• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Der rbb im Sparzwang – wie könnte eine Programmreform aussehen?

Man muss nicht mehr zwingend zu einer festen Uhrzeit einschalten, sondern kann es sich dann reinziehen, wenn man die Zeit dafür hat.
Das ewig gleiche Argument der Radiomacher und ÖR-Zerstörer. Das bedeutet aber in letzter Konsequenz: Man braucht überhaupt kein Radio mehr. Man kann alle Programme, durch die Bank, abschalten. Dafür werden Sendungen auf "Halde" produziert und ins Netz gesetzt. Also sofort die Sendeanlagen abbauen.

Das gleiche gilt übrigens fürs Fernsehen. Da ja keiner mehr Zeit hat, sind Sendepläne witzlos. Sportschau nicht mehr am Samstag, Tatort oder Herzkino nicht mehr am Sonntag.

Dafür: Alles ins Netz, wer will UND dann doch überraschenderweise mal Zeit hat, ruft ab....oder genauer: Schaut gegen Gebühr.

Der ÖR verkommt zum Verkäufer einzelner Radio- oder Fernsehprogramme, die man bei Bedarf und Zeit abruft. Letztlich ist dass das Ende des ÖRs, und, viele wird das freuen, der GEZ.
Wer den Blauen Bock will, kann ja zuschauen, dann, wenn er gerade Lust hat, gegen spezielle Gebühr. Wer den famosen Radioclub des SWR hören will, zahlt nur noch dafür.

Natürlich wird das meiste von dem, was es jetzt noch gibt, verschwinden. Die Gegner des ÖRs haben dann endgültig gewonnen.

Keiner, dem auch nur irgendwas am ÖR liegt, kann DAS wollen. Wiederholung im Netz ist ja noch o.k. Aber gehaltvolle Sendungen aus dem laufenden Programm verbannen? Das wäre der nächste Selbstmord-Versuch des ÖRs. Denn was bliebe dann noch übrig? Nur noch die schönsten Hits?

In DE liegt der ÖR längst am Boden - ich versuche das mal aufs Ausland zu übertragen: BBC Radio 4, immerhin das zweitbeliebteste Radio in GB mit fast ausschliesslich Wortprogrammen, sendet dann noch...ja was denn? Nichts mehr. Alles ab ins Netz. Das gilt natürlich bei uns auch z.B. für den DLF. Klassik, Pop, etc.? Hat ja angeblich viele Fans. Raus aus dem Programm. Ab ins Netz. Nur noch Musik dudeln, irgendwann ganz abschalten.

Eine Katastrophe fürs Radio.
 
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Ich sehe es entspannter. Ob Musik live oder nonlinear dudelt, wen kümmerts?

Außerdem, auf den digitalen Plattformen gibt es überall auch ein Ecke mit linearen Inhalten ("live") und festen Sendeplätzen ("geplant für heute 17 Uhr"). Hier wird die Nachfrage das Verhältnis zwischen linear und nonlinear bestimmen.

Und nicht vergessen, Deutschlandfunk und Vinylplatten legen seit Jahren zu! In einer bestimmten Flammengröße wird das nicht weggehen.

Meine Kritik wäre eher, dass die Flamme vorauseilend kleiner gedreht wird als nötig oder sogar kampflos ganz abgedreht wird.

Lineare Programminhalte zeitsouverän nachträglich hören zu können, könnte für mindestens eine Generation (ca. 25 Jahre) eine gute Übergangslösung von linearen zu nonlinearen Gewohnheiten darstellen. Das wird noch zu wenig und unübersichtlich angeboten. Lineares und nonlineares sollte sich gegenseitig befruchten und nicht als Konkurrenz sehen. Radiophone Podcasts können problemlos auch linear laufen, etc.
 
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Lineare Programminhalte zeitsouverän nachträglich hören zu können, könnte für mindestens eine Generation (ca. 25 Jahre) eine gute Übergangslösung von linearen zu nonlinearen Gewohnheiten darstellen
Gegen das "Nachhören" hat doch keiner etwas einzuwenden. Nur WAS soll denn eigentlich noch nachgehört werden, wenn in den linearen Programmen gar nichts mehr stattfindet?

Oder ganz pauschal gefragt: Wenn eintritt, was der Ursprungskommentar forderte, dass nämlich Sendungen mit Substanz nur noch im Netz stattfinden, weil ja keiner mehr Zeit hat, lineares Radio dann zu hören, wenn sie eigentlich ausgestrahlt werden - was läuft dann überhaupt noch?

Noch einfacher: Wenn z.B die allerletzte Sendung mit minimaler Substanz im SWR1 Programm, die Sendung Leute, entfällt, und stattdessen bei Bedarf nur noch im Netz abrufbar ist, was läuft dann an dessen Stelle im linearen SWR1 Programm? Gar nichts mehr? Pausenton? Oder noch mehr flache Musik?

Oder stellt man SWR1 dann ganz ein, was ja eigentlich die logische Konsequenz wäre? Ebenso wie alle anderen Programme - und bietet Inhalte nur noch im Netz an?
 
Ich hätte gern mal gewusst, welche Struktur-Planungen hinter verschlossenen, abhörsicheren und leak-freien Türen besprochen wurden und besprochen werden. Für beide SWR4-Programme hat man sie schon in 2022 beschlossen und auf Nachfrage zunächst sogar geleugnet. Wie sieht es bei SWR1BW und RP aus? Und wie - um zum Fadenthema zurück zu kommen - sieht es beim rbb langfristig aus? Ist eine zukünftige Verschmelzung von rbb88.8 und Antenne Brandenburg eine Vision, die man mit "Synergien nutzen" bereits verfolgt?. Gemeinsame Wort-, Musik- und Programmverantwortlichung ist ja bereits personell erfolgt.
 
@gasthörer
@radneuerfinder
Radio ist ein Gesamtkunstwert, idealerweise mit Pfiff moderiert, das sofort auf aktuelle Ereignisse reagiert, den Hörer konsequent einbindet und live auf die Antenne lässt und über ein melodiöses On Air Design verfügt. So wird das Radio überleben. Wenn nicht unter Beteiligung der ARD und deutscher kommerzieller Programme, die diese Stärken des Liveradios mit Füßen treten, dann eben im Ausland. Wäre ja nicht das erste Mal, das deutsche Hörer Ihr Augenmerk auf im Ausland produzierte Programme richten.
 
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Ist eine zukünftige Verschmelzung von rbb88.8 und Antenne Brandenburg eine Vision, die man mit "Synergien nutzen" bereits verfolgt?. Gemeinsame Wort-, Musik- und Programmverantwortlichung ist ja bereits personell erfolgt.

Solang es im RBB kein anderes Programm geben wird, das exklusiv "Brandenburg" im Namen trägt, wird das nicht passieren. Herr Woidke beschwert sich doch heute schon über mangelnde Berichterstattung aus BB. Da wäre das Einstampfen der Landeswelle Wasser auf die Mühlen dieser Kritik. Ob das objektiv berechtigt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
 
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Das ewig gleiche Argument der Radiomacher und ÖR-Zerstörer. Das bedeutet aber in letzter Konsequenz: Man braucht überhaupt kein Radio mehr. Man kann alle Programme, durch die Bank, abschalten. Dafür werden Sendungen auf "Halde" produziert und ins Netz gesetzt. Also sofort die Sendeanlagen abbauen.
Das ist doch Quatsch. Die Kompetenz wird immer bei Live-Events von Bedeutung sein, Sport, polit. Veranstaltungen etc. Und so blöde das auch klingen mag, bei Katastrophen und sonstigen unvorhersehbaren Ereignissen wird immer das 1:1-Programm, sprich lineares Radio und TV den anderen das Wasser abgraben. Die Krux ist halt, dass genau dieses Live ebenfalls immer mehr eingeschrumpft und abgebaut wird. Das beginnt bei solch banal erscheinenden Sachen wie einem KI-Verkehrsservice. Irgendwo wurde hier ein VIdeo geteilt, in dem groß und breit erklärt wird, wie der ÖR den KI-Verkehr produzieren möchte. Wenn es tatsächlich um Einspareffekte (Personal etc.) ginge, würde die Argumentation zumindest noch einen Sinn ergeben. Aber die Meldungen werden von menschlichen Redakteuren durchgesehen und aufbereitet, die dann auch des nachts im Studio sind etc. pp. Man möchte sich auf die Zunge beissen und fragen, wozu zum Henker man dann diese alberne KI braucht, um diese Meldungen vorzulesen? Kann keiner von denen drei Meldungen geradeaus sprechen, notfalls paar Minuten vor Sendung aufgezeichnet? Der rbb macht mit der Regionalisierung bei Antenne Brandenburg werktags jeden Nachmittag vor, wie eine punktgenaue Auseinanderschaltung funktioniert. Musik etc. ist überall dieselbe, Mods und Beiträge nicht. Und da kommt soweit mir bekannt noch keine KI zum Einsatz.
 
Der rbb macht mit der Regionalisierung bei Antenne Brandenburg werktags jeden Nachmittag vor, wie eine punktgenaue Auseinanderschaltung funktioniert. Musik etc. ist überall dieselbe, Mods und Beiträge nicht. Und da kommt soweit mir bekannt noch keine KI zum Einsatz.
Die punktgenaue Auseinanderschaltung gibt es bei Antenne Brandenburg von 5-10 Uhr jeweils um halb, nur für Regionalnachrichten aus den Studios (Potsdam, Cottbus, Frankfurt) und Regionalbüros (Perleberg, Prenzlau). Von 10-12 Uhr inklusive regionalem Wetter. Von 12-14 Uhr nur noch aus den Studios Cottbus, Frankfurt und Potsdam. Eine vollständige Auseinanderschaltung ist die Sendung „Antenne am Nachmittag“ von 14 bis 17 Uhr. Die Playlist ist das Einzige, was bei dieser Sendung bei allen gleich ist. Es sitzt in jedem Studio ein eigener Moderator, der dann auch um halb die Regionalnachrichten selbst spricht.
Im Anschluss kommen, so glaube ich, Regionalnachrichten nochmal um 17:30 Uhr und 18:30 Uhr.

Wenn ich mich recht entsinne, gab es sogar Zeiten, in denen auch die Playlist von Frankfurt eine andere war als die von Cottbus oder Potsdam. Vor einigen Jahren hieß die Sendung auch noch „Regionaljournal“ und zusätzlich zum Moderator gab es jeweils einen Sprecher für die Regionalnachrichten.
 
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Solang es im RBB kein anderes Programm geben wird, das exklusiv "Brandenburg" im Namen trägt, wird das nicht passieren.
Bei einem (hoffentlich nicht kommenden) Zusammenschluss von rbb88.8 und Antenne Brandenburg wäre doch die Findung eines Namens, der das Wort "Brandenburg" beinhaltete, keine Hürde.
Herr Woidke beschwert sich doch heute schon über mangelnde Berichterstattung aus BB
Muss er ja auch. Wüsste nicht, warum er im Interesse Berlins sprechen sollte.
wozu zum Henker man dann diese alberne KI braucht, um diese Meldungen vorzulesen?
Braucht man ja auch nicht. Aber der Wahn, alles nur denkbar Mögliche ins Digitale zu schicken und KI zu bemühen, selbst wenn das Produkt weder fehlerfrei noch kostensparend ist, ist eine Frage, die mal eine sozialphilosophische Studie ergründen müsste. Was in Köpfen oberhalb von Programmverantwortlichen passiert, ist eine Wissenslücke, die ich gern mal gestopft hätte.
 
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Das ist doch Quatsch.
Ich verstehe nicht, worauf Du hinaus willst. Direkt gefragt: Einerseits forderst Du, dass das Radio linear keine Inhalte mit Substanz mehr anbieten sollte. Besser wären Podcasts, dann könne sich das jeder anhören, wenn er Zeit und Lust dazu hätte.

Andererseits erklärst Du nicht, was dann überhaupt noch im Radio laufen sollte. Nur noch Musik und Ratespielchen? Pausenzeichen? Gar nix mehr?

Die logische Konsequenz Deiner Argumentation wäre, Radio ganz abzuschaffen, und durch abrufbare Inhalte im Internet zu ersetzen.

Solang es im RBB kein anderes Programm geben wird, das exklusiv "Brandenburg" im Namen trägt, wird das nicht passieren
Stimmt zweifellos. Man schaue sich die Saarländer an: Die hängen an ihrem SR, und wollen nicht mit einem Halbstunden-Lokalfenster im Tagesprogramm der Pfälzer abgespeist werden.

Es wundert mich schon, wie das im TV läuft: Da gibt es beim RBB für alle viel Berlin, aber ansonsten nur ein halbstündiges Regionalfernsehen, am Vorabend. Klar, kostet alles Geld.

Die Distanz ist übrigens gegenseitig: Den hypen Berliner interessiert nicht die Bohne, was in Cottbus oder Frankfurt (Oder) passiert.
 
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Der RBB muss wohl beim interkulturellen Radioprogramm Cosmo aussteigen, das er zusammen mit dem WDR und Radio Bremen produziert
Nach Vorgaben des Reformstaatsvertrags muss der RBB seine derzeit sieben Radioprogramme bis Jahresende auf sechs reduzieren. Welche Programme das sind, legen Berlin und Brandenburg im RBB-Staatsvertrag fest. Aus der Staatskanzlei Brandenburg und der Senatskanzlei Berlin sei zu hören, dass künftig das Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt – also Cosmo – wegfallen soll. Stattdessen sollen Fremdsprachen-Sendungen ins Programm des RBB-Kultursenders Radio3 integriert werden.
 
Diese Beteiligung an COSMO ist ohnehin schon ziemlich schmal, kaum erwähnenswert, weil der WDR das Sagen hat. Und letztlich ist COSMO der Kompromiss damals gewesen als Multikulti eingestellt wurde, um überhaupt migrantisches, weltläufiges und multikulturelles Programm weiter anbieten zu können. Und eine Metropole wie Berlin sollte m. E. ein solches Angebot haben, zumal dort ja auch zig Nationen versammelt sind. Das Programm für diese Zielgruppe in das Programm von radio3 zu pferchen halte ich für widersinnig. Gerade solche Programme sind idealer Auftrag für öffentlich-rechtlichen Rundfunk und auch hier wird dann wieder zuerst gekürzt. Alle reden davon wie wichtig Vielfalt sei, wenn es dann aber darum geht, diese abzubilden, zieht man den Schwanz ein. Und gemessen am Gesamtertrag des RBB ist eine Million Einsparung ja beinahe lachhaft. Überlegt mal, zur Ermittlung von Sachverhalten in der Causa Schlesinger hat der RBB Anwaltskanzleien 2 Millionen in den Rachen geworden und darüber regt sich dann niemand auf. Für mich ist das verkehrte Welt (auch wenn eine politische Vorgabe diese Maßnahme wohl erzwingt).
 
Was soll man denn machen, wenn der rbb keine Kooperation bei Fritz, Inforadio oder radioeins hinbekommt?
1.) an anderer Stelle keine Schei*e bauen, damit man nicht für ehemaliges Führungspersonal horrende Summen aufwenden muss
2.) vielleicht 88.8 und Ant. Brbg. zusammenführen
3.) man muss auch bedenken, dass die hier zum sparen angedachte Welle Leute betrifft, die auch Rundfunkbeitrag bezahlen. Warum sollen Einsparungen immer zulasten derselben Gruppe gehen. Wenn es Einschränkungen bei den großen Wellen gibt, müssten dann halt auch mal die beliebteren Wellen dies mittragen. Auch wenn ich keinen migrantischen Hintergrund habe, trotzdem find ich die Programme anderer Kulturen interessant. So dümpelt man nicht immer nur in der eigenen Blase herum und kann seinen Horizont erweitern.
 
1.) an anderer Stelle keine Schei*e bauen, damit man nicht für ehemaliges Führungspersonal horrende Summen aufwenden muss
Spielt keine Rolle, solange der rbb nach Reformstaatsvertragszählung einen halben Radiosender zu viel hat.

2.) vielleicht 88.8 und Ant. Brbg. zusammenführen
Der rbb kann das gerne mal öffentlich vorschlagen.

3.) man muss auch bedenken...
Du darfst Cosmo durchaus weiter hören.
 
Da COSMO sowieso vor seiner Einstellung steht (ein Hiphop-Szenedudler mit Zielgebiet urbane Räume NRW hat ja nun wirklich dann gar nichts mehr mit Funkhaus Europa zu tun, noch weniger als COSMO jetzt schon), tut das doch nicht weh, wenn der rbb aus the station formerly known as COSMO aussteigt. Weh tat in Berlin, als Multikulti eingestellt wurde. Dieses Programm passte zu Berlin wie kein anderes.

Der rbb sollte die 93,1 Inforadio vom Scholzplatz gegen die 96,3 COSMO tauschen, dann hätte Inforadio 80 kW ERP und nicht nur 25 kW. Die 93,1 könnte nach einer Simulcastphase dann abgegeben werden. Bleibt natürlich am Standort und könnte dem rbb sogar marktüblich paar Groschen für Betrieb und Wartung einbringen, wenn die MABB da irgendwas anderes drauflässt. Problem (aus ARD-Sicht) ist dann halt: wieder Konkurrenz für die Öffis im Berliner Äther. Wird nicht die letzte sein.

Gehört zwar nicht in den rbb-Thread, aber wenn COSMO die Hiphop-Welle für NRW wird, ist dafür auch in Bremen kein Platz mehr. Dort hat man Bremen NEXT. Die zwei COSMO-Funzeln in Schiffdorf und Walle finden sicher auch eine Nachfolgebelegung.
 
Der rbb gibt die Kooperation an COSMO oder dessen Hip-Hop-Szene-Nachfolgewelle auf und strahlt es dennoch weiter aus. Nur nicht mehr auf UKW (das darf man nämlich nicht), dafür aber auf DAB. Bekanntlich nutzt man da eine rechtliche Grauzone aus. Die ARD muss zwar Wellen reduzieren, dürfte aber Fremdwellen, an denen man nicht direkt beteiligt ist, auch terrestrisch in seinem eigenen Sendegbeiet verbreiten. Zumindest gibt es kein Gesetz, daß das expilizit untersagt. Außer dem rbb macht das aber bisher niemand.

Quelle ist: https://www.morgenpost.de/berlin/ar...hen-doch-ganz-verschwinden-wird-er-nicht.html , letzter Satz.
 
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Zumindest gibt es kein Gesetz, daß das expilizit untersagt.
Was es auch nicht braucht, denn Rundfunk ist nunmal Ländersache. Die Programme des hr sind für Hessen, die des BR für Bayern und so weiter. Das ergibt sich aus den jeweiligen Staatsverträgen. Das in Berlin aktuell noch drei Programme per DAB+ verbreitet werden, die weder Kooperationsprogramme sind noch in irgendeiner anderen Form etwas mit Berlin/Brandenburg zu tun haben, dürfte einfach nur daran liegen, dass kein Richter wo kein Kläger. Spätestens mit der DAB-Neuordnung ab 2028 werden die dort mutmaßlich sowieso verschwinden.
 
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Warum und wozu es in Berlin BR Heimat und BR Klassik braucht, hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
Heimat ist Zitter und Reportage vom Almabtrieb in Berchtesgaden, Klassik ist Oboe und Reportage vom Promiauftrieb in Bayreuth. Das ist für Berliner aufregend exotisch.
 
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Heimat ist Zitter
Die haben in Bayern nicht mehr Parkinson als anderswo im Land. Das Instrument heißt Zither.

Klassik ist Oboe und Reportage vom Promiauftrieb in Bayreuth
BR Klassik wird hier und da in Berlin gern als Ersatz für den nach Ansicht der Betroffenen hinsichtlich Klassik nicht lieferfähigen oder lieferwilligen rbb genommen. Zumindest war das Stand 2021 so, als BR Klassik selbst noch nicht aufgeweicht war.

"RbbKultur sollte einfach mal bei BR Klassik reinhören - so geht kreatives, intelligentes, inspirierendes Kulturradio ... es muss nicht alles neu erfunden werden bei rbb."

"Seit einigen Monaten schalte ich zuerst RBB Kultur ein und stelle bei der ersten "Fahrstuhlmusik", also Filmmusik und ähnliches, auf BR Klassik um, meist also sehr schnell. Wie schön, dass es DAB+ gibt! Auch wenn mir der Lokalbezug zu Berlin/Brandenburg dann fehlt."

"Meine Reaktion auf die Programm"reform": Ich habe ein Internetradio gekauft, um immer häufiger andere Sender zu hören. Favorit BR KLassik"

"Wenn es noch mehr Seichte Musik gibt, weiß ich nicht, warum ich rbb einschalten soll. Dann werde ich auf br klassik o.ä. per DAB ausweichen. Werde dort allerdings die lokalen Bezüge vermissen."

"Freue mich, dass auch anderen Menschen die Verknappung guter, toll gemachter Sendungen auffällt. Zum Glück bringt auch BR Klassik sehr gute Sendungen"

"Jeder Radiosender hat sein eigenes Profil, sein eigenes Thema für seine Hörer und kann deshalb auch nicht für alle da sein. Bei meinem jetzigen Ausweichsender BR-Klassik klappt das mit der klassischen Musik hervorragend."

"Ich höre inzwischen nur noch gelegentlich rbb-Kultur, stattdessen BR-Klassik über DAB+, weil diese Klassik- und Kulturwelle ein deutlich höheres Qualitätsniveau beibehalten hat!"

"Nur ein Wort fällt mir ein: WUT. Wie kann man etwas so Gutes wie das ehemalige Programm ohne Grund und ohne Sinn und Verstand derart vernichten... es ist mir ein absolutes Rätsel. Ich bin auf jeden Fall raus, nach "Bayern ausgewandert" bzw. zum Deutschlandfunk."


Das sind alles Rückmeldungen im Freitext-Feld einer Umfrage zum rbb-Kulturradio, 24.3.2021 - 20.4.2021. Landesmusikrat Berlin. Mehr dazu hier


Vor einigen Jahren hatte man ja auch Bayern 2 in Berlin auf DAB+. Einer, der das ganz gern nutzte, schreibt ja auch hier im Forum, @Pianist_Berlin . Warum ausgerechnet Bayern 2 damals vom BR in Berlin rausgenommen wurde, konnte ich damals nicht nachvollziehen. Inzwischen ist es mir wurscht.
 
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Das sind alles Rückmeldungen im Freitext-Feld einer Umfrage zum rbb-Kulturradio, 24.3.2021 - 20.4.2021. Landesmusikrat Berlin.

Inzwischen ist es mir wurscht.

Ich habe im Suchfeld der Landesmusikrat-Seite mal "rbb" eingegeben.

Seit https://www.landesmusikrat-berlin.d...hen-rbb-und-landesmusikrat-berlin-11-05-2021/ scheint denen das Thema "wurscht" zu sein? Oder berichtet einfach niemand mehr über dieses "halbjährlich stattfindendes offenes Diskussionsformat mit dem Publikum zum Programm von rbbKultur."
 
Eine Katastrophe fürs Radio.

Dein Befund ist im Grunde richtig, und das liegt daran, dass linear gegen non-linear ausgespielt wird. Und es sich nicht gegenseitig sinnvoll befruchtet und ergänzt. Hier wird das Netz mehr oder weniger zum bestimmenden Medium weil die Öffis sich insbesondere in den zurückliegenden Jahren nicht ausreichend darum gekümmert haben, Konvergenz herzustellen. Da gab es bislang linear first, was nun zugunsten von online first abgeräumt wird und das führt zu Ecken und Kanten in gewohnten Nutzungsstrukturen. Und deswegen heulen die auch immer rum, kein Geld zu haben. Aber das liegt nicht am Geld, das liegt daran, dass die falsch priorisieren.

Denn die von dir zurecht eingeforderte Vielfalt wird nur bei Leuchtturmprojekten gewährleistet - gegen Aufwendung hoher Summen, Der Rest fällt mehr oder weniger weg oder wird stiefmütterlich behandelt - weil dafür dann angeblich kein Geld mehr da ist. Natürlich ist Förderalismus ein Grund, weil Rundfunk Ländersache ist und schon alleine deswegen gleiche Dinge doppelt und mehrfach produziert werden. Hier müsste man eigentlich sagen, Einmalereignisse 1x produzieren und mit der Power der Länderperspektiven beleuchten, besprechen, einordnen. Und nicht jeder für sich. Und die frei werdenden Ressourcen dann in die Tiefe und Vielfalt stecken.

Aber dazu sieht sich die ARD von selbst nicht befähigt, weil jeder ja auch seinen Stolz hat. Anhand des KI-Services in der Nacht sieht man ja eigentlich, dass es am Ende auf ein schlechtes Mittelmaß hinausläuft, die ARD hält dies für den Schlüssel, ich finds grauslig. Man will ja Anspruch haben angeblich, nur das hörbare Ergebnis z. B. bei rbb 88.8 ist dies nicht. Aber für die Nacht reichts ja wohl. Dann könnten Leute, die z. B. nachts Radio hören auch sagen, dann bezahl ich halt auch nur Mittelmaß. Ginge dies tatsächlich, wäre das Geschrei groß.

Ich halte das Netz nicht für schlecht oder böse, aber man müsste darüber eben mehr Verbindung zwischen Menschen und Sender erzeugen. Aber man kriegt einfach produzierte Inhalte dort reingeklatscht und kann sich dann selbst bedienen, was ich für zeitaufwendig halte. Ein gut kuratiertes Programm ist doch was Schönes. Ich maße mir selbt nicht an, alles besser zu wissen und schon gar nicht überall Bescheid zu wissen, deswegen ist es doch ein Mehrwert, wenn kundige Redakteure Programme zusammenstellen, die bunt, unterhaltsam und überraschend sind. Das geht im Netz total verloren. Aber was soll man jetzt auch wieder lange monologisieren, die Sender machen ihr Ding und man wird immer das zuerst machen, wo die sonst nicht so bemühten Quoten sagen, dass noch ein gewisser Bedarf ist. Diesen bedient man, der Rest hat halt Pech gehabt.


Seit https://www.landesmusikrat-berlin.d...hen-rbb-und-landesmusikrat-berlin-11-05-2021/ scheint denen das Thema "wurscht" zu sein? Oder berichtet einfach niemand mehr über dieses "halbjährlich stattfindendes offenes Diskussionsformat mit dem Publikum zum Programm von rbbKultur."

Es ist ja auch ermüdend für diejenigen, die was erreichen wollen. Irgendwann resigniert man halt. Aufschreien ist immer leichter als sich konstruktiv zu beteiligen. Und bei den ganzen anderen Debatten beim RBB intern haben die vermutlich auch die Zeit seither mit anderen Dingen verbracht. Und bei Veränderungen eines Angebotes, ist der Aufschrei ohnehin immer da. Irgendeinem passt es nicht. Mich zum Beispiel schmerzt noch immer der Verlust von multikulti, auch wenn das schon lange her ist. Ich habe keinen Groll, aber ich vergess es irgendwie auch nicht.
 
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