Zur Technik kannst Du bei Andi direkt was lesen. Das ist älter, aber an bewährten Prozessen ändert man halt nicht unbedingt viel, so lange das möglich ist (siehe auch die steinalte Software zum Aufnehmen und Schneiden, absolut bewährt).
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Ein älteres Blockschaltbild gibt es auch, wenngleich nicht von dem Raum, den wir im Video sahen, sondern vom ursprünglichen Raum andernorts, der einst Facebook-Titelbild von ihm war:
www.facebook.com
Da siehst Du, dass die digitalen Quellen (DAT und MD) per Digitalausgang überspielt werden, also genaugenommen nicht "digitalisiert", sondern so wie es aus den Geräten rauskommt über die RME-Audiokarte in die Software übergeben werden. Das sind dann 1:1-Kopien als File, wobei im Falle der MD natürlich der jeweilige MD-Recorder ausgabeseitig das mit ATRAC datenreduzierte Audio wieder auf Vollformat aufbläst. Bei DAT kommt gleich "Vollformat" vom Band (im Falle von Standardplay) bzw. ein krudes 12-Bit-Format mit nichtlinearer Skalierung (bei Longplay 32 kHz), das vom DAT-Recorder vor der digitalen Ausgabe freilich auch wieder auf 16 Bit lineare Skalierung umgerechnet wird, denn die digitalen Schnittstellen (AES/EBU, ganz ähnlich der Consumer-Schnittstelle S/PDIF, nur mehr / andere Statusbits etc.) sind natürlich linear skaliert, üblicherweise 16 Bit und 32 / 44,1 / 48 kHz Samplerate.
Die Geräte mit analoger Ausgabe (Tapedeck, Bandmaschine, VHS-HiFi, diverse Exoten) werden im Falle unsymmetrischer (Cinch) Ausgänge erst symmetrisiert und dann in einen 8-kanaligen RME-A/D-Wandler gegeben. Der wiederum gibt dann das Digitalisat an die Karte im Rechner weiter.
Ist eigentlich ganz einfach und systematisch. Letztlich so, wie engagierte Amateure das auch machen würden, nur dass es halt hier eine umfangreichere Installation ist, in der i.d.R. nichts umgestöpselt wird, sondern halt Umschalter etc. für dauerhafte (Fest)installation vorhanden sind.
Nicht abwertend gemeint, Andi hat es auch selbst erwähnt: es ist "nur" Audio. Das macht es viel genügsamer als Video. Eine Stunde 44,1 kHz Stereo 16 Bit sind ca. 605 MByte ohne jegliche Datenkompression / Datenreduktion. Ein Witz heutzutage. Selbst was in FLAC einzupacken ist da nicht mehr nötig, sondern im Handling nur noch lästig.
Das krasseste, was ich von Andi mal gesehen habe, war ein Turm aus 4 (vier!) Studer Kassettentonbandmaschinen, die zeitgleich (4 mal stereo) in einen 8-Kanal-RME-A/D-Wandler einspielten und eben als 4 Kanalpaare zeitgleich im Rechner landeten. Früher hatten die Tapedecks der Billigklasse High-Speed-Dubbing, Andi macht mit teurer Technik professionelles "parallel-Dubbing" mit sozusagen 4-Speed, wenns mal schnell gehen muss.
Mich wundert genau wie Jörg, dass das Gewinde im Kopfträger der Studer-Decks nicht ausleiert, wenn ständig der Azimut nachgestellt wird. Noch mehr wundert mich, dass das so auf Dauer funktioniert, denn wenn ein Kopf Verschleiß hat, das Band also einen "Graben" in den Kopf eingeschliffen hat, hat man dadurch eine "Bandführung" über die Länge des Kopfes (bzw. über den Abstand der Kopfspiegel von Sprechkopf und Hörkopf). Wenn man dann am Azimut dreht, verkantet man diesen "Graben" gegen den geraden Bandlauf und bekommt instabilen Azimut, weil das Band dann immer wieder aus diesem Graben ausbrechen will. Ich kenne das so von anderen Geräten (auch teuren) mit Permalloy-Köpfen. Andi beteuert aber, dass er an den Köpfen der Studer-Decks keinen Verschleiß feststellen konnte. Offenbar auch hier was absolut langzeitstabiles, was die Methode des individuelen Azimut-Abgleichs überhaupt erst ermöglicht.