delta radio - Das Ende?

Nach über 30 Jahren gibt Delta Radio (Anfangs noch Alpha Radio) im Herbst ja nun freiwillig seine UKW-Frequenzen in Schleswig-Holtein ab. Damit wird die 2. Privatfunkkette im hohen Norden zum "DAB Only Programm". Bisher einmalig in Deutschland.

Anders als bei Radio Bob oder DLF sind in der Versorgung bisher richtige "Sahne-Frequenzen" dabei - z.B. 107,4 Hamburg und der Speckgürtel, 105,9 Kiel und Umland.

Wie seht Ihr die Erfolgsaussischten künftig für das junge Radio aus Kiel, wenn sie ausschließlich den DAB-Weg gehen. Kann das MA-technisch gut gehen? Droht vielleicht sogar langfristig das Ende des Senders? Oder ist die junge Zielgruppe eh nur noch an DAB und Alexa interessiert beim Thema Empfang?

Freue mich auf Diskussion.

Bitte keine Pro/ Contra - DAB-Plus-Diskussion daraus machen! Es geht mir konkret um dieses Beispiel.
 
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Soweit ich weiß, hat das nichts mit "Wollen" und "....was die dort wieder alles riskieren...?!" zu tun, sondern mit diesem "Schleswig-Holstein schaltet UKW generell ab"- Beschluss, zu tun. Sie wollen ja dort Vorreiter für ganz Deutschland sein und eben angeblich zeigen, dass UKW jetzt schon total überflüssig sein soll. Delta Radio hat das vielleicht hinsichtlich seiner Onair- bzw. Presseinfos so betont, also ob sie da einen Alleingang wagen würden...
 
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Ich würde behaupten die Hörer von Delta Radio sind eher auf DAB zu finden als beispielsweise jene von RSH, welche ja auch als letztes UKW verlassen.
 
Soweit ich weiß, hat das nichts mit "Wollen" und "....was die dort wieder alles riskieren...?!" zu tun, sondern mit diesem "Schleswig-Holstein schaltet UKW generell ab"- Beschluss, zu tun. Sie wollen ja dort Vorreiter für ganz Deutschland sein und eben angeblich zeigen, dass UKW jetzt schon total überflüssig sein soll.
Wenn UKW so überflüssig ist, warum will dann nicht R.SH der Vorreiter sein?
Man hat doch immer so gerne betont, dass man der erste landesweite Privatsender in Deutschland war. Dann kann man doch auch der erste landesweite Privatsender sein der seine UKW-Verbreitung einstellt. 😏
 
Antenne Sylt bleibt erstmal auf UKW. Also rechtlich verbindlich scheint das FM - Aus nicht zu sein
Antenne Sylt hat die Zulassung für UKW bis Juli 2031 erhalten. Danach ist spätestens Schluß mit UKW für alle Radiosender in Schleswig-Holstein.
Warum unterschiedliche Abschalttermine, weil die UKW-Zulassungen zu unterschiedlichen Terminen ausläuft und eigentlich nicht mehr verlängert werden soll. Bei Antenne Sylt hat man eine Ausnahme gemacht, aber gibt keine 10-jährige Zulassung, sondern nur noch so lang, bis alle abschalten sollen.
 
Bitte keine Pro/ Contra - DAB-Plus-Diskussion daraus machen! Es geht mir konkret um dieses Beispiel.
Du machst die These auf, dass nur UKW für die terrestische Verbreitung sinnvoll ist und alles auf DAB+ ohnehin dem Untergang geweiht ist aber das soll keine DAB+ Diskussion werden? Schwierig.
Vermutlich wird es ein Mittelweg: Hörerverluste aber kein Untergang.
Immerhin spart Delta dadurch auch Geld. Wieviel vom Umsatz eines kleineren/mittleren Senders eine Landesweite UKW-Verbreitung kostet, kann ich allerdings nicht beurteilen.
 
Nach über 30 Jahren gibt Delta Radio (Anfangs noch Alpha Radio) im Herbst ja nun freiwillig seine UKW-Frequenzen in Schleswig-Holtein ab. Damit wird die 2. Privatfunkkette im hohen Norden zum "DAB Only Programm". Bisher einmalig in Deutschland.

Anders als bei Radio Bob oder DLF sind in der Versorgung bisher richtige "Sahne-Frequenzen" dabei - z.B. 107,4 Hamburg und der Speckgürtel, 105,9 Kiel und Umland.

Wie seht Ihr die Erfolgsaussischten künftig für das junge Radio aus Kiel, wenn sie ausschließlich den DAB-Weg gehen. Kann das MA-technisch gut gehen? Droht vielleicht sogar langfristig das Ende des Senders? Oder ist die junge Zielgruppe eh nur noch an DAB und Alexa interessiert beim Thema Empfang?

Freue mich auf Diskussion.

Bitte keine Pro/ Contra - DAB-Plus-Diskussion daraus machen! Es geht mir konkret um dieses Beispiel.
Du übersiehst hier meines Erachtens die eigentliche Raffinesse dieser ganzen Konstellation, die sich da im hohen Norden vollzieht, und demonstrierst dabei auf geradezu exemplarische Weise jene oberflächliche Betrachtungsweise, die so charakteristisch ist für das gemeine Radioforum-Publikum, welches sich in der trügerischen Gewissheit wiegt, mit ein paar markanten Frequenzzahlen bereits die Komplexität sowohl der Ausbreitungstechnik als auch der dahinterliegenden Marktstrategien durchdrungen zu haben. Was du als mutigen Schritt in die digitale Zukunft interpretierst, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein durchaus elegantes Manöver der RegioCast-Führung, sich eines seit Jahren schwelenden Problems zu entledigen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren oder gar unliebsame Fragen der Landesmedienanstalt provozieren zu müssen.

Dass du ausgerechnet die 107,4 MHz als "Filetstück" bezeichnest, offenbart eine Unkenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten, die beinahe schon wieder rührend anmutet in ihrer naiven Schlichtheit. Jeder, der sich auch nur rudimentär mit den Ausbreitungscharakteristika dieser Frequenz auseinandergesetzt hätte, wüsste selbstverständlich, dass der Sendestandort Kisdorf - weit nördlich der Hansestadt gelegen - mit seiner bemerkenswerten Richtcharakteristik gen Süden zwar durchaus ambitionierte Versorgungsansprüche hegt, diese jedoch in der Realität der Hamburger Empfangslandschaft an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Wellenausbreitung und den nicht minder restriktiven Interferenzen des dicht belegten UKW-Bandes scheitern müssen. Hamburg, diese metropolitane Frequenzwüste par excellence, in der sich die Sender gegenseitig in einem wahren Tanz der Nachbarkanal-Störungen zerfleischen, ist nun wahrlich nicht der Ort, an dem eine Frequenz aus dem fernen Kisdorf ihre volle Strahlkraft entfalten könnte.

Die Richtcharakteristika, diese technischen Fesseln der Ausbreitungsgeometrie, sorgen dafür, dass das, was du so euphemistisch als "Sahne-Frequenz" bezeichnest, in der Hamburger Empfangsrealität zu einem wahren Stochern im technischen Nebel verkommt, wobei sich die Feldstärken in den urbanen Schluchten der Hansestadt derart unvorhersagbar verhalten, dass selbst ein nominell starker Sender aus Kisdorf gegen die lokalen Giganten wie NDR 2 oder die Privaten vom Funkturm Billwerder einen aussichtslosen Kampf führen muss. Die Topographie, diese unerbittliche Herrscherin über die Wellenausbreitung, lässt die elektromagnetischen Wellen auf ihrem Weg gen Süden durch Reflexionen, Beugungen und Mehrwegeausbreitungen derart maltretieren, dass von der ursprünglichen Signalqualität nur noch Fragmente beim Empfänger ankommen.

Aber vielleicht ist gerade diese wohlkalkulierte Unzulänglichkeit der Versorgung das eigentlich Geniale an der ganzen Konstruktion gewesen - Delta Radio war doch niemals als ernstzunehmender Konkurrent zu R.SH konzipiert worden, sondern vielmehr als eine Art Feigenblatt der Meinungsvielfalt, gerade alternativ genug, um den Anschein von Konkurrenz zu wahren, dabei aber stets so harmlos und quotentechnisch bedeutungslos, dass es dem Flaggschiff des Konzerns niemals hätte gefährlich werden können. Diese Gratwanderung zwischen scheinbarer Alternative und tatsächlicher Belanglosigkeit ist über Jahrzehnte hinweg meisterhaft inszeniert worden, wobei man sich stets darauf verlassen konnte, dass die Hörerzahlen in jenen Sphären verharren würden, die eine Auswertung gerade noch rechtfertigen, ohne jedoch jemals wirklich ins Gewicht zu fallen.

Die technischen Limitationen der Frequenzverteilung spielten dabei dem strategischen Kalkül perfekt in die Hände - während R.SH von seinen erstklassigen Sendestandorten aus mit optimalen Antennendiagrammen und Leistungen das Land flächendeckend versorgen konnte, musste sich Delta Radio mit den Resten begnügen, mit jenen Frequenzen und Standorten, die zwar auf dem Papier durchaus respektabel erschienen, in der Praxis jedoch durch ihre Ausbreitungseigenschaften niemals zu einer echten Bedrohung werden konnten. Eine Meisterleistung der strategischen Mittelmäßigkeit, möchte man fast sagen, bei der die Gesetze der Funktechnik als stille Komplizen fungierten.

Nun präsentiert sich die Gelegenheit, dieses seit langem als Ballast empfundene Konstrukt unter dem gesellschaftlich durchaus akzeptierten Banner der Digitalisierung und Innovation zu transformieren - wer könnte schon etwas gegen den Mut zur technischen Avantgarde einwenden? Dass dabei gleichzeitig jene vermeintlichen "Sahne-Frequenzen" frei werden, die in Wahrheit nie das gehalten haben, was ihre Nomenklatur versprach, eröffnet natürlich völlig neue Möglichkeiten für das Portfolio, ohne dass man sich dem Vorwurf der Marktbereinigung aussetzen müsste. Vielleicht ein Sunshine Live auf UKW mit optimierter Sendetechnik, vielleicht etwas gänzlich Neues - die Optionen sind Legion, und alle deutlich vielversprechender als das bisherige Konstrukt aus technischen Kompromissen und strategischer Selbstbeschränkung. Die junge Zielgruppe als Begründung für diesen Schritt anzuführen, zeugt von einer gewissen Naivität bezüglich der tatsächlichen Motivlage, denn die wahren Beweggründe liegen doch auf einer ganz anderen Ebene der strategischen Überlegungen, fernab von DAB-Penetrationsraten und Streaming-Gewohnheiten.
 
@Carlsson Das hätte man auch in zwei Sätzen schreiben können. Ich hab's von der KI zusammenfassen lassen:

"Der Beitrag kritisiert die oberflächliche Betrachtung der Frequenzverteilung von delta radio und hebt hervor, dass die technische Limitierung der 107,4 MHz-Frequenz in Hamburg strategisch genutzt wurde, um das Programm bewusst unbedeutend zu halten. Die aktuelle Umstellung auf digitale Verbreitung wird als raffinierter Schachzug der Regiocast-Führung interpretiert, um sich elegant von einem langjährigen Problem zu lösen und neue, lukrativere Optionen zu eröffnen."

Bitte, gerne!
 
Delta Radio war doch niemals als ernstzunehmender Konkurrent zu R.SH konzipiert worden, sondern vielmehr als eine Art Feigenblatt der Meinungsvielfalt, gerade alternativ genug, um den Anschein von Konkurrenz zu wahren, dabei aber stets so harmlos und quotentechnisch bedeutungslos, dass es dem Flaggschiff des Konzerns niemals hätte gefährlich werden können.
Wie begründet sich diese Einschätzung, Carlsson?

Alpha bzw. Delta Radio startete Anfang der 90er ambitioniert mit damals modernster Technik, erfahrenem Personal und hohen Investitionen. Mehrere Jahre versuchte der Sender, sich als ernsthafte Konkurrenz zu R.SH zu etablieren. Das gelang jedoch nicht und als das Geld alle war, stiegen neue Gesellschafter ein, darunter R.SH. Ab dann war es natürlich sinnvoll, Delta Radio und R.SH im Hörermarkt komplementär zu positionieren.

Die UKW-Abdeckung von Delta in Hamburg war in den ersten Jahren in der Tat nicht wirklich gut. Delta Radio erhielt dann irgendwann Ende der 90er Jahre eine zusätzliche City-Frequenz in Hamburg, damit war eine gute Abdeckung ergänzend zur 107,4 gegeben.
 
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Delta Radio erhielt dann irgendwann Ende der 90er Jahre eine zusätzliche City-Frequenz in Hamburg, damit war eine gute Abdeckung ergänzend zur 107,4 gegeben.
Die "City-Frequenz" sendet zwar vom Hamburger Funkturm, hat aber eine starke Keule nach Westen. Damit sollen Empfangslöcher im südwestlichen Schleswig-Holstein gestopft werden. Sicherlich, auf dem Weg ins eigentliche Sendegebiet nimmt die Frequenz locker einige Hamburger Stadtteile mit. In den ausgeblendeten Richtungen kommt aber fast nichts an.

Die Kisdorfer Frequenz hat zwar wegen der 107,3 aus Schwerin Einzüge Richtung Osten, aber ansonsten ist der Empfang in Hamburg und Umgebung nicht schlechter als der des R.SH-Pendants. An der Frequenzkette liegt es jedenfalls nicht, dass Delta über die vielen Jahre keinen durchschlagenden Erfolg gehabt hat.
 
Wie begründet sich diese Einschätzung, Carlsson?

Alpha bzw. Delta Radio startete Anfang der 90er ambitioniert mit damals modernster Technik, erfahrenem Personal und hohen Investitionen. Mehrere Jahre versuchte der Sender, sich als ernsthafte Konkurrenz zu R.SH zu etablieren. Das gelang jedoch nicht und als das Geld alle war, stiegen neue Gesellschafter ein, darunter R.SH. Ab dann war es natürlich sinnvoll, Delta Radio und R.SH im Hörermarkt komplementär zu positionieren.
Richtig ist, dass Anfang der 90er-Jahre sehr viel Geld in den Aufbau von delta radio gesteckt wurde, nämlich 8 Millionen DM. Die Ausrichtung auf Rock und eine junge Zielgruppe gab es aber von Anfang an.
 
Dass Delta Radio in seinen Anfangsjahren ambitioniert startete, sei unbenommen - aber gerade die beiläufige Erwähnung jener vermeintlichen "City-Frequenz" offenbart auf exemplarische Weise die Oberflächlichkeit, mit der solche technischen Sachverhalte gemeinhin betrachtet werden. Was so euphorisch als Lösung der Hamburger Versorgungsproblematik anpreist, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein wahres Meisterwerk der funktechnischen Trickserei, das seinesgleichen sucht in der langen Geschichte kreativer Frequenzplanung.

Die 93,4 MHz, diese vermeintliche Rettung für die Hansestadt, strahlt nämlich keineswegs als klassische City-Frequenz omnidirektional ihre bescheidenen zwei Kilowatt in alle Himmelsrichtungen ab, sondern konzentriert ihre elektromagnetische Energie in einem derart schmalen Korridor zwischen 270° und 290°, dass man fast von chirurgischer Präzision sprechen möchte. Diese extreme Richtcharakteristik, offiziell zur Schließung von Versorgungslücken in Wedel konzipiert - was schon an sich ein funktechnisches Novum darstellt, bedenkt man, dass lokale Versorgungslücken üblicherweise durch lokale Maßnahmen behoben werden -, sorgt dafür, dass die Frequenz lediglich in einem schmalen Streifen über den Bezirk Altona hinweg ihre volle Strahlkraft entfalten kann.

In diesem geografisch äußerst limitierten Bereich mag die 93,4 MHz durchaus respektable Feldstärken erreichen - wobei selbst hier die permanenten Interferenzen von NDR Kultur aus Dannenberg auf 93,3 MHz für eine kontinuierliche Störkulisse sorgen, die jede Freude am ungetrübten Empfang nachhaltig dämpft. Doch kaum verlässt man diesen schmalen Versorgungskorridor, bricht die Leistung so dramatisch ein, dass sie sich im einstelligen Wattbereich bewegt - eine Schwächung, die selbst in unmittelbarer Sichtweite zum Sendestandort in der Heinrich-Hertz-Straße bereits zu merklichen Empfangsproblemen führt.

An der Außenalster, diesem noblen Gewässer im Herzen der Hansestadt, wo man doch erwarten sollte, dass eine Hamburger "City-Frequenz" ihre volle Pracht entfaltet, schwächelt das Signal bereits derart bedenklich, dass das RDS-System in seiner digitalen Verzweiflung zwischen den verfügbaren Frequenzen hin und her zu springen beginnt - ein wahrhaft bemitleidenswertes Schauspiel technischer Unzulänglichkeit. Mal versucht es sein Glück mit der schwächlichen 107,4 MHz aus dem fernen Kisdorf, dann wieder mit der interferenzbelasteten 96,5 MHz aus Großhansdorf bei Ahrensburg, die ihrerseits unter den Störungen von NDR 2 aus Danneberg auf 96,4 MHz leidet - ein perpetueller Tanz der Frequenzwechsel, der jeden technisch versierten Hörer zur Verzweiflung treiben muss.

Besonders delikat wird die Situation in den Stadtteilen südlich der Norderelbe, wo die Topographie der Hansestadt ihre unerbittlichen Gesetze durchsetzt. In Wilhelmsburg, dieser insularen Enklave zwischen den Elbarmen, und erst recht in Harburg, diesem südlichen Außenposten der Metropole, ist Delta Radio selbst heute noch - nach all den Jahren vermeintlicher Optimierung - kaum mehr als ein schwaches Flüstern aus dem allgegenwärtigen städtischen Störnebel herauszukratzen. Die elektromagnetischen Wellen, geschwächt durch die lange Anreise aus dem Norden, malträtiert durch Reflexionen an Brücken und Industrieanlagen, und zusätzlich bedrängt von der Konkurrenz stärkerer Sender, erreichen diese Gebiete nur noch als blasse Schatten ihrer ursprünglichen Intention.

Diese technische Realität, lieber @Powermod, ist es, die deine historische Betrachtung der ambitionierten Anfangsjahre in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Nicht mangelnder Ehrgeiz oder unzureichende Investitionen haben Delta Radio daran gehindert, sich als ernsthafte Konkurrenz zu etablieren, sondern die unerbittlichen Gesetze der Physik in Kombination mit einer Frequenzplanung, die von Beginn an mehr den Anschein von Konkurrenz erwecken sollte, als tatsächlich welche zu sein. Eine funktechnische Choreographie, die in ihrer Perfektion beinahe schon wieder Bewunderung verdient.
 
Nicht mangelnder Ehrgeiz oder unzureichende Investitionen haben Delta Radio daran gehindert, sich als ernsthafte Konkurrenz zu etablieren, sondern die unerbittlichen Gesetze der Physik in Kombination mit einer Frequenzplanung, die von Beginn an mehr den Anschein von Konkurrenz erwecken sollte, als tatsächlich welche zu sein.
Die Gründe, wieso Delta Radio nie zur ernsthaften Konkurrenz für R.SH wurde sind sicher eine spannende Diskussion für die Nostalgieecke.
Die schlechtere UKW-Abdeckung in Hamburg, die auf jeden Fall bestand, war aus meiner Sicht nicht der entscheidende Grund. In fast allen Bundesländern hatten die zweiten landesweiten Anbieter Sender und Frequenzen, die nicht so gut waren, wie die der ersten Anbieter.
Im Heimatmarkt für Hörer und Werbekunden, also in Schleswig-Holstein, war Delta Radio überwiegend gut empfangbar.
Aus meiner Sicht lagen die Hauptgründe in unrealistischen Erwartungen zu möglichen Reichweiten für Delta Radio und einem gleichzeitig viel zu teurem Programm. Delta Radio hätte mit 90-120 Tsd. Hörern/ Stunde in Schleswig-Holstein, einer passenden Kostenstruktur und einem rockigen Programm in den 90er Jahren gut überleben können. Stattdessen hoffte man auf wesentlich höhere Reichweiten, was für Schleswig-Holstein jedoch unrealistisch war.
 
Ich lese in den Antworten gute Frequenzen schlechte Frequenzen und das mag ja auch sein .
Kommen wir nur mal zur DAB Abdeckung in Schleswig Holstein . Ja das moderne digitale Radio - und aus dieser Sicht ist diese Entscheidung der Untergang !
Ich lebe hier im Kreis Plön , und der ist genau so wie der Landkreis Rendsburg Eckernförde in Sachen DAB Plus nur mit Aussetzern zu Empfangen. Zumindest wenn man Autofahrer ist . Das Autoradio springt vornehmlich bei den Privaten Stationen sehr oft auf die terrestrische Frequenz um oder verstummt wenn nicht vorhanden oder springt und stammelt.
Als die Ostseewelle bei uns aufgeschaltet wurde habe ich das besonders oft gemerkt da ja keine terrestrische Frequenz vorhanden ist .
Bleibt abschließend die Frage welcher Autofahrer das wie lange erträgt . Genau so wie die Randgebiete zwischen den Kreisen und den verschiedenen DAB Frequenzen . Bin mal gespannt
 
Ist nicht eher die 107.7 stärker? So im Osten Hamburgs zumindest.
Wenn Glinde und Reinbek für dich zu den Hamburger Stadtteilen zählen, dann lautet die Antwort auf deine Frage durchaus: Computer sagt ja. Die 107,7 MHz arbeitet ebenfalls mit ausgeprägter Richtstrahlung, wobei die Hauptkeule keineswegs in Richtung Hamburg-City ausgerichtet ist - eine weitere jener funktechnischen Feinheiten, die das Gesamtbild der bewusst limitierten Versorgung so trefflich abrunden.

Lieber @Powermod, du hast durchaus einen wichtigen Aspekt angesprochen, den es zu würdigen gilt: Delta Radio konnte zu seinen Anfangszeiten tatsächlich noch als authentische Alternative mit erkennbarem Profil gelten. Doch was dann ab Beginn der 2000er Jahre folgte, war eine programmatische Entwicklung, die man nur als beispiellos unglücklich bezeichnen kann - ein Format, das weder Fisch noch Fleisch war, eine bemerkenswert unharmonische Melange aus komischer Indiemusik im Wechsel mit Eminem und noch halbgarerem Alternative Mainstream, die jeden Hörer mit auch nur rudimentärem Geschmacksempfinden in die Flucht schlagen musste.

Die populäre Morgensendung mit Kai und Balzi, einst Aushängeschild des Senders, wurde klammheimlich abgesetzt und durch einen für seine Verhältnisse geradezu zahm gewordenen Amox Alex ersetzt - ein bemerkenswerter Kontrast zu seinem früheren Auftreten bei Project 89.0 Digital, wo er noch mit der nötigen Schärfe agierte. Diese programmatische Verwässerung führte zu einer Identitätskrise, die sich über Jahre hinzog und erst in jüngster Zeit eine gewisse Besserung erfuhr, als man Radio BOB in Schleswig-Holstein auf die NORA-Kette schaltete und Delta wieder eine jüngere und profiliertere Ausrichtung gab. Doch da war der sprichwörtliche Zug bereits abgefahren - eine tragische Ironie des Timings.

Ein nicht unerheblicher Teil der quotentechnischen Misere dürfte allerdings auch der Art der MA-Erhebung geschuldet sein, die den Hörgewohnheiten der Delta-Hörerschaft diametral entgegensteht - ein methodisches Problem, das bei alternativen Formaten regelmäßig zu Verzerrungen führt.

Nun zu dir, @christian s. ., dessen Betrachtungen eine derart erfrischende, alternative Faktentreue offenbaren, dass man fast geneigt ist, sie als unfreiwillige Satire zu würdigen. Deine Schilderungen aus dem Kreis Plön mögen durchaus der subjektiven Wahrheit entsprechen, doch sie zeugen von einer bemerkenswerten Unkenntnis der technischen Realitäten der DAB-Versorgung. Wenn dein Autoradio "springt und stammelt" und zwischen den Frequenzen hin und her wechselt, könnte das möglicherweise auch an der Qualität deines Empfangsgerätes liegen - ein Aspekt, den du in deiner Analyse leider völlig außer Acht lässt.
 
Auch wenn es bisher nur Gerüchte sind: Wundert euch mal nicht, wenn das UKW-Aus bei delta auch das generelle Aus bedeutet und ein digitales, in Hamburg schon aktives Berliner Küsschen sich dann noch nach Schleswig-Holstein ausdehnt.

Und ja, man will bei delta UKW FREIWILLIG aufgeben. Das war sogar mit ein Anlass, dass die Politik auf diese Geschichte mit erstes Bundesland ohne UKW überhaupt aufgesprungen ist. Bob längst national, delta verzichtbar. Bei Regiocast kann man sich sowas leisten.

Als nächsten UKW-Austeiger sehe ich da 80s80s in MV. Das ist ja jetzt schon drei Jahre im Abwicklungsprozess, seit 26. Mai 2021, 08:08 Uhr.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Carlsson
Vielen Dank für deine Einschätzung . Ich Pendel zwischen 3 Fahrzeugen , ein Neuwagen , ein 3 Jährigen und einen 6 Jährigen unterschiedlicher Fabrikate. Sie alle eignet in Sachen DAB das gleiche Schicksal , diese toten Ecken kann ich dir auf Wunsch geographisch nennen !
Und sogar funktionieren die unterschiedlichen digitalen Frequenzen. So kann man auf einigen Strecken störungsfrei NDR 2 empfangen , während Delta und RSH abbricht .
Und ich mache hier wirklich keine Satire , finde es schon merkwürdig wie einige die nur die Wahrheit über den verbreitungsweg DAB sagen gleich als „der hat doch eh keine Ahnung“ abgestempelt werden .
 
@Carlsson
Vielen Dank für deine Einschätzung . Ich Pendel zwischen 3 Fahrzeugen , ein Neuwagen , ein 3 Jährigen und einen 6 Jährigen unterschiedlicher Fabrikate. Sie alle eignet in Sachen DAB das gleiche Schicksal , diese toten Ecken kann ich dir auf Wunsch geographisch nennen !
Und sogar funktionieren die unterschiedlichen digitalen Frequenzen. So kann man auf einigen Strecken störungsfrei NDR 2 empfangen , während Delta und RSH abbricht .
Und ich mache hier wirklich keine Satire , finde es schon merkwürdig wie einige die nur die Wahrheit über den verbreitungsweg DAB sagen gleich als „der hat doch eh keine Ahnung“ abgestempelt werden .
Ich sehe mich veranlasst, dir eine Entschuldigung für den möglicherweise etwas zu schroffen Ton meiner vorangegangenen Ausführungen darzubringen, wobei ich gleichzeitig betonen möchte, dass deine durchaus sachkundigen Schilderungen aus der Praxis des mobilen Empfangs eine wertvolle Bereicherung unserer Diskussion darstellen, auch wenn ich inhaltlich nach wie vor zu völlig anderen Schlussfolgerungen gelange als du.

Deine detaillierten Beobachtungen aus drei verschiedenen Fahrzeugen unterschiedlicher Fabrikate und Baujahre verdienen selbstverständlich Respekt, und es war keineswegs meine Absicht, deine technische Kompetenz in Zweifel zu ziehen, auch wenn ich gestehen muss, dass mich die Vehemenz, mit der du die strukturellen Schwächen des DAB-Systems anprangerst, zu einer reflexartigen Gegenreaktion verleitet hat - eine Haltung, die durchaus der Tatsache geschuldet ist, dass in Radioforen leider allzu häufig unbegründete Kritik am DAB+-System mit der Entschiedenheit eines Kreuzzuges vorgetragen wird, was bei mir eine gewisse Abwehrhaltung hervorruft, die möglicherweise nicht immer der differenzierten Betrachtung des Einzelfalls dienlich ist.

Dass du verschiedene Empfangsqualitäten bei verschiedenen Sendern auf denselben Strecken beobachtest - NDR 2 störungsfrei, während Delta und R.SH abbrechen - ist durchaus ein interessantes Phänomen, das allerdings weniger ein grundsätzliches Problem des DAB-Systems an sich darstellt, sondern vielmehr die unterschiedlichen Netzauslegungen und Sendeleistungen der verschiedenen Multiplexe reflektiert, wobei ich dir durchaus zugestehe, dass dies für den praktischen Nutzer zunächst einmal irrelevant ist, da er schlichtweg funktionierenden Empfang erwartet, unabhängig von den technischen Hintergründen.

Deine Bereitschaft, die geografischen Koordinaten dieser "toten Ecken" zu benennen, zeugt von einer löblichen Präzision in der Problemanalyse, auch wenn ich nach wie vor der Ansicht bin, dass lokale Versorgungslücken nicht zwangsläufig ein Argument gegen die Technologie als Ganzes darstellen - wobei ich gleichzeitig einräumen muss, dass deine praktischen Erfahrungen als Pendler zwischen verschiedenen Fahrzeugen durchaus mehr Gewicht haben sollten als meine eher theoretischen Betrachtungen, auch wenn ich zu völlig anderen Bewertungen der Gesamtsituation komme.
 
Auch wenn es bisher nur Gerüchte sind: Wundert euch mal nicht, wenn das UKW-Aus bei delta auch das generelle Aus bedeutet und ein digitales, in Hamburg schon aktives Berliner Küsschen sich dann noch nach Schleswig-Holstein ausdehnt.
Uff, ob das so eine gute Idee ist? Die letzten großen DAB+-Expansionen von Kiss FM (1. Bundesmux, NRW) sind jedenfalls krachend gescheitert, die Videoexpansion ins Internet ist bisher auch ein Reinfall. Das Format und die Moderatoren bei Kiss FM sind halt 100 % Berlin, aber ich habe starke Zweifel, dass das Lokalkolorit im hohen Norden so gut ankommen wird wie hier in der Hauptstadt.
 
@Carlsson
Entschuldigung angenommen!
Es gibt auch noch ein zweites praxisnahes Problem. Ich empfang Ostseewelle über DAB im Kreis Plön , fahre über Eutin nach Lübeck. Beide DAB Kanäle pendeln während der Fahrt je nach Empfangbarkeit ( Ostseewelle Kiel und Odtseewelle Lübeck ) . So soll es ja auch sein . Der Nachteil : Es ist die Widergabe des Senders die stetig stoppt und holpert während der Fahrt .
Es ist nunmal so das Radio meistens im Auto konsumiert wird , und somit stelle ich in Rand und Übergangsregionen halt einen richtigen Nachteil fest. Denn der Autofahrer wird unruhig , und ärgert sich , schaltet um , oder hört ne Playlist . Somit mein persönliches Fazit : DAB klingt besser aber das Nonplusultra ist es halt auch nicht sofern man Pendler ist .
 
Man merkt, viele leben hier immer noch in der Zeit um 1995 und in einer "UKW-Blase". Es ist anno 2025 völlig egal, ob eine UKW-Frequenz eine "Sahneschnitte" ist. UKW fällt in der Gunst rapide (jetzt schon unter 50%), während digitale Wege deutlich zunehmen (mehr als die Hälfte hört inzwischen digital). Wartet noch drei, vier Jahre, dann ist es eine "Sahneschnitte". wenn man einen Platz in einem Ballungsraum-Mux ergattert hat oder bei einem Webradio-Aggregator prominent auf der Startseite gelistet ist.

Die Welt hat sich weitergedreht. Vor 50 Jahren war auch noch die landesweit hörbare Mittelwelle 612 KHz in Kiel eine Sahneschnitte...
 
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