• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Der rbb im Sparzwang – wie könnte eine Programmreform aussehen?

Ich frage mich, wie man hier in diesem Artikel auf die Streichung von gleich 3 Radioprogrammen kommt.

@Tatanael Und woher nimmst Du deine Weisheit? Das meiste bei Cosmo, kommt vom WDR. Der rbb hat da einen sehr kleinen Anteil dran. Da ist auch noch nichts entschieden. Für Verbundwellen gelten auch andere Regeln.

Die Berliner war schon immer contra rbb - tangiert ja auch das eigene Internetangebot.
Wobei rbb24.de auch ganz schön nachgelassen hat.
 
Mein lobendes Beispiel ist immer Bayern 2.
Hast Du in den vergangenen 2 Jahren da mal reingehört? In dieses entkernte, zerhackstückelte, mit "Heimatsound" verdudelte und mit Doppelmoderationen unbrauchbar gemachte Programm? Es war einst auch meine Referenz. Im Nachhinein kann ich fast froh darüber sein, dass ich seit der AAC-Geschichte aus "nichttechnischen" Gründen kein ARD-Radio mehr außer zu Testzwecken gehört habe. Das machte den Schmerz über die Zerstörung von Bayern 2 vor 2 Jahren etwas milder.
 
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Hast Du in den vergangenen 2 Jahren da mal reingehört? In dieses entkernte, zerhackstückelte, mit "Heimatsound" verdudelte und mit Doppelmoderationen unbrauchbar gemachte Programm? Es war einst auch meine Referenz. Im Nachhinein kann ich fast froh darüber sein, dass ich seit der AAC-Geschichte aus "nichttechnischen" Gründen kein ARD-Radio mehr außer zu Testzwecken gehört habe. Das machte den Schmerz über die Zerstörung von Bayern 2 vor 2 Jahren etwas milder.
Entschuldige bitte: Aber wann hast du denn zum letzten Mal bei Bayern 2 reingehört? Heimatsound ist seit 2013 fester Bestandteil. Und wo findest du denn Doppelmoderationen? Nur im Zündfunk und das bestimmt schon seit 25 Jahren oder länger.

Mal abgesehen vom Heimatsound erinnert Bayern 2 schon einn bisschen an das alte SFB 2, Ausgedehnte Magazinsendungen, oft 6 bis 7 längere Beiträge pro Stunde, fundierte Interviews. Sowas in der Art (nur ohne Heimatsound) wünsche ich mir schon lange beim rbb. Das Tagesprogramm ist wortreich und intelligent.

Lediglich das Abendprogramm gefällt mir gegenüber früher gar nicht mehr.
Trotzdem: Der rbb könnte sich hier eine größere Scheibe abschneiden.
 
Na oder wie würdest Du dieses pseudointellektuelle Gelabere bezeichnen? Ich ärgere mich ja schon maßlos über diesen Spruch "Nur für Erwachsene". Ich habe mit 15 auch schon Qualitätsradio gehört, da war ich gewiss noch nicht erwachsen, und da hätte mich so ein Satz mit Sicherheit abgeschreckt.

Jetzt habe ich gerade mal wieder kurz reingeschaltet – die Musik ist für mich ungenießbar. Ich bleibe bis auf Weiteres bei Deutschlandfunk Kultur.

Matthias
Es ging um den Vergleich zwischen rbb88.8 und radioeins, DLF Kultur spielt keine Rolle. Der Claim ist irrelevant für eine Aussage über Qualität des Senders. Und welche Musik war für dich war genau "ungenießbar"? Es gibt bei radioeins eine große Vielfalt, z.B. Elektro-Pop, Rock, experimentelles und zwischendurch z.B. einfach mal ein Chanson aus den 70ern. Da ist für dich vielleicht ja doch irgendetwas dabei. 88.8 hat hingegen immer nur den selben Brei, null musikalische Überraschungen und wahrscheinlich deutlich weniger Berlin-Inhalte als radioeins. Irrelevanter geht's nicht.
 
Die Musik sollten wir, wenn es um die Inhalte geht, außen vor lassen. Mir persönlich gefällt die auf radioeins besser als die auf rbb 88.8 oder die auf Bayern 2, ei sei denn, es läuft der Zündfunk. Das ist Geschmacksache und hilft bei der Diskussion um Wort und lokale Inhalte nicht weiter. Dlf Kultur schafft es leider, für meinen Musikgeschmack, auch immer, von den Neuerscheinungen immer nur das letztinteressanteste zu spielen. Der Zeitfunk macht dies allerdings wett.

Qualifiziertes Wort höre ich auf radioeins, zumindest während der der Morgenschiene und in der „drivetime“, länger und ausführlicher als auf 88.8.
Das müsste nicht so sein, 88.8 könnte sich locker an Synergien mit dem Inforadio erfreuen, gleiches Funkhaus, vier Etagen tiefer, finanziell extrem wenig Mehrafwendung. Man möchte allerdings lieber dieses Musikformat fahren, fett durch den „Leveler“ sowie den Summenprozessor gedrückt, damit es akustisch auch richtig knallt.
Da stößt man sicher auf Kopfschülleln, regte man an, auch mal - wie bei radioeins - zwei Interviewstrecken >4‘30“, nur getrennt durch einen (!) Musiktitel, zu senden.
 
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Die Frage ist doch, warum eine öffentlich-rechtliche Zweiländeranstalt sich bemüßigt fühlt, den privaten Dudelwellen nachzueifern, und als Landeswelle für Berlin ein vollkommen belangloses Programm macht.

Wann hat sich ein Reporter oder eine Reporterin von 88,8 zuletzt in eine Ausschuss-Sitzung einer Bezirksverordnetenversammlung gesetzt, um dort Themen aufzureißen? Und dort kommen die Themen, ganz gewiss...

Matthias
 
Und du glaubst jetzt ernsthaft, dass wenn du fûr die Einstellung von radioeins plädierst, man dich aus lauter Dankbarkeit dein Lieblings 88,8 basteln lässt?
 
Eierpreise hätten wenigstens noch einen Service-Mehrwert. Wenn sonst schon keine Inhalte laufen, könnte man die Serviceblöcke um derartige Infos erweitern. Zur Zeit besonders beliebt: Tankstellenpreise
 
Es geht zwar um den RBB, aber im Grunde ist die Situation wohl überall ähnlich. Der MDR hat gerade - Quelle habe ich vergessen - angekündigt, er müsse noch weit mehr sparen, als bis jetzt geplant. Gleichzeitig müsse (!) man sich aber um den Ausbau des digitalen Angebots kümmern.

Zweifellos steht die deutsche Radio-Landschaft vor einem tiefgreifendem Umbau. Ich schätze mal, Radio in DE wird am Ende - wann immer das sein wird - so aussehen, wie heute in Ländern wie Kanada, den USA oder Neuseeland. Nationale Information und Regionales wird bleiben - Letzteres nur wegen des Föderalismus in DE. Die ganzen Unterhaltungs-/Pop-/Oldiewellen werden verschwinden, bzw. als separat zu bezahlende Abo-Angebote überleben. Ansonsten überlässt man Pop & Co. den Privaten.

Das ist ungefähr das, was die AfD,, FDP und Teile der Union bereits heute diskutieren.
 
Nicht unbedingt. Das Problem was wir hierzulande zu haben scheinen ist, dass man sich einredet, das digital etwas "völlig anderes sei". Dabei ist das im Grunde nichts anderes als nur ein weiterer Ausspielweg, so wie Sat oder DAB. Einziger Unterschied: Man muss nicht mehr zwingend zu einer festen Uhrzeit einschalten, sondern kann es sich dann reinziehen, wenn man die Zeit dafür hat. Ebenfalls nur schwer zu verstehen (und bisher auch noch von niemanden nachvollziehbar erklärt worden) ist, warum man das einmal produzierte nicht auf allen Ausspielwegen verwertet. Wer hindert denn die Öffis beispielsweise Talkrunden, welche auf neudeutsch Podcast geschimpft werden, auch im linearen Programm auszustrahlen? Es muss ja nicht zwingend in voller Gänze sein. Ich bin beispielsweise vor kurzem eher zufällig auf den SWR-Deeptalk gestossen, der gar nicht mal uninteressant ist, natürlich abhängig vom jeweiligen Gast. Der rbb tut das noch, siehe "Kalk und Welk", jeden Sonntag Nachmittag im linearen Programm von Radio eins. Fragt sich nur wie lange noch? Warum entkernt man sinnfrei die linearen Angebote und schauffelt alles aufwendigere ins Digitale und kommt dabei nicht mal im Ansatz auf die Idee, dass man das natürlich für beide Angebote nutzen könnte. Gerade die ARD wird doch nicht müde ständig von Synergien und artverwandtem zu schwadronieren. Also sollten sie das vielleicht auch endlich mal anfangen zu tun. Wieso hat man in der Erzählform der Öffis immer den Eindruck, dass beispielsweise Programme wie Radio eins eine Art Medienunfall sind, weil sie eben jener Erzählform komplett widersprechen? Der Sender dudelt nicht vor sich hin, hat einen sehr hohen Wortanteil, und bedient je nach Tageszeit durchaus unterschiedliche Klientels - und spielt trotzdem quotentechnisch in der ersten Reihe mit. Statt das nun wiederum als eine Art Vorbild oder Referenzfall zu nehmen, wie es vielleicht gehen könnte schon allein um der eigenen ÖR-Relevanz Nachdruck zu verleihen, findet das in Berater-Betrachtungen faktisch nicht statt. Man jagt einem Phantom hinterher das sich Spotify & Co nennt, welches der ÖR aber niemals einholen kann, weil ich als Nutzer dort meine Playlist selbst festlege, was ich beim klassischen linearen Radio halt nicht kann. Sinnvoll wäre diese wichtigen Unterschiede zu den Streamingdiensten herauszuarbeiten, echte Personalitys aufzubauen, Hörerbindung die über alberne Gewinnspiele weit hinaus geht, bis hin zu Informationskompetenz, insbesondere bei den Landeswellen - die Hörer mitnehmen, wie es so schön heißt. Noch sind diese Alleinstellungsmerkmale Vorteile. Da wir im KI-Zeitalter leben ist es nur noch eine Frage der Zeit bis auch Streamingdienste radioähnliche Streams anbieten mit (KI-)Moderatoren etc. Die werden ja leider (!) immer besser. Spätestens dann hat das herkömmliche Radio endgültig verloren.
 
Da wir im KI-Zeitalter leben ist es nur noch eine Frage der Zeit bis auch Streamingdienste radioähnliche Streams anbieten mit (KI-)Moderatoren etc. Die werden ja leider (!) immer besser. Spätestens dann hat das herkömmliche Radio endgültig verloren.
Sie würden es tun, wenn sie eine Nachfrage noch solcher Art "Produkt" vermuteten. Doch möchten Streamingdienste-Hörer überhaupt, dass ihre Playlists von einem KI-Wolfman Jack belabert werden? Ich bin skeptisch, dass Spotify & Co. so etwas je integrieren, technisch möglich wäre es längst. Eher produzieren die Alt-Radiosender ihre Morgenshows usw. irgendwann nur noch mit KI-Stimmen.
 
Du kannst dir bei Spotify jetzt schon eine Art Radio bauen lassen. Nennt sich Daily Drive.
Gespielt werden die Lieblingssongs der letzten Wochen. Finde ich persönlich recht langweilig, auch wenn es sich um meine Lieblingssongs handelt. Da mag ich die Musikredaktion von RadioEins. Aktuell Tyler Ballgame oder die deutsche Band Die Sauna entdeckt man auf dem Weg nicht.
Dazwischen kommen allerdings interessante Podcastbeiträge oder News.
 
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@Radiokult: Das Problem bei der ganzen Sache war doch von Anfang an, dass die Verantwortlichen in den Funkhäusern aus irgendeinem unerfindlichen Grund der Meinung waren, dass man "fürs Digitale" gesonderte Inhalte produzieren müsste, statt diese Inhalte fürs lineare Programm zu entwickeln und dann AUCH als Podcast anzubieten. Dass sich die Nutzung im Laufe der Zeit irgendwie verlagern würde, ist dabei auch klar.

Und es scheint ja für die Sounds auch nach Jahrenden immer noch kein gemeinsames Konzept für die Nachhörbarkeit der linearen Sendungen zu geben. Der BR bietet das glücklicherweise für seine Sender ja an. Aber warum nur er? Der BR muss doch irgendwie mit den entsprechenden Stellen verhandelt haben, dass er sämtliche Musik eine gewisse Zeit zum Nachhören anbieten kann. Warum hat er das nicht für alle anderen Sender mit verhandelt und warum gibt es über Sounds nicht die Möglichkeit, alle linearen Sender 7, 14 oder gar 30 Tage lang nachzuhören?
Wenn man sich das alles betrachtet, kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass es da immer noch keine richtigen Pläne gibt, wo man eigentlich mit seinem ganzen Kram hin will. Fest scheint nur zu stehen, dass das Lineare auf Teufel komm raus eingestampft werden soll. Das will "der Hörer" aber wohl gar nicht sondern nur die höheren Ebenen in den Sendern.

Und damit zurück ins Funkhaus an der Masurenallee.
 
Das wird mit Verlaub ein Rohrkrepierer vor dem Herrn. Begründung: Wenn ich mir jetzt schon anschaue, wieviele Bestandteile in Brandenburg aktuell reine Berlin-Themen aus der Abendschau sind und mit Brandenburg höchstens am Rande zu tun haben, kann ich mir ungefähr vorstellen, wie dieser zweite Aufguß um 21:45 Uhr aussehen wird. Warum hört man eigentlich nicht auf die Zuschauer und schafft dieses unglückliche Vorabendprogramm wieder ab? "Zibb" wiederbeleben und gut ist. Das war eine beim Zuschauer akzeptierte, gesunde Mischung mit Beiträgen aus beiden Bundesländern und schon hätte man wieder ein entsprechendes Zeitfenster. Man muss doch das Rad nicht ständig neu erfinden. Dieses jetztige Vorabendprogramm war eine sicher gut gemeinte Idee, die allerdings nicht zündete. Also wieder weg damit. Kann doch nicht so schwer sein...

Zurüvk zum rbb-Radio.
 
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