Ich halte das Netz nicht für schlecht oder böse
Das ist auch gar nicht das Problem. Das Netz kann sehr gut eine Ergänzung des linearen Radios darstellen, und es ist ist auch gar nichts dagegen einzuwenden, dass eine Sendung irgendwo "nachgehört" werden kann.
Aber ein Konzept, das wirkliche Inhalte nur noch auf Abruf im Netz bereitstellt - weil angeblich kein Mensch mehr Zeit hat, zu einer festgesetzten Zeit sein Radio einzuschalten, so das ursprüngliche Argument des Foristen - versetzt dem Radio den Todesstoß. Den wenn die letzten wirklichen "Inhalte" entfernt werden, was bleibt dann noch? Nur noch Sendungen wie "Oster-Marathon" von acht bis acht mit Achtzigern, oder ähnlicher Mist.
Davon abgesehen würde manche Sendeformate schlicht verschwinden: Heute morgen, von 9 bis 11, gab es wie jeden Samstag auf DLF-Kultur "Im Gespräch", mit Hörerbeteiligung. Wo Leute anriefen,, die scheinbar doch noch Zeit haben, zu einer vorgegebenen Zeit eine Sendung zu verfolgen. So was geht nur live.
Und überhaupt: Die eigentliche Stärke des Radios ist es, schnell auf Ereignisse zu reagieren. Aber das hat man in den Funkhäusern scheinbar vergessen. Stattdessen Endlos-Gedudel, Pop-Histörchen und Boulevard. Und das wäre dann das Radio der Zukunft, falls es das nicht schon ist, das uns droht, wenn Inhalte verschwinden.