kultur interessant wäre - AC-3, kein RDS, aber der Encoder-Lieferant, bei dem es bei AAC knackt.

Damit kann sich doch mal das IRT vor einem Jahr beschäftigt haben. Oder halt die ARD jetzt.


Blieben noch 2 Dinge zu erwähnen: BR Klassik läuft bei Stereo auch 10 dB zu leise auf dem GW10 am S/PDIF. Bei Surround kommt Stereo raus aus der AAC-Surroundspur, als PCM via S/PDIF, um satte 20 dB zu leise! Da ist dann schon die Wandlerauflösung nicht mehr optimal. Wenn das bei den anderen Kulturwellen im Surround-Modus auch auftreten sollte, kann man nichtmal durch Wechsel auf die Stereospur vor dieser brutalen Pegelabsenkung fliehen.


Und: der DLF, in 256 kBit/s MPEG 1 Layer II, spielt erstens am S/PDIF des Panasonic GW10 sofort mit korrektem Pegel und weist gegen das Decoding des Transportstromes (hier mit Winamp 5.66 realisiert) eine Abweichung von maximal 1 Bitstufe auf. Außerdem läuft der DLF trotz RDS in den Ancillary Data des MPEG 1 Layer II die gesamten getesteten 40 Minuten synchron durch. Und hat nen besseren Frequenzgang als das ARD-AAC.


Fazit: ganz schön viel Murks beim "verbesserten Audiostandard" auf diesem Fernseher. Wäre man bei MPEG-Audio geblieben, liefe die Kiste perfekt.

Und eigentlich möchte ich gar nicht mehr wissen, wie andere Modelle / Fabrikate so performen.
 
SÄCHSISCHES LOKAL-TV IST REALITÄTSBEWUSSTER ALS DIE ARD

...und stellt kurz nach Sendestart via Satellit von AAC-Ton auf MP2-Ton um, weil sie potentielle Zuschauerschaft dann doch nicht schon technisch ausgrenzen wollen:


Und wieder ist die ARD ganz alleine auf Astra 19,2° Ost mit ihren AAC-Experimenten zu Lasten der Beitragszahler.

Könnte bei SACHSEN EINS sogar ganz eindeutig auf Rückmeldungen von Interessenten zurückgehen:

Mein Kathrein UFS922 kann kein AAC.Nun hat man auf mpeg umgestellt.
Ich hatte eine mail an den Betreiber geschickt.Man wolle sich um das Problem kümmern war die Antwort.



Wenn ein Besitzer von nicht AAC-tauglicher Empfangstechnik an die ARD schrieb, bekam (und offenbar: bekommt immer noch) er gebetsmühlenartig die bekannten Standardantworten zurück, durch die die betroffenen Geräte natürlich trotzdem keinen Ton von sich geben.

So wenig sind der ARD ihre eigenen Finanzierer wert. Der "verbesserte Audiostandard", der halt den klitzekleinen Kollateralschaden hat, mit hunderttausenden Geräte nicht zu spielen, befriedigt halt nur die wenigen in der ARD, die sich das ausgedacht haben. Schon innerhalb der ARD geibt es genug Geschädigte, sei es durch Entzug von Hörerschaft in den Hörfunkwellen, sei es durch nicht mehr Verbreitbarkeit der vollen Qualität von Aufnahmen der eigenen Klangkörper, sei es durch Mehrarbeit an der technischen Hotline (wovon ich sehr ausgehe).
 
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