Deutschlandradio-Empfang nach der UKW-Abschaltung

Unterschiedliche Module klingen unterschiedlich. Manche können AAC-LC gut, manche nicht, ebenso bei HE-AAC. Oder Probleme mit 32KHz Samplingrate...fast jedes Modul hat irgendwelche Klangprobleme, ob Frontier Silicon, GyroSignal, NXP oder was auch immer.
 
Und dann gibts auch welche, die mögen HE-AAC bei höheren Bitraten nicht. LC-AAC klingt wie gewohnt.
Mit diesen Geräten hören sich dann DLF, SWR und alle, die diesen Codec jenseits der 96kbps verwenden, wie 56kbps oder 48kbps an. Bis 88kbps klingt es noch normal damit, ab 96 wirds sehr dumpf und harsch.
 
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Ich werfe mal in den Raum, dass J nach EF die wichtigste Stadt im im Herbst wählenden Thüringen ist. Und auch Großstadt etc.
Eine Abschaltung von UKW von DLF und DLF Kultur gerade in dieser Zeit (siehe Europawahlergebnisse in Thüringen mit einer neuen stärksten "blauen" Partei in diesem Land...) ist da alles andere als nachvollziehbar.
Der (technische) Konservatismus
Dafür müssen die Leute erst mal Bescheid wissen. Ich kenne welche, die wissen gar nicht über was sie ihr TV empfangen, also ob Kabel, SAT oder DVB-T2. Da ist dann eine Gemeinschaftssatzanlage gern mal exklusives Kabelfernsehen.
 
Also wenn ich mir das hier anschaue (ja ich weiß, FMscan ist nicht sehr genau), kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass da gar nix mehr geht. So weit weg sind die nächsten 100KW Bräter nämlich nicht mehr.
Gerade der Inselsberg (97,2) hat nach Osten eine riesige Reichweite, ebenso die 96,6 nach Westen, die geht sogar im Thüringer Wald noch anständig (und wir reden hier nicht von hochempfindlichem DXer Equipment). Zum Vergleich: In Leipzig geht sogar noch der Brocken in jedem Brüllwürfel (das wird bei FMscan leider sehr pessimistisch dargestellt).
Dass da nach der Funzelabschaltung in Jena gar nichts mehr gehen wird, kann so nicht wirklich stimmen. Muss man halt seine Antenne etwas weiter rausfahren, was nun wirklich kein Hexenwerk ist, gerade für den*die ansoruchsvolle Hörer*in.
Eher ist es wahrscheinlicher, dass direkt an den Stadtgrenzen und im Umland, die Sender von außerhalb besser reingehen, als die Funzeln aus Jena.

Ganz anders würde es aussehen, wenn die DLFs beispielsweise in München, Augsburg oder Stuttgart abschalten würden, dort wären sie aus dem UKW Band vollständig weg, das ist hier nicht der Fall.
 

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Vergiss bitte nicht, dass Jena in einem Tal liegt. Nehmen wir mal https://hb9eyz.ch/g_locator.php und schauen nach.

Inselsberg, ohne zusätzliche Antennenhöhe nach Jena Stadtzentrum, Damenviertel:

Jena - Inselsberg.png

Wiederau, ohne zusätzliche Antennenhöhe nach Jena Stadtzentrum, Damenviertel:

Jena - Wiederau.png

Das ist gut abgeschattet.

Zum Vergleich: In Leipzig geht sogar noch der Brocken in jedem Brüllwürfel (das wird bei FMscan leider sehr pessimistisch dargestellt)
Torfhaus geht auch im Thüringer Wald, ich hatte mal sehr beeindruckend NDR 1 NDS in Cursdorf (Endpunkt der Adhäsionsstrecke der Oberweißbacher Bergbahn) erleben dürfen mit RDS und in Stereo. Das sind 145 km. Aber Cursdorf liegt halt nicht im Tal:

Cursdorf - Torfhaus.png

Das ist eine völlig andere Situation. Das ist DXers Traumland.


Irgendwas geht schon in Jena, je nach Stadtteil. Ist dann halt u.U. massiv eingeschränkt. Hier mal historische Erörterungen für TV Band I Kanal 4 vertikal, also unterhalb UKW-Band:


Demnach hatte man in der Innenstadt einst 30 - 50 µV gemessen, also 30 - 34 dBµV (offenbar am Dipol). Auf dem Napoleonstein 200 m höher hatten sie damals 2 mV gemessen, also 66 dBµV. Das geht grob konform mit dem, was FMscan ausspuckt für UKW. Nur: da oben wohnt niemand außer Feldlerchen.

Ich hatte mal mit FMscan für einen bereits am Berghang befindlichen, exponierten Standort rechnen lassen (Tatzendpromenade, zwischen ex Schott und Zeiss). Da kam DLF Wiederau auf 39 dBµV, Geyer auf 25 dBµV, Ochsenkopf auf 50 dBµV und der Stadtstandort auf 62 dBµV. DLF Kultur war vom Waldstein mit 40 dBµV gelistet (allerdings 200 kHz neben der Ortsfrequenz von MDR Aktuell), Blessberg mit 34 dBµV, Inselsberg mit 37 dBµV, Brocken mit 27 dBµV und der Stadtstandort (der ein anderer ist als für den DLF) hatte 73 dBµV. Das geht im Stadtzentrum dann alles deutlich schlechter, mit Ausnahme des Stadtstandortes!

Denk auch bitte daran, dass Geyer 97,0 / Inselsberg 97,2 / Brocken 97,4 immer nur je 200 kHz Abstand haben. Vermutlich ist aber irendeiner von denen stets besonders stark abgeschattet und fällt raus.

Wesentlich bessere Aussagen bekämen wir aus Radiomobile. Leider bin ich geistig nicht in der Lage, dieses Tool so zu bedienen, dass was sinnvolles rauskommt. Radiomobile mit Empfangsstelle Jena nahe Planetarium und Senderstandort 96,6 Wiederau, 97,0 Geyer, 100,3 Ochsenkopf, 89,3 Großer Waldstein, 94,2 Blessberg, 97,2 Inselsberg und 97,4 Brocken wären da zu rechnen.


Muss man halt seine Antenne etwas weiter rausfahren, was nun wirklich kein Hexenwerk ist, gerade für den*die ansoruchsvolle Hörer*in.
Ach ja? Jena ist eng bebaut, nur die Privilegierten haben Eigenheime an den Hängen des Saaletals. Ansonsten wohnt man zur Miete, darf keine Antennen anbringen etc. Dieser Aufwand wäre auch in vielen Fällen größer, als auf Internetradio umzusteigen. Hier gehts aber um Fortsetzung des barrierefreien Zugangs zu den Programmen des nationalen Hörfunks in dem Jahr, in dem genau diese Programme (und das MDR-Zeugs) in Thüringen politisch abgeschossen werden könnten. Und in dem es für Jena u.U. zum Ende der Zustandes "weltoffene, der Wissenschaft verpflichteten Universitätsstadt" kommt.

Und es geht um "unverkabelten" Empfang via einfache Radios, wie sie nunmal weitgehend Standard sind.

Eher ist es wahrscheinlicher, dass direkt an den Stadtgrenzen und im Umland, die Sender von außerhalb besser reingehen, als die Funzeln aus Jena.
Das ist bei Funzeln ja relativ normal.


In ein paar Tagen muss ich sogar nach Jena reisen, ich habe Horror vor dem Anlass (Abiball meines höchstintelligenten Patenjungen, der das Gymnasium ein Jahr vor der üblichen Zeit abgeschlossen hat). Dass ich dabei weder ein Gerät zum Scannen noch irgendwie Nerv dafür haben werde, dürfte hoffentlich verständlich sein.
 
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1. Regel: Traue FMscan nicht.
2. Regel: Die Prognosen kennen keinerlei Topographie.
Muss man halt seine Antenne etwas weiter rausfahren
Das macht so gut wie kein Normalhörer (und die meisten ziehen eh wohl, so vorhanden, die Stabantenne auf Anschlag raus - bei diesen Draht-Wurfantennen, gibt es ggf. "Spielraum").
 
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Das macht so gut wie kein Normalhörer
Die von den Hitradios nicht. Gehobeneres DLF Klientel weiß dagegen noch, dass eine ordentliche Antenne (das muss ja jetzt keine Riesen-Mega-Konstruktion sein) für guten Empfang sehr wichtig ist. Gerade bei der vielerorts bescheidenen UKW-Versorgung der beiden Programme.

Bereits 60-70 cm Länge sollten für guten Empfang schon reichen, darauf kommen selbst viele DAB-Radios, obwohl es dort nicht mal nötig wäre.
 
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Gehobeneres DLF Klientel weiß dagegen noch, dass eine ordentliche Antenne (das muss ja jetzt keine Riesen-Mega-Konstruktion sein) für guten Empfang sehr wichtig ist.
Meine Jenaer Freundin wüsste das nicht. Sie ist Biologin und nicht Radiofreak. Ihr Sohn kennt zwar sogar die Maxwellgleichungen dem Namen nach (die hatten wir erst im Studium im 3. Semester, weil in der Mathematik erst die Voraussetzungen dafür geschaffen werden mussten), aber sowas weiß er freilich auch nicht.
 
Einfaches logisches Denken würde schon viel Ärger ersparen.
Bei Hochfrequenz ist eine Erwartungshaltung hinsichtlich "logischem Denken" sehr mutig. Dazu braucht es zumindest grundlegende Kenntnisse der HF-Ausbreitung, der Antennentheorie (Resonanz, Dipoltheorie, Abmessungen von Antennenelementen, Lambda/2, Lambda/4, Sinn von Direktoren etc.). Wer nicht weiß, wie eine richtige UKW-Yagi aussieht und UKW-Ortssenderempfang immer mit irgendeinem hinten aus dem Radio raushängenden Draht gemacht hat, kann mit "logischem Denken" hier nicht weiter kommen. Bei "ich brauche vielleicht eine bessere Antenne" hört es auf - allerspätestens. Eher kommt bei Menschen, die sich technisch für fit halten, das "ich brauche einen Antennenverstärker". Und das ist ja eher nicht die Lösung.
 
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2. Regel: Die Prognosen kennen keinerlei Topographie.
Doch, ein einfaches Geländemodell steckt wohl drin. Meine Erfahrung beim Vergleich mit realen Ergebnissen an exponiertem Standort (Mast 20 m, große Yagi, nicht in Jena): es gibt dennoch teils massive Überraschungen. Das muss tatsächlich nichtmal ansatzweise passen.
 
Bei Hochfrequenz ist eine Erwartungshaltung hinsichtlich "logischem Denken" sehr mutig. Dazu braucht es zumindest grundlegende Kenntnisse der HF-Ausbreitung, der Antennentheorie (Resonanz, Dipoltheorie, Abmessungen von Antennenelementen, Lambda/2, Lambda/4, Sinn von Direktoren etc.). Wer nicht weiß, wie eine richtige UKW-Yagi aussieht und UKW-Ortssenderempfang immer mit irgendeinem hinten aus dem Radio raushängenden Draht gemacht hat, kann mit "logischem Denken" hier nicht weiter kommen. Bei "ich brauche vielleicht eine bessere Antenne" hört es auf - allerspätestens. Eher kommt bei Menschen, die sich technisch für fit halten, das "ich brauche einen Antennenverstärker". Und das ist ja eher nicht die Lösung.
Okay, überzeugt, das verstehe ich.
Wäre eigentlich ja sogar mal etwas für die Sendung mit der Maus.
Bildlich lässt es sich auch wunderbar darstellen.
 
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Eine Abschaltung von UKW von DLF und DLF Kultur gerade in dieser Zeit (siehe Europawahlergebnisse in Thüringen mit einer neuen stärksten "blauen" Partei in diesem Land...) ist da alles andere als nachvollziehbar.
Es wurde bereits "blau" gewählt, obwohl DLF/DLF Kultur noch bestens auf UKW empfangbar sind. Daran wird sich auch in 3 Monaten nichts ändern. Dass das Bildungsbürgertum nach Abschaltung der lokalen DLF-Füllsender nun plötzlich auch "blau" wählt, bezweifele ich.

Der DLF hat einen niedrigen einstelligen Marktanteil, DLF Kultur liegt bei <1% (leider). Praktisch bekommt von der Abschaltung kaum jemand was mit.

Versteht mich nicht falsch, ich will die Abschaltung der UKW-Sender in Jena gar nicht schönreden. Aber hier wird so getan, als ob bei vielen Leuten eine Wahlentscheidung nur durch das Konsumieren eines Radioprogramms (DLF) gefällt wird.
 
Die Wahlentscheidung nicht. Aber die Möglichkeit, als sozialethisch anständiger Mensch in diesen Zeiten schnell an aktuelle und solide Informationen und fundierte Einordnungen zu kommen . Das geht dann nur noch per App oder DAB. Und das ist für mich Verrat des beitragsfinanzierten nationalen Hörfunks an den sozialethisch anständigen Menschen in dieser Stadt. Sowas macht man nicht in diesem Jahr.

Jena wählt übrigens völlig anders als der Rest von Thüringen. Die Leute in Jena haben auch ganz andere Themen als im Rest von Thüringen: naturwissenschaftliche Vorschulbildung für den Nachwuchs, progressive Kulturveranstaltungen, ökologische Kitas - und eben nicht der stumpfe Universalhass der Eingeborenen gegen alles, was zu leben versteht.

Eigentlich gehört Jena so gesehen gar nicht nach Thüringen, sondern wirkt eher so, als hätte Gott beim Versuch, noch eine weitere Universitätsstadt nach Südwestdeutschland einzufliegen, über Thüringen seine Schöpfung versehentlich fallen gelassen.

Ich war zur Zeit des Wahlkampfes an einem Tag zu mehreren Terminen in Jena. Plakate rechtsextremer oder faschistischer Parteien sah ich in der Innenstadt keine (!). Dafür viel GRÜNE, VOLT und weitere Bündnisse, die eher für eine gut lebbare Zukunft stehen. Auch fielen mir in einem Gebiet, in dem Institute mit Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern verschmelzen, teils an Privathäusern Transparente anständiger zivilgesellschaftlicher Organisationen auf. Man weiß offenbar, was man in Jena zu verlieren hat. Anderswo in Thüringen kannste sowas nicht machen, da werfen sie dir die Fenster ein.

Erst im Gewerbegebiet Göschwitz am südlichen Stadtrand, wo ich jemanden bei einem Elektronikunternehmen besuchte, sah ich dann auch entsprechende Plakate. Und drumerhum ists sozialethisch richtig finster. Auch das ist nichts neues, die inoffizielle Langfassung des Kfz-Kennzeichens SHK kenne ich seit ca. 15 Jahren und sie ist gewiss noch älter.
 
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Kann man denn die 97,2 und 96,6 im Auto (wo ja meist bessere Radios drin sind) noch vernünftig im Stadtgebiet hören?
Im Raum Mannheim/Ludwigshafen, wo es seit Jahren ähnlich mies aussieht klappt das z. B. ganz gut (bis auf dass es mal kurz rauscht, bei Wortprogrammen aber noch verkraftbar). Dort gibts beim DLF nur den großen Feldberg und die Hornisgrinde, beide an die 100km entfernt, mal geht der eine, mal der andere besser.

Jena ist nach Nordost ja etwas offen, nur Richtung Inselsberg und Brocken gibts kleinere Abschattungen.

Auf der Autobahn in und um Jena schalten Radios jedenfalls sehr schnell von der 104,5 auf die 96,6 um.
Gut möglich, dass man die Abschaltung im Auto nichteinmal bemerken könnte, dank AF.
 
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Kann man denn die 97,2 und 96,6 im Auto (wo ja meist bessere Radios drin sind) noch vernünftig im Stadtgebiet hören?
Ich hatte einen Freund aus Jena um Beantwortung dieser Frage gebeten. Problem: er benutzt das Auto sehr selten, seine Frau braucht das Auto meist beruflich. Bislang hat er es nicht ausprobiert. Die Freundin von mir in Jena hat zwar 4 Kinder, lebt aber autofrei. Da bekomme ich gar keine Antworten auf solche Fragen.

Eventuell muss ich um den 20.6. nochmal zu 3 Terminen nach Jena und kann dazu einen Weltempfänger mitnehmen.

Noch ein Nachtrag zur Aussagekraft von FMscan. Ich hatte im März 2016 mit der alten Oberfläche von FMscan mal rechnen lassen für den Wohnort besagter Freundin. Da ging es nicht um Empfang bestimmter Programme, sondern das war für einen der damals typischen Briefe, die ich meinem damals 9-jährigen Patenjungen schrieb. Die packte ich immer voller Mathematik, Physik und Technik, weil das das ist, was den Jungen interessierte (seit er 16 ist, kann ich ihm nicht mehr helfen in Mathe und Physik - und ich bin promovierter Physiker, aber halt völlig "raus"). In diesem einen Brief ging es u.a. um Winkelmessungen im Bogenmaß, um Pi als Grundlage dessen (wir hatten als ich die Familie besucht hatte auch Pi mit nem Strick um den tatsächlich exakt 1 Meter durchmessenden runden Küchentisch bestimmt zu 3,14) - und wegen Himmelsrichtungen kam ich auf die Azimutwinkel von FMscan. Das bereitete ich für ihn mal entsprechend auf - was man halt so mit 9-jährigen macht. ;)

Ich habe den Brief heute rausgekamt und den Screenshot vom alten FMscan gefunden. Dazu eine neue Abfrage von vor 2 Wochen für den gleichen Standort:

100 kW Wiederau 57 dBµV alt - 39 dBµV neu
100 kW Ochsenkopf 52 dBµV (alt) - 50 dBµV (neu)
60 kW Brocken 47 dBµV (alt) - 100 kW Brocken 27 dBµV (neu) !!!!

Die alten Werte sind eher anzuzweifeln. Brocken ist am gerechneten Standort komplett abgeschirmt hinterm Berg. Aber Wiederau mit 18 dB Unterschied hat auch was. Da muss was am Geländemodell oder den Voreinstellungen anders sein.
 
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Es werden noch mehr UKW-Frequenzen beim DLR abgeschaltet:
Mit Blick auf die regional sehr gute DAB+ Versorgung wird am 30. Juni 2024 die parallele analoge Ausstrahlung über einige kleinere UKW-Sender mit geringer Reichweite beendet. Das betrifft die Verbreitung des Deutschlandfunks in Baden-Württemberg an den Standorten Heilbronn (91,3 MHz) und Schwäbisch Hall (95,8 MHz), in Thüringen (Jena, 104,5 MHz) und in Mecklenburg-Vorpommern in Neukloster (90,6 MHz). Im bayerischen Bad Tölz nimmt am 19. Juni ein neuer DAB+ Sender den Betrieb auf, hier endet die UKW-Verbreitung (87,8 MHz) ebenfalls am 30. Juni. Eine weitere Frequenz wird am 17. September abgeschaltet, dann endet die UKW-Verbreitung des Deutschlandfunks im bayerischen Pfronten (96,5 MHz).
[...]
Die UKW-Ausstrahlung von Deutschlandfunk Kultur wird in Bad Tölz (Bayern, 93,2 MHz), im hessischen Fulda (90,7 MHz), in Heilbronn (Baden-Württemberg, 97,3 MHz), im Jena (Thüringen, Sender Kernberge, 98,2 MHz) und in Niedersachen in Nordhorn (97,1 MHz) eingestellt.
 
mit geringer Reichweite

Soweit ich weiß sind HN und J Großstädte... Aber ich mag mich täuschen liebes Deutschlandradio und es es handelt sich um kleine Dörfer mit ein paar Gehöften.
 
Die flächenmäßige Reichweite dieser Frequenzen ist oft tatsächlich arg begrenzt. Es geht um Senderstandorte mit teils nur 100 W ERP in teils mittelgebirgigem Gelände. Die Zahl potentiell darüber erreichbarer Haushalte ist in so einem "Konzentrat" wie Jena allerdings sehr hoch.
 
Eventuell muss ich um den 20.6. nochmal zu 3 Terminen nach Jena und kann dazu einen Weltempfänger mitnehmen.
Ich war heute schon in Jena. Die Zeit war knapp, aber an 3 Orten habe ich stellvertretend für unterschiedliche Stadtgebiete und Höhenlagen gescannt.

Ich habe einen Panasonic RF-B45 genommen, einen einfachen Weltempfänger aus den 90er Jahren, recht empfindlich, aber auf UKW nicht allzu trennscharf. Vermutlich aber besser als vieles, was so in Küchen oder gar Wohnzimmern bei normalen Menschen steht, die keine Radiofreaks sind. Übrigens nur mono das Gerät, das sollte für den Zweck reichen.

Los ging es im Süden nahe der Autobahnbrücke, im Gewerbegebiet Göschwitz genau hier:


DLF

96,6 Wiederau durch MDR Kultur Jena Oßmaritz 96,4 gestört, kein DLF zu hören

97,0 Geyer geht mit etwas Antennenausrichtung vor dem Gebäude brauchbar, wenn auch schwach

100,3 Ochsenkopf wirkte wie mit Fading, geht mit etwas Antennenausrichtung aber vermutlich auch erträglich, wenngleich nicht dauerhaft stabil

104,5 Jena Osmaritz - perfekt


DLF Kultur

89,3 Großer Waldstein wird durch MDR Aktuell Jena Oßmaritz 89,5 gestört, kein DLF zu empfangen

94,2 Blessberg geht gut

97,2 Inselsberg wird durch 97,0 Geyer DLF gestört

98,2 Jena Kernberge - perfekt


Dann ab aufs Rad und rein in die Stadt. Dort bin ich direkt im Zentrum am Engelplatz (gegenüber der Kulturarena) in ein Geschäft und habe im Laden im EG gescannt. Das ist ok, man kennt mich dort.



DLF

96,6 Wiederau total gestört, kein Ton, nur Rauschen und lautes Brummen von der Hauselektrik

97,0 Geyer total gestört, kein Ton, nur Rauschen und lautes Brummen von der Hauselektrik

100,3 Ochsenkopf total gestört, kein Ton, nur Rauschen und lautes Brummen von der Hauselektrik

104,5 Jena Oßmaritz - perfekt


DLF Kultur

89,3 Großer Waldstein total gestört, weder DLF Kultur noch MDR Aktuell (89.5 Jena Oßmaritz) zu hören

94,2 Blessberg total gestört, kein Ton, nur Rauschen und lautes Brummen von der Hauselektrik

97,2 Inselsberg total gestört, kein Ton, nur Rauschen und lautes Brummen von der Hauselektrik

98,2 Jena Kernberge - perfekt


Dann die Westbahnhofstraße und ein Stück weit den Magdelstieg hoch. Nicht bis ganz hoch, nur bis zum Fichteplatz. Sind dennoch paar Meter ab Saaletal. Auf dem Spielplatz habe ich nochmals gescannt:



DLF

96,6 Wiederau durch MDR Kultur Jena Oßmaritz 96,4 gestört, kein DLF zu hören

97,0 Geyer Audio erkennbar, aber unbrauchbar

100,3 Ochsenkopf Fading, schlechter Empfang, streckenweise erahnbar

104,5 Jena Oßmaritz - perfekt


DLF Kultur

89,3 Großer Waldstein wird durch MDR Aktuell Jena Oßmaritz 89,5 gestört, kein DLF zu empfangen

94,2 Blessberg überraschenderweise nicht empfangbar gewesen

97,2 Inselsberg wird durch 97,0 Geyer DLF gestört

98,2 Jena Kernberge - perfekt


Fazit: im Süden nahe der Autobahn geht es besser, da öffnet sich das Tal Richtung Ochsenkopf und Blessberg. In Lobeda sollte was alternatives gehen, vor allem in den oberen Stockwerken. In der Innenstadt geht zumindest teils gar nichts außer den Jenaer Stadtfrequenzen, die nun abgeschaltet werden. Inhouse kann man es da gleich komplett vergessen. Was mich überrascht hat: auf "halber Höhe" auf dem Magdelstieg geht letztlich auch nichts außer den Jenaer Frequenzen.

Und nun?


Die Anlage meiner Jenaer Freundin ist übrigens eine


Einziger Audioeingang: Bluetooth. Halleluja. Schlimmstenfalls DAB-Box und Bluetooth-Transmitter oder komplett neue Anlage. Schönen Dank auch, liebes Deutschlandradio!
 
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Nachtrag zum RF-B45: die Stiftung Warentest meinte 6/1995 im Weltempfängertest sogar, dass die UKW-Trennschärfe gut und die Großsignalfestigkeit sehr gut sind:


Da wird sich in der Praxis mit üblichen "Küchenradios" also ein eher noch schlechteres Ergebnis einstellen.
 
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Sehe ich ja eigentlich auch so. Aber ich bin halt "Freak". Besagte Freundin ist eine sehr empfindsame, liebevolle Seele, die es als Biologin eher mit der lebenden Materie (und deren Bewahrung) hat und nicht mit Technik.
 
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