• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Der rbb im Sparzwang – wie könnte eine Programmreform aussehen?

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ist doch jetzt dran, hat nach drei Jahren Anklage erhoben. Abwarten.


 
Die Nachrichtenagentur JPD News berichtet über 50Fälle von Untreue in der damaligen rbb- Geschäftsleitung!Was habe ich gelernt?- Ich sehe Wiederholungen, bis der Arzt kommt & zahle jeden Monat1,18 Euro für die Renten der TV Manager! Schlesingers Richterin war übrigens ihre Nachbarin! Das verstehe ich nicht als Beitragszahler! Der Sumpf ist noch lange nicht ausgetrocknet! 🙄

Warte doch erstmal ab, was rauskommt. Die Beteiligten haben sich doch noch gar nicht dazu geäußert. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und außerdem sehe ich es im Augenblick so:

Als Schaden berechnet wurden:
10 Abendessen: 4.871 Euro
Reisekosten: 1650,62 Euro

Vorruhestandsregelung: 662.605 Euro

variable Vergütungsanteile: 933.505 Euro, darin enthalten u. a.
-> 223.722 Euro
-> 151.546 Euro
-> 170.169 Euro

und noch paar andere "Kleinigkeiten" und Zulagen von 122.400 Euro.

Wenn ich das alles addiere und gegenüberstelle den Kosten, die der RBB für Anwaltskosten für eine angeblich toll eKanzlei Lutz/Abel in Höhe von über 2 Millionen ausgegeben hat - ohne dass man je einen Abschlussbericht oder derartiges gesehen hätte als Beitragszahler, dann frage ich mich, wie man ernsthaft das Verhalten der ehemaligen Führung dahingehend kritisieren kann, wenn man es selbst nicht besser macht? Die 2 Millionen sind mehr Ausgaben als das, was hier als Schadenssumme errechnet wurde. Wo ist das denn bitte besser? Also wenn ich etwas kritisiere, dann muss ich es doch besser machen als diejenigen, die es vermeintlich falsch gemacht haben.

 
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Du übersiehst dabei eine Kleinigkeit: Hätte man das bei der Schlesinger per "Gegenrechnen" durchgehen lassen, hätte jede bzw. jeder ihrer Nachfolger stets darauf verweisen können, was dem rbb als Ganzes ohne jeden Zweifel ebenfalls nicht gut getan hätte. Insofern weiß ich nicht so recht, ob das "Gegenrechnen" auf lange Sicht tatsächlich billiger gewesen wäre.
 
Bei den vielen Anklagepunkten wird die Schadenssumme in den Medienberichten auch nicht vollständig genannt worden sein.
Und das Gericht wird da auch prüfen, ob die Verfehlungen nicht so gravierend sind, dass sie zu einer Gefängnisstrafe führen müssen.
Es geht nicht nur ums Geld.
 
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Du übersiehst dabei eine Kleinigkeit: Hätte man das bei der Schlesinger per "Gegenrechnen" durchgehen lassen, hätte jede bzw. jeder ihrer Nachfolger stets darauf verweisen können, was dem rbb als Ganzes ohne jeden Zweifel ebenfalls nicht gut getan hätte. Insofern weiß ich nicht so recht, ob das "Gegenrechnen" auf lange Sicht tatsächlich billiger gewesen wäre.

Ich sage nicht, dass es richtig ist, wenn eine Führungsetage Geld verplämpert. Meine Kritik richtet sich an die Aufsichtsgremien. Die haben 2 Millionen zusätzlich ausgegeben für nichts. Hätten die es nicht gemacht, wäre man an der selben Stelle wie jetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unabhängig. Aber wozu der RBB noch die ganzen Anwälte bezahlt hat, das erschließt sich mir nicht. Der Vorwurf an Schlesinger war Geldverschwendung. Und dasselbe haben die Auffsichtsgremien getan, die die Kanzleien beauftragt haben.
 
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Keine Kommentare zu #231?

Leute!
Der entscheidende Passus stand in der Berliner Zeitung:

"Doch Richterin Anke Weyreuther forderte einen Beleg, dass solche Regelungen bei ARD und ZDF unüblich seien. Der Sender konnte den nicht liefern."

PS: Man munkelt, dass die nächste Folge von "Die 100" sich um den ÖRR handeln wird und der Moderator an einer Pappfigur von Frau Schlesinger, ausstaffiert mit Goldlametta und Roulettehut, eine Geldsack-Messskala zum Abgleich ranhält.
 
Wieso gegenrechnen? Wenn der rbb gewinnt, zahlen das die Verurteilten. Ohne dessen Verfehlungen wäre der ganze Bums ja nicht nötig gewesen.
Und denen das durchgehen lassen, um Geld zu sparen, wäre einfach mal ein schlechtes Zeichen für die Öffentlichkeit, denn es würde wieder mal bestätigen, dass die Großen alles dürfen.
Und wenn der rbb verliert, und das wird er sicher in Teilen, ist es das Wert, finde ich.
 
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Aber wozu der RBB noch die ganzen Anwälte bezahlt hat, das erschließt sich mir nicht.
Wenn dass die hausinterne Rechtsabteilung gemacht hätte, wäre von draussen der Vorwurf der Vertuschungsversuche etc. gekommen, weil diese verständlicherweise nicht unabhängig arbeitet. Aus diesem Blickwinklel heraus betrachtet, konnte der rbb von Anfang an nur verlieren, entweder finanziell, denn externe Anwälte kosten nunmal Geld oder halt weiter Schlagzeilen, die dann auch nicht hilfreich dabei sind, aus der Misere irgendwie wieder rauszukommen.
 
... zudem konnte man sich auch nicht sicher sein, wer alles in die ganzen Machenschaften involviert war.

Z. B. hat Wagner in den ersten Medienmagazinen nach Aufkommen des Skandals Leute als Nachfolger auf irgendwelchen Positionen interviewt, die jetzt auch angeklagt sind.
 
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Ich frage mich immer öfter, ob Deutschland so einen aufgeblasenen Rundfunk/Medienapparat überhaupt braucht. Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk könnte man auch kompakter und günstiger gestalten. Die Öffentlichen waren eigentlich geplant, um eine unabhängige, vielfältige und umfassende Grundversorgung mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung für alle Bürger zu gewährleisten. Dieses Konstrukt wurde in den vergangenen Jahren aber bis zum Äußersten aufgebläht und der Bürger zwangsfinanziert das mit seinen GEZ-Gebühren. Warum nicht nur wenige Grundprogramme für deutlich geringere Monatsgebühren? Wenn einem dann was fehlt, kann man das ja freiwillig dazubuchen oder man schaut privates Free-TV. Und warum verschlüsseln wir nicht? Das macht Film- und Serienrechte auch billiger (siehe Österreich).
 
Und warum verschlüsseln wir nicht? Das macht Film- und Serienrechte auch billiger (siehe Österreich).
Das ist ein Faß ohne Boden. In Deutschland ist es niemandem zu erklären, warum ARD und ZDF in der Schweiz, in Südtirol und in Österreich frei empfangbar im Kabel für jedermann verfügbar sind, teils sogar per DVB-T. Andersherum sind aber SRG und ORF in Deutschland tabu.

Warum nicht nur wenige Grundprogramme für deutlich geringere Monatsgebühren?
Weil für den Rundfunk die Länder zuständig sind und nicht der Bund. Soviele Programme sind das nicht, wenn man sie länderbezogen betrachtet. Allerdings könnte man bei verschiedensten Wellen mehr als nur die jetzt angedachten "Kooperationen" fahren, denn sie unterscheiden sich ja von Bundesland zu Bundesland nur noch marginal. Man sollte tatsächlich über eine bundesweite ÖR-Popwelle, eine bundesweite ÖR-Jugendwelle und von mir aus auch eine bundesweite ÖR-Welle "Wort" nachdenken. Die Landeskulturwellen streichen, denn dafür gibst die DLF-Programme. Übrig bleibt jeweils eine Landes-Servicewelle, die den Namen dann aber auch verdient hat. Allerdings wird das aus bekannten Gründen so niemals kommen.
 
Dazu mal wieder die Frage: „was kann denn weg, was soll zubuchbar sein“. Da wid man vier Leute fragen können und fünf Meinungen erhalten.
Wie @Radiokult schon schrieb: wäre es keine Ländersache, wären größere Kosteneinsparungen möglich, ohne auf vieles gern gehörte, gesehene, nötige oder liebgewonnene zu verzichten.
 
Soll das heissen, dass nur die föderale, angeblich demokratiesichernde Struktur des ÖRR verhindert, dass wir ein vernünftiges und kosteneffizientes Rundfunksystem haben? Und noch schlimmer: Dass wir daran vermutlich auch nichts änder können?
 
RBB auflösen. Der MDR wird die Aufgabe übernehmen.
Warum kann ich mir gerade so gar nicht vorstellen, dass man beim mdr ein Programm wie beispielsweise Radio eins produzieren wollen würde...

Ich fasse das mal in Einfach zusammen, außer das nicht noch mehr vom Programm zusammengekehrt wird, passiert gar nichts.
Ach, da wäre ich mir gar nicht so sicher. Die prekärer werdende Situation beim rbb wird früher oder später das Thema Zusammenlegung Antenne/88.8 noch einmal auf den Tisch wehen.

Ich würde ausserdem mal die zugegeben etwas ketzerische These aufstellen wollen, dass man beispielsweise auch die ganzen, sogenannten Offenen Kanäle einstampfen bzw. anders finanzieren könnte. In Zeiten wo quasi jeder mit einfachsten und bezahlbaren Mitteln Radio bzw. TV machen kann, brauchts keine gebührenfinanzierten Offenen Kanäle mehr. Die Gründe warum man die einst ins Leben rief, sind seit rund 20 Jahren hinfällig. In Berlin wird der OK, welcher sich seit ein paar Jahren Alex nennt, seit jeher direkt aus Rundfunkgebührengeldern finanziert. Warum eigentlich und wozu? Das Zuschauer- bzw. Hörerinteresse ist überschaubar, was bei bestimmten Sendungen auch nicht weiter verwundert. (Bevor du hyperventilierst, Phil, das geht ausdrücklich nicht gegen dich!)
 
Jeder Satz richtig, Kulti. Die Frage nach der Berechtigung von staatlich stattlich geförderten NKLs, OKs und Bürger-Radios wurde hier noch nie diskutiert. Zeit wird's.
 
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Soll das heissen, dass nur die föderale, angeblich demokratiesichernde Struktur des ÖRR verhindert, dass wir ein vernünftiges und kosteneffizientes Rundfunksystem haben?
Das soll heißen, dass es diverse „Synergieeffekte“, wie in anderen Ländern mit ähnlichen Systemen so nicht geben kann - verteuert die ganze Sache nur.
Dennoch halte ich unser Rundfunk für Vernünftig, eines der vielfältigsten, und, was den Hörfunk angeht, für hinreichend Kosteneffizient.
In welchem Land bekommt man eine derartige Anzahl an Featuren, Reportagen und Kultur für jeden Geschmack?
Damit meine ich nicht redundante Popwellen, sondern alles von Bayern 2 über SR Kultur, SWR2, hr2, WDR 3 und 5, Bremen 2 bis hin zu radioeins und radio3, dazu dreimal hervorragenden Dlf. Das alles meist Werbefrei und, entgegen einiger Aussagen hier, mit viel Liebe.
Es wird eine Anzahl an Sendeplätzen für hochwertiges geboten, auf die kann die BBC neidisch sein…
 
In welchem Land bekommt man eine derartige Anzahl an Featuren, Reportagen und Kultur für jeden Geschmack?
Damit meine ich nicht redundante Popwellen, sondern alles von Bayern 2 über SR Kultur, SWR2, hr2, WDR 3 und 5, Bremen 2 bis hin zu radioeins und radio3, dazu dreimal hervorragenden Dlf. Das alles meist Werbefrei und, entgegen einiger Aussagen hier, mit viel Liebe.
Da wird es aber gerade auch immer weniger, was noch an Programm produziert wird. Außer den gemeinsamen Sendestunden am Abend sind in den vergangenen Wochen/Monaten Hörspielserien und Lesungen gemeinsam produziert worden und laufen auch gerade auf allen Wellen gleichzeitig, also in den jeweiligen Plätzen der noch getrennten Programmschemen. Der nächste Schritt dürfte dann tatsächlich eine Angleichung der Schemen sein.
Die ehemalige Programmvielfalt nimmt immer weiter ab.
 
Das soll heißen, dass es diverse „Synergieeffekte“, wie in anderen Ländern mit ähnlichen Systemen so nicht geben kann - verteuert die ganze Sache nur.
Föderalismus verhindert Kooperation, traurige Realität und überall verbreitet. Das Einsparpotenzial in den einzelnen Anstalten ist beim Hörfunk dennoch riesig. Allein bei der Reduktion auf drei Wellen: 1. Jugend 2. Aktuelles 3. Kultur
sehe ich da 30 - 40 Prozent. Und das könnte auch der Föderalismus nicht verhindern.
 
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