Die Geschichte von RPR

Funker

Benutzer
Was mich interessieren würde, was hört Ihr als frühere RPR-Hörer heute?
Bezogen auf alle Hörer in Rheinland-Pfalz ergeben die Media-Analysen der letzten 25 Jahre da eine glasklare Antwort: Frühere RPR-Hörer sind jetzt bei SWR3 und SWR1 RP.

In den Jahren nach der SWR-Gründung 1998 lag RPR1 in Rheinland-Pfalz stets mit riesigem Abstand in Führung, RPR2 war auf Platz 2 und SWR3 nur auf Platz 3. Mit der Einstellung von RPR2 begann das zu bröckeln.
BigFM kam nie ansatzweise an die Gesamtreichweiten von RPR2 ran, hat dafür aber mehr junge Hörer als das Schlagerformat.

Mittlerweile liegen SWR3 (216 Tsd) und SWR1 RP (169 Tsd) in Rheinland-Pfalz meilenweit vor RPR1 (136 Tsd) und BigFM (62 Tsd).
 
Zuletzt bearbeitet:

Richard 1977

Benutzer
Das war schon September 1994. Zeitgleich kam auch der Funtime-Club am Freitagabend, das sollte so bißchen Radioparty à la N-Joy Radio (damals ganz neu) sein.

Ohja, stimmt. Tillmann Uhrmacher war ja irgendwann mal für ein paar Monate weg vor seinem Weltrekord, und damit kam die Radiogalerie-Ausweitung. War das am Freitag Abend nicht irgendwie dann so eine Ersatz-Sendung für Maximal? Oder lief die am Samstag Abend? Maximal lief ja vorher auch Samstags frühabend, und erst nach Tillmanns Rückkehr am Freitag Abend.
Der Funtime-Club kam dann also auf dem Freitags-Dreamtime Sendeplatz, die Dreamtime dafür auf den Sonntag vom Country-Club. Laufenberg muss Ende 1994/Anfang 1995 noch da gewesen sein, ich erinnere mich zumindest, dass er Tillmann beim Weltrekord in Köln besucht hat (er klang da m..E. ein wenig angetrunken).


Erstes Halbjahr noch mit Mitschüler die Radio-Galerie gefeiert (die Wochen mit Tilmann, Bob fanden wir eher langweilig),

Ich fand damals irgndwie Bob witziger. Aber stimmt, eigentlich waren beide ziemlich unterschiedlich und Tillmann müsste eher das jüngere Publikum angesprochen haben (wozu ich eigentlich auch gehören sollte, aber ich war untypisch, mochte ja auch kein 1LIVE).

Das hat aber noch gedauert. Erstmal kam ab Januar 1996: 5 Volle Kanne, 9 Nur die Superhits, 12 Nur die Superhits, 15 Nur die Superhits,

Stimmt, die Phase gabs ja auch noch.

ab 1998/99 mit den Classics SO 18-21 und zunehmend Dreamtime 21-24,

Die Classics am Sonntag müssten doch eigentlich mit Laufenbergs Weggang zusammenfallen, weil das ja der Sendeplatz von "Bei Anruf: Pop" war. Dadurch wurden dann der Dienstag Abend (Laufenbergs Oldie-Kiste) und der Mittwoch Abend (Classics) für weitere Dreamtime-Abende frei.

Reingehört habe ich alleine deshalb schon nicht mehr, weil ich nachmittags keine Zeit mehr hatte und im Azubizimmer stur FFH lief (in einer hessischen Landesbehörde, was erwartet man da auch anderes?).

Oh, Du ärmster. Ich habe 1999/2000 meinen Zivildienst in Darmstadt gemacht und war froh, das da keine FFH-Jünger waren.

Und 2009 war ich 6 Wochen in Reha in Bad Wildungen, da lief FFH im Foyer. Am ersten Tag fand ich die Musikauswahl noch cool, später nicht mehr, obwohl es immer noch sprichwörtlich dieselbe war.

Das reine 80er/90er-Musikformat ab 1996 ohne die 70er usw. habe ich aber gefeiert, das gebe ich zu. Das kannte ich vorher nur von ffn, Antenne Thüringen oder N-Joy Radio, das wollte ich auch bei uns. Und wir hinken hier ja in allem hinterher, öffentlich-rechtliche Jugendwelle oder privates Rockradio kam zu uns auch erst sehr spät.

In der Gegend waren ja SWF3 und HR3 lange Zeit noch Jugendwellen. Aber irgendwie meinte man da ja auch irgendwann mal einen offensichtlichen Generationenwechsel einzuleiten.

Rockradio gabs doch schon relativ früh mit Rockland Radio, zumindest lange vor BoB!. Aber halt nur auf lokalen Frequenzen. Die kamen dann auch nicht wirklich zu uns in den Kölner Raum, so dass ich mich damit nie wirklich beschäftigen konnte.

Bezogen auf alle Hörer in Rheinland-Pfalz ergeben die Media-Analysen der letzten 25 Jahre da eine glasklare Antwort: Frühere RPR-Hörer sind jetzt bei SWR3 und SWR1 RP.

Ich meinte eigentlich speziell hier Forum, nicht allgemein.

BigFM kam nie ansatzweise an die Gesamtreichweiten von RPR2 ran, hat dafür aber mehr junge Hörer als das Schlagerformat.

RPR2 ist ja nicht eingestellt worden, weil es zu wenig Hörer hatte, sondern weil sich die Werbewirtschaft zumindest damals nicht für diese Zielgruppe interessiert hat, und nachdem der SWR inzwischen die Jugend vom dritten Programm auf das in RLP auf UKW kaum empfangbare DasDing abgeschoben hat, wollte man sich diese Zielgruppe halt abholen. Das Programm wurde ja eh schon produziert, was es auch noch ziemlich günstig machte.

Manchmal frage ich mich, ob das auch so gelaufen wäre, wenn NRJ in Rheinland-Pfalz auf der dritten Privatfunkkette geblieben wäre, oder ob dann RPR2 heute der Rock/Pop/Oldiesender wäre. Aber was sagte Peer Steinbrück nochmal zur Fahrradkette...
 

indigo7

Benutzer
Kennt noch wer Bodo Henkel, Moderator von Saturday Night Fever aus den 80er? Von Ihm hatte ich meine Leidenschaft für DMC Mixe, die er damals exklusiv aus den USA in seiner Sendung spielte.
 

RadioHead

Benutzer
Themeneröffner
Rockradio gabs doch schon relativ früh mit Rockland Radio, zumindest lange vor BoB!.
Brudi, soll ich dir mal die richtigen Rockradios aufzählen. Radio Xanadu München, Radio M 1, delta radio 1994/95. Die kannte ich schon 1992-1994, dagegen war Rockland Radio (an der u.a. RPR beteiligt war, schnell noch die Kurve gekriegt...) in jeder Hinsicht ein laues Lüftchen. Und richtige Jugendwellen gab es auch eher mit WDR 1, Radio Bremen 4, Radio 4 U und Jugendradio DT64, aber nicht mit RPRs direktem Mitbewerber SWF3 oder hr3. Es waren aber damals die jüngsten Programme ihrer Anstalt, das stimmt. Aber das war das alte Bayern 3 (vor 1992) halt auch... (Spoiler: das war sehr soft...)

hat auch einst die Oldie-Kiste (DI 21-24) und ich glaube auch die Golden Seventies (MI 21-24) moderiert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Richard 1977

Benutzer
Das war schon September 1994. Zeitgleich kam auch der Funtime-Club am Freitagabend, das sollte so bißchen Radioparty à la N-Joy Radio (damals ganz neu) sein.

Mir fällt da gerade ein, bis 1994 gabs doch bereits die Saturday-Night-Party (21-24h) im Anschluss an Maximal (18-21h). Die habe ich aber nie so wirklich gehört. Ich meine die hatte meistens Stephan Moser moderiert. Ich erinnere mich nur einmal, dass er kurzfristig noch 5 Stunden Party ohne Pause anhängen musste, weil Tillmann Uhrmacher, der eigentlich dafür vorgesehen war, irgendwo aufgelegt hat. Und als dann um 5 Uhr das Weekend-Radio weiterlaufen sollte, hatte sich Uli Thiemann auch noch verspätet.
1994(?) kam dann Ulli Potofski mit seiner 6-stündigen Spielshow auf den Sendeplatz von Maximal und Saturday-Night-Party - das könnte aber vielleicht auch mit dem Funtime-Club stehen, also das dann dafür freitags mehr Party gemacht wurde.

weil die Country-Time jetzt auf RPR Zwei lief.

Mit Walter Fuchs, dessen Sohn Patrick übrigens in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und den Country-Club auf Schwarzwaldradio übernommen hat.
 

StabsstelleIV

Benutzer
Mit eine der Bizarrstein Radiosendungen aller Zeiten hatte das alte TPR ja auch einfach in petto. Party ohne Pause mit Murawka und Uhrmacher. Sowas herrlich gestörtes habe ich nie wieder gehört.
Wenn ich mir vorstelle, dass ich zahllose Ausgaben, weil ich zu der Zeit oft unterwegs war, in Hifi-VHS vorliegen hatte, bis ich alles in die Tonne gekloppt hatte nach dem Studium....
 

Richard 1977

Benutzer
Mit eine der Bizarrstein Radiosendungen aller Zeiten hatte das alte TPR ja auch einfach in petto. Party ohne Pause mit Murawka und Uhrmacher. Sowas herrlich gestörtes habe ich nie wieder gehört.
Wenn ich mir vorstelle, dass ich zahllose Ausgaben, weil ich zu der Zeit oft unterwegs war, in Hifi-VHS vorliegen hatte, bis ich alles in die Tonne gekloppt hatte nach dem Studium....

Ich habe oben auch noch ein bis zwei ganze Umzugskartons voll Kassetten (auch VHS und Video8), darunter auch viele Radio-Mitschnitte (RPR, SWF3, WDR1 und hr3). Mal schauen, wann ich da mal zu komme mich drum zu kümmern. Für Video8 habe ich leider keinen Player mehr, wo wir damals mit unserem Rekorder sogar statt Bild auch 6 Stereo-Tonspuren und somit 24h auf eine Kassette aufnehmen konnten.
 

Hetti50

Benutzer
PoP war einer meiner Lieblingssendungen. Wenn ich nicht da war, mußten meine Eltern immer die Sendung aufnehmen. Einmal hab ich bei RPR 1 Riesen Packet Schallplatten gewonnen. Die hab ich heute noch und die Musik Richtung könnte ich mir aussuchen.
 

Funker

Benutzer
Eine Erinnerung an die Anfangszeit von RPR:
Der Ü-Wagen zum Sammeln, mit den Sendezeiten vom Studio Ludwigshafen.
Regionale Morgen- und Mittagssendungen gab es damals auch noch aus den RPR-Studios in Trier, Koblenz und Mainz.

Funfact: Als diese Sammlerautos ausgegeben wurden, gab es Radio 85 schon nicht mehr.
RPR hatte dessen Sendezeiten übernommen, nannte sich aus lizenzrechtlichen Gründen aber während dieser Zeiten "Radio 85".

Ü-Wagen RPR.png
 
Zuletzt bearbeitet:

Applepie

Benutzer
Frank Wornath ;) begann seine Karriere beim LR und wechselte später zu hr3. Heute ist er afaik in der Nachrichtenredaktion des hr tätig.
GF beim LR war übrigens Uli Hürter, SPD-Mitglied und später von 1997-2016 Geschäftsführer von Sunshine Live. Ein angenehmer (Zeit-)Genosse.
Herr Hürter hat einiges an die Wand gefahren :) Der LR mehr oder wenige SPD Beteiligung, ging dann an die ddvg und heute sind die noch mit 9% an RPR1 beteiligt. Die ddvg bündelte die SPD Beteilungen an div. Medienunternehmen.

Er hat sunshine live beerdigt und an Regenbogen verschachert (zumindest die wichtigen Frequenzen), Chance in BaWü auf den neues Frequenzen durch eigenen Egoismus versammelt (führte zur Gründung von bigFM). Davor einen Schlingerkurs bei Neufunkland/Neckar-Alb Radio hingelegt.... also so glanzvoll ist die Bilanz nicht.
Aus einem guten Lokalradio hat er einen Schlagersender gemacht, der radikal abgestürzt ist und sich davon nie wieder erholt hat. Die LR Lokalradio Services wurde dann kurz nach der neuen Lizenz erst zu 49% später ganz an Radio Ton verkauft. (nachdem die Kooperation mit BBradio auch nicht mehr klappte -> BBradio verlor die Lizenz an rtv).

Sunshine Live hätte ein landesweiter Jugendsender werden können und ist heute in der Bedeutungslosigkeit versunken. Die 25kw 102,1 im Rhein-Neckargebiet zu versemmeln ist auch eine Glanzleistung. Die Macher bei Regenbogen müssen noch heute wohl lachen wie man zu einer quasi 2. fast Bereichssenderfrequenz kam:)


Ja verbrannte Erde kann auch Wärme ausstrahlen und dies kann man auch als angenehm empfinden..
 

Funker

Benutzer
Herr Hürter hat einiges an die Wand gefahren Der LR mehr oder wenige SPD Beteiligung
Der LR wurde keineswegs an die Wand gefahren. Das war ein links-alternatives Programm, dessen Lizenz bis Mai 1990 befristet war. Die LPR Ludwigshafen hat die Lizenzen von LR und PRO Radio nicht verlängert, weil sie auf der ersten UKW-Kette ein 24/7-Programm "aus einem Guss" wollte.

Man erhoffte sich dadurch stärkere Hörerbindung und bessere Vermartungsmöglichkeiten. 1988/1989 waren mit Radio Regenbogen und FFH weitere Privatsender hinzugekommen, die weit nach RLP einstrahlen und das Problem mit dem Timesharing nicht hatten.
Auflage der LPR war aber, dass die Betriebsgesellschaften von LR und PRO (beim LR mit ddvg-Beteiligung) zum Gesellschafterkreis von RPR dazustoßen.

Damit war der Weg für den durchgehenden Sendebetrieb von RPR(1) frei.


Das Thema Sunshine Live ist hier OT, daher nur soviel:

Hürther hat einem dahinsiechenden Schlagerradio den brutalstmöglichen Relaunch verpasst und damit das (alte) SSL aus der Taufe gehoben.
Das war zwar anfangs an vielen Ecken und Enden unprofessionell, hat aber auch jede Menge kreative Freiräume geschaffen, die es so im südwestdeutschen Privatfunk seither nie mehr gegeben hat.
Um die später von bigFM genutzten Frequenzen dauerhaft zu bespielen hätte SSL zur Jahrtrausendwende auf ein massentauglicheres Format umstellen müssen. Das wollte Hürthers Schwetzinger Truppe nicht und so kam bigFM auf UKW in Ba-Wü, während SSL über Kabel/SAT/Web und später DAB+ bundesweit expandierte und dem eigenen, unkonventionellen Stil treu blieb.
Bergab ging es erst nach dem Einstieg der Regiocast....aber dazu steht schon vieles in den diversen SSL-Threads.
 

StabsstelleIV

Benutzer
Die LPR Ludwigshafen hat die Lizenzen von LR und PRO Radio nicht verlängert, w
Da müsste auch nix mehr verlängert werden, da die Sendezeiten vom LR und Radio 85 schön Jahre vor diesem Stichtag von RPR bespielt wurden, und es diese Läden schlicht nicht mehr gab. Die einzige Einschränkung, resultierend süß den Lizenzen von Radio 85 war, dass RPR in diesen Sendestunden tatsächlich die alten Anbieternamen nannte. Das hatte so skurrile Folgen wie den Beginn einer Sendung mit Moderator X unter dem Label RPR, der gleiche Moderator beendete die gleiche Sendung dann unter dem Label Radio 85.
Einzig die CDU-Bastion Pro Radio 4 hielt bis zum Ende der ersten Lizenzierungsperiode durch.
 

TORZ.

Benutzer
Das war ein links-alternatives Programm, dessen Lizenz bis Mai 1990 befristet war.
... und das seinen eigenständigen Betrieb trotz laufender Lizenz am 30.06.1989 einstellte.
Anhang anzeigen vlc-record-2022-12-14-18h48m26s-LR30.6.89-.mp3 Belehre mich gern eines Besseren, aber dieses Vorgehen klingt mir nicht so, als habe der Sender allein wegen deswegen aufgehört, weil die Lizenz nicht verlängert wurde, dann hätten sie ja noch elf Monate gehabt.
Interessant ist ja auch, dass Pro Radio 4 seinen Sendebetrieb erst am 30.06.1991 einstellte. Liefen die Lizenzen der vier Programme also unterschiedlich lang?
 

Funker

Benutzer
... und das seinen eigenständigen Betrieb trotz laufender Lizenz am 30.06.1989 einstellte.
Anhang anzeigen 25031 Belehre mich gern eines Besseren, aber dieses Vorgehen klingt mir nicht so, als habe der Sender allein wegen deswegen aufgehört, weil die Lizenz nicht verlängert wurde, dann hätten sie ja noch elf Monate gehabt.
Interessant ist ja auch, dass Pro Radio 4 seinen Sendebetrieb erst am 30.06.1991 einstellte. Liefen die Lizenzen der vier Programme also unterschiedlich lang?
Meiner Erinnerung nach gab es Anfang 1989 eine Anhörung bei der LPR Ludwigshafen, bei der den Vertretern von LR (Bunsmann) und PRO (Hoffie) die Nichtverlängerung ihrer Lizenzen mitgeteilt wurde.

Mangels einer Perspektive für den LR hat die SPD dann die fürs Jahr 1989 geplanten Investitionen gestoppt und auf eine eigene Beteiligung an der Veranstaltergemeinschaft von RPR gedrängt, was wiederum von der LPR goutiert wurde.
 

Funker

Benutzer
Einzig die CDU-Bastion Pro Radio 4 hielt bis zum Ende der ersten Lizenzierungsperiode durch.
Nicht nur das. Der PRO-Geschäftsführer Klaus-Jürgen Hoffie ist nach dem LPR-Beschluss zur Nichtverlängerung seiner stundenweisen Lizenz auf Konfrontationskurs zur LPR gegangen und hat sich mit PRO Radio 4 auf die landesweite 24h-Lizenz beworben. Eine echte Chance hatte er freilich nicht.

Die SPD hat "ihren" LR hingegen fallen gelassen. Dazu findet sich nochwas im Archiv der "taz":
 
Oben