• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Das Ende von Rhein FM: So viel Offenheit (auch zum Zustand des Radios) war selten

Gut auf den Punkt gebracht. Die Probleme sind ja seit Jahren bekannt und eine Änderung nicht in Sicht. Für solche kleinen, lokalen Projekte wird sich sowas nie rechnen bzw. Aufwand und Nutzen sind nicht mehr optimal. Andere werden wohl bald auch diesen Weg gehen.
 
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Du findest aber auch niemanden mehr (vor allem junge Menschen), die sich ernsthaft für Radio interessieren. Mache einen neuen YouTube- oder TikTok-Kanal auf, und die Jungspunde reißen dir die Bude ein. Aber Radio? Öööööööde. Ich finde aber auch keine Antwort auf die Frage, wie Radio wieder sexy werden kann. Wahrscheinlich gar nicht mehr, da die Welt sich schlicht und ergreifend weitergedreht hat.
 
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Das würde ich so pauschal nicht unterschreiben. Es gibt viele Schüler, die sich für Radio interessieren. Allerdings bietet heute Radio meist nichts. Man müsste die Hörer stärker ins Programm einbinden. Radio ist ein Medium, das Verbindet, das vereinzelte Interessen bündelt und Personen vorstellen kann. Das geht aber nicht mit VT sondern nur live. Live-Radio hört man auch, weil man "Pannen" bzw. Menschen hören will und die Erfahrung, wie man damit umgeht. Das wiederum funktioniert nicht als VT. Wozu soll ich vorproduzierte kurz-Podcasts in einer Musikplaylist anhören? Selbst der Verkehrsfunkt ist mit KI langweilig, weil ohne echte Emotionen.
 
Ich bin 22 und höre immer noch Radio aber die Generation die jetzt kommt wird mit anderen Gewohnheiten erzogen, als ich Kind war da war das Radio das erste was lief wenn ich aufgewacht bin ich war happy dass ich Musik hatte. Radio heute ist leider sehr abgerutscht früher war Radio mein Spotify dort heute holen sich die jüngere Generation Musik woanders her.
 
Du findest aber auch niemanden mehr (vor allem junge Menschen), die sich ernsthaft für Radio interessieren.
Zumindest nicht mehr für das Radio, wie es noch vor 20 oder 30 Jahren war und dessen „Rückkehr“ gerade hier im Forum an anderen Stellen gerade zu vehement gefordert wird.

Ich kenne viele junge Menschen, die sich nach wie vor für das Medium Radio als ein lebendiges, informatives und relevantes Medium interessieren. Allerdings haben die nicht die Ansicht, dass sich Radio durch linearen Ansagefunk und Einschaltprogramme behaupten müsse. Auch die Methode Deutschlandfunk, wo interessante Debatten einfach mal abgewürgt werden, weil gleich die Nachrichten kommen, kommt bei den jungen Leuten nicht so gut an. Heisst aber nicht, dass junge Menschen keine Nachrichten mehr hören. Aber nicht starr zur vollen Stunde. Vielleicht mal um viertal nach oder zwanzig vor. Oder auch einfach mal drei Stunden garnicht. Die wollen, dass man ihnen zuhört und sie ausreden lässt. Im Radio besteht im Gegensatz zu einer Playlist bei Spotify die Möglichkeit einer solchen Moderation. Und in dieser Hinsicht wünschen sich die jungen Menschen schon eine gewisse Persönlichkeit, die lebhaft zu ihnen spricht über Dinge, die in ihrem Leben Belang haben. Bestenfalls noch mit dem Instrument der Interaktion, wo man mitbestimmen kann, in welche Richtung es jetzt gehen soll. Aber nicht über Facebook, das ist bei der Jugend schon wieder „out“. Und hinter dem Mikro sollen keine Witzbolde sitzen, die sich nur über andere lustig machen (wir Alten nennen das „Comedy“), und bitte kein Voicetrack und schon gar keine KI. Und das ganze vielleicht auch mal nachts um halb drei. Welcher Sender bietet das heute? Keiner. Oder zumindest sehr wenige. Fast alle Stationen kleben an Programmschienen, Stundenuhren und geben vor, was wann zu laufen hat. Und nachts läuft eh nur Musik.

Ich habe lange Zeit an meiner ehemaligen Schule die Radio-AG betreut. Die Jungs und Mädels hatten gleichermaßen Interesse an Technik, Inhalten aber auch an Musik, in einer Bandbreite, die mich erstaunt hat. Da kam aber oft ein Programm raus, was sich ganz anders anhört als das, was wir heute auf fast allen Sendern (noch) hören.
 
Die wollen, dass man ihnen zuhört und sie ausreden lässt. Im Radio besteht im Gegensatz zu einer Playlist bei Spotify die Möglichkeit einer solchen Moderation. Und in dieser Hinsicht wünschen sich die jungen Menschen schon eine gewisse Persönlichkeit, die lebhaft zu ihnen spricht über Dinge, die in ihrem Leben Belang haben. Bestenfalls noch mit dem Instrument der Interaktion, wo man mitbestimmen kann, in welche Richtung es jetzt gehen soll.
Meiner Beobachtung nach ist das genau das, weswegen die sozialen Medien, YouTube, Instagram & Co. einen so großen Stellenwert bei jungen und junggebliebenen Menschen haben, im Gegensatz zum Radio (und oft auch linearem TV), das dort praktisch bedeutungslos ist.
 
Es gibt viele Schüler, die sich für Radio interessieren. Allerdings bietet heute Radio meist nichts.
Wie dem auch sei, als Jugendradio hat sich Rhein FM ja nicht gerade positioniert. Ich habe ab und zu mal gerne per Stream r(h)ein- und zugehört, zuletzt anlässlich der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Das Musikprogramm basierte überwiegend auf einem gut kuratierten Oldiemix - offen für Raritäten und auch mit einem gewissen Sinn für Humor. Schade, dass nach fünf Jahren jetzt Schluss ist.
 
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Gibt auch Untersuchungen , dass die Jugend immer weniger Musik überhaupt hört. Musik als Lifestyle ist halt fast verschwunden. Wir hatten die Raver, die Grunger, Punks, die Gothics usw. Musik ist irrelevanter geworden. Festivals und Konzerte boomen, ja. aber Musik als Lebensbegleitendes tägliches Medium wird weniger. Beobachte ich bei meiner 15 jährigen und deren Freundinnen auch. Man kennt aktuelle Hits, aber dass es stundenlang läuft wie bei uns früher? eher nein. wo also soll das Interesse für ein Medium herkommen, dass auch durch musilkalische Einfältigkeit glänzt?
 
Musik als Lifestyle ist halt fast verschwunden. Wir hatten die Raver, die Grunger, Punks, die Gothics usw. Musik ist irrelevanter geworden.

Was "Ihr" für Leute hattet. :)

Ist ja nicht so, dass es auch vor 30 Jahren keine Leute gab, die sich maximal den Bravo Sampler gekauft haben.

Sorry, aber wenn ich vor 30 Jahren mit Fritz einen "Jugendsender" gehört habe, dann war das alles andere als ein Lokalsender. Und ich brauch dann auch 30 Jahre später kein Lokalradio um rauszubekommen, ob in der Kleinstadt nebenan gerade Jahrmarkt ist. Das bekomme ich genau wie damals auch noch so mit. Und dann lass ich mir auch heute nicht erzählen, wie toll "wir" in den 90ern zu den Backstreet Boys gefeiert haben. Das wart "Ihr". Oder so ähnlich.
 
Klar war Fritz ein Lokalradio. Und zwar auch noch eines mit Lokalkolorit. Keiner hat so heftig im Radio berlinert wie Jürgen Kuttner. In Berlin-Brandenburg war er ein Radio-Gott, über dessen Sendungen am nächsten Tag geredet wurde.

Mike Lehmann und Comanchen-Bernd von der Schleuse Woltersdorf Ost.

Bands und Künstler aus der Region wurden gepusht. Rosenstolz, Lucilectric, Paul van Dyk, Die Aerzte. Die Loveparade wurde teils mehrere Tage mit dem Fritz Loveradio begleitet.

Die Raver, Grunger, Punks: sie kamen alle bei Fritz vor. Und ab und an auch die Backstreet Boys.
 
Klar war Fritz ein Lokalradio.

Wenn ich mir den Link ansehe, liegt bei der technischen Reichweite von potentiellen 650.000 bis 670.000 Hörern (wenn sie sich denn ein DAB+ Gerät kaufen würden) dann doch der Faktor 10 dazwischen. Lokalradio für mich wäre heute sowas wie Radio Potsdam oder Antenne Brandenburg Ausgabe Potsdam...

Bands und Künstler aus der Region wurden gepusht. Rosenstolz, Lucilectric, Paul van Dyk, Die Aerzte. Die Loveparade wurde teils mehrere Tage mit dem Fritz Loveradio begleitet.

Die Raver, Grunger, Punks: sie kamen alle bei Fritz vor. Und ab und an auch die Backstreet Boys.

Ganz genau! Doch wie heißt es in der Überschrift des verlinkten Artikel: "Radio ist einfach nicht mehr sexy."
 
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